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Bildung in Palästina - Schulbücher +
mehr...
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Streit um israelisches
Schulbuch -
Unabhängigkeit und Katastrophe? -
Die Geschichte Israels ist ebenso
heftig umstritten wie die Gegenwart: So ist für die Israelis der
Krieg, der 1948 mit dem Angriff arabischer Nachbarn begann, der
Kampf um ihre Unabhängigkeit - für die Araber ist er "die
Katastrophe", in deren Folge sie vertrieben wurden. Jetzt entzündet
sich der Streit um die richtige Deutung wieder einmal - an einem
Schulbuch. - Torsten Teichmann |
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Die Texte der anderen -
Yasemin Ergin
- Israel existiert nicht, Tel Aviv ist unbekannt, 1948 das Jahr der
„Katastrophe“ – so in etwa lernen es palästinensische Schüler.
Israelische Kinder hingegen erfahren aus ihren Karten zwar, wo Judäa
und Samaria liegen, nichts aber von den palästinensischen Gebieten.
Die Unvereinbarkeit der Positionen im Nahostkonflikt spiegelt sich
in den Schulbüchern wider. Abhilfe will ein
israelisch-palästinensisches Schulbuchprojekt schaffen |
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Ein Vergleich
israelischer und palästinensischer Schulbücher
- 75% der Kindern beschrieben ‘den Araber’ als einen Mörder,
jemanden der Kinder entführt, einen Kriminellen und einen
Terroristen. 80% sagten sie würden den Araber als jemanden dreckigen
mit einem erschreckenden Gesicht erkennen. 90% der Schüler sagten
sie seien der Ansicht dass die Palästinenser kein Recht auf das Land
haben, weder in Israel noch in Palästina. |
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Das Leiden der anderen - Die Palästinenser müssen den Holocaust
begreifen, die Israelis den Horror der Besatzung.
Wie Lehrer aus zwei Ländern
versuchen, ein Geschichtsbuch zu schreiben, das den Kindern von
beiden Seiten erzählt - Von Michaela Ludwig, Braunschweig |
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Krieg ist eine
Geisteshaltung -
Uri Avnery -
Vortrag in Berlin am 20.10.05 -
Fachtagung über „Gewaltfreie
Kindererziehung |
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Schulbücher in Israel -
Palästinensische Autonomiegebiete
annektiert - Schulbücher und
Lehrinhalte sind ein wichtiger
Seismograph für den
Verständigungsgrad zwischen Israelis
und Palästinensern. Eine
Untersuchung israelischer
Schulbücher hat festgestellt, dass
die palästinensische Position dort
ausgeblendet wird. Von Joseph
Croitoru |
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Palästinensische Schulbücher predigen
keinen Hass und keine Gewalt -
Palestinian Textbooks
do not incite hatred and violence -
Eine
vom US-Kongress in Auftrag gegebene
Studie entkräftet landläufige Vorurteile
/ Analysis and Evaluation of the New
Palestinian Curriculum |
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Avivs
Albtraum Gazastreifen
Im
palästinensisch-israelischen
Konflikt werden Kinder indoktriniert
und instrumentalisiert |
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Die Debatte um israelische und palästinensische
Schulbücher -
Traugott Schöfthaler
Online-Magazin der Deutschen UNESCO-Kommission
-
Ausgabe 3, März 2003 |
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Der dritte Weg |
Es gibt dumme Palästinenser die ihren Kindern Waffen
geben, wie man hier sieht, gibt es ebenso dumme Israelis.
Wenn man die einen kritisiert, darf man die anderen nicht vergessen.
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Die palästinensische Bir-Zeit-Universität
zu Zeiten des Aufruhrs - "Studieren und nicht aufgeben. Überleben
und nicht sterben - auch das ist Intifada"
(20. Oktober 2002 |
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Child Recruitment in Israel |
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Georg-Eckert-Institut: Schulbuchprojekt
mit Israel und Palästina |
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SEPTEMBER 1999, pages 19-20 - Special
Report Israeli Textbooks and Children’s
Literature Promote Racism and Hatred
Toward Palestinians and Arabs
See
also;
http://theunjustmedia.com/ |
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PNA: Incitement in Palestinian Textbooks
‘a Myth’ |
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Was denken israelische Kinder über Araber?
Im Sommer 2001, kurz nach dem Anschlag auf die Tel
Aviver Discothek "Dolphinarium" führte der
von der University of London kommende Student
Assi Sharabi mit 84 israelischen Kindern
ein Gespräch durch. Er wollte seine Doktorarbeit
darüber schreiben, wie die israelischen
Kinder die Araber, insbesondere die arabischen
Kinder sehen. Er wählte Kinder im Alter
von acht und neun Jahren dafür aus, und
teilte sie in drei Gruppen ein: die Stadtkinder,
die Siedlerkinder und die Kibbuzkinder,
und befragte sie zum israelisch-palästinensischen
Konflikt.
mehr >>>.
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http://www.geocities.com/alabasters_archive/childrens_hate_lit.html
written by Tamar Meroz - first published
in Hebrew in Ha'aretz Weekly Supplement,
pp. 8, 9 ,27.
September 20, 1974 translated and republished
in English in
The Non-Jew in the Jewish State:
A Collection of Documents
edited and prepared by Israel Shahak
pages 81-90 1975 with the original title
of
The Adventures of Oz Yaus, Tzuptzik
and Danidin
The Adventures of Oz Yaoz, Tzuptzik
and Danidin
Scores of Children's Books Published
in Israel encourage hatred and contempt
for the Arabs. The principle is identical
in all these endless serials: the Israeli
heroes defeat the stupid Arabs. There
is no control over these books, which
are swallowed indiscriminately. Who
are the authors of these books and what
motivates them?
