Die falschen Freunde Israels

 

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Die falschen Freunde Israels

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2021 Nemi El-Hassan
2021 - Medien unterdrücken  pro-palästinensische Stimmen
2020 - Achille Mbembe - "Antisemitismusverdacht"
2019 Göttinger Friedenspreis
2017 Buchvorstellung - Melzer
2017 - Frankfurt - 50 Jahre israelische Besatzung
München - 2017 -  CDU - SPD Antrag gegen BDS
Augstein Jakob - 2012 + 2015
München - 2016 -  Melzer - Sommerfeld
Butler Judith bekommt den Adorno-Preis - 2012
Breaking the Silence - 2015 - Köln
Blumenthal + Sheen im Bundestag - 2014
Bremer Jörg - 2002 - Jörg Bremer - FAZ
Bremer Linke und Arn Strohmeyer - 2013
Büchel Christoph - 2005
CODEPINK 2016
Finkelstein in Berlin - 2010
Finkelstein - in Wien -  2009
Norman Finkelstein -  Wiener Universitat - 2009
2017 - Antisemitismuskeule in Frankfurt
Glanz Christoph
Grass Günter - 2012
Grosser Alfred + Stefan Kramer - 2010
Hochschule AWK – Hildesheim - 2016
Hecht-Galinski Evelyn - 2008
Honderich -  Redeverbot  Uni Münster - 2005
Kinderbilder aus Palästina
Jüdische Stimme - Kontokündigung 2016
Kölner Klagemauer 2010 - 2016
Kulturfestiva Ballhaus - Berlin - 2016
Landgraf Stefanie  - Johannes Gulde - 2013
Langer Felicia - Bonner UNI - 2007
Langer Felicia - 2007 - 2009
Leipziger Ringvorlesung - 2005
Leyendecker - Süddeutsche Zeitung - 2003
Professor Lahnstein - 2004
Melzer Abraham - 2006
Mendívil Eleonora Roldán- 2017
Müller  Burkhard - 2006
Möllemann - 2002
Nakba-Ausstellung in Göttingen 2016
Nakba- Ausstellung  Bremen - 2015
Nakba-Ausstellung in Überlingen - 2013
Nakba Ausstellung - München - 2013
Nakba Ausstellung Köln - 2012
Nakba-Ausstellung Düsseldorf - 2011
Nakba Ausstellung Freiburg - 2010
Neudeck Rupert - 2006
Neudeck, Meyer, Melzer - 2006
Neudeck - Kurz - 2006
Palmer durchschaut Broder - 2009
"Palästina-Symposium" in Berlin - 2013
Paradise Now - 2005
Schiffer Sabine Dr. - Henryk M. Broder
Jagdopfer Salam Shalom - 2017
Strohmeyer Arn 2016 VH Ulm - Vortrag
Strohmeyer Arn - Bremer Weserterrassen - 2016
Schulprojekt - 2002
Stoodt Pfarrer  -  Frankfurt - 2004
Verleger Prof. Dr. Rolf- 2013
VH Ulm - Vortrag Arn Strohmeyer - 2016
VHS Veranstaltungsreihe Nahost Neuss - 2015
Waltz Viktoria Dr. - TU Dortmund - 2008
Watzal Ludwig - 2004 - 2012
Weber G. + Prof.  Stegemann - 2006
Erhard Arendt +  Honestly Concerned
2009 - Knobloch./.Arendt

 



Verleumdungsaktionen -
JagdAktionen


Jagdopfer Nemi El-Hassan

2021

 

 

 

 

 

Dieses Deutschlandfunk-Streitgespräch zu Nemi El-Hassan zwischen Stephan Detjen, Bettina Schmieding und Sebastian Engelbrecht sollte man sich anhören (und am besten diskurstechnisch analysieren). Es ist wirklich alles vorhanden und nur schwer auszuhalten.-

Doris Ghannam - 16. 11. 2021

Während Herr Detjen besonnen und analytisch über das Thema spricht, hält sich Herr Engelbrecht mit seinen rassistischen Stereotypen zu Muslima und der ihnen zugewiesenen Position in Deutschland nur schwer zurück. Und er macht das, was in der Debatte immer wieder vorkommt: die Beschäftigung und Verantwortungsübernahme der deutschen Gesellschaft mit dem Holocaust muss quasi im Alleingang von Menschen palästinensischer Herkunft übernommen werden.

Und wenn das "dem Deutschen" nicht passt, wie das passiert, müssen Leute wie El-Hassan eben gekündigt werden und am besten dorthin zurückgehen, wo sie herkommen.

Das war jetzt zynisch. Aber es fasst die von allem Blabla entkleidete Position von Engelbrecht gut zusammen.

Trotzdem gut, dass so ein Streitgespräch stattfindet, weil es die völlig uninformierte und ignorante Position von Leuten wie Engelbrecht demaskiert. Sie haben eigentlich keine Ahnung (wie im Gespräch immer wieder deutlich wird) und wollen (und können) sich trotzdem äußern.

PS: Am krassesten ist diese Aussage von Engelbrecht: "Es geht darum @Nemi_Elh klarzumachen, dass sie in Deutschland im Rahmen der Diversität Abstriche machen muss von ihrem Recht einfach nur so zu sein, wie sie ist". Was kommt als nächstes? Die Gesinnungsprüfung für JournalistInnen?

