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Der Fall Ahed Tamimi
Der Fall Mohammad Tamimi

 

 



    






Kinder im Gefängnis

Der Fall Ahed Tamimi

 

 

14. 2. 2018



 

B'Tselem mit wenigen Worten – Tamimi und die Gerichtsfarce - 13.02.2018 - Amir Gilutz - Letzten Monat hat ein Militärrichter der Forderung des Staatsanwalts (nach dem Verbleib von) 'Ahed und Nariman Tamimi in der Untersuchungshaft stattgegeben.

Die wichtigsten Maßnahmen Israels gegen 'Ahed und Nariman Tamimi sind – in unterschiedlichem Ausmaß – von tausenden juristischen Verfahren bekannt, die Israel gegen palästinensische Angeklagte betreibt: Gewalttätige Festnahmen mitten in der Nacht, unseriöse Anklagen und lange Haft, die zu Untersuchungshaft für die Dauer des Verfahrens führt. Ein Untersuchungshäftling sitzt keine Haftstrafe ab und muss als unschuldig gelten, bis seine Schuld bewiesen ist.

Die Tatsache, dass solche Maßnahmen bei Minderjährigen eingesetzt werden, vergrößert die Menschenrechtsverletzung, die im Umgang Israels mit hunderten palästinensischen Minderjährige die gleiche ist: Laut den Statistiken des Israel Prison Service vom 30. November 2017 wurden 181 palästinensische Minderjährige für die Dauer ihrer Gerichtsverfahren in Haft gehalten.

Das ist Standardpraxis im Militärapparat, der in Israel euphemistisch als israelische Gerichte bekannt ist: Auf der einen Seite die Palästinenser, in diesem Fall 'Ahed, Noor und Nariman Tamimi, Untertanen der israelischen Militärbesatzung.

 Auf der anderen die Staatsanwaltschaft und die Richter, die immer Militäroffiziere sind, d.h Teil des Systems selbst, das das Leben aller Palästinenser in den besetzten Gebieten regelt.

Die Militärorder – die festlegen, was ein Palästinenser machen kann und was nicht – sind alle von israelischen Offizieren geschrieben und diktieren alle Aspekte ihres Lebens. Es ist diese Realität, auf die sich die israelischen Militärgerichte als der Rechtsnorm beziehen.

Wenn ein ganzes System mobil macht, um ein 17-jähriges Mädchen zu demütigen und zu strafen, weil es "keine Angst hat", haben wir – die Bürger, in deren Namen das System operiert – wieder einmal die Gelegenheit, etwas Offenkundiges festzustellen: Wenn Ahed Tamimi Jüdin wäre, wäre die Wahrscheinlichkeit, dass sie verhaftet würde, minimal; nur Palästinenser werden vor die israelischen Militärgerichte in der Westbank gestellt; die Verurteilungsquote in diesen Gerichten beträgt fast 100%. Vor dieser sorgfältig inszenierten Farce, in gut durchdachtem Wortgeschwafel getarnt, liegt ein der am meisten Schaden zufügenden Apparate der Besatzung. Ihr Zweck besteht nicht darin die Wahrheit oder Gerechtigkeit zu suchen, sondern die israelische Kontrolle über das palästinensische Volk aufrechtzuerhalten.   Amir Gilutz, Sprecher von B'Tselem
 Quelle             Übersetzung: K. Nebauer

 

 

 

Was geschah als eine jüdische Siedlerin einen Soldaten ohrfeigte - Noa Osterreicher - Diese Ohrfeige schaffte es nicht in die Abendnachrichten. Diese Ohrfeige, die auf der Wange eines Nahal-Soldaten in Hebron landete, führte auch nicht zu einer Anklage.

Die Angreiferin, die einen Soldaten schlug, der versuchte, sie daran zu hindern, Steine zu werfen, wurde zur Befragung festgenommen, aber noch am selben Tag gegen Kaution wieder freigelassen und durfte nach Hause gehen.
Zuvor war sie bereits fünf mal verurteilt worden – für das Werfen von Steinen, für Angriffe auf Polizisten und für andere Ordnungwidrigkeiten, doch sie musste kein einziges mal ins Gefängnis. In einem Fall wurde sie verurteilt und auf Bewährung freigelassen, in den anderen Fällen zu einem Monat Sozialdienst verurteilt und zu einer symbolischen Geldstrafe als Entschädigung für die Opfer.  (pdf)  >>>

 


13. 2.  2018

Quelle facebook - um alle Bilder zu sehen, zu vergrößern auf das Bild klicken.
 

Prozess gegen Ahed Tamimi - Jeanne d'Arc aus dem Westjordanland - Vor einem Militärgericht in Israel hat der Prozess gegen Ahed Tamimi begonnen. Weil sie Armeeangehörige attackierte, wurde die 17-Jährige zur Freiheitsheldin der Palästinenser und zum Hassobjekt vieler Israelis. - Aus Nabi Salih und Tel Aviv berichtet Thore Schröder (...)

An diesem Dienstag hat im Militärgericht des Ofer-Gefängnisses nordwestlich von Jerusalem ihr Prozess begonnen. Die israelischen Militärgerichte sind für die palästinensische Bevölkerung in den besetzten Gebieten zuständig - daher wird auch Tamimis Fall dort verhandelt.

Ahed Tamimi ist in zwölf Punkten angeklagt. Nur drei davon beziehen sich auf ihr Verhalten im Video: Angriff auf einen Soldaten, Behinderung der Arbeit eines Soldaten, Aufhetzung. Die anderen Punkte gehen zurück auf fünf weitere Angriffe auf israelische Sicherheitskräfte in den vergangenen Jahren. Tamimi wird unter anderem beschuldigt, Steine geworfen und Drohungen ausgesprochen zu haben sowie an Ausschreitungen beteiligt gewesen zu sein. "Ich denke, dass diese alten Vorwürfe herausgeholt wurden, um sie so lange wie möglich in Haft zu behalten", sagt ihre israelische Anwältin Gaby Lasky, die früher Generalsekretärin der Organisation Peace Now war. Sie vertritt auch Aheds Cousine Nour und Mutter Nariman, die noch auf ihre Verhandlungen warten.

Für die meisten Palästinenser und viele internationale Aktivisten ist Ahed Tamimi eine Heldin, eine Ikone des Widerstands gegen die Besatzung. Mahmoud Abbas, Chef des palästinensischen Autonomiebehörde, rief nach dem Vorfall ihren Vater an und lobte den Widerstand der Familie. Kommentatoren vergleichen sie mit Rosa Parks, Jeanne d'Arc oder Malala Yousafzai. Sie sehen ein unbewaffnetes Mädchen mit blauen Augen und blonder Löwenmähne, das sich furchtlos der schwer bewaffneten Übermacht in den Weg stellt. Weltweit protestieren Menschen für ihre Freilassung, Tausende unterzeichnen Petitionen. Sie alle fordern: "Free Ahed Tamimi". (...)

Erst vier Tage nach dem Vorfall wurde Ahed Tamimi verhaftet, mitten in der Nacht. Das Video der Gefangenahme wurde danach von der Pressestelle der Armee verbreitet. Verteidigungsminister Avigdor Lieberman jubelte: "Wer tagsüber wild wird, wird nachts verhaftet." "Sie lässt die Besatzung schlecht aussehen"

"Direkt nach dem, was im Video zu sehen ist, ist erst mal gar nichts passiert", sagt Anwältin Lasky, "die Soldaten haben noch nicht mal einen Bericht darüber geschrieben. Verhaftet wurde sie erst nach diesem Medienwirbel." Der Journalist Anshel Pfeffer schreibt in der Zeitung "Haaretz": "Ein palästinensisches Mädchen, das einen israelischen Offizier schlägt, war eine nationale Beleidigung, die nur gelindert werden konnte durch die Bilder ihrer Verhaftung durch weibliche Grenzpolizistinnen in voller Körperpanzerung." Seine Schlussfolgerung: Ahed Tamimi wurde festgenommen, weil sie " die Besatzung schlecht aussehen lässt."  >>>
 

26. 1. 2018

 

 

 

Bassem Al-Tamimi mit dem Avaaz-Team - Liebe Avaaz-Gemeinschaft, vor einigen Wochen stürmten Soldaten mitten in der Nacht mein Haus und zerrten meine 16-jährige Tochter ins Gefängnis. Jetzt sitzt sie in einer kalten Zelle.

Ich habe mein Leben dem zivilen Widerstand gewidmet. Deswegen hält die Armee mein Kind fest: Sie wollen unseren Willen brechen. Doch ich bin seit acht Jahren Avaaz-Mitglied und habe gesehen, was diese Gemeinschaft alles erreicht, wenn wir gemeinsam gegen Ungerechtigkeiten aufstehen.

Am 31. Januar geht der Fall meiner Tochter vor Gericht. Doch Israels Militärgerichte verurteilen 99% der Palästinenser, selbst wenn sie Kinder sind. Bitte unterzeichnet meinen dringenden Aufruf mit nur einem Klick -- wir überreichen ihn direkt an Entscheidungsträger aus aller Welt:

Helft mir, meine Tochter Ahed zu befreien

An Entscheidungsträger aus aller Welt:

„Wir fordern die Freilassung Aheds und aller palästinensischen Kinder, die zu Unrecht in Militärgefängnissen sitzen.


Die internationale Gemeinschaft muss der Inhaftierung und der schlechten Behandlung von Kindern in diesen Gefängnissen ein Ende setzen. Wir haben genug.

An Ahed und all die Kinder in israelischen Militärgefängnissen: Wir stehen euch zur Seite und tragen euch im Herzen. Wir geben nicht auf, bis ihr frei seid. Ihr seid nicht allein."

Helft mir, meine Tochter Ahed zu befreien

Als ich sie im Gerichtssaal sah, war sie blass, gefesselt und zitterte. Sie hatte offensichtlich Schmerzen. Ich wollte weinen, aber ich konnte nicht. Ich muss stark bleiben, damit sie stark bleibt.

Dann weigerte sich der Richter, sie gegen Kaution freizulassen, und nun könnte meine Tochter mehrere Monate oder Jahre hinter Gittern verbringen, bevor sie überhaupt einen Prozess bekommt. Es gibt keinen Grund, sie so festzuhalten! Sie haben sie mitgenommen, weil sie einen schwer bewaffneten Offizier geschlagen hat, nachdem seine Soldaten ihrem 15-jährigen Cousin ins Gesicht geschossen und seinen Schädel zertrümmert hatten. Doch anstatt sich darauf zu fokussieren, dass ein Minderjähriger angeschossen wurde, richten sie das Augenmerk auf meine Tochter und lasten ihr zwölf Straftaten an.

Seit dem Jahr 2000 sind über 12.000 palästinensische Kinder verhaftet worden! Egal wie man zu diesem Konflikt steht: Wir können uns darüber einig sein, dass kein Kind ohne einen fairen Prozess in ein Militärgefängnis gesteckt und Misshandlungen ausgesetzt werden soll.

Ich habe mich persönlich an Diplomaten gerichtet. Doch meine Stimme ist allein nicht stark genug. Deswegen bitte ich euch, mir jetzt zur Seite zu stehen. Wir wissen, dass die Militärrichter keine weltweite Aufmerksamkeit wünschen. Und Israels Politiker möchten nicht, dass inhaftierte Kinder zu einem riesigen öffentlichen Skandal werden. Unterschreibt hier -- uns bleiben nur wenige Tage:

Helft mir, meine Tochter Ahed zu befreien

Es inspiriert mich zu sehen, wie sich diese Bewegung mit aller Kraft und Leidenschaft für Freiheit und Gerechtigkeit einsetzt, um eine bessere Welt für künftige Generationen zu schaffen. Deswegen wende ich mich an euch -- denn ich weiß, dass wenn irgendjemand meine Tochter und die anderen Kinder befreien kann, dann ist es die Avaaz-Gemeinschaft.