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Schulbücher und Lehrinhalte sind ein wichtiger Seismograph für
den Verständigungsgrad zwischen
Israelis und Palästinensern.
Eine
Untersuchung
israelischer Schulbücher hat festgestellt,
dass die palästinensische Position dort
ausgeblendet wird. - Joseph Croitoru |
Band 110/2
Falk Pingel (Ed.): Contested Past, Disputed
Present. Curricula and Teaching in Israeli
and Palestinian Schools .
2003. 150 S.
ISBN 3-88304-143-2
Band 110/2 behandelt
die Entwicklung von Lehrplänen für Geschichte
und Politik / Staatsbürgerkunde vor
dem Hintergrund der politischen und
bildungspolitischen Debatte in Israel
und Palästina. Weiterhin geben zwei
Unterrichts-
einheiten einen Einblick in die Behandlung
des Konflikts in der Schule. Beide Seiten
haben das Gefühl, dass die jeweils andere
Seite die Konfliktsituation ausnutzt
und beide glauben, dass sich die internationale
Gemeinschaft mit der jeweils anderen
Partei verbündet.
Die Debatte über palästinensische und
israelische Schulbücher und Curricula
hat sich weit über die Grenzen Israels
und der palästinensischen Gebiete ausgebreitet.
Die Beiträge israelischer, palästinensischer,
amerikanischer und deutscher Wissenschaftler
sollen beiden Seiten helfen, zu einem
rationaleren Urteil im Bildungsbereich
zu kommen; zugleich treten sie für Vermittlung
statt Konfrontation ein.
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Palestinian
Textbooks » - Fact From Fiction
Analysis and
Evaluation of the New Palestinian
Curriculum: Reviewing Palestinian
Textbooks and Tolerance Education
Program (Grades 4 & 9),
written by the Israel/Palestine
Center for Research and Information
(IPCRI). (June 2004)
Examination of Israeli Textbooks in
Elementary Schools of the State
Educational System,
written by the Israel/Palestine
Center for Research and Information
(IPCRI). (April 2004)
The Effect of the Israeli Occupation on
Education from September 2000 to
April 2004, written by
the Palestinian Ministry of
Education. (April 2004)
http://www.nad-plo.org/ctextmain.php |
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Kinderschicksal -
Das Leben der Kinder in Palästina |
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49.2007 -
Mangel an Unterrichtmaterial im
Gaza-Streifen -
In der letzten Woche begann in Palästina
das neue Schuljahr, doch in den Schulen
fehlt 30% des Unterrichtmaterials.
Dieser Missstand führt John Ging,
Direktor der UNRWA (Hilfswerk für
palästinensische Flüchtlinge der
Vereinten Nationen) im Gaza-Streifen,
auf die Schließungen der Grenzübergänge
durch Israel zurück.
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Christliche Religion in
arabischen Schulbüchern
Die beiden Autoren Wolfram Reiss
und Rainer Bartsch analysieren die
Darstellung des Christentums in
arabischen Schulbüchern. Ihr Fazit:
Religiöse Toleranz spiele darin zwar
eine wichtige Rolle, eine untergeordnete
dagegen die christliche
Glaubensgemeinschaft. Von Götz Nordbruch |
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Auf dem Weg zu mehr Verständnis
Ein israelisch-palästinesisches
Schulbuchprojekt soll Brücken bauen
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GIBT ES ANTISEMITISMUS
IN PALÄSTINENSISCHEN SCHULBÜCHERN?
Als eine der ersten Maßnahmen
hat die neue Regierung in Israel aus
der Schulbuchliste den Titel "Eine Welt
im Wandel" gestrichen, der ein nuanciertes
Bild der Geschichte des jüdischen Staates
bot. Vor kurzem erst war die Palästinensische
Autonomiebehörde international dafür
kritisiert worden, dass ihre Schulbücher
- wie es in der Studie einer Nichtregierungsorganisation
hieß - antisemitische Tendenzen aufwiesen.
Betrachtet man die Ergebnisse der
Untersuchung eingehender, so stellt
man fest, dass jenseits der berechtigten
Kritik die Kampagne in Wirklichkeit
erreichen will, dass die Palästinenser
das israelische Geschichtsbild übernehmen.
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Bildung in Palästina und Itmar Marcus
Wer vergewaltigt die Palästinensischen
Kinder |
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http://www.nad-plo.org/ctextmain.php |
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“Analysis
of the Palestinian Textbook Controversy"
a talk given by Alice Rothchild,
co-chair Visions of Peace w/ Justice,
at World Fellowship Center August,
2001 |
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Israeli Hate Literature
for Children |
Sophia Deeg
Nett geht´s zu am Checkpoint
-
Israel und die
Palästinenser an deutschen Schulen |
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"Ideologische Propaganda in Karten und
Erdkundeunterricht" von Professor Yoram
Bar-Gal, Universiät Haifa, Israel -
Das Erziehungswesen war schon immer auch ideale Plattform
zur Verbreitung von ideologischem Gedankengut.
Und insbesondere das Fach Erdkunde spielte
in der Schule eine wichtige Rolle, und diente
dazu, eine eigenes an das Territorium gebundenes
nationales Bewusstsein zu erwecken.