 

Folge 230 - Ein Streitgespräch zum Fall Nemi El-Hassan

Der Westdeutsche Rundfunk hat nach einer wochenlangen Auseinandersetzung beschlossen, nicht mit der Journalistin und Medizinerin Nemi El-Hassan zusammenzuarbeiten. Ist diese Entscheidung eine Einschränkung der Meinungsfreiheit oder eine berechtigte Konsequenz aus El-Hassans Vorleben?

12.11.2021


Im Politikpodcast 230 diskutieren Hauptstadtkorrespondent Stephan Detjen, Bettina Schmieding aus der Deutschlandfunk-Medienredaktion und Sebastian Engelbrecht, Landeskorrepondent für Berlin, über die Antisemitismusvorwürfe um Nemi El-Hassan.


Das Streitgespräch zwischen Stephan Detjen und Sebastian Engelbrecht

 

 

 

 

 

 

Analyse - Hat der WDR im Fall von Nemi El-Hassan gegen Arbeitsrecht verstoßen?

Zuletzt verkündete der WDR, nicht mit El-Hassan zu arbeiten.
Recherchen zeigen: In Vorgesprächen hat der Sender womöglich unzulässige Fragen gestellt.

Stefan Buchen, 9.11.2021

„Sorgfältig“ werde man die Vorwürfe gegen die 28-jährige Journalistin Nemi El-Hassan prüfen. Das teilte der WDR noch am 14. September mit. Die Vorwürfe würden „schwer“ wiegen. Islamismus, Antisemitismus: Das war die unschöne Etikette, die die Bild-Zeitung der jungen Frau palästinensisch-libanesischer Herkunft angeheftet hatte. Der WDR legte den Plan, El-Hassan, die auch approbierte Ärztin ist, die angesehene Wissenschaftssendung „Quarks“ moderieren zu lassen, auf Eis. Vergangene Woche, infolge ihres Online-Beitrags für die Berliner Zeitung, suspendierte der Sender die Nachwuchsjournalistin endgültig. So weit, so bekannt.

Doch ist Nemi El-Hassan in den Augen des WDR nun eine Islamistin, eine Antisemitin? Was die „sorgfältige Prüfung“ der Vorwürfe ergeben hat, behielt die Fernsehanstalt für sich. Was der Sender ebenfalls nicht mitteilte, war, wie die interne Prüfung ablief. Dazu sind der Berliner Zeitung am Wochenende nun umfangreiche Informationen bekannt geworden, die ein eher dunkles Licht auf die Vorgehensweise des WDR werfen.

Nach Beginn des Bild-Trommelfeuers gegen die „Skandal-Moderatorin“ unterzog der WDR El-Hassan mehreren Befragungen. Mal drei, mal vier leitende Mitarbeiter der Sendeanstalt führten diese aus. Nemi El-Hassan wurde dabei von ihrem Medienagenten begleitet. Das Ganze lief in Form von Online-Konferenzen ab.

El-Hassan wurde gefragt, ob sie betet oder fastet
- Der WDR wies auf Anfrage darauf hin, dass bei diesen Gesprächen zwischen den Beteiligten „Vertraulichkeit vereinbart“ worden sei. Deshalb könne er zu den „tatsächlich oder angeblich getroffenen Aussagen“ keine Stellung beziehen.

Der Berliner Zeitung am Wochenende liegen jedoch ausführliche Gedächtnisprotokolle vor. Diese sind so detailliert, dass sie ein nachvollziehbares Bild des Geschehens liefern. Teile des Inhalts sind, wie die Berliner Zeitung am Wochenende feststellen konnte, im WDR ein offenes Geheimnis.

Den Aufzeichnungen zufolge vertieften sich die WDR-Kräfte des mittleren und oberen Managements dabei in Nemi El-Hassans Gesinnung. Zu den Fragen zählte etwa, ob sie bete – und wenn ja, wie oft am Tag. Oder ob sie während des Ramadans faste. In welche Moscheen sie gehe. Ob sie an Gott glaube. Wie sie ihr Gottesverständnis beschreiben würde.  mehr >>>

 

 

 

 

 


Zwischen der Medizinerin und Journalistin und dem WDR geht es hoch her. Wegen Antisemitismus-Vorwürfen will der Rundfunk nicht mit ihr zusammenarbeiten. Es ist eine verpasste Chance.

Ein Kommentar von Jan Rübel -  3. November 2021

Eigentlich sollte sie demnächst die Wissenschaftssendung „Quarks“ des WDR moderieren, dann nur noch als Autorin dafür arbeiten – und nun nichts von beidem. Nemi El-Hassan, 28, in Deutschland mit palästinensischen Wurzeln geboren, hat sich in den Augen der Rundfunkchefs disqualifiziert – tatsächlich wirft einiges in ihrem Verhalten Fragen auf, anderes wurde kampagnenartig aufgebauscht.

Aber der Reihe nach. Als bekannt wurde, dass die studierte Medizinerin und Journalistin die Sendung moderieren solle, lancierten rechte Medien in der „Bild“-Zeitung Vorwürfe gegen sie.

