DAS PALÄSTINA PORTAL

     ARCHIV        Montag, 20. August 2018 - 00:16    facebook    

 

Antisemitismus
Apartheid
Archiv
Betlehem
BDS Boykott
Bücher Literatur
Checkpoint
Collagen
Demonstrationen
Dokumente zum Nahostkonflikt
Einstaaten - Zweistaatenlösung
Frauen in Palästina
Friedlicher Widerstand
Friedensverhandlungen
Gaza
Geschichte Palästinas
Gefangen in Israel
Helfen
Hebron + die Siedler
Israellobby
Jerusalem
Karten
Kinder
Korruption
Kunst + Kultur
Kriegsdienstverweigerer
Links zu  Palästinaseiten
Mauer
Medien - Videos, Fotos, Bücher
Meinungsfreiheit + Zensur
Nakba  Landraub Vertreibung
Palästina im Überblick
Rassismus
Recht - Internationales Recht
Report - Berichte
Schule Lernen
Soldaten - IDF
Sponsoren
Stimmen Palästinenser
Stimmen jüdische + Israelische
Stimmen U. Avnery
Stimmen Deutschsprachig
Stimmen Arn Strohmeyer
Stimmen - Christen
Stimmen Internationale
Stimmen - Unterschiedliche
Siedler + Siedlungen
Themen
Termine Aktuell
Tötungen - Massaker
UNO Resolutionen
Veranstaltungen
Wasser
Waffen - Israel
Wirtschaft
Zerstörung

Zionismus - Antizionismus

 

 

 

 



 

 

Palestine Updates Nr. 163 – 7. August 18 - The „Deal of the Century” - Meinung - Ranjan Solomon - Der “Deal of the Century”: ein trügerisches Ding, es tänzelt, stolpert und fällt.

Jared Kushner drängt Trump, die UNRWA Agentur einige Tage vor der Ankündigung  abzuschaffen, in der geschrieben steht: „Es ist wichtig, einen ehrlichen und ernsten Schritt zu tun, um die UNRWA (Flüchtlingsagentur) aufzukündigen.“ Kushner hat keinen Anhaltspunkt dafür, wie/ob die klare Rolle, die die UNRWA für die Begleitung und Administration des Lebens der Palästinenser darstellt, ersetzt werden könnte. Sie ist unverzichtbar für die regionale Stabilität, denn, wenn die Agentur abgeschafft würde, müsste sie das Gewicht des Dienstes an den Palästinensern direkt in die Länder weitergeben, die Flüchtlinge beherbergen, namentlich Jordanien und Libanon. Kushner geht gedankenlos auf eine Vierstaaten-Lösung zu, bei der Libanon und Jordanien ihr direktes Mitspracherecht bei dem Friedensprozess haben sollen, der zurzeit zwischen Israel und Palästina ausgehandelt wird. Kushners Mangel an Visionen und Mangel an Menschenverstand für den Mittleren Osten könnte die Region in schwere politische und humanitäre Krisen fallen lassen.

Die UNRWA ist eine virtuelle Parallelregierung und seit 1949 verpflichtet, Millionen Palästinensern in Palästina, Libanon und Jordanien Zugang zu Diensten zu garantieren, wie Gesundheitsvorsorge und Bildung. Die Lager, die die UNRWA aufgebaut hat, gleichen stabilen Städten viel eher als temporären Lagern. Für ihre Arbeit ist sie als der Haupt-Anlaufpunkt für die Regierung anerkannt. Sie ist viel mehr als nur eine Hilfs- und Wohlfahrtsorganisation der UNO.

Ein Bericht von Al Bawaba beschreibt die Lage am besten. In Jordanien hängen Millionen von Palästinensern ausschließlich von den Diensten ab, die sie von UNRWA erhalten, und die Regierung hat UNRWA erlaubt, einen regierungseigenen Platz für sich in Anspruch zu nehmen zur Administration der Bevölkerung. UNRWA betreibt in jordanischen Städten, die für die Palästinenser bestimmt sind, parallelen Schulbetrieb, Gesundheitsvorsorge, Hilfs-einrichtungen und Nachbarschaftsarbeit. Die Agentur aufzulösen würde ein soziopolitisches

Vakuum im Land schaffen, das alle in Jordanien in die Krise führen würde. Diese Hilfseinrichtungen und Nachbarschaften würden ohne Regierung dastehen, wenn nicht Jordanien einspringt, um die Kontrolle über diese Dienste zu übernehmen. Das würde die Staatsfinanzen des bereits jetzt sehr mitgenommenen Königreichs noch weiter austrocknen und ein politisches Dilemma beschleunigen. Der Frieden, den die UNRWA fähig war, ganz stille zu bewahren, könnte laut gesprengt werden durch die Forderung nach mehr politischer Repräsentation und Zugang zu Basisfürsorge.