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Keine falschen
Bilder lehren
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Feindbilder, Vorurteile und Klischees können
schon in der Schule entstehen, zum
Beispiel durch einseitige
Darstellungen nationaler Kulturen in
Schulbüchern. Das Georg-Eckert-Institut hat es
sich zur Aufgabe gemacht,
Unterrichtsmaterialien auf ihre
Inhalte hin zu untersuchen und
Schulbuchautoren zu beraten. Petra
Tabeling berichtet. |
Band 110/1
Ruth Firer and Sami Adwan: The Israeli-Palestinian
Conflict in History and Civics Textbooks
of Both Nations. Ed.: Falk Pingel.
2004. 176 S.
ISBN 3-88304-142-4
€ 9,-
Band 110/1enthält
eine umfassende Analyse der in den 90er
Jahren in Israel und Palästina eingesetzten
Schulbücher. Die israelische Autorin
Ruth Firer hat mit ihren Studien
im Bereich der Friedensforschung am
Truman Institute for the Advancement
of Peace an der Hebräischen Universität
von Jerusalem Ansehen erworben. Sie
untersucht, inwieweit Bücher und Curricula
von einer Kriegs- oder Friedenskultur
beeinflußt wurden. In den älteren Büchern
werden die Palästinenser als selbständiges
Volk kaum erwähnt und sind lediglich
als Beteiligte des arabischen Widerstandes
gegen die Gründung des Staates Israel
dargestellt. Einige der neuesten Schulbücher
weisen deutliche Veränderungen auf,
die das wachsende Bewusstsein in Israel
für Fakten, die zuvor nicht wahrgenommen
wurden, reflektieren, da waren Thesen
der sogenannten "Neuen Historiker" einbeziehen,
die unter dem Verdacht stehen, die zionistischen
Grundprinzipien aufzugeben.
Sami Adwan, der palästinensische
Autor, Erziehungswissenschaftler an
der Universität von Bethlehem, hat die
ägyptischen und jordanischen Schulbücher
unter die Lupe genommen, die immer noch
in einigen palästinensichen Klassen
eingesetzt werden. Erst in den neueren
Schulbüchern, herausgegeben unter der
Schirmherrschaft der Palästinensischen
Autonomiebehörde und erstmals erschienen
im Schuljahr 2000/2001, stellt er einen
eindeutigen Versuch zur Schaffung einer
palästinensischen Identität fest. Doch
wie kann man palästinensische Schüler
zur gewaltfreien Konfliktlösung anleiten,
wenn sie in ihrem Alltag von Gewalt
umgeben sind? Während einerseits Gandhi
als Modell für friedlichen Widerstand
dient, werden andererseits Märtyrer,
die für ihr Volk sterben, verherrlicht.
Die Israelis werden fast ausschließlich
als Besatzungsmacht dargestellt.
Beide Autoren heben hervor, dass der
Prozess der Schulbuch- und Curriculumverbesserung
vorsichtig und unter Einbeziehung von
Lehrern fortgeführt werden sollte. Um
zu einer gemeinsamen Sicht zu gelangen,
müssen beide Seiten anerkennen, dass
sie verschiedene Betrachtungsweisen
ihrer eigenen Geschichte haben.
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Strafandrohungen gegen Gymnasiasten
Israelische Schüler wollen
Militärdienst in besetzten Gebieten
verweigern. |
Mythos Nahost
Plan Dalet und das Massaker in Deir
Jassin
Über die Entstehungszeit Israels
ranken sich viele Mythen. Der
Judenstaat kultiviert weiter sein
Image als Opfer |
... Und eines Tages wird die Bombe
Wirklichkeit und explodiert voller Frust und Zorn.. Es
gibt keine Propaganda in den Schulbüchern, nicht
angeborenen Hass, der die Leute dieses Benehmen lehrt.
Es sind die Lektionen, die man auf den Straßen lernt.
Die Soldaten, die besetzen, die Soldaten, die
kontrollieren, die Soldaten, die dich so hart
herumstoßen – da gibt es keinen Ausweg.
An jedem Morgen, an dem Kinder einen weiteren Schultag
versäumen, weil die Soldaten das Tor des Trennungszaunes nicht
öffnen wollen, für jeden Mann, der mit verbundenen Augen und in
Handschellen an einem Checkpoint abgeführt wird, ... für jedes Kind, das nachts wegen des
unaufhörlichen Schießens und dem Panzerlärm nicht schlafen kann,
wird ein Kämpfer geboren. Einer der Widerstand leistet mit
Steinen, einer Waffe oder mit seinem Körper. All diese von
jemand anderen kontrollierten Augenblicke des Lebens gehen so
lange, bis man aufschreit und zurückschlägt. Sie werden
offensichtlich und plötzlich erfüllst du ihre Erwartungen,
plötzlich bist du in der Falle. Eine Falle, die sie genau für
dich geschaffen haben, in die du hineinfällst oder
hineingestoßen wirst ..... Niemals wird die andere Seite ihren Anteil an all dem (Schrecklichen)
zugeben. Ich allerdings kann die Realität erkennen. Von Grund auf
kann ich sie spüren...
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Die
Debatte
um israelische und palästinensische
Schulbücher
TRAUGOTT SCHÖFTHALER
Setzen Palästinenser und Israelis
auch Schulbücher zur ideologischen
Mobilisierung und damit als
Waffe in den seit zwei Jahren
anhaltenden erbitterten Auseinandersetzungen
ein? Dies war eine zentrale
Frage eines Symposiums des Georg-Eckert-Instituts
für internationale Schulbuchforschung
in Braunschweig vom 8. bis 10.
