GAZA


"Säule der Verteidigung" - Operation "Pillar of Defense"

Demonstration in Berlin - 18.11.2012
 


Demonstration gegen den Überfall auf Gaza  in Berlin am 18.11.2012
Rede von Dr. Muhaisen Ahmad
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Dr.Muhaisen Rede auf Demo gegen den Überfall auf Gaza Berlin 18.11.2012


 

Saeed Amirah in Berlin against the attacks on GAZA


GAZA- Stop the massacres. Stop the bombs Pro-Gaza rally held in Berlin

Kundgebung für GAZA in Berlin 18.11.12 Stop the massacres Part 2 - YouTube


 

Proteste für GAZA Berlin 18.11.12 Stop the massacres Part3 GAZA- Pro-Gaza rally held in Berlin


 

Berlin 18.11.12 Stop the massacres Part 4 GAZA- Pro-Gaza rally held in Berlin


 

Protests Berlin 18.11.12 Stop the massacres Part 4.2 GAZA - YouTube


 

Protests Berlin 18.11.12 Stop the massacres Part 4.3 GAZA


 

Berlin 18.11.12 Stop the massacres Part 5 GAZA

Berlin 18.11.12 Stop the massacres Part 5.1 Pro-Gaza rally held in Berlin -Police gets violent

 

 

Demonstration gegen den Überfall auf Gaza  in Berlin am 18.11.2012
Rede von Dr. Muhaisen Ahmad

Zu jedem geplanten Massaker der israelischen Armee gehört die entsprechende Propagandalüge, sie wird zeitgleich mit den militärischen Vorbereitungen geplant. So war es bei dem Massaker gegen die Bevölkerung von Gaza vom 27. Dezember 2008 bis zum 18. Januar 2009, es trug den Namen „Cast Lead“, gegossenes Blei, nach den Bleigießen-Spielen zum Jahresende. Die Lügen über Schuld und Bedrohung und die israelischen Kriegsverbrechen wurden noch nie vorher so genau und herzzerreißend dokumentiert  wie in dem UNO-Menschenrechts-Dokument, benannt nach dem Juristen Richard Goldstone. Man kann in diesem Bericht genauestens nachlesen, was den Menschen In Gaza zur Stunde noch einmal, in schrecklicher Wiederholung, geschieht:

Eine durch Belagerung seit über fünf Jahren eingeschlossene und traumatisierte Bevölkerung ist einem pausenlosen Bombardement ausgeliefert. Es gibt weder Sirenen noch ein Alarmsystem, es gibt keine Schutzräume, die Häuser haben nicht einmal einen Keller.

Kinder kauern sich angstvoll unter Treppen in den Häusern. Im Januar 2009 ließen israelische Soldaten sogar verletzte Kinder tagelang allein, Sanitäter durften nicht zu ihnen, halb verdurstet, total verängstigt wurden sie schließlich gerettet, nachdem die Soldaten der „humansten Armee der Welt“, wie sie sich selber nennt, abgezogen waren. Diese Kinder schreien heute die ganze Nacht und ihre Eltern können sie nicht trösten, weil die Erinnerung sie wieder einholt, sie sind besonders traumatisiert.

Die tragische Geschichte unseres Volkes muss also nur um ein Kapitel weitergeschrieben werden. Wie damals waren solidarische Menschen in vielen Ländern der Welt auf den Straßen, wie damals wurden die Rufe laut, Israel solle die Aggression gegen eine schutzlose Zivilbevölkerung sofort beenden. Wie damals gab es von Politikern halbherzige Äußerungen zum angeblichen „Notwehrrecht“ Israels – nicht zu dem Notwehrrecht der Palästinenser. Warum müssen wir diese Ungerechtigkeit zum wiederholten Male erleben?

Einmalig ist die jahrzehntelange Besatzung unserer Heimat und einmalig sind die Lügen, die über uns Palästinenser verbreitet werden. Einmalig ist aber auch die Solidarität so vieler Menschen auf der Welt mit uns und unserem Schicksal. Saeed Amierah aus Ni“lin hat hier in Berlin vor zwei Tagen darüber berichtet. Die internationalen Friedensmenschen aus aller Welt, die in die Westbank reisen oder in Gaza blieben während des Massakers vor vier Jahren. Die Menschen, die auf Schiffen die Blockade von Gaza durchbrechen und Hilfsgüter bringen wollten. Ende Mai 2010 überfiel die israelische Marine mit 1000 Soldaten die sechs Schiffe in internationalen Gewässern und tötete auf der Mavi Marmara zehn Menschen und verletzte über 50 von ihnen. Einige Schwerverletzte kettete man später in den israelischen Krankenhäusern an das Bett so wie man sonst Palästinenser behandelt.  

Zur Zeit findet in der Türkei eine juristische Aufarbeitung dieses Verbrechens statt, angeklagt sind die verantwortlichen israelischen Militärs, in Abwesenheit wird man sie schuldig sprechen. Ob sie jemals zur Rechenschaft gezogen werden können vor einem internationalen Gericht Ist noch nicht sicher. Ebenso wie die Verantwortlichen des Massakers in Gaza vor vier Jahren und der Verbrechen, die zur Stunde geschehen. Keinem Land der Erde wurden so viele Verbrechen gegen internationales Recht zugebilligt wie Israel.

So heißt wie schon so oft unsere erste Forderung: Schluss mit der Straflosigkeit, Menschen-rechte sind unteilbar. Gerechtigkeit für die Palästinenser und Bestrafung der Täter.

