DAS PALÄSTINA PORTAL

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Weltbank warnt, Gazas Wirtschaft sei am Kollabieren
- 25.09.2018 - Die Weltbank warnte heute, die Wirtschaft des Gazastreifens befinde sich im freien Fall und sei am Kollabieren, ohne Liquidität und mit einer Arbeitslosigkeit um 70%, vor allem unter jungen Menschen.

"Eine Kombination von Krieg, Isolierung und interner Spaltung hat Gazas Wirtschaft zerstört und die Angst der Menschen verstärkt", erklärte die Direktorin der Weltbank für die Westbank und Gaza, Marina Wes, in einem Komuniquee.

Der neue Bericht der Institution, der am kommenden Donnerstag in New York vorgestellt wird, zeigt "eine alarmierende Situation" der Wirtschaft Gazas, in der die Liquidität versiegt und der Fluss an Hilfe nicht mehr ausreicht, um ein Wachstum zu anzustoßen".

"Eine Situation, in der die Menschen kämpfen, um bis zum Ende des Monats durchzukommen, unter einer sich verschlimmernden Armut und der Verschlechterung der öffentlichen Dienstleistungen wie Gesundheit, Wasser und Abwasserbehandlung leiden, die dringend echte und nachhaltige Lösungen erfordern", sagte Wes.

Das wirtschaftliche Wachstum Gazas ist im ersten Trimester 2018 um 6% gefallen, mit "seither Anzeichen einer größeren Verschlechterung". Die Weltbank hält die mehr als ein Jahrzehnt andauernde israelische Blockade für die Hauptursache dieser wirtschaftlichen Situation, zu der neuerdings eine Reihe von Faktoren gekommen sind wie die Entscheidungen der PA die monatlichen Geldüberweisungen auf 30 Millionen Dollar zu kürzen.

Die Kürzungen der US-Regierung für Hilfsprogramme zwischen 50 und 60 Mio jährlich sowie mehr als 200 Mio für die UNRWA haben die Situation ebenfalls verschärft.

Der wirtschaftliche Niedergang wird sowohl in der Westbank als auch in Gaza weitergehen, "sodass die Hilfe von außen das nicht mehr ausgleichen kann, nachdem diese immer weiter zurückgegangen ist und auch der private Sektor wegen der Beschränkungen der Bewegung eingeschränkt ist", präzisierte die Weltbank.

Der Bericht betont die Notwendigkeit die Situation "mit einem ausgewogenen Konzept anzugehen, das eine sofortige Reaktion auf die Krise mit Schritten zur Schaffung einer nachhaltigen Umfeld verbindet".

Die Weltbank hat Israel aufgefordert die Beschränkungen für Handel und den Personen- und Güterverkehr aufzuheben, "ohne das sich die wirtschaftliche Situation Gazas nicht verbessern kann", und von der AP verlangt die für eine wirtschaftliche Entwicklung notwendigen Maßnahmen und Projekte einzuleiten.                  Quelle      Übersetzung: K. Nebauer
 


Jüdische Mitglieder wollen Vereinigung in der AfD gründen - das ruft scharfe Kritik hervor - Jüdische AfD-Mitglieder aus Hessen wollen eine Vereinigung innerhalb der Partei gründen. Das hat unter Vertretern jüdischer Gemeinden scharfe Kritik hervorgerufen, denn das Verhältnis der AfD zum Antisemitismus ist höchst problematisch.

Jüdische Parteimitglieder wollen sich in der AfD zu einer Vereinigung zusammenschließen. Die sogenannte "JAfD" will sich laut einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" am 7. Oktober gründen. Als Redner sind Beatrix von Storch und Joachim Kuhs genannt. Außer ihnen sollen der Autor Michael Klonovsky und der Sprecher des hessischen AfD-Landesverbandes Robert Lambrou zu Wort kommen.

"Die AfD ist die einzige Partei der Bundesrepublik, die (...) muslimischen Judenhass thematisiert, ohne diesen zu verharmlosen", schrieb Gründungsmitglied Dimitri Schulz am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Eine "Masseneinwanderung junger Männer aus dem islamischen Kulturkreis" sei wegen deren "antisemitischen Sozialisation" jüdischem Leben in Deutschland abträglich.  >>>

 

 


Jüdische AfD-Mitglieder wollen Vereinigung gründen - 25. September 2018 - Anfang Oktober wollen AfD-Mitglieder jüdischen Glaubens eine bundesweite Vereinigung gründen.