Vorwurf Nr. 1: Ihre Teilnahme als Teenager bei einer der antisemitischen Quds-Demos in Berlin, bei denen regelmäßig Slogans zur Vernichtung Israels zu hören sind. Nur: Das ist zum einen lange her, El-Hassan hat sich davon distanziert. Eine positive Fehlerkultur würde dies anerkennen. Auch ist nicht bekannt, dass sie sich an schlimmen Rufen auf dieser Demo beteiligt hat, was sehr wichtig ist, denn: Nicht jeder Teilnehmer an diesen Demos ist antisemitisch. Ich habe als Journalist mehrmals diese Demos begleitet, auch, als sich kaum jemand für sie interessierte, und habe bei ihnen durchaus eine Vielfalt vorgefunden – gerade auch Jugendliche, die gar nichts gegen den Staat Israel und seine Bürger hegten, sondern nur mehr Rechte für Palästinenser einforderten; oder sie regten sich darüber auf, dass sie keine Ausbildung kriegten, weil sie Kopftuch trugen.

Vorwurf Nr. 2: Sie habe den Begriff des „Dschihad“ relativiert, indem sie ihn als nicht gewaltvoll dargestellt habe. Dies ist ein Thema für Freunde der Islamwissenschaft, aber diese Forschungsfelder werden bei „Quarks“ eher weniger behandelt. Klar ist zweierlei: Natürlich ist Dschihad von Beginn der islamischen Geschichte an ein kämpferischer Begriff, wie die damalige Gesellschaft voller Gewalt. Doch er hat zahlreiche Wandlungen und Interpretationsversuche erfahren, und so gibt es einen mächtigen Strang, der im Dschihad nur noch ein gewaltloses Bemühen sieht, ein guter Mensch zu sein. Viele Muslime sehen das für ihren Alltag so. Dieser Vorwurf ist daher nicht ernst zu nehmen.

Die Vermessung beruflicher roter Linien - Dann aber nahm die Debatte über El-Hassan ihren Lauf. Es tauchten Likes auf, die sie in sozialen Medien gesetzt hatte, und die waren bitter: Zum Beispiel unter der Meldung eines Gefangenenausbruchs in Israel, darunter von palästinensischen Terroristen. Warum sollte man sowas toll finden? Klar, es gibt viele Palästinenser, die zu Unrecht in israelischen Gefängnissen einsitzen – aber auch viele, die dort gerechte Strafen abbüßen. Manchmal kann man die sozialen Medien für ihre Vereinfachungen nur hassen.

Dann ging es um einen Like zu einer jüdisch-amerikanischen Organisation, die auch die antisemitische Boykottbewegung BDS unterstützt.

Doch reicht all dies aus, einem jungen Menschen die berufliche Anstellung zu verweigern? Die Idee, Moderatoren des öffentlich-rechtlichen Rundfunks hätten eine besondere Rolle, eine Vorbildfunktion, ist vermessen. Auch stehen bei „Quarks“ die politischen Geschehnisse des Nahen Ostens nicht gerade im Vordergrund.

Mit den jungen Arabern in Deutschland ist zu diskutieren, vieles auch zu kritisieren. Aber im Fall El-Hassan kriegte ich allmählich den Eindruck, es gehe vielen nur darum, sie „wegzukriegen“.    mehr >>>

 

 

 

Eine Konzertierte Aktion von Bild und AFD???

 

 

Verhinderte WDR-Moderatorin
El-Hassan besteht auf Recht zu Israel-Kritik

»Ich bin Palästinenserin, ob das der deutschen Öffentlichkeit genehm ist oder nicht«: Nach Antisemitismusvorwürfen wurde Nemi El-Hassan nicht zur Quarks-Moderatorin. Nun bezieht sie Stellung – und kritisiert den WDR.

3.11.2021

Nemi El-Hassan: »Ich bin Palästinenserin und meine Familiengeschichte ist auf alle Zeit mit der Geschichte des Staates Israel eng verbunden«

Die palästinensisch-stämmige Journalistin Nemi El-Hassan vermisst in Deutschland eine ehrliche Debatte darüber, wie sich Antisemitismus von israelkritischen Positionen abgrenzen lässt. »Ich bin und bleibe Palästinenserin, ob das der deutschen Öffentlichkeit nun genehm ist oder nicht«, schrieb sie am Dienstag in einem Gastbeitrag auf der Webseite der »Berliner Zeitung«. Sie nehme für sich das Recht in Anspruch, die israelische Regierung zu kritisieren. Dies werde ihr in Deutschland mit seiner Holocaust-Vergangenheit aber nicht zugestanden.  mehr >>>

 

 

 


 

ZDF will weiter mit Moderatorin El-Hassan arbeiten

Nach Antisemitismusvorwürfen wird Nemi El-Hassan keine Sendung beim WDR moderieren.
Das ZDF dagegen sieht keinen Grund, die bereits bestehende Zusammenarbeit aufzukündigen.

05.11.2021

Auch nach der nicht zustande gekommenen Tätigkeit für den WDR wird Nemi El-Hassan weiter für das ZDF tätig sein. Das bestätigte der Sender auf Nachfrage. El-Hassan gehört zum Moderatoren-Team der Sendung »Der Fall«, die für das Jugendangebot Funk von ARD und ZDF produziert wird. Die »Bild«-Zeitung berichtete zuerst darüber.