 In Gaza würde das Verschwinden von UNRWA die Über-drüber-Katastrophe sein. Für den dichtest besiedelter und abgeschnittener Flecken Landes ist die UNRWA der einzige funktionierende Dienstleister für die meisten der 1,9 Millionen Menschen. Kushners Wunsch, UNRWA wegzuschaffen würde nur Unheil schaffen und Jordanien und den Libanon in den Friedensprozess zerren, weil ihre Stabilität dann existentiell an den Deal angehängt sein würden. In der Tat könnte Kushners obskurer Schritt damit enden, dass die derzeit in Gastländern lebenden Palästinenser dort wie in einer Falle gefangen wären, jeder Hoffnung auf ein zukünftiges Rückkehrrecht in ihre Heimat und ohne Hilfe oder Zugang zu Rechten beraubt. Sollte Kushner seinen Wunsch erfüllt bekommen und die UNRWA würde abgezogen, wäre das für ihn ein Schuss in den eigenen Fuß.

In Al Jazeera schrieb Marwan Bishara und fragte: „Was ist dieser Big Deal …des Jahrhunderts?   Bishara greift Trumps „sadistischen Angriff“ auf die UNRWA  an, die sich um das Überleben und die Bildung von 4-5 Millionen Flüchtlinge kümmert. Er fragt, wie eine derartige Ungerechtigkeit passieren kann, während gleichzeitig Israel unentwegt seine illegalen Siedlungen ausdehnt, den Gazastreifen stranguliert und die neue Rechtsprechung der jüdischen Vorherrschaft im Lande Israel legitimiert, ist gleich im ganzen historischen Palästina. Er beklagt,  wie „politische Trennungen sich vertiefen und die arabische Welt im Konflikt implodiert, während ausländische Hilfe schrumpft. Die Palästinenser finden sich an jedem Tag mit noch weniger Hilfen“. Die Angst besteht, dass sie in ihrer Verzweiflung eines Tages die bittere Pille schlucken, denn „in dieser Umgebung mag jede Verschreibung, die einen neuen Horizont für eine gesündere Zukunft verheißt, als notwendige Medizin erscheint, egal, wie bitter sie schmeckt“.

Abu Holi, Mitglied des PLO-Exekutivkomitees, wies die Forderung des Weißen Hauses zurück, das Mandat des UNRWA auszuwechseln, und wies darauf hin, dass diese Forderung gekoppelt ist mit der von der israelischen Regierung gegen die UNRWA geführten feindseligen Kampagne, und mit der Klage des Premierministers Benjamin Netanyahu, dass das weiterhin laufende Mandat die Flüchtlingsfrage verlängert und verewigt habe. UNRWA will seine Arbeit weiterführen – als von den Vereinten Nationen damit betraut – und bei den Diensten für die palästinensischen Flüchtlinge bleiben bis zur Durchführung der Resolution 194 und der Rückkehr der palästinensischen Flüchtlinge in ihre Heimat, aus der sie 1948 vertrieben worden waren. Palästinenser in der Diaspora und ihren Heimatländern werden den amerikanischen Vorschlag fallen lassen, der ihre Sache berührt, einschließlich dem  Recht der Rückkehr in ihre Heimat, die sie im Jahr 1948 zu verlassen gezwungen wurden – wie in der Resolution 194 beschrieben.

Bishara fragt: „Aber wie könnte die palästinensische Führung einen demilitarisierten Halbstaat auf der Hälfte der Westbank und einen isolierten Gazastreifen akzeptieren, einen, dem Nachbarschaft und Souveränität abgeht – einen Staat, der mehr einem Schweizer Käse ähnelt als der Schweizer Föderation? Und wie sollen sie umgehen mit einer fairen Lösung für die Millionen von Flüchtlingen?   Er hält fest, wie palästinensische und arabische Pragmatiker argumentieren, wie sie es zugunsten der Osloer Verträge vor einem Vierteljahrhundert getan haben: dass Inaktivität Isolation und Unerheblichkeit bedeutet, und dass es keine andere Chance gibt als „aufzunehmen und zu bauen“, sich zu engagieren und zu versuchen, so viele Kompromisse als möglich heraus zu holen. Die Realisten entgegnen, dass es die Logik von Oslo war, die die Palästinenser zu den gegenwärtigen fatalen Umständen geführt hat, und dass der schrägen Trump-Administration als Sponsor irgendeines Deals nicht getraut werden kann.