PS: Das Avaaz-Team hat dieses Merkblatt angefertigt, mit mehr Informationen über Israels Umgang mit palästinensischen Kindern. (Eine deutsche Übersetzung wird schnellstmöglich zur Verfügung gestellt)
 

 

 

22. 1. 2018


ONLINE-PETITION
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Bitte verbreitet die Solidaritätsbotschaften oder teilt die digitale Aktion und die aktualisierte Pressemitteilung auf Facebook und Twitter unter Verwendung der vorgeschlagenen Hashtags:
#FreiheitFürAhedTamimi #FreiheitFürAhed #GerechtigkeitFürAhed #SolidaritätMitNabiSaleh #GerechtigkeitFürNabiSaleh
#FreeAhedTamimi #FreeAhed #Justice4Ahed #SolidarityWithNabiSaleh #Justice4NabiSaleh (...)


TWITTER ZIELADRESSEN

.@IsraeliPM
.@AvigdorLiberman

VORSCHLÄGE FÜR TWITTER-BOTSCHAFTEN - DEUTSCH


- Ahed Tamimis Inhaftierung löst globale Entrüstung aus. Aber es sind gerade DREIHUNDERFÜNFZIG palästinensische Kinder – manche erst 12 Jahre alt - in israelischen Gefängnissen und Haftzentren. #FreiheitFürAhedTamimi

- Sagt #Israel: Stoppt den systematischen Missbrauch von Kindern durch Militärhaft @IsraeliPM @AvigdorLiberman

- #Israel muss 16-jährige Ahed Tamimi unverzüglich freilassen. #FreiheitFürAhedTamimi

- Sagt @IsraeliPM @AvigdorLiberman: NICHTS, das sie getan hat, rechtfertigt Inhaftierung und mögliche Gefängnisstrafe für ein Kind.

- #Nichts, das Ahed Tamimi getan hat, kann ihre Inhaftierung und mögliche Haftstrafe rechtfertigen. #FreiheitFürAhedTamimi

- #350 palästinensische Kinder befinden sich aktuell in #Israelischen Gefängnissen und Haftanstalten.

- #Palästinensische Kinder werden bei Festnahmen und Verhören durch #Israelische Truppen routinemäßig Misshandlungen unterzogen.

VORSCHLÄGE FÜR FACEBOOK-BOTSCHAFTEN - DEUTSCH
: Ahed Tamimis fortlaufende Haft und ihr Verfahren vor einem Militärgerichtshof ist ein Beispiel für die institutionelle Diskriminierung, die für die Behandlung palästinensischer Minderjähriger, die sich am Aktivismus beteiligen, typisch ist ... und das zeigt, wie Israel seine internationalen menschenrechtlichen Verpflichtungen Kindern gegenüber verletzt. Die 16-jährige Ahed Tamimi ist eine von geschätzt 350 palästinensischen Minderjährigen, die gegenwärtig in israelischen Gefängnissen und Haftzentren festgehalten werden. Jedes Jahr verhaften israelische Truppen rund 500-700 palästinensische Kinder, die durch den Prozess der Jugendmilitärhaft systematisch missbraucht werden, und stellen sie vor Gericht. Einmal festgenommen, werden Minderjährige systematisch Folter und anderen Misshandlungen unterzogen wie etwa durch das Verbinden der Augen, Drohungen, barsche Befragungen in Abwesenheit von Anwälten oder Eltern, Einzelhaft und in manchen Fällen körperliche Gewalt. Eine Inhaftierung von Minderjährigen sollte immer nur das Mittel der letzten Wahl sein. Deshalb - #Israel muss Ahed Tamimi unverzüglich freilassen.

 

 

 

 

 

 

 

16 year-old Ahed Tamimi is a Palestinian child who hit world news after a video went viral showing her slapping and pushing two armed Israeli soldiers in her home's front yard. She was clearly no threat, as they lightly swat her away.

She has now been detained for over a month, aggressively interrogated and is looking at a prison sentence that could be up to 10 years.

Act now for Ahed – tell Israeli Prime Minister to release her.

There is nothing that can justify Ahed Tamimi’s continued detention. The video of the incident clearly showed that she posed little threat to the soldier she slapped.

Ahed confronted the soldiers during a demonstration against US President Donald Trump’s recent decision to recognize Jerusalem as the capital of Israel.

The detention of a child should be a last resort - Call on Israeli Prime Minister to release her immediately.

Ahed can face up to 10 years of her life in prison. Her trial before a military court starts in a few days. We need to act quickly. - Magdalena Mughrabi - Deputy Director - MENA Regional Office Amnesty International

 

 

 

 

19. 1. 2018

 


 

Nach 30 Tagen im Gefängnis wird Ahed Tamimis Haft unbefristet verlängert - 17.01.2018 - James North und Philip Weiss - Ahed Tamimi, 16, wird seit ihrer Festnahme am 19. Dezember in einem israelischen Gefängnis festgehalten, weil sie einen Soldaten geschlagen hat. Heute hat das Militärgericht im Ofer-Gefängnis im besetzten Territorium ihre Haft auf unbestimmte Zeit verlängert, bis ihr Prozess abgeschlossen ist.

B'Tselem berichtet: Heute (Mittwoch, 17.1.2018) hat ein Militärrichter dem Antrag des Staatsanwalts Ahed und Nariman Tamimi in Untersuchungshaft zurückzuschicken, zugestimmt...

Untersuchungshaft für die Dauer des Prozesses bedeutet, dass eine Person nach dem Abschluss der Ermittlungen und der Ausarbeitung der Anklage in Haft bleibt, bis das ganze Strafverfahren einschließlich Schuldspruch und Strafzumessung abgeschlossen ist. Während dieser Zeit verbüßt der Gefangene keine Haftstrafe und soll als unschuldig gelten, bis die Schuld bewiesen ist.

The Guardian zitiert den Richter: "Ich habe keine Alternative dazu gefunden, ihre Haft bis zum Ende des Verfahrens anzuordnen", entschied der Richter... "Die Schwere der Straftaten, derer sie angeklagt ist, erlaubt keine Alternative zur Haft."

Tamimis Mutter wurde ebenfalls in die Untersuchungshaft zurückgeschickt, sagt B'Tselem: Ahed Tamimi (16) und ihre Mutter Nariman (42) waren seit 19. Dezember 2017 in Haft, nachdem Ahed mitten in der Nacht aus ihrem Zuhause abgeführt und ihre Mutter festgenommen wurde, als sie einen Tag später kam, um herauszufinden, was mit ihrer Tochter geschehen war. Allen Anträgen der Militär-Staatsanwaltschaft zur Verlängerung ihrer Haft, wurde von den Militärrichtern zugestimmt. Inzwischen hatte die Staatsantwaltschaft eine aufgeblähte Fallakte gegen Mutter und Tochter erstellt, einschließlich einer Litanei von Anklagepunkten, die bis April 2016 zurückgehen - und dabei praktischerweise die Tatsache ignoriert, dass die Behörden bis jetzt keine Notwendigkeit gesehen haben, die Verdächtigen zu verhaften oder für eine Befragung vorzuladen...

Die Menschenrechtsorganisation sagt, Tamimi sei kaum ein Einzelfall: "Schaut auf Ahed Tamimi und seht, was palästinensischen Minderjährigen in israelischen Militärgerichten passiert. Die Entscheidung Tamimi zurück in Untersuchungshaft zu schicken, überrascht nicht, wenn Richter und Staatsanwälte Militärangehörige und die Angeklagten Palästinenser sind, und die Verurteilungsquote bei fast 100% liegt."

Lara Friedman von der Foundation for Middle East Peace zitiert den Militärrichter aus Haaretz und kommentiert: Richter: 'Die Initiative, die sie gezeigt hat und der Schweregrad der Gewalt, die sie angewendet hat [Ohrfeigen, Tritte] bestätigen die Gefahr, die von ihr ausgeht [für das israelische Ego, den Stolz und die Verteidigung der Besatzung].'

Jeder, der schockiert ist, dass eine junge Frau für ein geringfügiges Vergehen einen Monat und mehr im Gefängnis festgehalten wird, versteht nicht, dass im besetzten Palästina keine normalen Gesetze Anwendung finden. Das ist Militärrecht. So lehrt der Fall sicherlich, "wie das israelische Militärgerichtssystem weniger der Gerechtigkeit dient als als wichtigs Mittel der Unterdrückung, das der Kontrolle Israels über die Palästinenser in den besetzten Gebieten dient", wie B'Tselem sagt. Sie haben das vielleicht nicht in der New York Times gelesen, aber das ist seit 50 Jahren das alltägliche Leben für Palästinenser.

Die lange Haft ist gar nicht ungewöhnlich; viele Menschen werden von Israel  ohne Prozess festgehalten. Besatzung bedeutet, dass normale Gerichtsverfahren und internationales Verständnis – Vertretung durch einen Anwalt, Unschuldsvermutung, Kaution als Maßnahme, um Fluchtgefahr zu stoppen, keine Bestrafung des Angeklagten – hier alle aufgehoben sind.

Bill van Esveld von Human Rights Watch sagt, dass die Staatsanwaltschaft bei Tamimi aus Prinzip die maximale Strafe gefordert hat und es sich um ein durchgehendes Muster handelt:

Anders als die Siedlern gegenüber oft gezeigte Milde – auch denen gegenüber, die israelische Soldaten schlagen – fordert der Staatsanwalt die maximale Strafe für das Mädchen, deren Anklage dutzend Aufzählungen von tätlichen Übergriffen, Aufhetzung, Behinderung von Soldaten, Steinewerfen bei Zwischenfällen seit April 2016 beinhaltet.

Und anders als die Behandlung von Israelis in israelischen Zivilgerichten verweigern Militärgerichte in der Westbank in 70% der Fälle von palästinensischen Kindern die Hinterlegung eine Kaution. Ein UNICEF-Bericht von 2013 findet, dass fast alle Kinder ein Schuldgeständnis ablegen, um die Länge der Untersuchungshaft zu reduzieren, weil das "der schnellste Weg ist freigelassen zu werden" aus einem System, das Kindern normalerweise den Zugang zu einem Anwalt oder die Anwesenheit eines Elternteils während Verhören unter Druck verweigert und "Kindern nicht erlaubt, sich selbst zu verteidigen". Wenn man bedenkt, dass der Militärstaatsanwalt vorhat, 18 Zeugen, meist Soldaten, vorzuladen, kann Aheds Prozess Monate dauern.        Quelle          Übersetzung: K. Nebauer

 

 

 

 


Targeted for nonviolent resistance: Israel seeks imprisonment of Palestinian activist Munther Amira
-  The Israeli military court at Ofer, which has over a 99% conviction rate, ruled on Tuesday to extend the detention of Palestinian activist Munther Amira until next Sunday pending further interrogation.

Amira, 47, the head of the Coordinator of the Popular Struggle Coordination Committee (PSCC) in the occupied West Bank, is well known and highly respected across the Palestinian territory and his home, the Aida refugee camp, for his nonviolent activism against the Israeli occupation.

Amira was arrested by Israeli forces on December 27 during a routine protest in front of Israel’s illegal separation wall in northern Bethlehem city, in the southern occupied West Bank.
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16. 1. 2018

 






Prozess in Israel - Militärgericht klagt 16-Jährige an
- Nicola Albrecht - Sie schlug vor laufender Kamera einem israelischen Soldaten ins Gesicht. Nun steht die Palästinenserin vor Gericht. Die einen sehen sie als Provokateurin, die anderen als Ikone.