Dezember 2002.
Die Schulbuchinhalte wurden
trotz der so genannten Zweiten
Intifada auf israelischer und
auf palästinensischer Seite
enorm verbessert. Dennoch werden
einzelne Schulbuchzitate zum
politischen Argument, mit dem
die eine Seite der anderen den
ernsthaften Willen zum Frieden
abspricht. Selbst die EU,
das Hilfswerk der Vereinten
Nationen für Palästinensische
Flüchtlinge (UNWRA) und die
Weltbank mussten sich des Vorwurfs
erwehren, sie förderten Unfrieden
durch Finanzierung palästinensischer
Schulbücher, die in Teilen nicht
den Standards der UNESCO entsprächen.
Ein kurz vor dem Abschluss stehendes
Forschungsprojekt des Georg-Eckert-Instituts
trägt dazu bei, schon jetzt
wichtige Voraussetzungen für
die Gestaltung einer Nachkriegszeit
im Nahen Osten zu schaffen.
Es geht nicht nur um den gegenseitigen
Verzicht auf Aufstachelung zum
Hass, sondern auch um das Verstehen
unterschiedlicher Interessen
und Perspektiven.
Die vom Auswärtigen Amt geförderte
Tagung war geplant als vorläufiger
Schlusspunkt des seit 1990 laufenden
Projekts einer vergleichenden
Untersuchung zur Darstellung
des israelisch-palästinensischen
Konflikts in palästinensischen
und israelischen Schulbüchern.
Die Hauptautoren Dr. Ruth Firer,
Hebrew University Jerusalem,
und Prof. Dr. Sami Adwan, Bethlehem
University, waren jedoch an
der Teilnahme verhindert. Die
Realisierung des Projekts zog
sich wegen der laufenden Neuproduktion
von Schulbüchern weit länger
als geplant hin. Zur Tagung
wurden die noch nicht endgültig
von den Autoren gebilligten
und daher noch nicht zitatfähigen
Vorabdrucke der Studien vorgelegt.
Die erste Studie enthält neben
sorgfältigen und aktuellen Analysen
zwei gänzlich neue Elemente:
eine vergleichende Bewertung
der sehr konträren palästinensischen
und israelischen geschichtlichen
Selbstvergewisserungen ("narratives")
samt Empfehlungen für künftige
Schulbuchgestaltung.
Die zweite Studie enthält internationale
Diskussionsbeiträge, die sich
um Versachlichung der Debatte
bemühen. Seit der regelmäßigen
Verbreitung von Zitaten aus
palästinensischen Schulbüchern
durch das vom ehemaligen Sprecher
Benjamin Netanjahus, André Marcus,
geleitete israelische Zentrum
für das Monitoring der Wirkungen
des Friedensprozesses (CMIP)
war diese Debatte stark politisiert
worden. (CMIP im Internet
www.edume.org)
Die CMIP-Reports waren Gegenstand
eines öffentlichen Vortrags
im Rahmen der Tagung, in der
ein seit Jahren international
ausgewiesener Spezialist in
Sachen Nahost-Schulbücher, der
Politikwissenschaftler Prof.
Dr. Nathan Brown von der George
Washington University, Washington
D.C., eine Analyse vorlegte,
die die neuen palästinensischen
Schulbücher als Belege für signifikante
Bemühungen der Palästinensischen
Autonomiebehörde um die Entschärfung
des Konfliktpotenzials im Bildungswesen
würdigt.
Es sei jedoch völlig unrealistisch,
von palästinensischen Schulbüchern
Werbung für den Verzicht auf
palästinensische Ansprüche zu
erwarten: Diese Forderung sei
hinter zahlreichen Kritiken
verborgen. Beide Seiten
sollten stattdessen Anstrengungen
unternehmen, ihrer Jugend die
unterschiedlichen Perspektiven
von Israelis und Palästinensern
zu vermitteln und damit einen
unverzichtbaren Beitrag zur
Verständigung zu leisten.
Rund 25 Experten aus Deutschland,
Israel und Palästina sowie aus
Belgien (die belgische Regierung
gehört zu den größten Förderern
des palästinensischen Bildungsministeriums),
Großbritannien (Nordirland),
Österreich und den USA erörterten
auf Grundlage mündlicher Vorstellungen
der wesentlichen Inhalte der
beiden Studien sowie weiterer
Berichte die aktuelle Lage und
die sich hieraus ergebenden
Optionen für die kommenden Jahre.
Das Gesprächsklima zwischen
den israelischen und palästinensischen
Experten - einschließlich der
Vertreter der staatlichen Lehrplaninstitute
- war bemerkenswert sachlich.
Auf dem Weg zur Multiperspektivität
Die neuesten Schulbücher und
Lehrpläne sind als erheblicher
Fortschritt auf dem Weg zu einer
Bildung zu werten, die mehr
der Verständigung als der Anstachelung
zum Hass dient. Die israelische
Schulbuchkommission hat jetzt
unter Beteiligung der israelischen
Palästinenser erstmals das Ziel
"Multiperspektivität" im Lehrplan
festgeschrieben. Sowohl israelisch-palästinensische
als auch israelisch-jüdische
Sichtweisen sollen allen Jugendlichen
vermittelt werden.
Auf palästinensischer Seite
korrespondiert damit die sehr
weitgehende Tilgung von Negativwertungen
der jüdischen Religion und Israels.