Das berichtete die "Frankfurter Allgemeine" unter Berufung auf ein Schreiben der "JAfD". AfD-Sprecher Lambrou sagte dem Blatt, es gebe keinen Widerspruch zwischen der Mitgliedschaft in der AfD und dem jüdischen Glauben. Als Redner bei der Gründungsversammlung sollen unter anderem die Bundestagsabgeordnete von Storch und der stellvertretende Vorsitzende der Bundesvereinigung Christen in der AfD, Kuhs, sprechen. Darüber hinaus wird der Autor, Journalist und frühere Berater von Ex-Parteichefin Petry, Michael Klonovsky, angekündigt.

Mitglieder der jüdischen Gemeinden in Wiesbaden und Offenbach hätten die Gründungsveranstaltung bestätigt, schreibt die FAZ weiter. Zugleich hätten diese Mitglieder aber ihr Befremden über die Gründung geäußert. >>>

 

 


Umstrittene Gründung : Der Mann hinter den „Juden in der AfD“ - Jochen Remmert und Hans Riebsamen  - 25. 9. 2018 - Am ersten Sonntag im Oktober wird sich in Offenbach die bundesweite Vereinigung von Juden in der AfD, die JAfD, gründen. Einer der Gründungsväter ist der Wiesbadener Stadtverordnete der AfD Dimitri Schulz. Der 31 Jahre alte Maschinenbauingenieur ist jüdischen Glaubens und im Alter von zwei Jahren mit seinen Eltern aus der ehemaligen Sowjetunion nach Deutschland gekommen. Früher, so sagt Schulz, habe er stets CDU gewählt, weil ihm die traditionellen christlichen und jüdischen Werte wichtig seien, die Familie, die Erziehung und die Bildung. Unter Merkel sei die CDU aber immer weiter nach links und von diesen Werten abgerückt.

Umstrittene Gründung : Der Mann hinter den „Juden in der AfD“  - Jochen Remmert und Hans Riebsamen - 25.09.2018 - 2014 ist Schulz schließlich in die AfD eingetreten. Zugleich engagiert er sich in der Interessengemeinschaft der Russlanddeutschen in der AfD. Im Internet ruft er denn auch insbesondere andere Russlanddeutsche auf, bei der Landtagswahl in Hessen am 28. Oktober für die AfD zu votieren. Er begründet das damit, dass die AfD die einzige Partei sei, die die Verteidigung der christlichen wie auch der jüdischen Werte in gleicher Weise programmatisch vertrete.  >>>

 



Die Preisträger vom diesjährigen Right Livelihood Award, der weithin auch als der Alternative Nobel Preis bekannt ist, sind heute Morgen im Internationalen Pressezentrum im Ministerium für Ausländische Angelegenheiten in Stockholm, Schweden verkündigt worden.
Der Ehrenpreis dieses Jahres geht an die Anti-Korruption-Kämpfer Thelma Aldana ( Guatemala) und Ivan Velasques ( Columbia). Die drei Bargeld-Preisträger gehen an die zivilen und Menschenrechts-Verteidiger Abdullah al-Hamid, Mohammad Fahad al-Qahtani und Waleed Abu al-Khair, und den Bauern Yacouba Sawadogo (Burkino Faso), bekannt als „ der Mann, der die Wüste anhielt“ und der Agronom Toni Rinaudo (Australien).

„Die bahnbrechende Arbeit für Verantwortlichkeit, Demokratie und die Regeneration von beschädigtem Land gibt enorme Hoffnung und verdient die höchste Aufmerksamkeit der Welt. In einer Zeit alarmierender Umweltschäden und nachlassender politischer Führung zeigen sie den Weg in eine sehr andere Zukunft,“ kommentiert Ole von Uexcull, der Exekutiv-Direktor der Right Livelyhood Preis-Stiftung.


Die Preisverleihung wird am 23. November im Vasa-Museum in Stockholm stattfinden, gefolgt von öffentlichen Ereignissen und hochdotierten Veranstaltungen in Genf, Zürich und Berlin.



Thelma Aldana (Guatemala) & Ivan Velasquez (Columbia)
- Der 2018-Ehrenpreis geht an die anti-Korruption-Kämpfer Thelma Aldana (Guatemala) und Ivan Velasquez (Columbia) für ihre innovative Arbeit, indem sie Machtmissbrauch aufdecken und Korruption strafrechtlich verfolgen und so das Vertrauen des Volkes in öffentliche Institutionen wieder gewinnen.