Wie so oft im israelisch-palästinensischen Konflikt ist es ein Amateurvideo, das sich über die sozialen Netzwerke verbreitet und eine heftige Kontroverse auslöst, sogar über die Konfliktregion hinaus. Auf den Bildern ist die 16-jährige Palästinenserin Ahed Tamimi aus Nadi Saleh zu sehen, einem kleinen Dorf im Westjordanland. Das Mädchen mit blonder Lockenmähne tritt und schlägt auf zwei israelische Soldaten ein, einer ihrer Hiebe trifft schließlich einen Soldaten ins Gesicht. Der bewaffnete Soldat reagiert kaum.

In Israel wurden daraufhin die Soldaten für ihre zurückhaltende Reaktion gelobt und Tamimi als Provokateurin kritisiert. In den palästinensischen und anderen arabischen Medien wurde die junge Frau als Heldin, ja Ikone des Widerstands gegen die israelische Besatzung gefeiert. Seit dem 19. Dezember 2017 sitzt sie in Untersuchungshaft. Nun steht sie vor dem israelischen Militärgericht und wird unter anderem wegen Körperverletzung angeklagt. Der Fall Tamimi - eine klassische David-Goliath-Geschichte, nicht zuletzt vermutlich auch deswegen so viel diskutiert, weil Ahed mit ihren blonden Korkenzieherlocken und blauen Augen optisch so gar nicht ein gewalttätiges Image unterstützt.

Menschenrechtsorganisation fordert Freilassung
- Amnesty International fordert zum Prozessauftakt Ahed Tamimis sofortige Freilassung: "Nichts, was Ahed Tamimi getan hat, kann die fortwährende Inhaftierung eines 16-jährigen Mädchens rechtfertigen", heißt es in der Stellungnahme der Menschenrechtsorganisation. "Die israelischen Behörden müssen sie umgehend freilassen."  >>>
 

Sonderseite - Kinder in Palästina - Der Fall Ahed Tamimi >>>

 

 

 

 


Ahed Tamimi should stay in prison because she might slap again
— Israeli ethicist - Jonathan Ofir - One month after she slapped a soldier in occupied Nabi Saleh, 16-year-old Ahed Tamimi faces a final bail hearing today at court.

Tamimi has been imprisoned since December 19 for the December 15 incident. The Israeli prosecution is trying to make Ahed Tamimi a terrorist.

And now Israel’s greatest ethical authority (not by me though), Professor Asa Kasher, has come to join the chorus.

Yesterday, Kasher appeared as a commentator on Ahed’s case. In news coverage for the Dutch NOS Journaal, he is seen viewing a video of her slap (see link from 7:47).

Here’s the text of his short interview:
Kasher: “So she is permanently provocative. So I can understand the judge” [who has so far not released Ahed on bail, unlike her cousin Nour, ed].

Interviewer: “But she’s a minor. How can she be dangerous?”

Kasher: “Dangerous in the sense that she can slap the… slap another officer, and another… ‘Dangerous’ doesn’t need to mean jeopardizing life. It means breaking law and order. I mean, not acting properly, to the extent that disturbs the people from accomplishing their missions.”

Get it? Ahed has simply disturbed the soldiers from accomplishing their mission – which had included shooting her cousin Mohammed in the face earlier that day, and occupying their village as they do daily. That’s dangerous – because it’s a really important mission. And Ahed could slap again, and again. Who knows, one day she could come to slap the Chief of Staff, and then all hell would break loose.

But it is Asa Kasher who is far more dangerous than Ahed Tamimi. Because he is a kind of moral authority, and particularly where Israel’s military occupation is concerned, because he is the author of the Israel Defense Forces Ethics code (written in 1994). Kasher has recently also been commissioned by Education Minister Naftali Bennnett to write an ‘ethics code’ for Israeli universities, the main purpose of which was to stifle any discussion of Boycott, Divestment, and Sanctions (BDS ). The American Association of University Professors (AAUP) as well as the American Federation of Teachers (AFT) joined Israeli academics in condemning the document for its encroachment on academic freedom.    >>>

 

Fotoserie  Free Ahed >>>
 

Sonderseite - Kinder in Palästina - Der Fall Ahed Tamimi >>>


 

 

 

 

Redaktion Christ und Welt - Leserbrief zum Artikel von Frau Christina Rietz in Ihrer Zeitung vom 4.1.2018 - Hermann Dierkes - Werte Redaktion, ich bitte um Beruecksichtigung des nachfolgenden Leserbriefs.

Zunächst einmal darf von einer Zeitung erwartet werden, dass sie  – auch bei unterschiedlichen Standpunkten in der Sache - den Regeln des Deutschen Presserats entsprechend wahrheitsgetreu und fair informiert. Der Artikel von Frau Rietz entspricht diesen Geboten fuer seriösen Journalismus nicht. Da wird die ”Ohrfeige” des kleinen 16-jährigen palästinensischen Mädchens Ahed Tamimi gegen einen Besatzungssoldaten, das verzweifelt nach seinem (verhafteten und schwerverletzten) Bruder fragt, wahrheitswidrig zum ”Faustschlag” (man fuehlt den bis an die Zähne bewaffneten israelischen Soldaten buchstäblich wanken und fast zu Boden gehen). Da ist dieser Vorfall fuer Frau Rietz ein Szenario, ”in dem sich die grossen Debatten des ganzen Landes spiegeln”. ”Grosse Debatten” finden unter demokratischen Verhältnissen statt mit dem Ziel einer politischen Lösung – davon kann ja wohl keine Rede sein in einer Situation, wo der koloniale Besatzerstaat Israel systematisch Völkerrecht bricht, gegen alle UN-Entschliessungen verstösst und die Palästinenser tagtäglich entwuerdigt, sie beraubt und unterdrueckt – im Grossen wie im Kleinen. ”Grosse Debatten” sehen dann so aus, dass grossmäulige rechtsradikale Minister die Richtung fuer das anstehende Militärgerichtsverfahren (!) vorgeben und die tapfere Ahed fuer lange Zeit hinter Schloss und Riegel sehen wollen. Was hat das alles ueberhaupt mit Rechtsstaat, Menschenrecht, denen Sie sich möglicherweise verpflichtet fuehlen – und ganz zu schweigen – mit christlicher Einstellung zu tun, Frau Rietz?

Ich weiss, wovon ich rede, ich habe die Region mehrmals besucht und mit den Menschen gesprochen – zu beiden Seiten der Mauer. Ich halte Sie, Frau Rietz, fuer informiert und intelligent genug, um diese empörenden Verhältnisse nicht zu kennen bzw. sich ggfs. gruendlich kundig zu machen. Fragen Sie doch einfach mal die ueberlebenden christlichen Gemeinden in Jerusalem bzw. im Westjordanland!  

Frau Rietz erwähnt immerhin, dass neben dem Heimatdorf der Familie Tamimi eine völkerrechtlich illegale israelische Siedlung entsteht.  Ich fuege hinzu: wie fast ueberall im Westjordanland. Die Familie Tamimi – und ihre Tochter Ahed – ist seit Jahren unter grossen Opfern im Widerstand engagiert. Ist Ihnen wirklich nicht bekannt, Frau Rietz, dass eine unterdrueckte Nation – und damit auch die betroffene Familie Tamimi - nach dem Völkerrecht das Recht zum Widerstand hat? Wie kommen Sie dazu, darueber zu fabulieren, ”wer wen als Erstes und wie lange provoziert hat”, welche Seite ”was fuer sich in Anspruch nimmt”?  Wie kommen Sie dazu, ”beiden (!) Seiten physische, strukturelle oder politische Gewalt” zu unterstellen? Wo findet sich diese auf palästinensischer Seite? Sind Sie wirklich ausserstande, Unterdruecker und Unterdrueckte, Recht und Unrecht zu unterscheiden? Welch eine reife journalistische Leistung! Geht Ihnen wirklich jede Empathie flöten, wo ein wehrloses Volk von einer hochgeruesteten und ökonomisch ueberlegenen Militärmacht mit einer entsetzlich verlogenen Ideologie an die Wand gedrueckt wird? Sie schreiben diesen unsäglichen Artikel in einer Zeit, wo sich massgebende Kreise der israelischen Mainstream-Politik anschicken, das besetzte Land auch förmlich zu annektieren und auch dem Letzten deutlich werden muss, dass dieser sog. ”Friedensprozess” ein einziger Betrug ist? Ihre scheinbare Ausgewogenheit - ”beide Seiten beanspruchen” - ist in Wahrheit eine schlecht verhuellte Parteinahme fuer die koloniale Unterdueckung. Mit dieser Einstellung hätten die Schwarzen Suedafrikas niemals gegen die Apartheid kämpfen duerfen, sondern sie erdulden muessen, wären die schwarzen Buergerrechtler in den US-Suedstaaten immer noch gezwungen aufzustehen, wenn ein weisser Mann im öffentlichen Bus ihren Sitzplatz beansprucht. Wo ist die Publizistik in Deutschland inzwischen (wieder) gelandet?!

 

 

 

 

 

 

 

 

Quelle facebook

 

 

 

 

7. 1. 2018

 

Heldin des Widerstands - Eine palästinensische Teenagerin ist ein Ikone des Kampfs gegen die israelische Besatzung - Gerrit Hoekman - Ahed Al-Tamimi ist ein arabischer Internetstar. Millionen Nutzer schauen sich auf Youtube ihre Videos an. Die Palästinenserin ist populär, weil sie israelische Soldaten anbrüllt, schubst und tritt. Am 19. Dezember war sie zum letzten Mal im Einsatz. Sie zeigte einem Soldaten die Faust, beleidigte ihn und verpasste ihm eine Ohrfeige. Die Soldaten reagierten nicht, aber am nächsten Tag wurde Ahed verhaftet und sitzt seitdem in Untersuchungshaft.

Am Montag veröffentlichte die israelische Staatsanwaltschaft die Anklageschrift. Der 16jährigen werden ganze zwölf Vergehen vorgeworfen, die teilweise bereits länger zurückliegen, wie die palästinensische Nachrichtenagentur Ma’an Dienstag berichtete. So soll die junge Frau mehrfach Steine auf Soldaten geworfen und Gefangene befreit haben. Ihr droht jahrelange Haft.

Die arabischen Medien berichten ausführlich über den Fall. Kinder, die sich gegen die Besatzungstruppen wehren, machen Quote, weil das die erwachsenen Zuschauer besonders rührt. Seit ihrer Verhaftung ist Ahed nun erst recht eine Volksheldin. »Palästinensische Teenager sehen die Fotos und denken: Ich will so sein wie sie«, schrieb der bekannte Friedensaktivist Uri Avnery am Dienstag in einem Kommentar für die israelische Tageszeitung Haaretz. »Jeanne d’Arc« nennt er sie.

Ahed ist inzwischen ein Profi. Schon als Elfjährige ging sie unerschrocken auf Soldaten los. Von einem kleinen Mädchen angegriffen zu werden, bereitete den Israelis sichtbar Kopfschmerzen. Auf den Videos ist die Überraschung in ihren verdutzten Gesichtern zu sehen. Manche grinsen verlegen. Ein Ziel ist damit schon erreicht: Die Besatzungsarmee wird vorgeführt.
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Was geschah als eine jüdische Siedlerin einen Soldaten ohrfeigte - Noa Osterreicher - Diese Ohrfeige schaffte es nicht in die Abendnachrichten. Diese Ohrfeige, die auf der Wange eines Nahal-Soldaten in Hebron landete, führte auch nicht zu einer Anklage.

