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Täglich neu - Nachrichten, Texte aus dem besetzen Palästina die in den deutschen Medien fehlen.

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Texte von Arn Strohmeyer

Genozid wäre besser gewesen
Deutsche Erinnerungspolitik ohne Palästinenser
Plädoyer Ungleichheit der Menschen
Deutschland eine Bananenrepublik?
Situation derPalaestinenser unter zionistischer Besatzung
Ist Banksy ein Antisemit?
Streit um die Kasseler Documenta
Israel ein Apartheidstaat wie Südafrika?
Streit um die Kasseler Documenta
Rezension - Abraham Melzer-  Ich bin (k)ein Antisemit!
Afghanische Sanndalentraeger besiegten USA
Gemeinsame Werte mit einem Apartheidstaat?
Der Welt droht ein neuer Kalter Krieg
Die Antideutschen
Chefs des Springer-Konzerns Mathias Döpfner
„Apeirogon“ des irischen Autors Colum McCann
Lapid - Imagpflege, neue Einsichten?
„1984“ - israelische Cyber-Software“
BDS -  Hoffnung der Palästinenser“
Das Ende einer Illusion
Kampf gegen Windmühlenflügel
Die grüne Kanzlerkandidatin
Palästina in israelischen Schulbüchern
Die Nakba soll zu Ende gebracht werden
Westliche Propaganda - Aufteilung der Welt in Gut+ Böse
Die Jerusalemer Erklärung - Antwort auf die IHRA
Werder Bremen übernimmt die IHRA-Definition
Joseph Melzer - Ich habe neun Leben gelebt.
Holocaustgedenktag 2021
Inhalt der BDS-Resolution nicht erwähnen
Bücher - Positionen zum israelbezogenen Antisemitismus
Kariere von Sawsan Chebli
Martialisches Erinnern
Das zynische Angebot
Omri Boehms - liberaler und humaner Zionismus!
Omri Bohm - Israel - eine Utopie
Darstellung des Zionismus  für Israels Politik Problem
Zionismus untergräbt Werte des Judentums
Gaza ist Überall!
Israel und das Apartheid-Südafrika
Fall Achille Mbembe kein Einzelfall
Eine deutsche Debatte im Jahr 2020
Achille Mbembe - Eigentor von Felix Klein
Was trägt Israel  zum Judenhass bei?
Antideutsche - Antisemitismus und Nahostkonflikt
Nirit Sommerfeld - Stimme des anderen Israel
Symbol für den Freiheitskampf
Krieg gegen das palästinensische Volk
Treueschwüre für einen Besatzerstaat
Zur Kriegsgefahr im Nahen Osten
Der  ideologische Blick auf Israels Geschichte
Kein Friedensstern über Bethlehem
G. Hanloser - Abgesang auf die Antideutschen
Bundesregierung will Hisbollah verbieten
Jürgen Todenhöfer - Die große Heuchelei
Spiegel - zu Israel-kritischer Positionen kein Wort
Gegenwärtige Hexenjagd auf „Antisemiten“
Hungert sie aus!
Das Beispiel Dr. Dr. Marcus Ermler
Hans-Jürgen Abromeit sagt die Wahrheit
Israel zieht belastende Dokumente aus dem Verkehr
Definiert Israels Regierung was Antisemitismus ist
Der Kushner-Plan -Totgeburt
Israels Politik -  zynisch, autoritär und reaktionär
Bremen verweigert Kritik an Israel
Wahlen ohne Opposition und Alternative…
Man unterscheidet zwischen "guten" und "bösen" Juden