Thelma Aldana kommentierte: „der Right Livelyhood Award ist eine Anerkennung des Kampfes des guatemalkesischen Volkes gegen Korruption und dass es möglich ist, diese kriminellen Aktivitäten zu bekämpfen. Der Aufbau einer wahren Demokratie in Guatemala erfordert ein unabhängiges und starkes juristisches System.“



Abdulla Al-Hamid,Mohammad Fahad al-Quatani und Waleed Abu al-Khair (Saudi Arabia)
- Die zivilen und Menschenrechtsverteidiger Abdulla Al-Hamid, Mohammad Fahad al-Quatani und Waleed Abu Al-Khair warden von der Jury für ihre visionären und mutigen Bemühungen geehrt, die vom universalen Menschenrechtsprinzipien geleitet werden, um das totalitäre politische System in Saudi Arabien zu reformieren“. Es ist das erste Mal, dass ein Right Livelihood Award zu Preisträgern nach Saudi Arabien geht. Das Trio, das in diesem Jahr einen der vier Preise teilt, stand trotzig in ihrem Verfolgen der Reformen in einem Land, in dem die königliche Familie ein straff kontrolliertes Monopol der Macht hält und Kräfte mit ultra-konservativen Wahabitischen Klerikern vereinigt hat, um ihre totalitäre Herrschaft zu unterstützen.



Yacouba Savadoga
- Der Bauer Yacouba Sawadoga bekommt den Preis dafür, dass er dürren Boden in einen Wald verwandelt hat und zeigt, wie Bauern mit innovativem Gebrauch und einheimischem und lokalem Wissen ihren Boden regenerieren können. Als Ergebnis sind zehntausende Hektar von schwer erodiertem Land wieder hergestellt worden.

Savadoga kommentierte: „Ich bin durch den Right Livelihood Award sehr geehrt worden; er erlaubt mir, mit meinen Bemühungen fortzufahren, den Wald und seine Tierwelt zu schützen. Ich hoffe, dass die Legitimität, die durch diesen Preis vermittelt wurde, mir helfen wird, viele andere anzuregen und zu ermutigen, ihr Land zu Gunsten der Natur, der lokalen Gemeinden und der zukünftigen Generationen zu regenerieren.


Tony Rinaudo (Australien)
- Der australische Agronom Tony Rinaudo (Australien), der als Waldmacher bekannt geworden ist, wird von der Jury als Demonstrant wie ein weites Maß an Trockenland mit minimalen Kosten grün gemacht werden kann und so der Lebensunterhalt von Millionen Menschen verbessert werden kann.

Nachdem er Jahrzehnte in Afrika gearbeitet und gelebt hat, hat Rinaudo eine Lösung entdeckt und in die Praxis umgesetzt, wie die extreme Entwaldung und Wüstenwerdung der Sahelzone verändert werden kann. Mit einer einfachen Menge von Management und Übung regenerieren und schützen Bauern existierende örtliche Vegetation, die geholfen hat, den Lebensunterhalt von Millionen zu verbessern.        Quelle             (dt. Ellen Rohlfs)


 

24 September 2018 – Announcement of the 2018 Right Livelihood Award
 


 






Nada Ibdah, 16 Jahre alt, starb am 24. 9. 22018, nachdem sie  von einem Siedler in  Haifa überfahren  wurde.
- Das erregte nicht die Aufmerksamkeit der Medien, obwohl ihr Tod im Kontext des zionistischen gefährlichen Vorhabens der " Vertreibung und Vertreibung der palästinensischen Bewohner der Stadt " durch wiederholte Überfahrvorfälle und Angriffe stand.

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Die Palästinenser hatten Recht, die Teilung abzulehnen.
- Fathi Nemer - 24. 9. 2018 - Die Palästinenser hatten Recht, die Teilung abzulehnen. Die Palästinenser hatten Recht, die Teilung abzulehnen.