Die Angreiferin, die einen Soldaten schlug, der versuchte, sie daran zu hindern, Steine zu werfen, wurde zur Befragung festgenommen, aber noch am selben Tag gegen Kaution wieder freigelassen und durfte nach Hause gehen.
Zuvor war sie bereits fünf mal verurteilt worden – für das Werfen von Steinen, für Angriffe auf Polizisten und für andere Ordnungwidrigkeiten, doch sie musste kein einziges mal ins Gefängnis. In einem Fall wurde sie verurteilt und auf Bewährung freigelassen, in den anderen Fällen zu einem Monat Sozialdienst verurteilt und zu einer symbolischen Geldstrafe als Entschädigung für die Opfer.

Die Beschuldigte missachtete systematisch die Vorladungen zu Vernehmungen oder Gerichtsverfahren, aber es kamen dennoch keine Soldaten, um sie mitten in der Nacht aus dem Bett zu zerren, und es wurden auch keine ihrer Verwandten verhaftet. Abgesehen von einem kurzen Bericht von Chaim Levinson über den Vorfall, am 2. Juli 2010, gab es kaum Folgen für die Ohrfeige und die Kratzer, die Yifat Alkobi dem Soldaten zufügte, der sie beim Steinewerfen auf Palästinenser erwischt hatte.

Der Sprecher der Einheit der israelischen Streitkräfte sagte damals, dass die Armee „jeden Vorfall von Gewalt gegen die Sicherheitskräfte sehr ernst nehme“, dennoch lebte die Angreiferin weiterhin friedlich zu Hause. Der Bildungsminister verlangte nicht, dass sie ins Gefängnis käme, die sozialen Medien explodierten nicht mit Aufforderungen zu Vergewaltigung und Mord und der Kolumnist Ben Caspit empfahl nicht, dass sie „in einem dunklen Raum ohne Kameras“ bestraft werden solle.

Wie Ahed Tamimi ist auch Alkobi den Militär- und Polizeikräften, die um ihren Wohnort herum stationiert sind, seit Jahren bekannt, und beide werden für Nervensägen gehalten und sogar als gefährlich betrachtet. Der Hauptunterschied zwischen ihnen besteht darin, dass Tamimi einen Soldaten angegriffen hat, der von einer feindlichen Regierung geschickt wurde, die ihre Existenz nicht anerkennt, ihr Land stiehlt und ihre Verwandten tötet und verwundet, während Alkobi, eine Serienverbrecherin, einen Soldaten ihres eigenen Volkes und ihrer Religion angegriffen hat, der von ihrer Nation geschickt wurde, um sie zu beschützen, eine Nation, in der sie eine Bürgerin mit besonderen Privilegien ist. (pdf)  >>>
 

 

 

2. 1. 2018


Weil es so beispielhaft für vieles steht, ein längerer Text auf der Startseite

 

 Und wenn Ahead deine Tochter wäre?
 Gideon Levy  - 31.12.2017

In den letzten zwei Wochen ist sie alle paar Tage mit einem weiteren oberflächlichen Bericht über die Verlängerung ihrer Haft in die israelischen Wohnzimmer geplatzt. Wieder haben wir ihre goldenen Locken gesehen; wieder haben wir die Botticellifigur in der braunen Uniform des Shin Beith Sicherheitsdienstes und den Handschellen gesehen, die mehr wie ein Mädchen aus Ramat HaSharon aussieht als ein Mädchen aus Nabi Saleh.

Aber nicht einmal Ahed Tamimi "nicht-arabische" Erscheinung hat es geschafft irgendwelche Herzen hier zu berühren. Die Mauer der Entmenschlichung und Dehumanisierung, die mit üblen Hetzkampagnen, Propaganda und Gehirnwäsche gegen die Palästinenser aufgebaut wurde, hat sogar die Blonde aus Nabi Saleh übertrumpft.

"Auch wenn es Aheds erste Haft ist, sind ihr eure Gefängnisse nicht fremd. Meine Tochter hat ihr ganzes Leben unter dem schweren Schatten des israelischen Gefängnisses verbracht. Ich bin stolz auf sie. Sie ist eine Kämpferin für die Freiheit, die den Widerstand gegen die israelische Herrschaft anführen wird." (aus Bassem Tamimis Brief)

Sie könnte deine Tochter sein, oder die Tochter deines Nachbarn, aber die Mißhandlung, die sie erleidet, hat keine Gefühle von Solidarität, Mitgefühl oder grundlegender Menschlichkeit geweckt. Nach dem Wutausbruch darüber, was sie sich getraut hat, kommt jetzt die undurchdringliche Gleichgültigkeit. Sie ist eine "Terroristin". Sie könnte nicht unsere Tochter sein; sie ist eine Palästinenserin.

Niemand fragt sich, was geschehen wäre, wenn Tamimi seine Tochter gewesen wäre. Wärst du nicht stolz auf sie gewesen wie ihr Vater, der in einem Gastartikel, dem Respekt gebührt, seinen Stolz zum Ausdruck bringt. Hättest du gerne eine Tochter wie sie gehabt, die ihre nicht existierende Jugend gegen einen mutigen Kampf für Freiheit tauscht? Oder hättest du lieber eine Tochter, die eine Kollaborateurin ist? Oder auch nur mit einem leeren Kopf?

Und was würdest du empfunden  haben, wenn eine fremde Armee nachts in dein Heim eingefallen und deine Tochter vor deinen Augen aus ihrem Bett in Handschellen abgeführt und für eine längere Zeit inhaftiert hätte, weil sie den Soldaten, der in ihr Heim eingedrungen war, geohrfeigt hat, und die Besatzung geohrfeigt hat, die weit mehr verdient als eine Ohrfeige?

Aber diese Fragen machen niemandem zu schaffen. Tamimi ist eine Palästinenserin, das heißt eine Terroristin, und deshalb verdient sie keinerlei Sympathie. Nichts kann den Verteidigungsschild aufknacken, der die Israelis vor Schuldgefühlen oder zumindest Unbehagen wegen ihrer empörenden Haft schützt, wegen der Diskriminierung durch ein Justizsystem, das sie niemals beachtet hätte, wenn sie eine jüdische Siedlerin wäre.

Sogar die unabhängige Hand des Richters, Major Haim Baliti, hat nicht gewankt, als er feststellte, dass die "Gefahr", die Tamimi darstelle, eine fortgesetzte Haft rechtfertigt. Auch der Richter ist nur ein kleines Rädchen in der Maschinerie, einer der seinen Job macht und abends stolz auf sein verachtenswertes Tagwerk zu seinen eigenen Töchtern und Söhnen zurückkehrt.

Israel versteckt sich hinter einem eisernen Vorhang, der nicht mehr durchstoßen werden kann. Nichts, was Israel den Palästinensern antut, kann noch irgendein Mitgefühl wecken. Nicht einmal das Postergirl Tamimi. Auch wenn sie zu lebenslanger Haft für eine Ohrfeige verurteilt würde, sogar zum Tode verurteilt würde, würde ihre Bestrafung mit offener Freude oder mit Gleichgültigkeit begrüßt. Es gibt keinen Platz für irgend ein anderes menschliches Gefühl gegenüber einem Palästinenser.

Behindertenorganisationen, die einen beeindruckenden Kampf für ihre eigenen Rechte geführt haben, haben kinen Pieps von sich gegeben, als ein Scharfschütze der israelischen Verteidigungskräfte einen behinderten, an bieden Beinen amputierten Mann in einem Rollstuhl im Gazastreifen mit einem Schuss in den Kopf getötet hat. Frauenorganisationen, die kraftvoll und aggressiv gegen sexuelle Belästigung kämpfen, müssen noch wütend aufstehen gegen die Einstellung eines Verfahrens gegen einen Grenzpolizisten, von dem eine palästinensische Gefangene behauptet, er habe sie vergewaltigt. Und Knessetmitglieder haben nicht gegen die schändliche politische Haft ihrer Kollegin Khalida Jarrar protestiert, deren Haft ohne Gerichtsverfahren letzte Woche wieder um sechs Monate verlängert worden ist.

Wenn es nicht einmal Tamimi schafft hier Gefühle der Solidarität, Schock oder ein Schuldgefühl zu wecken, dann ist der Prozess der Verleugnung, der Verschleierung (Geheimhaltung) und der Repression – das wichtigeste Unternehmen der Besatzung nach den Siedlungen – endlich angeschlossen. Nie hat es hier eine so erschreckende Apathie gegeben, nie haben sich hier die Selbsttäuschung und die Lügen so total durchgesetzt, und nie hat es hier so wenig moralische Zweifel angesichts von Ungerechtigkeit gegeben. Nie hat Hetze so vollkommen gesiegt.

Israelis sind nicht mehr fähig sich mit einem mutigen Mädchen zu identifizieren, nicht einmal wenn es aussieht wie ihre Töchter, bloß, weil sie Palästinenserin ist. Es gibt keine Palästinenser mehr, die das Herz der Israelis berühren können. Es gibt keine Ungerechtigkeit mehr, die noch unser Gewissen, das bereits komplett erloschen ist, aufrütteln kann. Nicht stören! Unsere Herzen und Köpfe sind auf eine erschreckende Art verschlossen und verriegelt.
Quelle    
Übersetzung: K. Nebauer

 

 

 

 

30. 12. 2017

 

 


Eine Kindheit im Kampf – Meine Begegnungen mit Ahed Tamimi
- Der israelische Filmemacher und Aktivist Dror Dayan lernte Ahed Tamimi kennen, als er Proteste in ihrem Dorf in Palästina filmte. Die 16-Jährige ist letzte Woche von israelischen Soldat*innen verhaftet worden. Inzwischen ist sie zu einem weltweiten Symbol des palästinensischen Widerstands geworden. Dror lernte sie aber auch als normale Teenagerin kennen.

Eine Kindheit im Kampf – Meine Begegnungen mit Ahed Tamimi - Als ich von der Redaktion von Klasse Gegen Klasse darum gebeten wurde, einen etwas persönlicheren Text über Ahed Tamimi und ihre Verhaftung zu schreiben, zögerte ich. Ja, ein bisschen kenne ich Ahed – aber vielleicht wäre „kennen“ etwas übertrieben. Ahed war ungefähr 11, als ich zum ersten Mal in ihrem Dorf Nabi Saleh war, und wahrscheinlich um die 15 bei meinem letzten Besuch. Obwohl ich oft bei ihr zu Hause war und nach den Demos mit ihren Eltern Kaffee trank, war sie schon zu alt dafür, wie die kleinen Kinder im Dorf hemmungslos mit den fremden Gästen zu spielen, die kein Arabisch sprechen und mit denen man nur per Handzeichen kommuniziert. Als sie alt genug für eine erwachsene, politische Unterhaltung war, standen meine fehlenden Sprachkenntnisse im Weg. Ja, ich kenne Ahed Tamimi – per Kopfnicken und wortlosem Gruß, oder durch den Sucher einer Kamera.