Das ZDF schreibt in seinem Statement, die betreuende Redaktion stehe in engem Austausch mit der Autorin und sehe »aufgrund der bisherigen Zusammenarbeit keinen Anlass, an ihrer journalistischen Professionalität zu zweifeln.«    mehr >>>


 

Bild hetzt weiter

 

Die medialen Reaktionen auf Nemi El-Hassans Gastbeitrag sind erschreckend

Nemi El-Hassan hat sich in einem Gastbeitrag der Berliner Zeitung zum WDR-Skandal geäußert.
Die medialen Reaktionen lassen einen ratlos zurück.

Tomasz Kurianowicz, 4.11.2021


Am Dienstag hat die Journalistin Nemi El-Hassan einen Gastbeitrag auf den Onlineseiten der Berliner Zeitung veröffentlicht, in dem sie den Wirbel um die Absage ihrer Beschäftigung . Für die 28-Jährige waren es schwierige Wochen und Monate, seitdem diverse Medien und Twitteraktivisten (und insbesondere die Bild-Zeitung) die Journalistin wegen ihrer Haltung zum Israel-Palästina-Konflikt zur Personifizierung des Antisemitismus stilisiert haben.

Ich möchte nicht falsch verstanden werden: Es gibt gute Gründe, die Haltung von Nemi El-Hassan zu kritisieren. Auch in der Redaktion der Wochenendausgabe der Berliner Zeitung, die die Publikation des Gastbeitrags von Nemi El-Hassan verantwortet, existieren unterschiedliche Meinungen, was El-Hassans politische und ideologische Ansichten betrifft. In unserer Redaktion können wir diesen Dissens jedoch friedlich ausdiskutieren. Der Blick in die sozialen Medien, ja auch in diverse Zeitungen lässt bezweifeln, ob das allerorts so möglich ist.

Man muss die Berichte der Bild-Zeitung nicht als Kampagne beschreiben - Hätten wir eine gesunde Debattenkultur, eine wehrhafte Demokratie, wie es in Sonntagsreden gerne heißt, dann würden wir uns an einen Tisch setzen und unsere unterschiedlichen Perspektiven auf die Welt, wie kontrovers sie auch sein mögen, einander vorstellen – und bestenfalls die Chance ergreifen, ein Verständnis für die Position des anderen zu gewinnen. Doch stattdessen springen wir uns an die Gurgel und üben uns in Praktiken des digitalen Lynchmobs, in dem gewinnt, wer am lautesten „Canceln! Kündigen! Rausschmeißen!“ schreit.

Die mediale Berichterstattung über Nemi El-Hassan in der Bild-Zeitung folgt derart problematischen Imperativen. Und man muss sie nicht gleich als Kampagne beschreiben. Doch zweifellos lässt sich in der Erzählweise der Berichterstattung der Bild-Zeitung über Nemi El-Hassans Haltung zum Israel-Palästina-Konflikt eine (diplomatisch ausgedrückt) tendenziöse Sichtweise feststellen, die El-Hassan als Muslima an den

 

 


 

 

Sind Palästinenser geborene Antisemiten?
Die verlorene Ehre der Nemi El-Hassan

Wenn Nachwuchsjournalisten ausländischer Herkunft sind und eine ungewohnte politische Sozialisation hinter sich haben, dann steht es schlecht um ihre Berufschancen. Am 10. September stellte der WDR die 28-jährige Journalistin Nemi El-Hassan als künftige Moderatorin der renommierten Wissenschaftssendung "Quarks" vor. Dann begann eine Kampagne der "Bild"-Zeitung, die alles veränderte.

Ein Kommentar von Stefan Buchen -   25.10.2021

Wegen Antisemitismus-Vorwürfen hat der WDR entschieden, die Journalistin Nemi El-Hassan das Wissenschaftsmagazin "Quarks" nicht moderieren zu lassen. Es hätten sich in den sozialen Netzwerken "problematische Likes" von ihr aus jüngster Zeit gefunden, erklärte WDR-Intendant Tom Buhrow vor dem Rundfunkrat. Das Problem sei in seinen Augen "nicht so sehr" die Teilnahme von Frau El-Hassan an der Quds-Demonstration in Berlin 2014, von der sie sich ja distanziert habe, so Buhrow. Der WDR "erwäge", wie der Intendant weiter ausführte, die 28-Jährige als Autorin für "Quarks" arbeiten zu lassen, also nicht vor, sondern hinter der Kamera.

Daraufhin meldeten sich zahlreiche Mitglieder des Rundfunkrats und forderten "ganz überwiegend", dass El-Hassan gar nicht für den WDR tätig sein solle. Sie könne weder vor noch hinter der Kamera einen Platz haben. Der Rundfunkratsvorsitzende Andreas Meyer-Lauber sagte: "Antisemitische Positionen können und dürfen im WDR keinen Platz haben.“ Daran lasse man nicht rütteln.

Das vermeldete die Nachrichtenagentur dpa am 28. September. Damit war das Narrativ in Stein gemeißelt. Der WDR wäre gern großzügig gewesen, wenn es nur um die Jugendsünde des Mitlaufens auf einer gegen Israel gerichteten und vom iranischen Regime organisierten Demo vor sieben Jahren gegangen wäre. Aber leider hat sich Nemi El-Hassan noch in diesem Sommer mit Likes unter Instagram-Posts des Antisemitismus verdächtig gemacht. Solche Positionen sind nicht zu tolerieren. Angesichts dieser neu aufgetauchten aktuellen Spuren im Internet erscheint ihre Entschuldigung für die Demo-Teilnahme in einem ganz anderen Licht. Sie hat die Distanzierung nicht ehrlich gemeint. Somit gibt es für die Journalistin keinen Platz im WDR.