Aber während die Diskussionen über den wahren Wert und die Verachtung für Trumps „Deal des Jahrhunderts“ weiterlaufen, wurde die Arbeit der Palästinenser ausgeklammert. Sie müssen an ihrer Einheit bauen und bei ihrem „Sumud“ (= Beständigkeit) bleiben in der Hoffnung – wie Bishara  kurz und bündig feststellt „politische Schockwellen dessen, was sich als ein schockierend schlechter Deal erweist“. Bishara fügt eine Bemerkung hinzu, die zu Optimismus aufruft: „Daumen halten, dass Trump und seine Konsorten in zwei Jahren weg sind“!

Palästinenser sind ewige Fackelträger im Kampf gegen Kolonialismus weltweit gewesen. Heute symbolisiert ihr Kampf für Freiheit und Gerechtigkeit den Kampf gegen die von den USA unterstützte Tyrannei im ganzen Mittleren Osten. Jetzt muss man die Frage stellen: „Quo vadis, Palästina“?   Ranjan Solomon

 

 

 

Der beste Friedensplan niemals  (Gedanken von Abraham D. Safaer) -    Präsident Trump hat versprochen „den größten Friedensplan immer“ durchzuführen, von dem er zugibt, es sei die härteste Verhandlung von allen: Frieden zwischen Israel und den Palästinensern.

Der von einem Team unter der Leitung des Chefberaters Jared Kushner und dem Spezial-Botschafter Jason Greenblatt entworfene Plan  ist der am meisten diskutierte Friedensvorschlag von allen, die bisher noch nicht gemacht wurden. Die Administration sollte vermeiden, zu der Liste fehlgeschlagener US-Bemühungen noch einen Friedensplan hinzuzufügen. Sie sollte stattdessen daran arbeiten, Sicherheit und Wohlergehen der Israelis und der Palästinenser zu verbessern; ihre Friedensinitiative sollte sich auf den Muslim-Staat Saudi-Arabien konzentrieren, der wahrscheinlich dabei ist, Frieden mit Israel zu machen.

Mr. Abbas kann Abgesandte der USA empfangen (längst überfällig), aber die Übersiedlung  der US-Botschaft macht das Verhandeln mit ihm noch viel schwieriger. Wahrscheinlich wird die Verhandlung nach der üblichen frenetischen Aktivität zusammenbrechen: Sicherheit und wirtschaftliche Zusammenarbeit werden zurückgehen, die Gewalt wird zunehmen und der Plan wird seinen Platz im Mistkübel der Mittel-Ost-Diplomatie finden.  Quelle

 

 
 

 

Petition der Arabischen Rechtsgruppe gegen Jüdisches Nationalgesetz bei Israels Oberstem Gerichtshof - Die arabische Rechtsgruppe in Israel Adalah hat beim Obersten Gerichtshof eine Petition gegen das neue und kontroverse jüdische Staatsgesetz eingebracht. Das „Legal Center for Arabic Minority Rights in Israel“ (= Rechtszentrum für arabische Minderheitenrechte) sagte in einer Stellungnahme am Dienstag, dass das Gesetz „deutliche Charakteristika der Apartheid“ trage und „zivile und nationale Rechte der Palästinenser in ihrer Heimat“ leugne. Adalah besteht darauf, dass das Gesetz annulliert werden müsse, sagte AP. Das Gesetz, das im vorigen Monat vom Parlament verabschiedet worden ist, definiert Israel als jüdischen Nationalstaat und stuft die arabische Sprache zu einem „Sonder Status“ herunter. Kritiker geben zu bedenken, dass damit die arabische Minorität des Landes marginalisiert werde, während Unterstützer der Ansicht sind, er sichere den jüdischen Charakter des Staates für zukünftige Generationen.  Quelle

 

 

 

Die Kosten der Okkupation - Drei israelische Praktiken berühren das wirtschaftliche Leben in Jerusalem: die Vertreibung und Verbannung der palästinensischen Handelsbank, die Trennungsmauer, die hohen inner-städtischen Taxen.

Unzählige politische Herausforderungen stehen im Wege für die Entwicklung einer gesunden Wirtschaft für die Palästinenser in dem von Israel besetzten Jerusalem. Unter dem wankenden Status als „dauernde Bewohner“ leben die Palästinenser in der Stadt weiterhin ohne Pass oder politische Repräsentanz. Ein byzantinisches israelisches Erlaubnisregime verhindert nicht nur, dass Palästinenser neue Häuser in Jerusalem errichten, sondern sanktioniert auch die systematische Demolierung ihrer Wohnungen. Das Ergebnis ist die Ausbreitung israelischer Siedlungen „nur für Juden“ in der ganzen Stadt und im umgebenden Hinterland. Ein israelischer Sicherheitsdienst erstickt darüber hinaus das palästinensische Leben in der Stadt Israelische Polizei, ausgerüstet mit schlachterprobten Waffen und Schutzanzügen streifen routinemäßig durch palästinensische Stadtteile und führen unbegründete Arretierungen durch. Gelegentlich schießen israelische Polizisten auf Palästinenser und töten sie ohne Grund. Dauer-Checkpoints gibt es, und fliegende Checkpoints können jederzeit ohne Vorwarnung aufgerichtet werden.