BDS-Aktivisten auf „Krawall“ reduziert
Israel Siedlungen auf dem Mond?
Die Mauer als Symbol des Scheiterns
Wider den Mainstream
Triumph des moralischen Nihilismus
Mythos - Vertreibung der Juden aus arabischen Ländern
Frieden auf Erden“ –  nicht in Palästina
Zensur der evangelischen Kirche
Lehrer nach Yad Vashem
Evangelische Kirche und Israels Unrechtspolitik
Hysterie bis zur Paranoia
Klassischer Fall von Geschichtsfälschung
Bremer Innensenator Mäurer hat Recht
Die „Israelisierung der Welt“
Trumps "Deal" Verrat an Palästina
Wikipedia ist der Manipulation überführt
Klassischer Fall von Geschichtsfälschung
Juden und Muslime in Auschwitz
Israels Sanktionen - Iran
Zum Tod von Felicia Langer
„WerteInitiative“  - Schlag gegen Bettina Marx
Stopp gegen Antisemitismus-Hysterie
Palästina - Realität wird zum Tabu
Tom Segevs Ben Gurion-Biographie
Deutschland, Israel + der Antisemitismus:
Präsident Abbas‘ missverständliche Rede
Unterstützung Arbeit Antisemitismus-Beauftragten
Die inszenierte Hysterie
Entstehung Israels als Heldenepos
70 Jahre Israel – 70 Jahre Siedlerkolonialismus
Skandalöse Geschichtsklitterung
Heiko Maas  in Israel
Was für ein Staat!
Heiko Maas - Kniefall nach Israel
Meinungsfreiheit für Palästinenser in Bremen
Rolf Verleger - Hundert Jahre Heimat_Land
Israel hat den Frieden nie gewollt.
Weihnachten 2017
Gefängnisstrafen und Sippenhaft
Nimmt der Antisemitismus zu?
Stramm hinter Trump
Hermann Kuhn demonstriert  Nichtwissen
Deutsche Kampfflieger über Israel
„Sie weichen den wirklichen Problemen aus“
Rezension - Abraham Melzer: Die Antisemiten-Macher
Rezension - Abraham Melzer: Mit Feuer und Blut
Die kopernikanische Wende
Martin Schulz Kotau vor der Israel-Lobby
„1984“ auf israelisch
Rückfall in die Vormoderne
Michael Wolffsohn hat sich disqualifiziert
Rezension - M. Peled - Der Sohn des Generals
Analysen des antizionistischen Isaac Deutscher
Film - Der Hass auf Juden in Europa
14. Dokumenta - Ahlam Shibli
Michael Lüders Buch „Die den Sturm ernten“
Jenseits aller Wirklichkeit
„Im Gefängnis, weil  Palästinenser“
Das Lehrbeispiel BDS
DIG Aufruf gegen Kritiker
Broder - BDS + die Endlösung
Zwischen „Lügen- “ und „Lückenpresse“
Frieden auf Erden... nicht im Heiligen Land
Ist Deutschland eine Bananenrepublik?
Hat Jakob Augstein der Mut verlassen?
Israel-Berichterstattung - doppelte Standards
Propaganda-Lügen gegen den Frieden
Antisemitismus – „Missverständnis der Geschichte“?
Wann ist Kritik an Israels antisemitisch
Die Lobby schlägt zu
Geheimsache Heron TP
Claude Lanzmann -  Palästina-Konflikt
Die Israel-Lobby und die HAWK
Ein Humanist?
„Die Hamas ist an allem schuld“
Ein Krieger und Verächter des Völkerrechts
Proteste und Demonstrationen nicht Antisemitisch
Der Streit um Israels „Existenzrecht“
„Journalismus“ á la Benjamin Weinthal