Aber nicht deswegen zögerte ich. Ich zögerte, weil ich nicht der Meinung bin, meine persönliche Erfahrungen in Nabi Saleh würden den Fall von Ahed wichtiger machen als andere. Das ist der Haken an dem Kampf in Nabi Saleh – seit fast einem Jahrzehnt ist er von Journalist*innen und internationalen Aktivist*innen so durchtränkt, dass er dadurch schon fast automatisch eine höhere Bedeutung verliehen bekommt. Aheds Fall macht es umso deutlicher: Allein seit Trumps Jerusalem-Entscheidung wurden circa 150 palästinensische Kinder durch das israelische Militär verhaftet – in den letzten Jahren noch viele mehr. Viele werden gefoltert und misshandelt. Aber >>>

 

 


 


Warum hat der Staat Israel so viel Angst vor der 16-jährigen Ahed Tamimi?
- Die Unterstützung für Ahed ist eine Verurteilung des Staates Israel. - Ariel Gold - Die sechzehnjährige Ahed Tamimi war am Donnerstag wieder vor Gericht, und der Richter entschied zum dritten Mal, dass ihre Haft verlängert wird, diesmal um weitere fünf Tage. In den letzten anderthalb Wochen wurde Ahed zwischen zahlreichen israelischen Gefängnissen und Polizeidienststellen hin- und hergeschoben. Sie wurde in kalten Isolationszellen festgehalten, mit Kameras, die 24 Stunden am Tag auf sie gerichtet waren. Wiederholt, ohne dass ein Elternteil oder Anwalt anwesend war, haben sie versucht, sie zu verhören. Die Begründung für die Entscheidung des Richters, ihre Haft zu verlängern, ist, dass sie "ein Risiko" für das Militär und den Prozess der israelischen Regierung gegen sie darstellt.

Israel hat Recht, dass Ahed Tamimi ein Risiko darstellt. Aber es ist kein Risiko für eine der am stärksten bewaffneten und fortschrittlichsten Militärs der Welt oder für den Rechtsstreit, der gegen sie geführt wird. Das Risiko, das sie darstellt, besteht darin, dass sie sich weigert, sich der israelischen Forderung zu unterwerfen, dass die Palästinenser ihrer eigenen Besatzung nachgeben. Die israelische Logik ist, dass die Palästinenser mit ihrer eigenen Unterdrückung zusammenarbeiten sollten. Sie sollten sich ruhig durch die Checkpoints bewegen, ihre Taschen öffnen, ihren Besatzern nicht in die Augen schauen und den Diebstahl ihrer Ländereien, Ressourcen und Freiheiten nicht herausfordern oder protestieren. Die israelische Logik ist, dass, wenn es ihnen nicht gefällt, sie gehen können. Eigentlich würden sie es sehr bevorzugen, wenn die Palästinenser gehen würden. Die Strategie besteht darin, das Leben für die Palästinenser so unerträglich zu machen, dass sie freiwillig gehen. Das hat sogar einen Namen: "Freiwillige Überweisung".

Seitdem Ahed ein kleines Kind war, haben sie und ihre Familie aktiven Widerstand gegen die israelische Besatzung geleistet. Von 2013 bis heute haben sie regelmäßig Demonstrationen gegen das Militär und die nahegelegenen Siedler durchgeführt, die ihr Land und ihre Wasserquelle übernommen haben. Die Proteste werden mit Tränengas, Gummigeschossen, Skunk Water und scharfer Munition beantwortet.

Im Jahr 2012 wurde Ahed's Vater von Amnesty International zum Gefangenen aus Gewissensgründen erklärt. Im Jahr 2013 wurde ihr Onkel durch einen Tränengaskanister getötet, der in den Kopf geschossen wurde. Im Jahr 2014 war ihre Mutter fast permanent behindert, als sie mit einem Geschoss des Kalibers.22 ins Bein geschossen wurde. Im Jahr 2015 wurde ein Video von Ahed, das ihren jüngeren Bruder daran hindert, verhaftet zu werden, viral. Ihre Cousins und ihr älterer Bruder haben Zeit in israelischen Gefängnissen verbracht.

Am Freitag, den 15. Dezember, wurde Ahed's 14-jähriger Cousin Mohammed Tamimi während eines Protestes gegen die Ankündigung von Präsident Trump, Jerusalem als Hauptstadt Israels zu nennen, mit einem Gummigeschoss ins Gesicht geschossen. Er wurde in das Krankenhaus gebracht, wo er operiert werden musste, und wurde in ein medizinisch induziertes Koma versetzt. Ein paar Stunden später, als bewaffnete Soldaten zu Ahed's Haus kamen und forderten, einzutreten, drückte sie zurück. Sie schlug und trat sie und schrie, dass sie nicht reinkommen konnten.

Shenila Khoja-Moolji schrieb gestern in Aljazeera über den krassen Gegensatz zwischen der Unterstützung, die Malala Yousafzai erhielt, nachdem sie von den Taliban in den Kopf geschossen worden war, und dem Schweigen von feministischen und politischen Führern zu Ahed's Fall. Zugegeben, es gibt einen großen Unterschied zwischen dem Erschießen auf dem Weg zur Schule und der Verhaftung nach dem Schlagen eines Soldaten.

Malala wurde zu einem Treffen mit Präsident Barack Obama eingeladen. Sie wurde von Senatorin Hillary Clinton verfochten und als eine der 100 einflussreichsten Personen im Time Magazine aufgeführt. In den Jahren 2013 und 2014 wurde Malala für den Friedensnobelpreis nominiert und 2014 gewann sie. Im Gegensatz dazu, während Ahed's Geschichte hat einige Berichterstattung in den Nachrichten erhalten hat, hat sie noch keine staatlichen Akteure oder prominente Einflussnehmer zu finden, um ihre Sache zu verfechten. Während der Westen dem Schicksal von Ahed gegenüber weitgehend gleichgültig zu sein scheint, ist Israel auf den Hass gegen das Mädchen fixiert. Der israelische Bildungsminister Neftali Bennett forderte Ahed und ihre Familie auf, "den Rest ihres Lebens im Gefängnis zu verbringen". Verteidigungsminister Avigdor Liberman sagte, dass sie und ihre Familie "das bekommen sollten, was sie verdienen", und der prominente israelische Journalist Ben Caspit sagte, dass Israel "einen Preis bei einer anderen Gelegenheit, im Dunkeln, ohne Zeugen und Kameras, genau bestimmen sollte". Caspit versuchte daraufhin, seine Drohung rückgängig zu machen, indem er sagte, seine Worte seien aus dem Zusammenhang gerissen worden. Aber wie die #MeToo-Bewegung deutlich gemacht hat, eine Verleugnung der eigenen Absichten, macht sie nicht rückgängig oder entschuldigt sie.

Während die #MeToo-Bewegung immer mehr marginalisierte Stimmen aufbaut und emporhebt, wird Ahed's Stimme nicht erkannt, wenn sie als eine Säule in der Bewegung angesehen werden könnte. Ahed widerruft ihre Zustimmung zur brutalen Besetzung Israels. Sie weigert sich, ihre Zustimmung zu den israelischen Streitkräften zu geben, die in das Haus ihrer Familie einmarschieren, in einem weiteren bösartigen, verdienstlosen Nachtangriff. Sie konfrontiert ihre Angreifer und setzt sich gegen das gewalttätige Machtsystem durch, das diesen Kreislauf des Missbrauchs gegen Palästinenser fortdauert. Genauso wie Überlebende sexueller Übergriffe und Vergewaltigungen zum Schweigen gebracht, angezweifelt und für die gegen sie begangenen Verbrechen verantwortlich gemacht werden, steht Ahed vor dem gleichen Rückschlag ihrer Aggressoren. Israel arbeitet Überstunden, um sie zu diskreditieren und ihre Stimme auszulöschen, in der Hoffnung, dass die Menschen ihre Erfindungen über ihre Wahrheit glauben werden. Jetzt ist es an der Zeit, dass Stimmen im #MeToo nach ihrer Freilassung rufen und helfen, die Parallelen zu ziehen.

Shenila Khoja-Moolji erklärt die Gründe für die fehlende Unterstützung von Ahed, die auf die Akzeptanz staatlicher Gewalt, die selektive Humanität der westlichen Gesellschaft und die politische, nicht aber auf die individuelle Natur von Ahed's Feminismus zurückzuführen sind. Das sind alles gültige und wichtige Erklärungen. Aber die Unterstützung für Ahed ist auch eine Verurteilung des Staates Israel. Es handelt sich um eine Verurteilung des israelischen Militärgerichtssystems, das es erlaubt, Kinder in Isolation zu halten und ihnen während des Verhörs den Zugang zu ihren Eltern zu verwehren. Es ist eine Verurteilung des israelischen Siedlungsunternehmens und der fortgesetzten Präsenz auf palästinensischem Land. Ahed zu unterstützen, bedeutet, Israels Behauptung, dass die Palästinenser sich an ihre Besatzer halten müssen, dass sie die Türen für die Soldaten öffnen müssen, die ihre Häuser betreten. Sicherlich dürfen ihre 16-jährigen Mädchen den Soldaten nicht den Arm heben. Es ist eine Sache, Malala dabei zu unterstützen, die Taliban anzugreifen, aber eine ganz andere, Ahed zu unterstützen, wenn sie es mit Israels stärkstem aller Starken aufnimmt.

Nicht alle feministischen Führer haben Angst davor, ihre Unterstützung für Ahed zum Ausdruck zu bringen. CodePink veranstaltet eine Petition an den israelischen Premierminister Benjamin Netanyahu, in der er die Freilassung von Ahed fordert. Wir, zusammen mit anderen, wie z.B. Jewish Voice for Peace, bitten die Mitglieder des Kongresses, die Gesetzgebung der Repräsentantin Betty McCollum zu unterzeichnen, um zu verlangen, dass die US-Hilfe für Israel nicht zum Missbrauch und zur Inhaftierung palästinensischer Kinder führt.

Ahed ist eine Bedrohung für das gesamte israelische Machtsystem. Sie ist sich nicht nur ihrer eigenen inneren Kraft bewusst, sie hat auch keine Angst vor ihren Angreifern. Dies ist die gleiche Tapferkeit, die für Überlebende sexueller Übergriffe erforderlich ist, um ihre Geschichten zu erzählen und ihre Ankläger zur Verantwortung zu ziehen. Es ist die Essenz des Kampfes für die Rechte der Frauen und warum der Feminismus so unvereinbar mit dem Militarismus ist. Damit Ahed in ihrem Kampf für die Befreiung ihres Volkes erfolgreich sein kann, müssen wir sie erst einmal aus dem Gefängnis entlassen. Um dies zu erreichen, brauchen wir alle Menschen, die sich selbst als Feministinnen und Menschenrechtsverteidigerinnen bezeichnen, #FreeAhed. 
Quelle - übersetzt mit DeepL


 

 



 

 


Ahed Tamimi slaps an Israeli soldier, occupying her family's property in Nabi Salehc
- December 15, 2017. Drawing by Katie Miranda. - The Ahed Tamimi case is one of the most important events we have covered because it exposes to the eyes of the world the difference in moral tone between the two sides of the conflict.

The optics are reminiscent of moments in the civil rights struggle. On December 15 in occupied Nabi Saleh, a 16-year-old girl with long blonde hair, Ahed Tamimi, slapped a heavily-armed Israeli soldier who was occupying her back yard, not long after another Israeli soldier had shot her cousin in the face; and when video of the slapping came out, all of Israeli society called for the girl’s arrest, and many were enraged that the soldier was passive. The next night Ahed Tamimi was arrested in a midnight raid; and she is being held without charges, as leading Israelis urge that the key be thrown away, and worse.

Meantime, images of the imprisoned girl’s calm precocious face, framed by the obdurate shoulders of uniformed guards, go round the world, radiating strength and resistance.


Ahed Tamimi behind bars - As Ben Ehrenreich writes at the Nation, the slapping has revealed Israel to the world as a bully because it struck such “a hideous nerve” in Israeli society. While Scott Roth anatomized that nerve for us: Israelis are in “sheer denial” that their country has any responsibility for the “humiliation, violence, and terror of the occupation.”

Which brings me to liberal Zionists. As readers know, I care more about liberal Zionists than anyone in America because they are gatekeepers to the Democratic Party, and when 
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How Ahed Tamimi was slapped first, and why no one is talking about it
- Jonathan Ofir - In this screen shot of Shehab news agency video, Israeli soldier is seen slapping away Ahed Tamimi with his left arm.