In Verbindung mit diesen politischen Herausforderungen stehen wirtschaftliche Ausbeutung und wirtschaftliche Kriegsführung in der Stadt. Dieser Bericht analysiert drei israelische Vorgangsweisen, die das wirtschaftliche Leben in Jerusalem treffen: die Vertreibung und Verbannung der palästinensischen Handelskammer, die Trennungsmauer und die hohen städtischen Gebühren (Taxen) . Diese Vorgangsweisen verhindern absichtlich, dass die Palästinenser irgendeine Art von brauchbarem wirtschaftlichem Leben entwickeln und schaffen nicht lebbare Bedingungen für Palästinenser, noch ein Vorwand für ihre Vertreibung aus Jerusalem. Quelle    (Übersetzung Gerhilde Merz)
 


Ein Staat: eine Sicht aus Gaza - 17.08.2018  - Ahmed Abu Artema - Hier sind die, die der Meinung sind, dass Israels kürzlich verabschiedetes Nation-State-Law als Scheitern der Ein Staat-Lösung betrachtet werden kann, da es die ausschließlich jüdische Natur des herrschenden Staates in Palästina festschreibt und damit die Entrechtung der nicht-jüdischen Bevölkerung.

Das neue Gesetz könnte auch so gesehen werden, dass es die Angst der Besatzungsmacht verrät, dass die de-facto-Durchsetzung Eines Staates hier in sich die Saat der Demontage des kolonialen Projekts von innen her enthält. So gesehen sind alle die Entscheidungen, Gesetze und Aktionen der Besatzungsmacht, um auf dem spezifisch jüdischen Charakter des Staates zu bestehen, nur verzweifelte Versuche gegen die Geschichte anzugehen und eine Ordnung zu legitimieren, sie sowohl unfair als auch unhaltbar ist.

Es gibt viele Gründe, weshalb die Idee des Einen Staates vielleicht nie realisiert wird: das ungeheure Machtgefälle, der zunehmende Rassismus in der israelischen Gesellschaft, und dass die palästinensische Gesellschaft selbst vielleicht noch nicht reif ist für eine solche inklusive Idee. Diese Herausforderungen sollten uns aber nicht dazu führen, die inhärente Kraft der Idee selbst zu unterschätzen. Die Geschichte zeigt, dass eine prophetische Vision mit wenigen Anhängern beginnen kann und doch von der inhärenten Kraft seiner Botschaft vorangebracht wird.

Es gibt viele Argumente für den Einen Staat. Erstens ist es die realistischste Option, da sie beide Seiten der Gleichsetzung der Menschen berücksichtigt: einerseits das fundamentale Recht aller Palästinenser in ihre Häuser zurückzukehren, frei von Besatzung, Unterdrückung und Staatsbürgerschaft zweiter Klasse, und andererseits die Realität der Existenz von Millionen Juden, die in Palästina leben.

Sorgen um das Schicksal der israelischen Juden in einem befreiten Palästina war bis jetzt ein wichtiger Grund für die Schwachheit der internationalen Unterstützung für unsere Sache. Dieses Dilemma wird bei einer Ein Staat-Lösung überwunden, die ganz klar fordert, "sie nicht ins Meer zu werfen" (eine Idee, die so unfair wie unrealistisch ist), sondern die Anerkennung der vollen Rechte und Gleichberechtigung für alle.

Es ist wahr, es gibt Menschen, die kamen nach Palästina mit der Absicht die Palästinenser aus ihrer Heimat zu vertreiben und ihren Platz einzunehmen, aber Schuld kann nur Individuen zugeschrieben werden, nicht ganzen Nationen; und Kinder können nicht für die Verbrechen ihrer Eltern verantwortlich gemacht werden. Es gibt Generationen von Israelis, die nur dieses Land als ihre Heimat kennen, sie sind nicht verantwortlich für die Tatsache, dass sie hier geboren sind.