„Methodisch betriebener Wahnsinn“
Dank an Benjamin Weinthal
Albert Einstein muß als Zeuge herhalten
Wenn Weinthal wieder einmal zuschlägt ...
Rezension von  Kurt O. Wyss
Noch mehr Israel-Kritiker geschafft
Interview mit Abdallah Frangi
Benjamin Weinthal verhindert Vortrag Arn Strohmeyer
„Lügenpresse“ oder kritikloser Philosemitismus?
Ein Weihnachtswunsch
Abraham Melzers Buch „Israel vor Gericht“
Rezension - Petra Wild: Die Krise des Zionismus
Gipfel der Absurdität
Daniel Killy diffamierte seinen früheren Arbeitgeber
Rezension - Die Hölle von Gaza - Spiewak
Rote Karte für Israel!
Der Antisemitismus-Vorwurf als Rufmord
Ist Israel ein verrückter Staat?
„Oslo war ein Kapitulationsabkommen“
Rezension - Ilan Pappe -  „Die Idee Israel"
Wenn eine Jüdin den Zionismus kritisiert...
Leseprobe 3 - Antisemitismus – Philosemitismus
Leseprobe 2 - Antisemitismus – Philosemitismus
Leseprobe 1 - Antisemitismus – Philosemitismus
Inhalt - Antisemitismus – Philosemitismus
Buch - Antisemitismus – Philosemitismus
Kontrolle über Israels Atomwaffen?
Rezension - Sven Severin: Shalom ist nicht Frieden.
Werte der USA und Europas Doppelmoral
Antwort auf Uri Avnerys Artikel Die wirkliche Nakba
Rezension - Israel – Im permanenten Kriegszustand
Zwischen Doppelmoral und Lebenslügen
Die Herren über Leben und Tod
Dauerbrenner Antisemitismus
Weglassen, vertuschen und manipulieren
Napoleoni - Die Rückkehr des Kalifats.
Presseboykott gegen  Nakba-Ausstellung Bremen?
Der Streit um die historische Wahrheit
Am besten das Völkerrecht abschaffen.
Anschläge Paris - Stunde der Heuchler
Die Legenden von den vertriebenen Juden
Linkspartei und die Verletzer der Völkerrechte
Für Israel Frieden unmöglich.
Zionismus vor seinem historischen Ende?
Antisemitismus-Gefahr als politische Waffe
Eine genau kalkulierte Kampagne
„Ein Massaker schlimmsten Ausmaßes!“
Dieter Graumann und die westlichen Werte
Willkommener Anlass
Die EU als zahnloser Papiertiger
Antisemiten überall
Uri Avnery relativiert die Nakba
H. Baumgarten - Kampf um Palästina
Ein bedeutender Schritt zur Versöhnung
Bremer Evangelische Kirche -  Frieden Nah Ost
„Warum provoziert Ihr Israel immer so?“
Interview mit  Reuven Moskowitz
Israels große Propagandainszenierung
Unkritische Unterstützung Israels.
Tumulte in der Knesset
Rezension - Israel kontrovers
Ariel Sharons brutale Gewaltpolitik
Neuerscheinung Ilan Pappes Buch?
Ilan Pappe - „Eethnische Säuberung Palästinas
Schweigen der Christen im Nahen Osten
Feldmans Film „The Lab“
Mythos - Vertreibung der Juden
Rezension - Viktoria Waltz -  „Monopoly“
Shlomo Sand - Ich steige aus.
Palästinenser Testpersonen für Rüstungsindustrie
Israel steht unter Verdacht
Rezension - Buch Ekkehart Drost
3. Israelkongress in Berlin
Die Angst vor der Wahrheit
Was kommt nach dem Zionismus?
Führt Obama Israels Krieg?