Fall erledigt? Mitnichten! 
Der Leser hat keine Fragen mehr. Die Nachricht liest sich schlüssig. Der WDR hat den Fall gründlich untersucht und es sich nicht leicht gemacht. "Schwierig, schwierig" sei die Abwägung gewesen, erklärte Intendant Buhrow. Am Ende kam man zu dem wohlbegründeten Schluss, Nemi El-Hassan nicht auf den Bildschirm zu lassen.

Fall erledigt? Mitnichten! Das Problem ist, dass dieses Narrativ, versehen mit dem Stempel der Objektivität ("wie die dpa meldet"), 2021 in Deutschland durchkommt, ohne hinterfragt zu werden. Dass die "Bild"-Zeitung das "belastende Material" gegen Nemi El-Hassan in Umlauf brachte, ist schon fast vergessen. Dabei kann man diese Geschichte eigentlich nicht einmal der berühmten Großmutter erzählen. Sie hat zu viele Lücken und kommt zu einem falschen Schluss.

Avi Primor war 1993 bis 1999 israelischer Botschafter in Deutschland. Gemeinsam mit dem Historiker Moshe Zimmermann hat er eine Erklärung zum Fall Nemi El-Hassan verfasst
. Darin befassen sie sich mit den drei umstrittenen Postings, die El-Hassan "gelikt“ hatte. So habe sie einen Post mit "Gefällt mir" angeklickt, in dem es um den Boykott israelischer Waren aus den besetzten Gebieten ging, schreiben die Autoren. Darin würden sie jedoch keinen antisemitischen Akt sehen. "Die Unterscheidung zwischen Waren aus dem Kernland Israel und den besetzten Gebieten wird auch von der internationalen Gemeinschaft (auch von der EU) gemacht.“ In Israel hätte man Journalisten, die ähnliche "Likes“ wie Frau El Hassan machen, nicht verfolgt. Israel sei nicht Ungarn oder Polen – und hoffentlich stehe auch die Bundesrepublik für die Meinungsfreiheit.-


Die größte Lücke heißt Palästina. Nemi El-Hassan ist zwar in Deutschland geboren. Aber ihre Großeltern waren weder KZ-Wächter noch haben sie deutsche, polnische oder ungarische Juden an die Gestapo denunziert, in Viehwaggons gepfercht oder in osteuropäischen Wäldern erschossen. Ihre Großeltern sind aus Palästina vertrieben worden.

Von der Fluchtgeschichte der eigenen Familie und der sich daraus ergebenden Identitätsbestimmung geprägt zu sein, darf das zu Brandmarkung, Ausgrenzung und zur Verbannung aus der Öffentlichkeit führen? Müssen Menschen palästinensischer Herkunft ihre Geschichte, ihre Perspektive streichen (delete), wenn sie im Jahr 2021 in Deutschland Erfolg haben wollen? Sind sie zum Schweigen verpflichtet?   mehr >>>

 

 

 

 

 

Nemi El-Hassan: „Ich bin Palästinenserin – deal with it!“

Nach einer rassistischen Bild-Kampagne suspendierte der WDR Nemi El-Hassan von der Rolle, „Quarks“ zu moderieren. Eine Stellungnahme der Journalistin.

Nemi El-Hassan -  2.11.2021


Berlin - Wissen Sie, was erlernte Hilflosigkeit ist? Ich bin auf den Begriff gestoßen, als ich einen Psychologen gefragt habe, wie er meinen Gemütszustand erklären würde. Diese Mischung aus purer Panik, die einen im Moment verharren lässt und einem buchstäblich die Luft zum Atmen nimmt. Der Angst vor der nächsten Hiobsbotschaft der kommenden Stunden, Tage und Wochen. Und vor einer zwischen diesen Erregungszuständen immer wieder aufblitzenden Gleichgültigkeit – immerhin, ich lebe und fühle und schlafe noch. Solange ich nur schlafen kann, muss alles gut sein.

Erlernte Hilflosigkeit, sagte er, sei das, was das menschliche Gehirn als Lehre aus Ereignissen zieht, die einen vor die Trümmer der eigenen Existenz stoßen und gegen die man sich zu wehren versucht, nur um zu erkennen, dass all das Handwerkszeug, dessen man sich im Laufe der Zeit zu bedienen gelernt hat und das sonst in Ausnahmesituationen half, plötzlich wirkungslos geworden ist. Man lernt, dass die Wirkmächtigkeit des eigenen Handelns und damit der Einfluss auf alles entscheidende Geschehnisse nichtig ist. Ein in seiner Absolutheit brutaler Kontrollverlust. So in etwa fühlt es sich an, wenn die Bild-Zeitung es sich zur Aufgabe gemacht hat, dich in aller Öffentlichkeit zu demontieren. Genau das ist mir in den vergangenen Wochen widerfahren.  (...)