Wenn es mein vorrangiges Anliegen als Palästinenser es ist nach Hause zurückzukehren, ist es meine geringste Sorge, wer außer uns noch bleibt oder geht. Das Wichtigste für mich ist meine Rechte wieder zu erlangen und zu sehen, dass die Ära der Vertreibung und Unterdrückung beendet wurde.  >>>

 

Dokumentation  - Ein-Staaten Lösung - Zwei-Staaten Lösung  >>>
 


Friedensforscherin Margret Johannsen im Interview - "Israel und Palästinenser wollen einen weiteren Gaza-Krieg vermeiden" - Der Gaza-Konflikt kocht seit Monaten wieder hoch. Friedensforscherin Margret Johannsen hält einen erneuten Krieg dieses Mal zwar für unwahrscheinlich, eine Lösung des Konflikts scheint ihr aber ferner denn je. Wir haben mit der Expertin vom Hamburger Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik gesprochen. - Piet Felber,

MDR AKTUELL: Die Lage im Nahost-Konflikt zwischen Israel und Palästinensern ist zuletzt scheinbar wieder eskaliert. Ist dieser Eindruck richtig?

Margret Johannsen: Es geht seit vielen Jahren auf und ab. Der Hintergrund für die Auseinandersetzungen ist seit 2006 immer die Blockade des Gazastreifens. Viermal hat es seitdem israelische Militäroperationen im Gazastreifen gegeben – die großen Gaza-Kriege. Nach ihnen gab es immer etwas Ruhe, Erschöpfung auf Seiten der Palästinenser. Danach ging es wieder von vorn los. Dieses Mal sieht es allerdings nicht nach einem weiteren großen Gaza-Krieg aus, den wollen beide Seiten wohl vermeiden.

Was bewirkt die Blockade konkret? >>>

 


 

Ich habe bis heute fest daran geglaubt, dass Schutzgelderpressung eine Domäne der Mafia war und ist. Man kennt das aus der Geschichte um Al Capone, aus Chicago, dem Süden Italien und zuletzt auch aus manchen Städten in Deutschland. Aber bisher war mir nicht bekannt, dass auch Städte und Stadtkämmerer oder städtische Gesellschaften sich daran beteiligen. - 19. August 2018 - Abi Melzer

Uwe Becker, immerhin Bürgermeister und Stadtkämmerer der Stadt Frankfurt und CDU-Funktionär, und die Saalbau in Frankfurt haben mich aber eines Besseren belehrt und überzeugt, dass auch eine liberale Stadt wie Frankfurt sich Mafia-Methoden bedient, um Referenten daran zu hindern, Vorträge zu halten, die dem zionistischen Stadtkämmerer nicht passen.

Die Saalbau, die zu 100 Prozent der Stadt Frankfurt gehört, vermietete Anfang Juli an Aitak Barani einen Raum für einen Vortrag bzw. ein Workshop über Meinungsfreiheit. Es wurde eine Rechnung ausgestellt, die sofort beglichen wurde und es herrschte Ruhe bis Anfang August, als die Saalbau und offensichtlich auch der Stadtkämmerer und Bürgermeister Becker erfahren haben, dass der Referent Abraham Melzer sein wird. Abraham „Abi“ Melzer scheint ein rotes Tuch für die zionistische Clique im Rathaus zu sein, weil er offen ausspricht, was Sache ist und gar keine Angst hat als Antisemit disqualifiziert und diffamiert zu werden, da er am besten weiß, was er ist und was er nicht ist.

Sofort begann die Stadt mit Repressionen, Drohungen und Versuchen aus dem bestehenden Vertrag auszusteigen. Obwohl Aitak Barani schon mehrmals Räume bei der Saalbau gemietet hat und niemals aufgefordert wurde. eine Kaution zu hinterlassen, hat die Saalbau es diesmal verlangt mit der absurden und lächerlichen Begründung, die Veranstaltung sei gefährdet und man müsse deshalb eine solche Kaution verlangen.

Im Sommer 2017, als KoPI eine große Veranstaltung in Frankfurt durchgeführt hat und ein großes Aufgebot der Polizei bereitgestellt wurde, hat niemand von KoPI eine Kaution verlangt. Bei der harmlosen Veranstaltung von Aitak Barani, bei der man kaum ein Zehntel der Besucher erwartet hatte, die zu KoPI gekommen sind, und bei der, nach Anfrage bei der Polizei, keine Gefahr drohte und keine Drohungen vorlagen, bestand aber die Saalbau auf Kaution.