Die Trump-Präsidentschaft war sehr gut für Israel. Der Siedlungsbau boomt, die Annexion des besetzten Ost-Jerusalems ist legitimiert, und selbst der Versuch, die völkerrechtlichen Verpflichtungen Israels zu diskutieren, wird mit äußerster Feindseligkeit beantwortet. Obwohl frühere US-Regierungen Israel immer gedeckt haben, gelang es ihnen dennoch manchmal, eine Opfergabe an die Menschenrechte einzufügen und eine "Besorgnis" über die ständige Verletzung des Völkerrechts durch Israel vorzutäuschen. Natürlich hat dies nie wirklich die israelische Politik in sinnvoller Weise verändert. Sogar die Obama-Regierung, die von vielen absurderweise als "Anti-Israel" bezeichnet wurde, hat es immer noch geschafft, ein gewaltiges Militärhilfepaket von 38 Milliarden Dollar für Israel zu verabschieden.

Doch im heutigen internationalen Klima gelten selbst diese leeren Worte oder die bloße Anerkennung der Rechte und der Würde der Palästinenser als ein Schritt zu weit. Unter diesen Umständen und unter völliger Straflosigkeit braucht Israel nicht mehr so zu tun. Vorbei sind die Zeiten, in denen Israel auch nur ein Lippenbekenntnis zum "Friedensprozess" ablegte oder so tat, als ob es nicht beabsichtige, noch mehr besetztes palästinensisches Land zu annektieren und zu kolonisieren. Israels Feigenblätter fallen schnell und entfremden selbst langjährige Anhänger.

 

 

Der Silberstreif ist vielleicht, dass er die Sprünge und den Zusammenbruch der seit langem gepflegten Mythen um die Kolonisierung Palästinas aufdeckt.

Dank der akribischen Wissenschaften, Dokumentationen und Ermittlungen, die von Palästinensern und anderen durchgeführt wurden, konnten bereits viele Mythen ausgeräumt werden, wie z.B. die Behauptung, dass Palästina nach der Ankunft der zionistischen Siedler ein leeres, karges Land sei. Heute kann kein unparteiischer Historiker mehr ernsthaft eine solche Behauptung widerlegen. Doch diese Lüge stand lange Zeit hoch und fest, sie war die akzeptierte "Wahrheit" für Millionen, eine entscheidende Grundlage für die israelische Erzählung. Viele weitere Mythen sind bis heute im Mainstream geblieben.

Da es nicht möglich ist, Hoffnung für die Zukunft zu finden, ist es nicht verwunderlich, dass viele als eine Form des Eskapismus vielleicht zurückblicken und sich vorstellen, was hätte sein können. Wenn nur etwas früher getan worden wäre", sinnieren sie wehmütig, "die beiden Staatslösungen hätten Realität werden können". Vorhersehbar ist, dass dies oft der Beginn des Schuldgefühls ist. Eines der wichtigsten Beispiele dafür, insbesondere im Zusammenhang mit dem Nakba-Diskurs, ist, dass Palästinenser für alles verantwortlich gemacht werden, indem sie die Teilung ablehnen. Um es anders auszudrücken, lautet das Argument:

"Hätten die Palästinenser erst 1947 den Teilungsplan der UNO akzeptiert, hätten auch sie ihre Unabhängigkeit neben Israel feiern können." Dies, so argumentiere ich, ist ein klassischer Fall von Opferbeschuldigungen und ein weiterer ahistorischer Mythos, der einer Korrektur bedarf.
 



Zionismus und Kolonialismus
- Um dieses Argument aufrechtzuerhalten, bedarf es einiger krasser Lügen über Auslassung und Manipulation von Fakten. Ich halte es für wichtig, diese Behauptung zu hinterfragen, und das kann nur durch eine historisch genaue Darstellung der Debatten und des Kontextes rund um die Teilung erreicht werden.

Bevor wir jedoch über die Teilung sprechen können, müssen wir über die anspruchsvolle Teilung sprechen. Basierend auf der israelischen Erzählung wäre dies "das jüdische Volk". Dies ist eine unehrliche Behauptung und wird von vielen oft unkritisch akzeptiert.

Diese Denkweise verschmilzt das jüdische Volk mit dem politischen Zionismus, einer Ideologie, die ihren Ursprung in Europa in den späten 1800er Jahren fand. Damals war das jüdische Volk weitgehend uninteressiert am Zionismus. Tatsächlich waren viele Gruppen heftig antizionistisch. Der Versuch, die beiden zusammenzuführen, ist ein Versuch, den selbsternannten Siedlern aus Europa Legitimität zu verleihen und jede Kritik am zionistischen Projekt als von Natur aus antisemitisch darzustellen.