Haben nur Palästinenser „Blut an den Händen“?
Ein Bantustan-Staat für die Palästinenser?
Zionismus + arabischer Antisemitismus
Ethnische Säuberungen
Juden unerwünscht?
Wenn Israel fällt, fällt auch der Westen!“
Nachruf auf Stéphane Hessel
Streit um Augsteins „Antisemitismus“ geht weiter
Zerstört Israel sich selbst?
Broders taktischer Rückzieher
Solidarität mit Jakob Augstein!
Sollen Patriot-Raketen Israel schützen?
Von der Macht der Denunzianten
Rezension Rudolph Bauer - Wer rettet Israel
Netanjau in Berlin zum völlig falschen Zeitpunkt
Mit der UNO auf Kriegsfuß
Generalangriff auf die Mythen des Zionismus
Gaza - Schweigen die Waffen?
"Sicht der Armee  kein ethisches Problem“
Erwiderung auf Charlotte Knobloch
Atmosphäre der Angst
Keine Chance für die Vernunft?
These vom Mord an Arafat
„Hier wird Israel pauschal diffamiert“
D. Barenboim:„Nur ein Psychiater kann  helfen!“
In Nibelungentreue an Israels Seite?
Merkels abenteuerlicher Kriegskurs
Der Dichter, Israel und die Denkverbote
Genug der Heuchelei! - Günther Grass
Auf Mythen keinen Frieden aufbauen
Brief an Ralph Giordano
Ilan Pappe -  Wissenschaft als Herrschaftsdienst
Nazi-Analogien in Israel
Interview mit Abdallah Frangi
Abdallah Frangi - Der Gesandte
Israeltag 2011 - Bremer Schulen
Ein Akt historischer Gerechtigkeit
Israel-Propaganda an deutschen Schulen ?
„Boykott ist eine absolute Notwendigkeit“
Rezension - Finkelstein „Israels Invasion in Gaza“
Die Partei „Die Linke“ + das Existenzrechts Israels
„Wir wollen die ganze Region befreien“
Ergänzung - Brief Bürgermeister Jens Böhrnsen
Offener Brief - Bürgermeister Jens Böhrnsen
Helmut Schmidt + R. von Weizsäcker Antisemiten?
Sind Boykottaktionen antisemitisch?
Boykott gegen Früchte aus Israel
Stéphane Hessel - Empört Euch!
Todenhöfer - Warum tötest Du, Zaid?
Arabische Aufstände düpieren den Westen + Israel
Verzweifeln an Israel
In der Falle der Stammesideologie
Wer glaubt an Friedensbotschaften
Kotau vor Merkels Nahost-Politik
Wie man Antisemiten produziert
Im Gleichschritt mit Israel?
Was ist Antisemitismus
Gibt es  "neuen" Antisemitismus? - Klug Brian
Was sind "jüdische Gene"? - Thilo Sarrazin
Zionistischer Angriff auf Wikipedia
Moshe Zimmermann: Angst vor Frieden
Verwirrung der Begriffe?
Offener Brief  Weser-Kurier-Artikel - 16. 06. 2010
Iris Hefets gewann Prozess gegen Lala Süsskind
Mordaktion nach Piratenmanier
Israel will keinen Frieden
Solidarität mit Iris Hefets!
Sieg der Spermien und Gebärmütter
Hajo Meyer - Radikale Kritik am Zionismus
Interview mit Norman G. Finkelstein
Gespräch mit Yehuda Shaul
Interview mit Yahav Zohar
Broder - Aufklärung + Untergang
„Israel streut der Welt Sand in die Augen“
„Hitler besiegen“
Interview mit Moshe Zuckermann
Bethlehem 2008
Volk ohne Hoffnung
Brief Präsidium J. G. Bremen
Interview Felicia Langer