Es blieb aber nicht bei der Kaution, denn die Saalbau verlangte noch in letzter Minute 309,40 Euro für Wachpersonal, die bei Anmietung nicht Gegenstand des Vertrages waren. Also Schutzgeld, obwohl wir keinen Schutz verlangt haben. Das ist aber wohl die Bedeutung von „Schutzgeld“, dass man für etwas zahlen soll, was nicht vorhanden ist und dass die Gefahr und Gefährdung von demjenigen kommt, der Schutzgeld verlangt und kassiert. Al Capone ist mit Schutzgelderpressung groß und reich geworden.

Die Saalbau schrieb: „…Dennoch sehen wir ein berechtigtes Gefahrenpotential, dass sich – aufgrund der kontroversen Diskussion des Themas und die kontroverse, bisweilen feindliche Aufnahme der Protagonisten – eine Gegendemonstration ergeben könnte und/oder Ihre Veranstaltung anderweitig gestört wird. Die Einschätzung der Situation obliegt letztlich alleine uns als  >>>


 

 

 

 

Abraham Melzer - Sehr geehrter Herr Voigt, Ihr Artikel in der FR ist leider genauso ausgefallen, wie ich es erwartet habe. Sie gehören auch zu denen, die nicht blind, aber verblendet sind. Es ist grundsätzlich nicht verboten, eine eigene Meinung zu haben, aber als neutraler Journalist und Berichterstatter sollten sie nicht so einseitig berichten. Vor allem sollten Sie sich aber an Wahrheit und Wahrhaftigkeit in der Berichterstattung halten und keine Lügen verbreiten. Sie schreiben, dass ich „eine ganz eigene Sicht auf Antisemitismus und den Nahost-Konflikt“ habe.

Ich will Sie nicht langweilen mit den Namen von tausenden und abertausenden von Kritikern der israelischen Politik und der Zustände hier in Deutschland, die dieselbe Sicht haben wie ich. Ich will nur wenige Juden auflisten, die genau die gleiche Sicht auf den Antisemitismus und den Nahost-Konflikt haben: Prof. Rolf Verleger, Prof. Ilan Pappe, Prof. Moshe Zuckermann, Uri Avneri, Amira Hass, Gideon Levy, Daniel Barenboim, Judith Bernstein, Nirit Sommerfeld, Prof. Noam Chomsky, Norman Finkelstein und viele andere. Gerade heute erschien auch in der FAZ ein kleiner Beitrag im Feuilleton, unter dem Titel „Keine Israel-Kritik“, der meine Thesen bestätigt. Es handelt sich um einen Skandal bei den Donaueschinger Musiktagen, wo der künstlerische Leiter, Björn Gottstein, ein Stück des Komponisten Wieland Hoban, das sich kritisch mit den Ereignissen im Gaza-Streifen befasst, abgelehnt hat und darüber hinaus noch meinte, dass er „keine Kritik an Israel toleriere“.

Ähnlich war es auch, als Ilan Pappe im Juni dieses Jahres in der Uni Tübingen einen Vortrag halten sollte und das israelische Konsulat in München versuchte, ihn zu verhindern, was vom Rektor der Uni energisch zurückgewiesen wurde. Das Schwäbische Tageblatt hat darüber unter der Überschrift: „Konsulin schrieb an Rektor“ berichtet. Da wurde auch die Antwort des Rektors zitiert: „Eingriffe in akademische Debatten oder gar die Untersagung von Veranstaltungen sind mit Blick auf die Freiheit der Wissenschaft und einer offenen Gesellschaft und offene Debattenkultur nicht zu akzeptieren.“ Warum nimmt sich die Frankfurter Rundschau nicht solcher Skandale an?  >>>

 

 



 

Meinungsfreiheit und „Antisemitismushysterie“ - Der Publizist Abraham Melzer schildert in Frankfurt auf Einladung einer Initiative seine ganz eigene Sicht auf Antisemitismus und den Nahost-Konflikt. - 17.08.2018 -  Hanning Voigts >>>


Classical music censored for Israel - Raymond Deane - 17 August 2018 - In March 2008 Angela Merkel became the first German chancellor to address the Israeli parliament.

In a speech that never once mentioned the occupation and colonization of Palestinian lands, she described Israel’s security as “part of my country’s raison d’être” – Staatsräson – more precisely, “reason of state,” and asserted that “only if Germany accepts its enduring responsibility for the moral disaster in its history will we be able to build a humane future.”

However, Germany accepts no responsibility for the fact that its “reason of state” has led to a moral disaster perpetrated against the dispossessed Palestinians, violently deprived of a humane future by Israel, with which Merkel claimed Germany shares “the values of freedom, democracy and respect for human dignity.”

Germany’s ruling political and media elites see no paradox in the fact that their country’s much-vaunted Vergangenheitsbewältigung – “coming to terms with the past” – entails both unconditional support for an ethnocracy actively engaged in the ethnic cleansing of a subject people, and the suppression of free speech at home in order to manufacture consent for this complicity.