Damit sind jeweils unilateral
Grundlagen für weitergehende
Bemühungen um eine Erziehung
zur Verständigung geschaffen.
Bilaterale Kooperation erscheint
jedoch auf absehbare Zeit nicht
möglich. Sowohl die israelischen
als auch die palästinensischen
Experten haben daher die Notwendigkeit
einer Einschaltung dritter und
vierter Parteien sowie des multilateralen
Rahmens der UNESCO nachdrücklich
betont.
Die weitere Herausarbeitung
der unterschiedlichen israelischen
und palästinensischen Perspektiven
wurde hierbei als Priorität
gewertet. Ein wichtiger Anstoß
wird von dem an der Talitha
Kumi-Schule in Beit Jala angesiedelten
Friedensforschungsinstitut für
den Nahen Osten (Peace Research
Institute for the Middle East
PRIME) erwartet, das derzeit
eine Publikation vorbereitet,
in der israelische und palästinensische
Experten die unterschiedlichen
Sichtweisen zu den aus ihrer
Sicht sechs wichtigsten Streitfragen
herausarbeiten.
Von Jugendbegegnungen in Nahost
rieten unter gegebenen Umständen
die meisten Teilnehmer ab. Hingegen
wurden pädagogische Lehrerseminare
unter Einschaltung von Schulbuch-
und Lehrplanexperten als besonders
wichtig bewertet. Sie müssten
jedoch außerhalb der Region
stattfinden, zum Beispiel in
Braunschweig. Auch das Internet
sollte mehr als bisher zur Präsentation
von Texten und zur Bereitstellung
von Unterrichtsmaterialien genutzt
werden. Dabei sollte auch das
Potenzial einer Darstellung
vergleichbarer Bemühungen um
Konfliktbewältigung im Schulbuch
aus anderen Regionen mehr als
bisher verfügbar gemacht werden
(Nordirland, deutsch-polnische
Schulbuchkommission, Bosnien-Herzegowina).
Alle Teilnehmer befürworteten
den Aufbau einer starken Nahostkomponente
in dem zur Zeit zur Beratung
anstehenden neuen UNESCO-Programm
zur Schulbuchforschung und -verbesserung.
Neuere Forschungsberichte aus
dem Georg-Eckert-Institut geben
Hinweise auf Probleme arabischer
Schulbücher, die tiefer liegen
als die Zitatensammlungen des
CMIP. Sie tragen noch die Erblast
eines christlichen Antijudaismus.
Formulierungen wie "Jesus war
Opfer einer jüdischen Verschwörung"
haben in Europa vor 1945 zum
Holocaust beigetragen. Deutsche
Fachinstitute könnten wichtige
Ergebnisse der Neugestaltung
des christlichen Religionsunterrichts
in den letzten Jahrzehnten und
frühchristlicher Geschichtsschreibung
an Lehrplangestalter und Schulbuchautoren
im Nahen Osten übermitteln.
Von den zehn eingeladenen Experten
aus Palästina konnten nur fünf
nach Braunschweig kommen. Fünf
weitere palästinensische Experten
wurden infolge neuer verschärfter
Einreisebedingungen trotz gültiger
Schengen-Visa an der jordanischen
Grenze gestoppt. Hintergrund
ist offenbar die zunehmende
Besorgnis der jordanischen Behörden,
angesichts der Erschwernisse
würde es zu einer Massenflucht
von Palästinensern aus der Westbank
nach Jordanien kommen. Angeblich
haben in den letzten Monaten
bereits 125.000 Palästinenser
- überwiegend illegal - Zuflucht
in Jordanien gesucht.
DR. TRAUGOTT SCHÖFTHALER ist
Generalsekretär der Deutschen
UNESCO-Kommission.
http://www.unesco-heute.de/0303/gei-symposium.htm
Frankfurter Rundschau vom 01.10.2001
Palästinensische Schulbücher
Nahost-Konflikt
wird differenzierter dargestellt
now BERLIN, 1. Oktober. Das Georg-Eckert-Institut
für internationale Schulbuchforschung hat in
einer vergleichenden Studie Fortschritte bei
der Gestaltung von Schulbüchern festgestellt,
mit deren Hilfe palästinensische Kinder und
Jugendliche Geschichte und Sozialkunde lernen.
Zwar werde Israel in den Lehrmaterialien weiterhin
als Aggressor, aber nicht mehr länger als Bandit
oder Schurke hingestellt, sagte Professor Sami
Adwan (Bethlehem) am Montag in Berlin
bei der Präsentation der Studie. Häufig werde
der aktuelle Konflikt zwischen Israel und den
Palästinensern ganz ausgespart, stellte die
erste vergleichende Studie von israelischen
und palästinensischen Geschichts- und Sozialkundebüchern
für das erste bis sechste Schuljahr fest. Anlass
dafür waren Vorwürfe, palästinensische Schulbücher
verbreiteten antisemitische Klischees.
Propagiert werde in den aktuellen Lehrmaterialien
meist das Bild einer "sauberen, homogenen palästinensischen
Gesellschaft", sagte Götz Nordbruch von der
Berliner Humboldt-Universität. Als abschreckendes
Beispiel "westlicher Dekadenz" sei an einer
Stelle das Foto zweier Punks dem Bild einer
palästinensischen Familie gegenüber gestellt.