 

 

TRANSLATE
 

 

 "Israel will keinen Frieden"
Der israelische Friedensaktivist Reuven Moskovits im Gespräch mit Arn Strohmeyer

 

Warum ist ein Frieden im Nahen Osten so schwer zu erreichen? Hat Israel jemals den Ausgleich mit den Arabern gesucht?

Die dort am Konflikt Beteiligten, insbesondere Juden und Palästinenser, haben nie ernsthaft versucht, sich mit der Tatsache abzufinden, dass die einzige Lösung, wenn auch nur transitorisch, die gegenseitige Anerkennung und der Übergang zur Gewaltlosigkeit ist. Dabei muss betont werden, dass es hinsichtlich der Verantwortung für diesen Zustand keine Symmetrie gibt. Die Hauptverantwortung liegt bei der israelischen Politik, die noch vor der Staatsgründung die Teilung des Landes nicht ernst genommen hat. Auch heutzutage liegt die Hauptverantwortung vorrangig bei der israelische Seite, die seit den siebziger Jahren eine Einigung mit den Palästinensern abgelehnt hat - eine Einigung, wie sie ja mit Ägypten und Jordanien zustande gekommen ist. Mit Syrien und den Palästinensern wurde von Israel niemals ein ernst zu nehmender Ausgleich gesucht. Syrien wird nichts angeboten und den Palästinensern im besten Fall eine Bantustan-Lösung.

Kann ein Land politisch überleben, das nicht die Zusammenarbeit und den Frieden mit seinen Nachbarn ringsum sucht?

Eindeutig nein.

Sie sagen, dass heute in Israel eine "nationalistisch-klerikal-faschistische" Clique herrscht. Aber sie ist von der Mehrheit der Israelis gewählt worden. Wie konnte es dazu kommen?

Es kam fast genauso dazu, wie es damals in Deutschland dazu gekommen ist. Noch vor der Machtergreifung der Nazis 1933 hat die Mehrheit der Deutschen nicht für Hitler gestimmt. Nur die unsägliche Koalition mit von Papen, der Notstand und später die aufgezwungene Gleichschaltung haben die Weimarer Republik aufgelöst. In Israel ist die Bevölkerung einer kontinuierlichen Beängstigung und Indoktrinierung ausgesetzt. Man sagt den Menschen, dass die geringsten Zugeständnisse an die Palästinenser oder an Syrien den Staat und die Bevölkerung an die Tore eines neuen Ausschwitz treiben würden.

Israel besteht seit über 60 Jahren. Es ist der einzige Staat auf der Welt ohne feste Grenzen. Warum?

Von vornherein war es die Politik Ben Gurions, keine festen Grenzen festzulegen. Sein Sicherheitskonzept besagte, dass die Grenzen immer neu gezogen werden - je nachdem, wo gerade die israelischen Soldaten stehen.

Israel rechtfertigt seine ganze Politik - etwa das Vorgehen gegen die Palästinenser oder die Kriegsdrohungen gegen den Iran - mit dem Holocaust. Ist das eine Instrumentalisierung dieses ungeheuren Verbrechens, das Deutsche an den Juden begangen haben?

Ja, eindeutig. Es ergibt sich mehr und mehr, dass diese schrecklichste Untat in der menschlichen Geschichte - der Holocaust - als Feigenblatt dient, um die expansionistische und die aggressive Politik Israels zu rechtfertigen. Bei dieser Gelegenheit möchte ich eine ernst zu nehmende israelische Historikerin Idith Zertal zitieren. In ihrem Buch „Nation und Tod – der Holocaust und die israelischen Öffentlichkeit“, das auch in Deutschland erschienen ist, schreibt sie: „Mit Hilfe von Ausschwitz – Israels ultimativer Trumpfkarte bei seinen Beziehungen zu einer Welt, die von ihm immer wieder aufs Neue als antisemitisch und auf ewig feindselig definiert wurde – immunisierte sich Israel selbst gegen jedwede Kritik und genehmigte sich selbst einen quasi sakrosankten Status, verschloss sich so einem kritischen, rationalen Dialog mit seiner Umwelt“. Auschwitz ist für Israel eine Ausrede, um seine Grenzen – international und völkerrechtlich – ständig zu überschreiten.

Was wären die Folgen eines Angriffs Israels auf den Iran für den Nahen Osten?

Das wäre katastrophal! Israel will einen erfolgreichen Angriff auf die iranischen Atomeinrichtungen führen. Dabei müssten Waffen, die eine Massenvernichtung von Menschen in der Umgebung der Einrichtungen zur Folge hätten, eingesetzt werden. Eine radioaktive Vergiftung der Nachbarländer wäre zudem wahrscheinlich unvermeidbar.