It might be thought that such McCarthyism constitutes, if anything, a regression that should have been precluded by reflection on the Nazi past.

Recently, such music festivals as Ruhrtriennale and Pop-Kultur have been riven with controversies surrounding the critique and indeed boycott of Israel.

Hitherto the supposedly sedate world of contemporary German classical music has been spared such tensions, but that seems set to change.

Wieland Hoban is a 40-year-old Anglo-German composer and translator (notably of works by the philosophers Theodor Adorno and Peter Sloterdijk) based in Germany.

Hoban’s aims as a composer, his website tells us, only “occasionally incorporat[e] ideas from other arts or extra-musical areas.”

Such an area is Palestine, which Hoban evoked in a pair of compositions, Rules of Engagement I and II, dealing with Israel’s 2008-2009 onslaught on Gaza, which were performed in Berlin in 2013 and 2014 to small audiences without controversy.

However, when Hoban approached Björn Gottstein, the director of the legendary Donaueschingen music festival in southwest Germany, with a proposal for a third work in the cycle he was met not just with rejection but with the following statement, as paraphrased by Hoban: “although [Gottstein] gave composers a free hand in their use of political content, he would not tolerate any criticism of Israel at the festival and would prevent the appearance of any piece on the program that contained such criticism.”  >>>

 

frühere  TAGE finden sie im chronologischen Archiv >>>
 

 

 

 

 

 

 

Drowning among Israeli settlements, an ancient Christian village in Palestine struggles to survive >>>

 

Drowning among Israeli settlements, an ancient Christian village in Palestine struggles to survive  >>>

 

Israel clears itself of wrongdoing in 2014 Gaza assault which killed 135 Palestinians   >>>

 

Israeli Police Ban Palestinians from Al-Aqsa Mosque (VIDEO)  >>>

 

Norwegian Activist Shot as Israeli Forces Subdue Protest East of Qalqilia  >>>

 

Noam Chomsky- Israeli Support Eroding in America  >>>

 

Illegal Colonizers Cut Dozens Of Olive Trees Near Jenin  >>>

 

200 Olive Trees Cut Down by Illegal Settlers  >>>

 

UN Guterres- 4 proposals to improve Palestinian protection  >>>

 

18. 8. 2018

 

Bei Auseinandersetzungen zwischen Israelis und Palästinensern sind drei Menschen ums Leben gekommen. An der Gaza-Grenze gab es zwei Tote. Ein Messerangreifer wurde in der Altstadt von Jerusalem erschossen. >>>

 

Gaza Strip: Attacks in the border areas and their consequences | Palestinian Center for Human Rights  >>>


Trotz Verhandlungen über Waffenruhe
Gewaltsame Proteste und Tote am Gazastreifen
Israel und die Hamas verhandeln über eine Waffenruhe. Doch an der Gaza-Grenze sind wieder zwei Palästinenser erschossen worden. Auch in Jerusalem wurde ein Araber getötet.

 

Palestinian Man Turns Himself In after Fatal Collision with Israeli Settler  >>>

 

Israeli Military Closes Investigation, Claims ‘No Wrongdoing’ in 2014 Rafah Attack  >>>

 

Who can get married in Israel, and who can’t — the web of laws governing the pursuit of happiness  >>>



An der Grenze zum Gazastreifen ist es erneut zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen protestierenden Palästinensern und der israelischen Armee gekommen. Dabei sind nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums zwei Menschen erschossen und mindestens 270 weitere verletzt worden. 60 von ihnen sollen Schussverletzungen erlitten haben. Bei den Toten soll es sich um zwei Männer im Alter von 30 und 26 Jahren halten.
 

 

Israel's border interrogations and the 'MeToo' cascade  >>>

 

Nathan Thrall deep dive into BDS show how the movement sprung up alongside  >>>

 

17. 8. 2018
 


The political program of the Campaign for One Democratic State in Historic Palestine  >>>

 

Between garbage and sewage: Israel’s future plans for Khan al-Ahmar  >>>

 

Krähenbühl- UNRWA School Year to Begin as Scheduled  >>>

 

Despite Claims to Expand Fishing Area, Israeli Forces Detained 4 Fishermen and Seized 2 Fishing Boats Sailing within 1 Nautical Mile  >>>

 

Rashida Tlaib repudiates views of Israel lobby group J Street  >>>

 

Abbas Firm on Rejection of US ‘Peace Deal` >>>

 

» Israeli Navy Attacks Fishing Boats, Abducts Four Fishermen And Confiscate Their Boat  >>>