Auch israelische Schulbücher würden den Palästina-Konflikt
wesentlich differenzierter darstellen, erläuterte
Professor Yoshua Mathias von der Universität
Tel Aviv. Die überwiegende Mehrheit der Bücher
spreche heute auch die "dunklen Seiten" der
zionistischen Geschichte an, wie die Vertreibung
palästinensischer Bewohner.
Erklärung
des Erziehungsministeriums –Palästina zum Palästinensischen
Curriculum und zu den Schulbüchern - 12. Mai 2001
Einleitung
Das palästinensische Ministerium für
Erziehung (MOE) wurde Ende 1994 gegründet. Es
ist eine allgemein bekannte Tatsache, daß es
einen jämmerlichen Bildungszustand in der Westbank
und in Gaza von den israelischen Besatzungsbehörden
übernahm. Seitdem hat sich das palästinensische
Erziehungsministerium außerordentlich darum
bemüht, der Verschlechterung in konkreten Schritten
entgegenzuwirken, die das Bildungssystem während
der Besetzung erlitt.
Ernste Probleme wie z. B. die Schulen,
in denen in drei Schichten unterrichtet werden
muß, die mangelnde Lehrerausbildung und die
schrecklichen Folgen der Rekrutierungspraktiken
etc. charakterisierten die Bildung in der Besatzungszeit.
So spürte das Bildungsministerium die Notwendigkeit,
ein Curriculum zu entwickeln, das den Schülern
entspricht, um die Dualität der Curricula in
der Westbank und in Gaza zu ersetzen und um
das Bildungssystem konsequent zu vereinen. Der
Plan enthält gegenwärtige Themen in Bereichen
der Demokratie, Menschenrechte, Rechte von Kindern,
Stärkung der Frauen, Pluralität und Toleranz.
Die neue Vision enthält auch neue Themenbereiche:
Gesundheit, Umwelt, Christliche Erziehung und
Informationstechnologie, zusätzlich zu Verbesserungen
und Änderungen im Bereich der Lehre der Fremdsprachen
etc. Schon bald nach seiner Gründung bat das
MOE die UNESCO und Geberländer um Hilfen für
die Errichtung eines „Palestinian Curriculum
Development Center“s (PCDC), das jetzt vollauf
damit beschäftigt ist, das allererste palästinenische
Curriculum der Geschichte zu entwickeln.
Bis jetzt hat es nur palästinensische
Schulbücher für zwei Klassenstufen veröffentlicht:
Für die 1. Klasse (Kinder im Alter von 6 Jahren)
und für die 6. Klasse (Kinder im Alter von 11
Jahren). Aus pädagogischen Gründen wird geplant
und erwartet, daß die palästinensischen Schulbücher
für die restlichen 10 Klassen in Etappen bis
zum Jahr 2004/2005 angefertigt werden. Solange
benutzen diese Klassenstufen die jordanischen
Schulbücher in der Westbank und die ägyptischen
Schulbücher in Gaza, was bereits seit 1950 der
Fall ist.
Viele in der internationalen Gemeinschaft
unterschätzen die Schwierigkeit und Sensibilität,
die es bedeutet, ein nationales Curriculum und
Schulbücher für ein Volk anzufertigen, das so
lange Jahre gelitten hat unter brutaler Besatzung
und das sich in sehr komplizierten und frustrierenden
Verhandlungen engagierte, die sein Schicksal
und seine Grenzen bestimmen werden. Viele unterschätzen
die Komplexität und den Zeitbedarf der Versöhnung
und des Heilungsprozesses. .....
Quelle und mehr >>>
Eine Besatzung
die Kinder dazu bringt sich umzubringen
-
von Leah Tsemel
- ZNet 03.12.2003
(Leah Tsemel ist eine israelische Anwältin die in
Jerusalem arbeitet. Das ist eine Fassung ihrer
Rede über Kinder und Menschenrechte bei der
Giorgio Cini Gesellschaft in Venedig.)
Meine Eltern verließen Europa knapp
vor dem Holocaust und sie verloren durch diesen
die meisten ihrer Familienmitglieder. Um mir
ein besseres Leben und die Sicherheit eines
eigenen Staates zu versprechen kamen sie in
jenen Teil der Welt welcher heute Israel genannt
wird, und einmal Palästina genannt worden ist.
Nach fast 60 Jahren kann ich nicht behaupten,
dass sie dies erreichten; im Gegenteil. Es scheint,
dass meine Eltern und andere welche den israelischen
Staat bauen wollten nicht verstanden haben,
dass es unmöglich ist eine neue Zukunft auf
dem Fundament von Unterdrückung zu bauen.
Ich habe 30 Jahre lang die PalästinenserInnen
in israelischen Gerichtshöfen verteidigt und
habe es trotz meiner Anstrengungen nicht geschafft
die Richter, ob nun in Militärtribunalen oder
im Höchstgerichtshof, dazu zu bringen diese
einfache Wahrheit zu verstehen. Sie Situation
verschlechtert sich und letztes Jahr machte
ich zwei Schritte rückwärts für jeden vorwärts,
wie in den letzten 25 Jahren.
Der bekannte israelische Autor David
Grossman hat über die Reinwaschung der Sprache
durch die israelische Besatzung geschrieben.
„Besatzung“ wurde in Hebräisch zu „Entlassung“
oder „Rettung“. „Kolonisation wurde zu „friedlicher
Lösung“. „Töten“ wurde zu „anvisieren“. Die
PalästinenserInnen antworteten auf diese Euphemismen
durch die Radikalisierung ihrer Sprache. Früher
kamen meine Klienten in mein Büro in Jerusalem
und sprachen über SoldatInnen oder SiedlerInnen.