Immer wieder fragen wir uns verzweifelt: Wie kann die Welt zum wiederholten Male zulassen, dass uns eine so große Ungerechtigkeit, ein so großes Leid zugefügt wird? Wie ist es möglich, dass Israel völlig egal ist, was die Welt meint: Nach dem Motto: „Sollen sie doch denken, wir seien verrückt geworden, dann haben sie wenigstens Angst vor uns!“ So sprachen schon mehrere israelische Politiker: Scharon, Barak und sogar Zipi Livni.

Kann es denn möglich sein, dass es wirklich eine Bodenoffensive gegen Gaza gibt wie vor vier Jahren? Mobilmachung findet schon statt, das Bedrohungsszenario ist perfekt. Aber kann es wirklich sein, dass die jungen Menschen, Frauen und Männer wie in Israel üblich, diesen Krieg, der kein Krieg ist, weil die Palästinenser keine Armee, keine Panzer, keine Flugzeuge, keine Schiffe, keinen Hafen, keinen Flughafen, keine Drohnen und keine Überwachungskameras haben, mitmachen, dass sie sich derartig belügen lassen? Oder ist die israelische Überlegung eher so: Wir rufen alle Soldaten zu den Waffen und erklären uns anschließend bereit zu einem sogenannten „Waffenstillstand“, dann danken uns unsere Soldaten, dass sie keinen Krieg führen müssen, denn wir haben für Frieden gesorgt??

Die letzten Nachrichten besagen: Zwei Medienhäuser sind getroffen worden. Das eine in der letzten Nacht mit den Al Quds-Büroräumen, dabei wurden mehrere Journalisten verletzt. Das zweite ist ein Bürohochhaus, in einem der oberen Stockwerke hat der Al Aqsa-Sender Büroräume aber auch die ARD, Al Arabia, Dubai-TV und es gibt ein Medienbüro von Sky-News für Fernsehen und Radio.

Ein Armee-Sprecher der Israelis sagte: Die Antennenanlagen des Hochhauses, das in der Nacht bombardiert wurde, habe der bewaffnete Arm der Hamas für die Kommunikation mit ihren Einheiten benutzt. Das ist die Kriegssprache. Überschrift im Tagesspiegel von heute: "Israel zerbombt Zentrale der Hamas". Es handelt sich um das Regierungsgebäude. Die Unterzeile beschreibt zwar das Grauen: "Luftwaffe fliegt 180 Angriffe auf Gazastreifen / Mehr als 40 Tote seit Beginn der Kämpfe / Obama telefoniert mit Netanjahu." Es fehlen die Hunderte verletzte Menschen in Gaza.

In dem Artikel heißt es, "Terrorziele" seien getroffen worden. Darunter Werkstätten zum Raketenbau. Ganz Gaza ist angeblich eine einzige Raketenwerkstatt und in Gaza lebt die islamistische Hamas, mit der man nicht spricht. Die Internet-Ausgabe von Haaretz zitiert den israelischen Innenminister Jishai: "Das Ziel der Operation ist es, Gaza ins Mittelalter zurückzuschicken." Sie borgen sich die Sätze der amerikanischen Kriegsführer. Dieser Satz gehört zum Vietnam-Krieg.

Außenminister Westerwelle konzentriert sich in einer Erklärung ausschließlich auf die Raketen, die aus Gaza in den Süden Israels fliegen. Vergessen hat er die Belagerung Gazas, die Zerstörung vor vier Jahren. Den Nicht-Wiederaufbau der Häuser, weil es kaum Baumaterial gibt. Vergessen hat er die palästinensische Bevölkerung von Gaza. Vergessen hat er ein kritisches Wort zu Israel - genau so wie Frau Bundeskanzlerin Merkel, die sogar an das Existenzrecht Israels in der jetzigen Situation erinnert. Wer spricht von unserem Existenzrecht!
Vergessen haben beide den Hinderungsgrund für Friedensgespräche: Israels ständigen Siedlungsbau, Israels neun Meter hohe Apartheid-Mauer, Israels Besatzungsmacht in der Westbank, Tausende palästinensische Gefangene in israelischen Gefängnissen, darunter Kinder und Jugendliche.  Deshalb fehlt heute hier unser Appell an diese Politiker.

Und doch ist diesmal etwas anders als vor vier Jahren: Die arabische Welt hat sich verändert, , so sehr er auch bedroht ist von außen und von undurchsichtigen Kräften in verschiedenen Ländern oder von rivalisierenden Gruppen, hat dazu geführt, dass die Menschen lauter und offener ihre Meinung äußern über das Schicksal der Palästinenser.

Wenn sich auch der UNO-Sicherheitsrat wie so oft zurückhaltend oder abwartend verhält, so hat doch Ägypten mit Präsident Mursi und dem Parlamentspräsidenten bei seinem Besuch in Gaza eindeutige Worte gefunden, der tunesische Außenminister war gestern in Gaza, Ban Ki-Moon wird kommen und in den nächsten Tagen wird es eine Abordnung der Arabischen Liga in Gaza geben. Israel ist zum wiederholten Mal öffentlich isoliert. Unsere bange Frage ist: Wann wird Israel das endlich begreifen und den aggressiven Weg des Krieges verlassen?

 Es nützt Israel nichts, die Journalisten in Gaza anzugreifen und ihre Büroräume zu zerstören. Genau so tat es die amerikanische Armee im Irak zu Beginn des Lügen-Krieges 2003. Die Wahrheit kommt an den Tag. Aber sie berichtet von schrecklichen menschlichen Opfern. Sinnlosen Opfern wie in allen Kriegen.

Wir Palästinenser danken allen Menschen für ihre Solidarität. Wir danken den Politikern. In Deutschland, die an unserer Seite stehen, wir möchten besonders die drei Menschenrechtler der Partei die LINKE erwähnen, die auch auf der Mavi Marmara waren: Annette Groth, Inge Höger und Norman Paech. Aber auch viele andere. Wir danken Euch.

 

 

 


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