The video of Ahed Tamimi slapping Israeli soldiers, which last week caused heated debate in Israeli society concerning the soldiers supposed lack of response, or ‘restraint’ as it were, needs no lengthy introduction these days. The discussion was rather exclusively about the slap, and the humiliation – of the Israeli soldiers, that is. Should they have reacted violently? Was their supposed ‘restraint’, ‘good for the Jews or bad for the Jews’? Was it good to be such a ‘most moral army’ or was it counterproductive to Israel’s image and deterrence?
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28. 12. 2017
 

Israelischer Journalist, der unauszusprechende Handlungen gegen Ahead Tamimi verlangt, versucht vergeblich zurückzurudern - Jonathan Ofir - 26.12.1017 - Der prominente israelische linke Journalist Ben Caspit verursachte letzte Woche international wütenden Protest, als er in seinem Artikel in Ma'ariv schrieb: "Im Fall der Mädchen sollten wir bei irgend einer anderen Gelegenheit, im Dunkeln, ohne Zeugen und Kameras, einen Preis einfordern".

Nach den hitzigen Reaktionen begann er vermutlich um seinen Job bei Ma'ariv und dem respektierten Al-Monitor zu fürchten. Der israelische Aktivist Ofer Neiman twitterte: "Du kannst nicht beides haben – für ein Friedens-orientiertes liberales Blatt schreiben und zu Vergewaltigung/Mord/Gewalt aufzuhetzen."

Gestern versuchte Caspit in einem englisch geschrieben Artikel in der Jerusalem Post zurückzurudern, alles abzustreiten und sich als Mann des Friedens darzustellen.

Caspit: "Das Video ließ das Blut aller Israelis kochen, ohne Rücksicht auf ihre politischen Neigungen." Er habe nicht aufhetzen wollen, sondern im Gegenteil die übermenschliche Zurückhaltung der Soldaten loben usw.

Lesen Sie den ganzen Artikel >>>    Stark gekürzte Übersetzung: K. Nebauer

 

 

27. 12. 2017

 

 

 

 

Israelische Soldaten nahmen 6-jährigen palästinensischen Buben für fünf Stunden fest, nachdem er Steine geworfen hatte - Amira Hass - 23.12.2017  - Am Samstag vor einer Woche kochten die palästinensischen Nachrichten über. Soldaten der israelische Verteidigungskräfte haben einen 6-jährigen Buben aus dem Flüchtlingslager Jalazoun in der Westbank, festgenommen, berichteten sie. Es gibt keine Grenzen für ihre Übeltaten, erregten sich die Websurfer.

Der IDF-Koordinator für Regierungsaktivitäten in den besetzten Gebieten, Generalmajor Yoav Mordechai mischte sich über seine Facebook-Seite schnell ein. Er schrieb in Arabisch, das Kind hätte an gewaltsamen Konfrontationen teilgenommen und sogar Steine geworfen.

"Im Gegensatz zu dem, was palästinensische Medien geschrieben haben, wurde das Kind nicht verhaftet, sondern Offizieren im Distrikt Koordinationsbüro in Ramallah überstellt, die seine Eltern riefen und sie mit dem gefährlichen und gewalttätigen Verhalten ihres Sohnes konfrontierten, neben anderen Kindern", schrieb Mordechai.

Mordechai öffnete ein schwarz-weisses Video, das ziemlich verschwommen zwei Kinder zeigt – eines auf einer hohen Terrasse. Das Kind auf der niedrigeren Terrasse ist rot eingekreist, es hält die beiden Enden einer Schleuder und bewegt sie hin und her. Das andere Kind bewegt eine ähnliche Schleuder, die vermutlich einen Stein hält, geschickter. Das Ziel der Steine war nicht aufgenommen, aber man kann annehmen, dass es der reguläre Militärposten etwa 200 Meter weiter unten ist, am Rand der Siedlung Bet El.

Wenn die Konfrontation, um die Terminologie von Mordechai zu benutzen, wirklich stürmischer war als dass zwei Kinder gewagt haben Steine zu schleudern, dann kann der Beweis dafür nirgends in der veröffentlichten Videoaufnahme gefunden werden.

Die Siedlung Beit El ist in all ihrem Glanz von der Schule des Flüchtlingslagers Jalazoun aus, die an der Hauptstrasse liegt, zu sehen.

Eine hohe Mauer ist kürzlich entlang des Teils der Hauptstrasse errichtet worden, die die jüdische Gemeinde von der palästinensischen trennt. Aber die, die das übervölkerte Flüchtlingslager und seine engen Alleen verlassen, kommen in südlicher Richtung auf jeden Fall an dem üppigen Grün vorbei, das die geräumigen Häuser und ordentlichen Strassen der Siedlung umgibt.

Schmale Obstgärten, Felder und nicht bewirtschaftetes Land trennen den Militärposten von den Schulkindern von Jalazoun. Eines von ihnen ist Ashraf, der nächsten Monat erst 6 Jahre alt wird.

Letzten Montag war es schwer Einzelheiten von dem Zwischenfall von Samstag herauszubekommen. Wir trafen ihn in der Wohnung seiner Großmutter, im Herzen des Flüchtlingslagers. Ashrafs Augen mit den langen Wimpern zeigten seine Neugier, aber in den ersten 30 Minuten brachte er kein Wort heraus. Er hüpfte vom Stuhl auf das Sofa und dann auf einen anderen Lehnstuhl, kroch unter einen niedrigen Tisch und bedeckte sein Gesicht mit seinen kleinen Händen, während er dem Gespräch der Erwachsenen zuhörte (oder nicht zuhörte).

Er ist noch immer verängstigt, erklärte sein Vater. Er schreckt in der Nacht auf, weigert sich in die Schule zu gehen, wo er Erstklässler ist, und spricht sehr wenig. Seine Nicht-Verhaftung hat ihn ganz schön verschreckt.

Sein Vater, der erzählt, dass seine Familie aus al-Abbasiyya stammt, berichtet: Am Samstag war keine Schule und Ashraf kam in sein kleines Geschäft an der Hauptstrasse, die das Flüchtlingslager von der Siedlung trennt. Plötzlich gegen Mittag bemerkte er, dass sein Sohn verschwunden war. Er hatte noch nicht einmal Zeit gehabt sich Sorgen zu machen, als ein paar Kinder gerannt kamen und ihm sagten, dass Soldaten Ashraf mitgenommen hätten.

Nachdem er sein Geschäft verlassen hatte, gelang es ihm einen bewaffneten Soldaten zu sehen, der seinen Sohn am Rücken trug, "wie einen Sack Mehl", wie es später in sozialen Medien beschrieben wurde. Die älteren Kinder hatten es geschafft vor den bewaffneten Soldaten, die sie verfolgten, wegzulaufen; nur Ashraf hatte es nicht geschafft wegzukommen und wurde geschnappt.    >>>

 

 

 

 

Schrei, geliebtes Land!
Uri Avnery, 23. Dezember 2017

JEDER DER die Todesstrafe vorschlägt ist entweder ein völliger Dummkopf oder ein unverbesserlicher Zyniker oder geistig gestört  - oder alles zusammen. Es gibt keine effektive Therapie für einen dieser defekten. Ich würde es nicht einmal versuchen. Ein Idiot würde nicht einmal den unermesslichen Beweis der Schlussfolgerung verstehen. Für einen Zyniker, dem Befürworter der Todesstrafe ist es ein bewährter Stimmen-Fänger. Eine geistig gestörte Person wird allein am Gedanken einer Exekution Vergnügen  daran haben. Es ist noch nicht so lange her, als Hinrichtungen eine allgemeine Form der öffentlichen Unterhaltung waren.

Ich wende mich an keinen  von ihnen, sondern an gewöhnliche vernünftige Bürger von Israel.
LASSEN SIE mich anfangen, die Geschichte meiner eigenen persönlichen Erfahrung zu wiederholen.

1936 begann die arabische Bevölkerung Palästinas  einen gewalttätigen Aufstand. Die Nazi-Verfolgung der Juden in Deutschland trieb viele Juden nach Palästina (einschließlich meiner eigenen Familie) und die lokalen Araber sahen, wie ihr eigenes Land ihnen unter ihren Füßen weggezogen wurde. Sie begannen gewalttätig zu reagieren. Sie nannten dies  den Großen Aufstand, die Briten sprachen über „Unruhen“ und wir nannten sie „die Vorfälle“. (...)

Das Hängen von Ben-Youssef am 29. Juni 1938 verursachte in der ganzen jüdischen Bevölkerung  eine mächtige Schockwelle. Es verursachte eine profunde Veränderung in meinem eigenen Leben. Ich entschied mich, an seine Stelle zu treten. Ich schloss mich der Irgun an, die extremste bewaffnete Untergrund-Organisation (In Israel). Ich war gerade 15 Jahre alt.

Ich wiederhole diese Geschichte, weil die Lektion so bedeutsam ist. Ein unterdrückerisches  Regime, besonders ein ausländisches, denkt immer, dass das Hinrichten von  Terroristen andere abschreckt, sich den Rebellen anzuschließen.

Dieser Gedanke hängt mit der Arroganz des Herrschers  zusammen, der denkt, dass seine Untertanen geringwertigere menschliche Wesen sind. Die reale folge ist immer das Gegenteil. Der hingerichtete Rebell wird ein nationaler Held; für jeden hingerichteten Rebellen schließen sich Dutzende andere dem Kampf an. Die Hinrichtung brütet Hass aus, der Hass führt zu mehr Gewalt.  Falls auch die Familie bestraft wird,  werden die Flammen des Hasses  sogar höher.

Das ist einfache Logik. Aber liegt jenseits der Herrscher.

Nur ein Gedanke: vor etwa 2000 Jahren wurde ein einfacher Zimmermann in Palästina durch Kreuzigung hingerichtet. Man schaue sich die Folgen an.

IN JEDER Armee gibt es eine Anzahl  von Sadisten, die  sich als Patrioten geben.

Während meiner Militärzeit schrieb ich einmal, dass in jeder Truppe  es wenigstens einen Sadisten und einen moralischen Soldaten gibt. Die andern sind weder das eine noch das andere. Sie werden beeinflusst von einem von ihnen, das hängt davon ab, wer von den beiden den stärkeren Charakter hat.

Letzte Woche geschah etwas Schreckliches. Seit der Verkündigung des amerikanischen  Chef-Trottel zu Jerusalem  hat es in der Westbank und im Gazastreifen  tägliche Demonstrationen gegeben. Die Palästinenser im Gazastreifen  nähern sich dem Trennungszaun und werfen Steine  auf die Soldaten auf der israelischen Seite. Die Soldaten  werden angewiesen zu schießen. Jeden Tag werden Palästinenser verletzt, alle paar Tage werden Palästinenser getötet.

Einer der Demonstranten  war Ibrahim Abu-Thuraya, ein 29Jähriger Querschnitt-Gelähmter arabischer Fischer. Seine Beine wurden vor neun Jahren amputiert nachdem er bei einem israelischen Luftangriff auf Gaza verletzt wurde.

Er wurde durch das  unebene  Gelände zum Zaun hin geschoben, als ein Armee-Scharfschütze ihn zum Ziel nahm und tötete. Er war unbewaffnet, nur  ein „Hetzer“.

Der Mörder war kein gewöhnlicher Soldat, der ohne zu zielen, ihn im Nahkampf erschossen haben mag. Er war ein Professioneller, ein Scharfschütze, der sein Opfer  identifizierte und sorgfältig schoss und genau die Stelle traf.