Heute sprechen sie über al-yahud – die Juden.
„Die Juden haben mir meine ID-Karte weggenommen“,
„die Juden haben mich geschlagen“, „die Juden
haben dieses oder jenes zerstört“. Das erschreckt
mich. Wenn der israelische Staat mit allen Juden
der Welt identifiziert wird und alle Juden auf
der Welt als SoldatInnen oder SiedlerInnen betrachtet
werden, müssen wir sehr vorsichtig sein.
Ein palästinensisches Kind welches
heute al-yahud sagt, was „die Juden“ bedeutet,
und damit die Leute in Uniform meint, wird fanatisch
werden und einen nationalistischen Fanatismus
entwickeln, neben einem jugendlichen religiösen
Fanatismus. Aber ein ähnliches Problem, vielleicht
sogar schlimmer, ist, dass der religiöse Fanatismus
auf der jüdischen Seite zu wachsen beginnt.
Die jüngere Generation der israelischen Juden
und Jüdinnen wollen die AraberInnen verbannen.
An den Mauern in israelischen Städten sehen
wir hebräische Slogans wie „Araber aus dem Land“
oder „Tod den Arabern“. Wir erreichen einen
Zustand, in welchem die israelische Regierung
offen darüber debattiert, was sie mit Yasser
Arafat machen wird, dem gewählten Präsidenten
der PalästinenserInnen: soll man ihn töten?
Ihn abschieben? Die Wahl eines anderen, entgegenkommenderen
Präsidenten für die PalästinenserInnen arrangieren,
der schwach genug ist um uns alles zu geben
was wir wollen?
Die hauptsächlichen Opfer der Besatzung
und der Unterdrückung sind Inder. In Israel
sind die alten Gesetze Aus der Zeit des britischen
Mandats vor der Unabhängigkeit noch immer in
Kraft, welche es der Besatzungsmacht erlauben
kollektive Strafen durchzuführen. Kürzlich verlor
ich einen Fall. Ich hatte versucht die Zerstörung
des Hauses eines jungen Mannes zu verhindern,
eines palästinensischen Selbstmordattentäters
der sich selbst und acht andere in der Nähe
eines militärischen Camps außerhalb Tel Avivs
umgebracht hatte. Gemäß dem Gesetz aus der britischen
Mandatszeit soll das Haus von jemandem der einen
terroristischen Angriff durchführt zerstört
werden. Als ich die Familie anrief um ihnen
zu sagen, dass ich verloren habe, sagte die
Mutter des Selbstmordattentäters „Ich wußte,
daß wir keine Hoffnung haben. Wir haben das
Haus bereits evakuiert.“
Nur selten haben wir in solchen
Fällen die Zeit vor Gericht zu gehen. [Haus-]Zerstörungen
bestrafen normalerweise nicht die Verbrecher
sondern ihre Familien. Sehr oft werden sie ohne
Vorwarnung durchgeführt. „Sie haben fünf Minuten
um das Haus zu verlassen!“ ist die ganze Zeit
die man [ihnen] gibt. Die Zerstörer zertrümmern
alles – die Einrichtung und das Gewand. Ich
frage die Familien oft was sie in diesen fünf
Minuten schnell mitnehmen und sie sagen „die
Zeugnisse der Kinder“. Ihr Optimismus ist wunderbar.
Die Kinder von KämpferInnen, also
von „palästinensischen TerroristInnen“, werden
für immer gebrandmarkt sein. Unter der militärischen
Besatzung wird ihnen nicht gestattet das Land
zu verlassen, die Stadt zu wechseln oder woanders
zu studieren. Sie können ihre Eltern nicht im
Gefängnis besuchen.
Die letzte Bestrafung für „terroristische“
Familien ist es sie zu zwingen umzuziehen. Seit
dem Beginn der letzten Intifada gab es in jeder
palästinensischen Stadt in den besetzten Gebieten
eine totale Ausgangssperre, während israelische
Panzer hinein und hinausfahren wie es ihnen
passt. Es ist ein Hobby palästinensischer Kinder
auf Hügel, Berge und die Zäune und Hindernisse
zu klettern, die Israel aufbaut um die Bewegung
zwischen den Dörfern und Städten zu verhindern.
Jetzt baut Sharon einen Zaun – oder
nein, eine Mauer – zwischen Israel und Palästina.
Dieser Zaun ist keine Grenze; er verläuft nicht
entlang der Grenzen von 1967. Das ist eine Mauer
die eine Apartheid zwischen der jüdischen und
der palästinensischen Bevölkerung schaffen soll,
und welche die PalästinenserInnen von den kleinen
Stücken bebaubaren Landes in den besetzten Gebieten
trennen soll welche noch nicht von den jüdischen
SiedlerInnen genommen worden sind, und um dieses
Land in den israelischen Staat zu integrieren.
Manchmal sieht man lustige oder
berührende Szenen. Mütter die auf Betonmauern
oder Zäune klettern. Öfter hört man traurige
Geschichten, wie jene über die jungen israelischen
Soldaten welche eine palästinensische Frau welche
im Begriff war zu gebären nicht durchließen.
Das Kind starb.
Die Unterdrückung und die Erniedrigung
sind schwere Bürden. Um zu einem Doktor in einem
Krankenhaus zu kommen muss ein Kind aus der
Nähe von Ramallah stundenlang mit seinem Vater
gehen, nur um auf eine Straßenblockade zu stoßen.