Neben den Morddrohungen, den Beleidigungen und Verleumdungen erreichte mich mit der Zeit aber auch eine Welle der Solidarität, die sich letztlich in einem offenen Brief materialisierte. Über 400 Personen des öffentlichen Lebens hatten ihn unterzeichnet. Darunter auch, und das ist bei dieser Geschichte wichtig, zahlreiche Jüdinnen und Juden. Interessanterweise schienen diese Stimmen letztlich aber nicht den Impact zu haben, den die Bild-Zeitung hatte, als sie die Deutungshoheit darüber beanspruchte, was als antisemitisch gilt – und was nicht. Jüdische Stimmen wurden somit gezielt ignoriert und delegitimiert. Alles unter dem Vorwand der Antisemitismusbekämpfung.  mehr >>>

 


 

 

El-Hassan besteht auf Recht zu Israel-Kritik
»Ich bin Palästinenserin, ob das der deutschen Öffentlichkeit genehm ist oder nicht«:


 Nach Antisemitismusvorwürfen wurde Nemi El-Hassan nicht zur Quarks-Moderatorin. Nun bezieht sie Stellung – und kritisiert den WDR.

02.11.2021

Nemi El-Hassan: »Ich bin Palästinenserin und meine Familiengeschichte ist auf alle Zeit mit der Geschichte des Staates Israel eng verbunden«

Die palästinensisch-stämmige Journalistin Nemi El-Hassan vermisst in Deutschland eine ehrliche Debatte darüber, wie sich Antisemitismus von israelkritischen Positionen abgrenzen lässt. »Ich bin und bleibe Palästinenserin, ob das der deutschen Öffentlichkeit nun genehm ist oder nicht«, schrieb sie am Dienstag in einem Gastbeitrag auf der Webseite der »Berliner Zeitung«. Sie nehme für sich das Recht in Anspruch, die israelische Regierung zu kritisieren. Dies werde ihr in Deutschland mit seiner Holocaust-Vergangenheit aber nicht zugestanden.    mehr >>>

 

 

 

 

 


 

»Vertrauen nicht mehr vorhanden«

WDR entscheidet sich gegen Zusammenarbeit mit El-Hassan


Der WDR hat eine Anstellung von Nemi El-Hassan endgültig ausgeschlossen. Zuvor hatte die Moderatorin deutliche Kritik an dem Sender geäußert – und auf ein Recht zu Israel-Kritik bestanden.

02.11.2021

Der Westdeutsche Rundfunk (WDR) hat sich endgültig gegen eine Zusammenarbeit mit der Journalistin Nemi El-Hassan entschieden. Das teilte der öffentlich-rechtliche Sender am Dienstag mit. Als Begründung hieß es: »Das Vertrauen für eine künftige Zusammenarbeit ist nicht mehr vorhanden.«

uvor hatte die Journalistin einen Gastbeitrag in der »Berliner Zeitung« veröffentlicht, in dem sie Kritik am WDR zum Umgang mit ihr in den vergangenen Wochen äußerte. Der Sender habe sich selbst aus der Schusslinie ziehen wollen. »Die Reaktion des WDR zeigt exemplarisch, dass es schlecht steht um die vielfach gerühmte Debattenkultur in diesem Land«, kritisierte El-Hassan. Die Kampagne gegen sie sei in rechten Foren von langer Hand vorbereitet worden. Der WDR habe sich »allen Argumenten der Bild-Zeitung angeschlossen und somit auch zukünftigen Kampagnen Tür und Tor geöffnet«.   mehr >>>

 

Kontakt zum WDR   mehr >>>

 

 

 

 

Sind Palästinenser geborene Antisemiten?
Die verlorene Ehre der Nemi El-Hassan

Wenn Nachwuchsjournalisten ausländischer Herkunft sind und eine ungewohnte politische Sozialisation hinter sich haben, dann steht es schlecht um ihre Berufschancen. Am 10. September stellte der WDR die 28-jährige Journalistin Nemi El-Hassan als künftige Moderatorin der renommierten Wissenschaftssendung "Quarks" vor. Dann begann eine Kampagne der "Bild"-Zeitung, die alles veränderte.

Ein Kommentar von Stefan Buchen - 25. 10. 2021

(...)Fall erledigt? Mitnichten! - Der Leser hat keine Fragen mehr. Die Nachricht liest sich schlüssig. Der WDR hat den Fall gründlich untersucht und es sich nicht leicht gemacht. "Schwierig, schwierig" sei die Abwägung gewesen, erklärte Intendant Buhrow. Am Ende kam man zu dem wohlbegründeten Schluss, Nemi El-Hassan nicht auf den Bildschirm zu lassen.

Fall erledigt? Mitnichten! Das Problem ist, dass dieses Narrativ, versehen mit dem Stempel der Objektivität ("wie die dpa meldet"), 2021 in Deutschland durchkommt, ohne hinterfragt zu werden. Dass die "Bild"-Zeitung das "belastende Material" gegen Nemi El-Hassan in Umlauf brachte, ist schon fast vergessen. Dabei kann man diese Geschichte eigentlich nicht einmal der berühmten Großmutter erzählen. Sie hat zu viele Lücken und kommt zu einem falschen Schluss.