Ich versuche darüber nachzudenken, was im Gehirn des Schützen vor sich ging, bevor er schoss. Das Opfer war nahe.  Es war absolut unmöglich, den Rollstuhl nicht zu sehen. Ibrahim stellte absolut keine Gefahr für den Schützen oder jemand anders dar.

(Ein grausamer israelischer Witz entstand unmittelbar: Den Scharfschützen wurde  befohlen, auf die unteren Körperteile der Demonstranten zu schießen.  Doch Ibrahim hatte keine unteren Körperteile mehr, der Soldat hatte  also keine Wahl außer auf den Kopf zu schießen)

Dies war ein krimineller  Akt, ganz einfach. Ein abscheuliches Kriegsverbrechen.  Was tat die Armee? – ja meine Armee? Wurde er verhaftet?  Überhaupt nicht.  Jeden Tag wird eine neue  Entschuldigung  gefunden, eine ist lächerlicher als die andere. Der Name  des Scharfschützen wird geheim gehalten.
Mein Gott, was geschieht in diesem Land? Was tut die Besatzung uns an?

Ibrahim ist natürlich über Nacht ein palästinensischer Nationalheld geworden. Sein Tod wird andere Palästinenser anspornen, sich dem Kampf anzuschließen.

GIBT ES keine Lichtstrahlen? Doch es gibt sie. Doch nicht viele. Ein paar Tage nach dem Mord an Ibrahim  Abu-Thuraya wurde eine fast komische Szene unsterblich.

Im palästinensischen Dorf Nabi Saleh in der besetzten Westbank standen zwei  voll bewaffnete israelische Soldaten. Der eine  ist ein Offizier, der andere ein Unteroffizier. Eine Gruppe von  drei oder vier  arabischen Mädchen, etwa 15 oder 16 Jahre alt nähern sich ihnen. Sie schreien die Soldaten an und machen ausfällige  Handbewegungen. Die Soldaten  tun so, als bemerkten sie sie nicht.

Ein Mädchen Ahd Tamimi nähert sich einem Soldaten und schlägt ihn. Der Soldat, viel größer als sie, reagiert nicht.  Das Mädchen kommt noch näher und schlägt den Soldaten ins Gesicht.  Er wehrt sich mit seinen Armen. >>>

 


 

 

Wie viele Kinder verlieren ihre Rechte, bevor das Vereinigte Königreich Sanktionen gegen Israel verhängt? - Ben Jamal - 26.12.17 - (...) In den zwei Wochen, seit US-Präsident Trump seine Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels verkündete , haben israelische Streitkräfte über 450 Palästinenser in der besetzten Westbank und in Ost-Jerusalem festgenommen. Die Hälfte davon sind Kinder, so die Kommission für palästinensische Gefangene .

Diejenigen, die die Aktionen der IDF verteidigen wollen, die in den letzten Videos aufgedeckt wurden, behaupten, dass die Videos zeigen, dass Soldaten angesichts der Provokation Zurückhaltung üben. Tatsächlich benutzt Israel routinemäßig tödliche Gewalt gegen Palästinenser. Btselm identifizierte zwischen 2009 und 2017 über 1.500 getötete palästinensische Zivilisten. Im gleichen Zeitraum töteten israelische Sicherheitskräfte 711 Kinder. Sehr wenige dieser Tötungen führen zu Strafverfolgung.

Ein 2015 veröffentlichter Amnesty- Bericht lieferte umfassende Beweise für die staatliche Unterstützung illegaler Tötungen und stellte fest, dass "die israelischen Ermittlungssysteme seit langem dazu dienen, Straffreiheit für ungesetzliche Tötungen von Palästinensern durch israelische Militär- und Polizeikräfte aufrechtzuerhalten".

Als der Fall Ahed Tamimi in die Schlagzeilen geriet, reagierten die sozialen Medien auch auf die Ermordung des amputierten Amputators Ibrahim Abu Thuraya am 16. Dezember.

Er wurde angeblich von einem IDF-Scharfschützen erschossen, während er in seinem Rollstuhl saß und bei einem Protest eine palästinensische Flagge schwenkte. Eine interne Untersuchung, die innerhalb von drei Tagen durchgeführt wurde, fand seitens der IDF " kein moralisches oder professionelles Versagen ".

Im Gegensatz dazu sind die Verurteilungsraten von Palästinensern vor den Militärgerichten Israels erstaunlich. Im Jahr 2011 meldete Yesh Din eine Verurteilungsrate von 99,74 Prozent.

Darüber hinaus stellt Palästina fest, dass Israel die zweifelhafte Auszeichnung hat, das einzige Land der Welt zu sein, das systematisch jedes Jahr zwischen 500 und 700 palästinensische Kinder in einem Militärhaftungssystem festhält, das für seine systematische Folter und Misshandlung von Kindern bekannt ist.

Israels Strategie, die Erzählung zu kontrollieren, beschränkt sich darauf zu glauben, dass wenn Menschen Bilder vollbewaffneter Soldaten sehen, die Kinder manipulieren und in Käfige schubsen, denken sie, dass sie etwas getan haben müssen, um dies zu verdienen, anstatt wie Lineker zu reagieren und die Bilder krank zu finden .

Angesichts der Tatsache, dass ein Doppelamputierter in seinem Rollstuhl erschossen wird, wird er fragen: "Warum hat er protestiert?" eher als welcher Kontext es jemals rechtfertigen kann, einen unbewaffneten behinderten Mann zu erschießen.

Angesichts des Bildes eines unbewaffneten 17-jährigen Mädchens, das einen vollbewaffneten Soldaten einer Besatzungsarmee schlägt, werden die Menschen ihn als denjenigen wahrnehmen, dessen Rechte missbraucht werden, und nicht ihr.

Mit anderen Worten, ihre Strategie beruht darauf, dass Menschen all ihre angemessenen moralischen Reflexe aufgeben. Dies ist eine Strategie, die mit Sicherheit scheitern muss.

Aber während die Bürger auf der ganzen Welt das wachsende Verständnis für die Art und Weise, wie Israel ungerechte Macht einsetzt, entwickeln, bleibt die Aufgabe bestehen, sie herauszufordern.

Dies erfordert nicht nur die Einbeziehung betroffener Bürger in die wachsende Bewegung für Boykott, Desinvestition und Sanktionen (BDS), sondern auch eine Reaktion der Regierungen, die über die rhetorische Verurteilung hinaus zu bedeutsamen Maßnahmen führt, um Israel zur Rechenschaft zu ziehen.

Es ist positiv zu bewerten, dass 96 britische Abgeordnete einen frühen Tag-Antrag (EDM) zu palästinensischen Kindergefangenen unterzeichnet haben , dem populärsten EDM zu einer nicht-nationalen Angelegenheit dieses Parlaments.

Was jetzt im Parlament gefordert wird, ist ein konzertierter Druck auf die britische Regierung, Sanktionen gegen Israel zu verhängen, einschließlich eines Einfuhrverbots für alle Siedlungsgüter. Wie viele weitere Ahed Tamimis müssen ihr Recht, ein freies Leben zu führen, gefährden, bevor wir solche Aktionen sehen? - Übersetzt mit dem Google Translator - mehr in englischer Sprache >>>

 

 

 


The New York Times tries to make the Ahed Tamimi story go away
- James - The New York Times ran a piece today on the very different ways that Israelis and Palestinians see the slapping incident involving 16-year-old Ahed Tamimi and an Israeli soldier. It is titled, “Acts of Resistance and Restraint Defy Easy Definition in the West Bank,” and is by David Halbfinger.

The article does everything it can to reduce the power of the case, in which a brave 16-year-old girl whose cousin was just shot stands for the inhumanity of the occupation. No, the whole point of the article is to make Israel supporters who may have heard about the incident shake their heads over Dual Narratives, and then move along.

Here is the Times‘s model for the whitewash:

1. Make sure the print edition does not include a single one of the striking, now-viral photos of Ahed Tamimi’s brave resistance.

2. State nowhere that Israelis are occupiers, and settlements (colonies) are illegal under international law.

3. Slyly slip in the following paragraph: “That her family appears to encourage the children’s risky confrontations with soldiers offends some Palestinians and enrages many Israelis.”

4. Barely mention the fact that the illegal settlement/colony of Halamish has taken over the village of Nabi Saleh’s access to its spring, and make no effort to report on who is right. Instead treat the matter as On the One Hand/On the Other.

5. In the first sentence, make the Israeli soldier look like the victim: “A teenage girl, a kaffiyeh over her denim jacket, screaming in Arabic, repeatedly punches, slaps and kicks a heavily armed Israeli army officer, who faces her impassively, absorbing some blows, evading others, but never hitting back.” (Make sure you stick in the kaffiyeh and the “screaming in Arabic:” perfect Orientalist gems.) >>>

 

 

 




The face of Palestinian women's defiance is a 16-year-old girl
- The Tamimis' struggle is typical of that of the millions of Palestinians who have been losing their homes, their land, their natural resources and their livelihood for 70 years - Nada Elia - 25. 12.  2017 - Ahed Tamimi has been protecting her ancestral land since she was a tender nine years old.

Israel arrests an average of two children every night, more so since the recent protests that followed US President Donald Trump’s declaration

Mohamed Tamimi, Ahed Tamimi's cousin, who's still in israeli prison, went home from the hospital today after the doctors removed a bullet from his brain that was fired in his face by israeli occupation forces - Quelle facebook

Weekly demonstrations - The extended community of Tamimis have put the small West Bank town of Nabi Saleh on the map, and in 2013 on the cover of the New York Times Magazine, as they steadfastly confront the Israeli military and nearby settlers during weekly demonstrations against the encroaching settlement of Halamish, which is stealing their water, and wants to prevent them from tending their crops.

Ahed's father, Bassem Tamimi, has been imprisoned for his non-violent resistance multiple times and last week Israeli soldiers arrested Ahed herself in a nighttime raid, after video footage emerged of her slapping an Israeli soldier who had shot her 14-year-old cousin Mohammad Fadel, who remains in intensive care.

The next day Ahed's 21-year-old cousin Nour, who also appears in the video footage, was arrested the next morning, as well as Ahed’s mother Nariman, when she showed up to be present for her daughter’s interrogation.

Sadly, the Tamimis' struggle is not unique. Rather, it is typical of that of the millions of Palestinians who have been losing their homes, their land, their natural resources and their livelihood for 70 years, and most of whom engage in non-violent resistance which is met with the full fury of the powerful Israeli military. >>>

 

 

26. 12. 2017

 

 


 

 

 

Ahead Tamimi ist das Symbol für eine neue Generation des palästinensischen Widerstands geworden - Ben Ehrenreich - 23.12.2017 - Ahead war 11, als ich sie traf, ein kleines blondes Mädchen, ihr  Haar beinahe größer als sie selbst. Ich erinnere mich an das Gesicht, das sie machte, wenn ihre Mutter ihr morgens im Wohnzimmer die Knoten in ihrem Haar auskämmte.Das zweite Mal kam ich zu einer Demonstration nach Nabi Saleh, dem Dorf in der Westbank, wo sie lebt, Ahead und ihre Cousine Marah führten den Demonstrationszug an. Nicht weil sie das wollten, aber die israelische Grenzpolizei machte Jagd auf jeden, schrie und warf Lärmgranaten, und Ahead und Marah rannten an der Spitze der Menge. So war es immer gewesen. Das israelische Militär drängt immer weiter – ins Dorf, in den Hof, ins Haus, in das Fleisch, in die Schädel, das Gewebe, die Knochen ihrer Familie und ihrer Freunde – und Ahead ist schließlich draußen an der Front, wo jeder sie sehen kann. Letzte Woche war sie wieder dort, nachem ein Video von ihr, wie sie einen israelischen Soldaten ohrfeigt, herumgegangen ist. Ich kann euch versichern, dieser Ort, war nicht der, an dem sie unbedingt sein wollte. Sie wäre lieber bei ihren Freunden, an ihren Handys, Dinge tun, die Teenager eben tun. Sie wäre lieber ein Kind als eine Heldin.