Die Kultur des Vaters hat ihm gelehrt, dass
er ein Patriarch sein sollte, und es kränkt
ihn tief vor den Augen seines Sohnes die SoldatInnen
anbetteln und anflehen zu müssen, sie durchzulassen.
Was für ein Bild bekommen diese Kinder von ihren
Ältern?
Dann gibt es die Ermordungen von
Kindern. Kürzlich warf ein zehnjähriges Kind
einen Stein auf einen Soldaten in der Nähe einer
Straßenblockade außerhalb Jerusalems und wurde
erschossen. Ein Ein-Tonnen Bombe die von einem
israelischen Flugzeug auf Gaza abgeworfen worden
ist, die dichtest besiedelste Stadt in der Welt,
tötete 16 Kinder. Mohammed Dura, das Kind welches
zu Beginn der Intifada vor drei Jahren in den
Armen seines Vaters gestorben ist, ist mehr
als ein Symbol: er ist eine alltägliche Realität.
Ein Teil dieser großen Tragödie
stammt von der Ähnlichkeit zwischen den PalästinenserInnen
und den Israelis. Ein europäischer Freund sagte
mir vor kurzem: „Ich verstehe das nicht; alle
sind sich so ähnlich. Wie erkennen die SoldatInnen
wer arabisch und wer jüdisch ist?“ und ich sagte
ihm was ich gehört habe: „Die SoldatInnen starren
in die Augen einer Person, und wenn sie jüdische
Augen hat, sind sie sicher arabisch.“
An einem anderen Tag sah ich an
der Grenze zwischen Ost- und Westjerusalem 150
ältere palästinensische Männer in einem Park.
Sie waren alle aus dem Westjordanland und die
Polizei ließ sie nicht in die Stadt hinein –
entweder hatten sie keine Passierscheine oder
die Polizei weigerte sich die Scheine anzuerkennen
die sie hatten. Ich ging dort mit meinem üblichen
Optimismus hin, und dachte, dass ich eine Frau
bin, weiß bin, jüdisch bin, eine Anwältin bin,
ich alle Probleme lösen kann, und ich versuchte
mit den SoldatInnen und mit der Polizei zu reden.
Die Männer standen einfach stumm da. Ihnen war
befohlen worden die Akkus aus ihren Mobiltelephonen
zu nehmen und nicht zu sprechen. Ich fühlte
mich dumm. Sie hatten ihre Situation viel besser
verstanden als ich. Sie wußten, dass sie einen
hohen Preis zahlen würden, wenn sie mir antworten
würden; sie wußten bereits, dass mein Einschreiten
sinnlos war. Die willkürlichen Befugnisse der
SoldatInnen und der Polizei sind viel größer
als jedes legale System das ich repräsentiere.
Ich dachte: was hätte Primo Levi empfunden wenn
er diesen Moment gesehen hätte, in dem andere
Menschen von JüdInnen unterdrückt werden?
Die frühere israelische Premierministern
Golda Meir sagte, dass sie Albträume hatte,
weil die PalästinenserInnen sich so schnell
vermehren: vor 20 Jahren verursachte diese Bemerkung
einen Skandal. Aber am 29. August 2003 beschloss
die israelische Knesset folgendes Gesetz: „Wenn
es zu einer Heirat zwischen einer israelischen
und einer palästinensischen Person aus den besetzten
Gebieten kommt, wird die [palästinensische]
Person nicht nach Israel kommen dürfen, und
jedes Kind einer solchen Ehe wird nicht im israelischen
Geburtenregister verzeichnet werden, wenn es
nicht innerhalb eines Jahres nach seiner Geburt
registriert wird.“ Wir versuchen angestrengt
diese Politik zu bekämpfen, welche ich nur rassistisch
nennen kann.
Die palästinensischen Kinder, bilden
als Ergebnis dieses Krieges ein Potential an
Selbstmordattentätern. Ich vertrete jene welche
nicht sterben konnten und ich weiß von jenen
die starben, also spreche ich aus Erfahrung.
Sie sterben nicht für die 70 Jungfrauen die
ihnen versprochen werden wenn sie Shahids (Märtyrer)
werden und sie werden nicht gezwungen oder einer
Gehirnwäsche unterzogen. Diese Jungen Menschen
kommen von allen teilen der Bevölkerung, und
sterben aus Verzweiflung freiwillig. Sie fühlen,
dass sie wenig zu verlieren und nur Ruhm zu
gewinnen haben. Es ist furchtbar, wenn eine
Gesellschaft Kinder dazu bringt sich umzubringen;
es ist furchtbar, wenn unsere jüdische israelische
Gesellschaft Siedler produziert die ein Auto
vollgepackt mit starken Sprengstoffen vor einer
palästinensischen Mädchenschule in Jerusalem
stehen lassen, wie jetzt enthüllt worden ist.
Die Polizei fand es nur zufällig. Die Ermordung
von Kindern ist zu einer Besessenheit geworden.
Seit der letzten Intifada bis heute sind 700
palästinensische und 100 jüdische Kinder unter
16 Jahren gestorben. In den letzten drei Jahren
sind 382 palästinensische Kinder von der Armee
oder von SiederInnen umgebracht worden, und
auch 79 israelische Kinder starben. Es ist ein
Albtraum ein israelisches Kind zu sein – sich
davor zu fürchten zum Bus zu gehen, zum Markt,
in das Geschäft. An jedem Tor stehen Wachen
die deine Taschen öffnen und dich durchsuchen.
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