Der ehemalige israelische Botschafter in Deutschland Avi Primor; Foto: picture-alliance/dpa
Avi Primor war 1993 bis 1999 israelischer Botschafter in Deutschland. Gemeinsam mit dem Historiker Moshe Zimmermann hat er eine Erklärung zum Fall Nemi El-Hassan verfasst. Darin befassen sie sich mit den drei umstrittenen Postings, die El-Hassan "gelikt“ hatte. So habe sie einen Post mit "Gefällt mir" angeklickt, in dem es um den Boykott israelischer Waren aus den besetzten Gebieten ging, schreiben die Autoren. Darin würden sie jedoch keinen antisemitischen Akt sehen. "Die Unterscheidung zwischen Waren aus dem Kernland Israel und den besetzten Gebieten wird auch von der internationalen Gemeinschaft (auch von der EU) gemacht.“ In Israel hätte man Journalisten, die ähnliche "Likes“ wie Frau El Hassan machen, nicht verfolgt. Israel sei nicht Ungarn oder Polen – und hoffentlich stehe auch die Bundesrepublik für die Meinungsfreiheit.
Die größte Lücke heißt Palästina. Nemi El-Hassan ist zwar in Deutschland geboren. Aber ihre Großeltern waren weder KZ-Wächter noch haben sie deutsche, polnische oder ungarische Juden an die Gestapo denunziert, in Viehwaggons gepfercht oder in osteuropäischen Wäldern erschossen. Ihre Großeltern sind aus Palästina vertrieben worden.

Von der Fluchtgeschichte der eigenen Familie und der sich daraus ergebenden Identitätsbestimmung geprägt zu sein, darf das zu Brandmarkung, Ausgrenzung und zur Verbannung aus der Öffentlichkeit führen? Müssen Menschen palästinensischer Herkunft ihre Geschichte, ihre Perspektive streichen (delete), wenn sie im Jahr 2021 in Deutschland Erfolg haben wollen? Sind sie zum Schweigen verpflichtet?

Diesen Fragen stellen sich der WDR und sein Rundfunkrat nicht einmal ansatzweise. Stattdessen hantieren sie mit dem Antisemitismus-Vorwurf. "Problematische Likes" und "antisemitische Positionen"- diese Schlagwörter sollen reichen, damit jemand wie Nemi El-Hassan weg vom Fenster ist.

Faktisch versteckt sich der WDR hinter der dpa-Meldung. In einer dürren Erklärung fügte der Sender hinzu, dass eine Tätigkeit Nemi El-Hassans als Moderatorin zu "einer unangebrachten Politisierung" des Wissenschaftsmagazins "Quarks" führen würde.

Worauf genau stützen sich die Vorwürfe? Die drei Postings, unter denen die Journalistin "Gefällt mir" angeklickt hat, befassen sich ausschließlich mit dem israelisch-palästinensischen Konflikt. Sie feiern den Ausbruch von sechs palästinensischen Häftlingen aus einem israelischen Gefängnis, rufen zum Boykott israelischer Produkte auf und fordern einen Staat zwischen Mittelmeer und Jordan, in dem Juden und Palästinenser gleichberechtigt sind. Dieser Staat müsste demnach anders verfasst sein als der Staat Israel in seiner heutigen Form.

Das sind unter Palästinensern verbreitete Standpunkte. In ihnen wird scharfe Kritik an den Herrschaftsverhältnissen zwischen Mittelmeer und Jordan deutlich. Deutsche mit anderen Großmüttern und -vätern als die Nemi El-Hassans sollten diese Standpunkte unbedingt vermeiden. Der Autor dieser Zeilen etwa teilt sie nicht. Und leider gibt es unverbesserliche Deutsche, die "Solidarität mit Palästina" schreien und damit nur ihren Hass auf die Juden meinen.

 



Gemeinsame Erklärung von Avi Primor und Moshe Zimmermann 
- Aber ist Nemi El-Hassan antisemitisch, wenn ihr diese Standpunkte "gefallen"? Zwei prominente israelische Intellektuelle weisen diesen Vorwurf nun zurück. Der ehemalige Botschafter in Deutschland Avi Primor und der Geschichtsprofessor Moshe Zimmermann von der Hebräischen Universität haben eine gemeinsame Erklärung zum Fall El-Hassan verfasst, die es in sich hat.

Moshe Zimmermann war bis zu seiner Emeritierung 2012 Professor für Geschichtswissenschaften an der Hebräischen Universität in Jerusalem. Gemeinsam mit Avi Primor wertet er den Versuch, die Tätigkeit von Nemi El-Hassan als WDR-Moderatorin mit Antisemitismus-Anschuldigungen zu verhindern als "nicht legitim". Die Kampagne gegen El-Hassan ziele darauf ab, "eine Frau mit palästinensischem Hintergrund zu diskriminieren." Im Gespräch mit Qantara.de bekräftigt Moshe Zimmermann: "Der Fall Nemi El-Hassan zeigt, wie der Kampf gegen den Antisemitismus in die falsche Richtung gelenkt werden kann."

Nemi El-Hassan habe mit ihren Likes nichts Antisemitisches zum Ausdruck gebracht. Die Unterstützung des Boykotts beziehe sich noch dazu auf Waren, die von israelischen Firmen in den besetzten Gebieten hergestellt würden, so Primor und Zimmermann. Das sei kein antisemitischer Akt. Die Unterscheidung zwischen Waren aus dem Kernland Israel und den besetzten Gebieten werde auch von der Europäischen Union gemacht.