Doch in den ersten Tagen war die zionistische Bewegung erstaunlich ehrlich über ihre Existenz als eine Form des Kolonialismus. Die Gründerväter des Zionismus, wie Herzl, Nordau, Ussischkin und Jabotinsky - unter anderem - verwendeten die gleichen kolonialen Tropen und Taktiken, mit denen die Europäer ihren Imperialismus legitimierten. Der Kolonialismus des Zionismus war nicht nur in der Praxis üblich, sondern die Zionisten bezeichneten ihn auch offen als solchen; so holte Herzl beispielsweise Ratschläge von Cecil Rhodes ein, wie man am besten mit dem Prozess der Kolonisierung vorankommt und beschrieb den Zionismus als "etwas Koloniales". Um diesen Punkt noch weiter voranzutreiben, wurde die erste zionistische Bank unter dem Namen "Jewish Colonial Trust" gegründet und das ganze Vorhaben wurde vom "Palestine Jewish Colonization Association" und der "Jewish Agency Colonization Department" unterstützt.

Am Ende des Tages war es eine Gruppe europäischer Siedler, die ein bereits bewohntes Land für einen ausschließlich ethnischen Staat beanspruchten und planten, die mittellose Bevölkerung mit verschiedenen Mitteln über die Grenze zu führen. Moderne Versuche, den Zionismus rückwirkend zu beschönigen und ihn lediglich als eine Bewegung zur Selbstbestimmung darzustellen, können sich diesen Tatsachen nicht entziehen.

Unzufriedenheit mit der Teilung
- Wenn die Teilung im historischen Sinne angesprochen wird, ist es nicht verwunderlich, dass die meisten dazu neigen, an die Resolution der UNGA von 1947 zu denken. Dies war jedoch nicht das erste Partitionsschema, das vorgestellt wurde. 1919 legte die Zionistische Weltorganisation beispielsweise einen "Teilungsplan" vor, der das gesamte historische Palästina, Teile des Libanon, Syrien und Transjordanien umfasste. Damals hätte die jüdische Bevölkerung dieses vorgeschlagenen Staates nicht einmal 1-2% der Gesamtbevölkerung erreicht.

Natürlich erblickte ein solcher Vorschlag nicht das Licht der Welt, aber er ist ein Hinweis auf den Anspruch der zionistischen Bewegung, einen ethnischen Staat in einem Gebiet gründen zu wollen, in dem sie so völlig in der Unterzahl waren. Um dies in den Kontext zu stellen, auch nach Wellen der jüdischen Einwanderung nach Palästina und einem viel kleineren Gebiet, das dem jüdischen Staat im Teilungsplan von 1947 zugewiesen wurde, hätte der vorgeschlagene jüdische Staat eine jüdische Mehrheit von nur 60% erreicht. Wie schon am Vorabend der Nakba war die jüdische Bevölkerung im obligatorischen Palästina kaum ein Drittel.

Wenn man bedenkt, dass der größte Teil dieser Bevölkerung während des 4. und 5. Alijoten (zwischen 1924-1939) ankam, dann hatte die Mehrheit derjenigen, die eine Aufteilung des Landes forderten, kaum 20 Jahre lang dort gelebt. Zu allem Überfluss wurden dem jüdischen Staat im Rahmen des UN-Teilungsplans etwa 56% Palästina zugeteilt.

Warum wurden dann von den Palästinensern erwartet, dass sie damit einverstanden sind, den größten Teil ihres Landes an eine Minderheit von kürzlich eingetroffenen Siedlern abzugeben? Warum wird die Ablehnung eines so lächerlich ungerechten Vorschlags als irrational oder hasserfüllt eingestuft?

Jabotinsky verstand deutlich, was die Gründung Israels für die Einheimischen bedeutete; er nahm kein Blatt vor den Mund, in seinem Essay The Iron Wall von 1923 schrieb er: "Jede einheimische Bevölkerung der Welt widersteht Kolonisten, solange sie die geringste Hoffnung hat, sich von der Gefahr der Kolonisierung befreien zu können".

Was von den Palästinensern verlangt wurde, war nichts anderes, als ihre eigene Kolonisation mit Zustimmung zu bestrafen. Niemand sollte erwartet werden, dass er dem zustimmt.