Warum meint Israel das Recht zu haben, das Völkerrecht und UNO-Resolutionen ständig missachten zu können?

Da muss man wieder auf die Ausschwitztrumpfkarte zurückkommen. Immer wieder wird von Israel behauptet, dass es das Recht habe, sich eine Einmischung in seine Sicherheitsangelegenheiten zu verbitten, weil damals, als Millionen Juden umgebracht wurden, die Staaten und Völker geschwiegen hätten. Es ist überflüssig zu betonen, wie gefährlich diese festgefahrene Aussicht ist. Wenn aber diese Auffassung von der deutschen Kanzlerin Angela Merkel mit der Erklärung untermauert wird, dass die Freundschaft zu Israel "Staatsräson" sei, dann ist das ein eindeutiger Freibrief für Israel, sich im Nahen Osten wie einen Hooligan oder Pirat zu benehmen.

Der Holocaust beherrscht heute weitgehend das Fühlen und Denken der Israelis. Wird dabei wirklich der Versuch unternommen, diese furchtbare traumatische Erfahrung aufzuarbeiten oder werden hier Ängste bewusst geschürt und manipuliert?

Ja, vorläufig werden in diesem Sinne weiter manipulativ Ängste geschürt. Menschen wie ich oder andere Friedensaktivisten haben da keinen Einfluss.

 Wenn die Israelis so traumatisiert sind, wie könnten sie sich daraus befreien?

Eine Heilung kann nicht dadurch erfolgen, wie es die deutsche Regierung macht, indem man Israels gefährlicher Politik nach dem Mund redet und sie hartnäckig rechtfertigt. Man muss aus einer Politik aussteigen, die die Zukunft Israels, des Nahen Ostens und vielleicht eines großen Teils der Welt gefährdet. Ein freundlicher Rat deutscherseits wäre hier angebracht.

Warum besteht Israel ständig darauf, dass sein "Existenzrecht" anerkannt wird? Im Völkerrecht gibt es den Begriff gar nicht. Das Existenzrecht bestreitet ihm doch niemand und es ist auch durch den UNO-Teilungsbeschluss von 1947 abgesichert. Außerdem ist Israel die größte Militärmacht des Nahen Ostens - wer sollte ihm sein Existenzrecht streitig machen können?

Israel besteht ständig auf seinem Existenzrecht, damit es die Besatzung und Kolonisierung der palästinensische Gebiete fortsetzen kann. In der Tat ist das Existenzrecht Israels hinlänglich durch den UNO-Beschluss von 1947 sanktioniert. Andere UNO-Beschlüsse wurden aber von Israel arrogant und willkürlich in den Papierkorb geschmissen. Das Existenzrecht-Argument ist nur ein Feigenblatt, damit Israel den Palästinensern das Existenzrecht und das Selbstbestimmungsrecht weiter verweigern kann. Denn eine Anerkennung dieser Rechte würde ja ein Ende der Besatzung bedeuten.

Äußerlich gesehen scheint das deutsch-israelische Verhältnis ganz gut zu sein. Kanzlerin Merkel hat dieses Verhältnis sogar zur "Staatsräson" erhoben. Aber ist es in Wirklichkeit nicht sehr unehrlich, weil es ständig unter der Drohung des Antisemitismus steht, wenn Israels Bedingungen nicht erfüllt werden?

Ich kann nur wieder sagen, dass die "Staatsraison"-Erklärung ein Glied in der Kette von politischen Torheiten ist. Die verstorbene israelische Historikerin Barbara Tuchmann hat das sehr gut beschrieben. Ihrer Ansicht nach kann Antisemitismus kann nur erklärt werden durch das Recht, das sich Israel nimmt, auf die Meinung der Weltöffentlichkeit zu pfeifen. Immer wieder wirft Israel Friedensaktivisten in der Welt und im Land selbst (mich eingeschlossen) vor, sie würden Israel delegitimieren und verunglimpfen. Niemand und nichts ist im Stande, Israel zu delegitimieren als die Politik Israels selbst, die nur auf Krieg und Gewalt setzt.