Primor und Zimmermann werten den Versuch, mit solchen Anschuldigungen ihre Tätigkeit als WDR-Moderatorin zu verhindern, als "nicht legitim". Die Kampagne ziele darauf ab, "eine Frau mit palästinensischem Hintergrund zu diskriminieren." Im Gespräch mit Qantara.de bekräftigt Moshe Zimmermann: "Der Fall Nemi El-Hassan zeigt, wie der Kampf gegen den Antisemitismus in die falsche Richtung gelenkt werden kann."

 



Dem WDR und uns allen sollte man die Kenntnis der Tatsache zumuten, dass in Nahost ein bitterer binationaler Konflikt um ein Territorium tobt. Von beiden Seiten wird dieser immer wieder mit dem Mittel des Mordes ausgetragen. Dass Juden in Deutschland sich auf die Seite Israels schlagen, wird zurecht als normal empfunden. Aber wie halten wir es mit hier lebenden Menschen palästinensischer Herkunft, die sich palästinensischen Positionen verbunden fühlen? Ist da "Null Toleranz" angesagt? Muss dann der Antisemitismus-Vorwurf her? Sind Palästinenser quasi geborene Antisemiten? Im Fall der Journalistin Nemi El-Hassan ist der Vorwurf absurd. Sie hat in einer Reportage für das ZDF-Magazin frontal 21 Neonazis, die den Holocaust leugnen, bloßgestellt.

Es liegt auf der Hand, dass ein gewaltiger Nachholbedarf an Diskussion und Auseinandersetzung besteht. Sie haben rund um den Fall Nemi El-Hassan bisher nicht stattgefunden. Das ist schade, weil die Journalistin und approbierte Ärztin eindrucksvoll gezeigt hat, dass sie dialogbereit und empfänglich für Kritik ist. Was will die Mehrheitsgesellschaft eigentlich mehr?

Eine Kampagne der "Bild"-Zeitung

"Ohne Druck von welcher Seite auch immer" werde man die Sache prüfen, hatte der WDR nach Auftauchen der Vorwürfe gegen Nemi El-Hassan mitgeteilt. Diese Aussage erweist sich als scheinheilig. Man könnte auch sagen, dass sie eine glatte Lüge war. Im Ergebnis hat sich die öffentlich-rechtliche Sendeanstalt von der "Bild"-Zeitung unter ihrem - inzwischen abgesetzten - Chefredakteur Julian Reichelt treiben lassen. Das Springer-Blatt hat die Story "aufgedeckt". Die vom WDR engagierte Moderatorin sei eine Islamistin, die "Likes für Antisemitismus" vergebe. Dieses Narrativ hatte durchschlagenden Erfolg, obwohl die faktische Grundlage dafür fehlt.

In der "Zeit“ legte WDR-Intendant Tom Buhrow vor zwei Wochen noch eins drauf. Er verlangte in einem Gastkommentar, dass es bei den Öffentlich-Rechtlichen mehr Raum für "unbequeme Haltungen“ geben müsse. Den Fall Nemi El-Hassan erwähnte er in seinem Aufruf für eine Verbesserung der Debattenkultur mit keinem Wort. Aber soll man lamentieren, dass der Gipfel der Heuchelei noch nicht erreicht ist? Nein, Buhrow sollte konsequent sein und Julian Reichelt zum neuen "Quarks"-Moderator machen. Reichelt braucht einen neuen Job und er hat bewiesen, dass er ein Mann unbequemer Haltungen ist.   mehr >>>

 

 

 

 

 

Kontroverse Debatte im WDR-Rundfunkrat über El-Hassan

Eigentlich sollte Nemi El-Hassan die Wissenschaftssendung »Quarks« moderieren. Nach Antisemitismus-Vorwürfen ist der Rundfunkrat uneins, wie es für die Moderatorin beim WDR weitergehen soll.

29.10.2021

Der Rundfunkrat des Westdeutschen Rundfunks (WDR) hat verschiedenen Medienberichten zufolge am Freitag zum zweiten Mal über den Antisemitismus-Vorwurf gegen die Journalistin Nemi El-Hassan diskutiert. Die 28-Jährige sollte ursprünglich die Wissenschaftssendung »Quarks« moderieren, doch nach Bekanntwerden und Prüfung der Vorwürfe hatte sich der Sender vorerst dagegen entschieden. »Es ist eine schwierige, schwierige Abwägung«, wiederholte Intendant Tom Buhrow am Freitag.

In der ersten Diskussion Ende September hatten sich zahlreiche Rundfunkratsmitglieder zu Wort gemeldet und sich ganz überwiegend gegen eine Beschäftigung von El-Hassan beim WDR in welcher Form auch immer ausgesprochen. Dieses Mal gingen die geäußerten Meinungen offenbar stärker auseinander.

Einigkeit herrschte nach wie vor darüber, dass Antisemitismus im WDR weder vor noch hinter der Kamera einen Platz haben dürfe. Unterschiedlich bewertet wurde jedoch die Frage, ob die Meinungsbekundungen der palästinensisch-stämmigen Journalistin wirklich als antisemitisch eingestuft werden können.    mehr >>>

 

 

 

 

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