 



Die Grenzen zionistischer Bestrebungen
- Für einige wird dies jedoch nicht als überzeugende Begründung für die Ablehnung der Teilung angesehen. Sie erkennen die obszöne Ungerechtigkeit dessen an, was von den Palästinensern verlangt wurde, doch sie argumentieren, dass die Schaffung eines jüdischen Staates auf Kosten der Palästinenser aufgrund der historischen Verfolgung des jüdischen Volkes und frisch nach dem Holocaust eine historische Notwendigkeit war. Während solche Rechtfertigungen hauptsächlich dazu dienen, die Schuld zu lindern, argumentiere ich, dass es auch einen praktischen Grund dafür gibt, warum die Annahme oder Ablehnung der Teilung für das große Vorhaben der zionistischen Kolonisierung Palästinas irrelevant war.

Es wird oft erwähnt, wie die Yishuv dem Teilungsplan von 1947 zugestimmt haben, indem sie guten Willen und die Bereitschaft zur Koexistenz und zum Leben mit ihren palästinensischen Nachbarn zeigen. Auch wenn dies an der Oberfläche zutreffend erscheint, zeichnet ein flüchtiger Blick auf die internen Yishuv-Meetings ein ganz anderes Bild. Die Teilung als Konzept wurde gänzlich abgelehnt, und jede öffentliche Akzeptanz war taktisch, damit der neu geschaffene jüdische Staat seine Kräfte bündeln konnte, bevor er expandierte. Während er sich an die zionistische Exekutive wandte, betonte Ben Gurion erneut, dass jede Akzeptanz von Teilung taktisch und vorübergehend sein würde: Nach der Bildung einer großen Armee nach der Gründung des Staates werden wir die Teilung abschaffen und auf ganz Palästina ausdehnen.

Dies war kein einmaliges Ereignis, und es wurde auch nicht nur von Ben Gurion unterstützt. Interne Debatten und Briefe veranschaulichen dies immer wieder aufs Neue. Sogar in Briefen an seine Familie schrieb Ben Gurion, dass "Ein jüdischer Staat ist nicht das Ende, sondern der Anfang", in denen es heißt, dass die Besiedlung des restlichen Palästina von der Schaffung einer "Elitearmee" abhängt. Tatsächlich war er ziemlich explizit: "Ich betrachte einen Staat in einem Teil Palästinas nicht als das Endziel des Zionismus, sondern als Mittel zu diesem Zweck." Chaim Weizmann erwartete, dass "die Teilung nur eine Übergangslösung für die nächsten zwanzig bis fünfundzwanzig Jahre sein könnte".
 



Selbst wenn man die moralische Frage ignoriert hätte, die Einheimischen zu zwingen, ihre eigene Kolonisation formell mit Grünes Licht zu versehen, hätten die Palästinenser einer Teilung zugestimmt, hätten sie höchstwahrscheinlich heute noch keinen unabhängigen Staat gehabt. Trotz dessen, was in der Öffentlichkeit angekündigt wurde, machen interne zionistische Diskussionen deutlich, dass dies nie erlaubt gewesen wäre.

Die Trennung bleibt heute so unmoralisch wie bei der ersten Präsentation, eine Pflasterlösung und eine Heilung für ein Symptom, das die eigentliche Ursache übersieht. Jede Lösung, die ohne Gerechtigkeit oder Rechenschaftspflicht erreicht wird, begräbt lediglich die Probleme im Austausch für kurzlebige Ruhe; aber egal wie lange es dauert, zum Schweigen gebracht und ignoriert werden Missstände wieder auftauchen. Dies wird besonders deutlich, wenn man die Situation unserer Brüder und Schwestern in Südafrika heute betrachtet.

 



Der anstehende Untergang der Osloer Abkommen kann als Katalysator dienen, um die Fixierung auf die Kriegsgrenzen vor 1967 in Frage zu stellen. Die Reduzierung der Frage der Palästina auf Teilung und Besetzung übersieht wichtige Komponenten des Kampfes. Viele mögen es vorziehen, diese Komponenten zu ignorieren; wenn jedoch wahrer Frieden und Gerechtigkeit unser Ziel sind, dann müssen sie diskutiert und konfrontiert werden. Wir müssen von Anfang an beginnen und jeden Drang zum Tünchen der Geschichte ablehnen. Nur mit voller Verantwortung für die Vergangenheit können wir auf eine Vision für das Land zwischen Fluss und Meer hinarbeiten.   Übersetzt mit deepl - Quelle
 


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