 

Want to combat Israeli authoritarianism- Listen to Palestinians  >>>

 

Who can and who can't get married in Israel -- the web of laws governing the pursuit of happiness  >>>

 

PCHR Weekly Report On Israeli Human Rights Violations in the Occupied Palestinian Territory (09 – 15 August 2018)  >>>

 

Bethlehem Arab Society for Rehabilitation opens new heart treatment center  >>>

 

16. 8. 2018

 

Over 100 lawyers and advocates to Netanyahu: Stop denying entry to human rights activists  >>>

 

Israel is 'becoming a full-blown police state,' Reza Aslan says after interrogation at border  >>>

 

Israel is 'becoming a full-blown police state,' Reza Aslan says after interrogation at border  >>>

 

» PLO Seeks to Expel Israel from United Nations on Grounds of Apartheid  >>>

 

Kiloweise Post wird nach jahrelanger Blockade an Palästinenser zugestellt  >>>

 

22ème jour d'interrogatoire et de torture pour Lama Khater, dont les écrits  >>>

 

US Wants Gaza Ceasefire ‘With or Without PA’  >>>

 

As Israel enshrines Jewish superiority, what’s next for its Palestinian citizens?  >>>

 

Israel Open Fire on Fishermen, Detains Merchant at Crossing  >>>

 

Colonialist Settler Injures A Farmer; Soldiers Prevent Palestinians From Entering Their Lands In Salfit  >>>

 

Army Demolishes A Home In Jerusalem  >>>

 

As Israel enshrines Jewish superiority, what's next for its Palestinian citizens  >>>

 

Rashida Tlaib repudiates views of Israel lobby group J Street  >>>

 

15. 8. 2018

 

Israel öffnet einzigen Warenübergang in den Gazastreifen wieder  >>>

 

Israel journalist: UAE pilot joined bombing of Gaza  >>>

 

Settlers Inaugurate ‘Tourist Center’ in Silwan  >>>

 

First Nations passenger on boat to Gaza, Larry Commodore, says 'I don’t think we can convert people with talk'  >>>

 

Israel evacuates 4 Palestinian families in Jordan Valley  >>>

 

Dropping off my dear friend, Dareen Tatour, at prison  >>>

 

Jewish Nation State Law: Q&A with Adalah’s Hassan Jabareen  >>>

 

PPS- “Israeli Soldiers Abduct 29 Palestinians, Including Two Women, In The West Bank"  >>>

 

Israeli Soldiers Abduct Five Palestinians, Bulldoze Lands, Near Nablus  >>>

 

Army To Demolish A Home Near Ramallah  >>>

 

PLO Seeks to Expel Israel from United Nations on Grounds of Apartheid  >>>

 

With their cultural center bombed, Gaza's artists are now picking up the pieces  >>>

 

`My Israel Is Dead`- Dame Vivien Duffield, One of Israel`s Biggest Donors, Is Furious About the Nation-state Law  >>>

 

14. 8. 2018

 

Israelischer Minister: Sturz der Hamas "definitiv eine Option"
Energieminister Steinitz meint Szenario sei "näher als je zuvor"  >>>

 

Israeli, Palestinian support for two states hits record low  >>>

 

Israel suspends German-backed construction project in West Bank  >>>

 

Palestinian succumbs to wounds, Gaza death toll rises to 168  >>>

 

From the Freedom Flotilla, Former Israeli Air Force Pilot Calls for a Boycott of Israel  >>>

 

??? Ausgerechnet zum 13. August: Konrad-Adenauer-Stiftung vergleicht Mauer in Israel mit Berliner Mauer - WELT ???  >>>

 

To maintain occupation, Israel will need to bolster Hamas in Gaza  >>>

 

13. 8. 2018

 

Jared Kushner’s sleight of hand
Jared Kushner, the American president’s son-in-law, may be a diplomatic novice (who would have noticed?) but he is not afraid of innovating. As his quest for the Ultimate Deal™ has shown, there is an agility of mind and ability to adapt that is truly mind-boggling. He has been quick to identify obstacles to peace.  >>>

 

 

Why Arab citizens waved Palestinian flags in central Tel Aviv  >>>

 

Tens of thousands of Palestinians, Jews protest Nation-State Law  >>>

 

Massive Tel Aviv protest sees Palestinians and Jews in solidarity against nation-state law  >>>

 

Thousands chant 'No to the nation-state law, yes to equality'  >>>

 

Kontakt  |  Impressum  | Haftungsausschluss  |  Datenschutzerklärung   |   Arendt Art  |  Nach oben  |   facebook   |   Das Palästina Portal gibt es seit dem 10.4.2002