Wie sollten sich deutsche Bürger verhalten, die die Ungerechtigkeit und Brutalität des israelischen Vorgehens gegen die Palästinenser sehen, aber Angst haben, ihre Kritik öffentlich zu äußern, weil sie den Antisemitismus-Vorwurf fürchten?

Ein vielleicht krasser jüdischer Witz heißt: Eine Jungfrau die von der Angst zu heiraten besessen ist, verurteilt sich selbst, ewige Jungfrau zu bleiben. Angst ist oft Ursache von Feigheit oder manipulierter Heuchelei. Wie oft wurde in Deutschland schon über den Mangel an Zivilcourage geschrieben? Man kann nicht endlos die Feigheit und den Mangel an Zivilcourage hinter der Angst, als Antisemit verunglimpft zu werden, verstecken. Die deutsche Vergangenheit, die von vielen Historiker kritisch beschrieben worden ist, bestätigt, dass Angst zu einer Krankheit werden kann.

Sind auch Boykott-Aktionen israelischer Waren aus den besetzten Gebieten legitim?

Wenn sich der Boykott auf Waren aus den besetzten Gebiete beschränkt, ist er eindeutig legitim.

 Das israelische Parlament hat gerade ein Gesetz verabschiedet, das den Palästinensern die öffentliche Erinnerung an die Katastrophe ihrer Vertreibung 1948 (Nakba) verbietet. Verleugnet hier Israel nicht seine eigene Geschichte, für die es Verantwortung tragen muss?

Ja, natürlich! Das ist zudem ein weiterer Beweis, dass die deutsche Politik nicht weiter das Argument bedienen darf, Israel sei der einzige demokratische Staat im Nahen Osten. Durch dieses Gesetz kann Israel höchstens als ethnokratischer Staat mit liberalen Zügen - was die jüdische Bevölkerung anbelangt - bezeichnet werden. .

Es sollen jetzt wieder Verhandlungen zwischen Israelis und Palästinensern stattfinden. Geben Sie diesen Gesprächen irgendeine Chance für Fortschritte in Richtung Frieden? Glauben Sie, dass US-Präsident Obama Ernst macht mit einer neuen Nahost-Politik?

Ich hoffe, dass Präsident Obama es ernst meint mit einem Ausstieg aus der Politik, die den nahen Osten seit über sechzig Jahren in einem schrecklichen Wirbel von Gewalt und Gegengewalt verstickt hat. Alle israelischen Machthaber verweigerten und verweigern Verhandlungen mit dem Argument, die Palästinenser stellten Vorbedingungen. Dieses Argument ist aber wieder nur ein heuchlerischer Vorwand, um die Besatzung und Kolonisierung der Westbank nicht aufzugeben. Das ist aber natürlich eine Sackgasse. Die Bedingungen für den Frieden sind doch schon längst festgesetzt worden: Rückzug aus allen in 1967 eroberten und besetzten Gebieten. Israel will mit den Vorbedingungen seine Vorstellungen für eine Lösung diktieren und will den Palästinensern höchstens ein paar Bantustane zugestehen. Was könnte aber in Wirklichkeit für Israel besser sein als ein zwar schmerzhafter Kompromiss mit den Palästinensern und knapp zwei Dutzend arabischen Ländern, um so  Frieden zu schließen aufgrund der Grenzen von 1949? Diese Grenzen würden für die Palästinenser einen Verzicht auf über zwanzig Prozent von dem Gebiet bedeuten, das die Vereinten Nationen 1947 ihnen zugeteilt hatten.

 

 

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