Aheads Bild flog zum ersten Mal um die Welt, nicht lange nachdem ich sie getroffen hatte. Auf diesem Foto hebt sie ihren mageren Arm, um mit ihrer leeren Hand in das Gesicht eines israelischen Soldaten zu schlagen, der doppelt so groß ist wie sie. Seine Kameraden hatten gerade ihren Bruder festgenommen. Über Nacht wurde sie zu etwas, was ein Kind nie sein sollte: ein Symbol.

Die Demonstrationen waren jetzt in ihrem dritten Jahr. Israelische Siedler hatten eine Quelle im Tal zwischen ihrem Dorf und der Siedlung Halamish beschlagnahmt, und Nabu Saleh hatte sich mit einer Handvoll Menschen aus anderen Dörfern zusammengetan, die den Weg gewaltlosen Widerstands wählten, jeden Freitag mit einem Demonstrationszug gegen die Besatzung zu demonstrieren, Woche um Woche. Aheads Cousin Mustafa Tamimi ist bereits getötet worden, eine Tränengaskartusche wurde ihm hinten aus einem israelischen Armeejeep ins Gesicht gefeuert. Dem Bruder ihrer Mutter, Rushdie Tamimi [...] wurde im November 2012 von einem israelischen Soldaten in den Rücken geschossen, gleich unterhalb des Hügels, auf dem ihr Haus steht. Nichts davon ist wirklich ungewöhnlich, nur dass das kleine Dorf nicht aufhörte. Sie hatten weiterhin Verluste und marschierten weiterhin jeden Freitag zur Quelle. Meistens kamen sie nicht nahe ran. An den meisten Freitagen stoppten die Soldaten sie mit Tränengas und verschiedenen anderen Projektilen, bevor sie die Biegung der Strasse erreichten. Die Armee kam auch während der Woche, gewöhnlich vor Tagesanbruch, führte Festnahmen durch, durchsuchte Häuser, verbreitete Angst und übermittelte eine Botschaft, die immer deutlicher wurde: euer Leben, eure Häuser, euer Land, sogar euer Körper und der eurer Kinder – nichts davon gehört euch. Letzte Woche kamen die Soldaten für Ahead. Ich kann das jetzt schwer verstehen, ich dachte, es würde ihr nicht passieren. Ich dachte, das würde ihr erspart bleiben, dass es ihr erlaubt würde die Schule abzuschließen und zur Universität zu gehen und ohne diese Unterbrechung die mutige und brillante Frau zu werden, die sie sicher eines Tages sein wird. Ich nahm an, dass ihre Brüder und die Cousins zu einem bestimmten Zeitpunkt alle ins Gefängnis gehen würden – die meisten sind schon ins Gefängnis gegangen – und dass einige von ihnen verletzt würden oder noch schlimmer. Jedes Mal, wenn ich Nabi Saleh besuche und in die Gesichter der Kinder schaue, wage ich nicht mich zu fragen, wer es sein wird und wie schlimm. Zwei Freitage zuvor, eine Woche nachdem Ahead die Soldaten aus ihrem Hof vertrieben hatte, war es ihr Cousin Mohammad, einer der engsten Freunde ihres kleinen Bruders. Ein Soldat schoss ihm ins Gesicht. Die Kugel – Gummi ummantelt, aber doch eine Kugel – blieb in seinem Schädel stecken. Eine Woche später liegt er immer noch in einem künstlichen Koma.

Wenn ihr das Video gesehen habt, das zu ihrer Verhaftung geführt hat, mögt ihr euch fragen, weshalb Ahead so wütend auf die Soldaten war, die in ihren Hof eingedrungen waren, weshalb sie sie anschrie, sie sollten (den Hof) verlassen, weshalb sie ihn geschlagen hat. Das ist der Grund. Und tausend andere Gründe. Ihr Onkel und ihr Cousin getötet. Ihrer Mutter ins Bein geschossen, mehr als ein Jahr auf Krücken. Ihre Eltern und ihr Bruder ihr gleichzeitig für Monate weggenommen. Und nie Ruhe in der Nacht, immer ist es möglich, dass sie aufgeweckt würde, wie am Dienstag frühmorgens, wie schon viele Male zuvor, Soldaten an der Tür, in ihrem Haus, in ihrem Zimmer, um irgend etwas mitzunehmen. >>>

 

 

 

 

Amira Hass schreibt über die Tamimi-Familie und die Geschichte hinter der Verhaftung von Ahed Tamimi.  - Blond, so erinnern sich die Israelis an die Kinder von Nabi Saleh, die die bewaffneten Soldaten, die mit Blumen und Schokolade in ihre Häuser einmarschieren, nicht begrüßen. Also für den Anfang, hier sind drei Fakten. Zum einen gibt es auch Kinder mit braunen Haaren und grünen Augen. Zweitens: Israel hat gestohlen und setzt den Diebstahl des Landes und der Quellen des Dorfes mit Hilfe der halamischen Siedlung fort. Und drittens, wie ich in der Vergangenheit geschrieben habe, sind die Leute von Nabi Saleh echte Witzbolde.

Sie scherzen über fast alles (Bassem Tamimi, wenige Stunden nach der Verhaftung seiner Tochter Ahed: "Die Zionisten sind mit dem Interview mit mir fertig. Jetzt habe ich Zeit für dich." Dann gab es die Zeit, während der zweiten Intifada, als ein Grenzpolizist Abd al-Rahman, einen Mann aus dem Dorf, erwischte, der auf einer Straße fuhr, die für Palästinenser gesperrt war. Er befahl ihm, anzuhalten und fragte nach seiner Adresse. Nabi Saleh, kam die Antwort. Der Name läutete eine Glocke für den Soldaten. Wir verbrachten dort einige Tage in einem Militärposten in einem Haus, das wir beschlagnahmt hatten", sagte er. Abd al-Rahman antwortete: "Gut, ich bin gekommen, um die Miete zu kassieren." Der Soldat brach lachend aus und ließ den Spaßvogel seinen Weg gehen.

Von ihnen habe ich diesen historischen Witz gehört: Die ersten Tamimi kamen aus Saudi-Arabien. Vor dem Islam war er Winzer gewesen. Der Prophet Mohammed versuchte, ihn davon zu überzeugen, nach Hebron zu ziehen, um ihm zu helfen, seine Botschaft dort zu verbreiten. Was werde ich in Hebron finden, fragte Tamimi. Sie bauen dort wunderbare Weintrauben an, kam die überzeugende Antwort. Und so ließ sich die Familie Tamimi in Hebron nieder und verbreitete sich von dort aus in ganz Palästina.

Ich habe keine Witze im Krankenhaus gehört, in dem Mohammed Tamimi seit über einer Woche liegt. Am Freitag, dem 15. Dezember, wurde ihm von einem namenlosen Soldaten aus nächster Nähe mit einem gummierten Metallgeschoss ins Gesicht geschossen. Das regt die Israelis nicht auf. Der Junge war auf eine Leiter gestiegen, die sich an die Wand lehnte, die ein leerstehendes Haus umgab, in dessen Hof oder Schuppen Soldaten postiert waren. Als Mohammeds Kopf über die Mauer stieß, wurde er erschossen; der Eintrittspunkt der Kugel lag knapp unter seinem linken Nasenloch.

Als die Kugel durch seine Wange schoss und hinter seinem Ohr stoppte, fiel Mohammed von der Leiter, die mindestens zwei Meter hoch war. Er war bewusstlos und blutete so stark, dass die Menschen um ihn herum, keine Fremden für Schießereien, erschrocken waren. Zwei Jugendliche riefen "Mohammed ist verletzt" und die Nachricht erreichte das Haus seiner Eltern. Sie liefen los, um ihn zu holen und fuhren ihn in das Dorf Beit Rima, das über einen Intensivtransportwagen verfügt. Auf dem Weg zum Krankenhaus stießen sie auf einen mobilen Armeekontrollpunkt. Zuerst wollten die Soldaten den Krankenwagen nicht durchlassen, sagt Mohammeds Vater Fadel. Dann öffnete die Krankenwagenbesatzung die Tür und die Soldaten sahen die verwundete Jugend. Yallah, los, sagten sie, der Vater bemerkte Panik und Dringlichkeit in ihren Stimmen.

Das Istishari Arab Hospital befindet sich auf der Nordseite von Ramallah, am Rande des Vorortes Rehan. Es ist neu und privat, gegründet von einer Reihe palästinensischer Geschäftsleute. Von den Fenstern aus hat man einen Blick auf eine hügelige Landschaft mit Feldern und Obstgärten und Dorfhäusern. Die Zimmer sind geräumig, und der Empfangsbereich jeder Station ist mit bequemen Stühlen für die Besucher ausgestattet. Mohammeds Familie saß in einem solchen Wartebereich, während sieben Chirurgen daran arbeiteten, sein Leben zu retten.

Die Operation begann um 21.30 Uhr und dauerte bis 4.30 Uhr. Mohammeds Mutter, Imtithal, hat zwei Tage lang weder gegessen noch geschlafen. Am Montag holten die Ärzte Mohammed aus der Betäubung. Sobald seine Familie sah, dass er sie alle erkannte, begannen sie wieder zu lächeln. Hätte die Kugel nur einen halben Millimeter zur Seite geschlagen, hätten sie keinen Sohn mehr gehabt, sonst wäre er nicht mehr er selbst gewesen.

Im gemütlichen Wartezimmer bietet sein Bruder den Besuchern Kaffee und Pralinen an. Mohammed kann nur zweimal täglich Besucher haben, eine Stunde am Nachmittag und eine Stunde am Abend, und nur zwei Personen auf einmal. Am Mittwochnachmittag saß seine Mutter eine halbe Stunde bei ihm und kam dann glücklich aus dem Zimmer. "Er hat es eilig. Er will nach Hause", sagte sie lächelnd. Einer seiner Brüder kam aus dem Zimmer und sagte: "Er will Iman sehen", die Verlobte des ältesten Bruders. Alle lächeln. Mohammed spricht mit schwacher Stimme, sein Gesicht ist noch immer stark bandagiert. Er verstauchte sich auch die rechte Schulter, als er fiel, und es fällt ihm schwer, seinen Arm zu bewegen. Aber er kennt jeden mit Namen und erinnert sich an das, was passiert ist.

Der Besucherstrom lässt nie nach. Aus dem Dorf und aus den benachbarten Dörfern, von der Arbeit, von Freunden, Kabinettsmitgliedern, einfachen Leuten. Sie setzen sich ein wenig hin und gehen dann wieder. Den ganzen Tag lang nimmt der Vater Anrufe entgegen. "Alles ist in Ordnung", sagt er, "Mohammed hat sich heute 100 Stufen verbessert."

Nachdem 1978 mit dem Bau auf Halamish, auf dem Land von Nabi Saleh und anderen Dörfern begonnen wurde, kam ein amerikanischer Journalist, um die Dorfbewohner zu interviewen, sagen sie. "Wie lange bist du schon hier", fragte er den Dorfältesten. Der Älteste nahm den Reporter am Ärmel und führte ihn auf die Spitze eines Hügels mit Blick auf ein grünes, kultiviertes Wäldchen. Siehst du das Wadi, junger Mann? Als Adam und Eva dort unten herumtollten, waren wir schon da."             Quelle facebook übersetzt mit DeepL


 

 

 

 

 


23. 12. 2017

 

 

 

 

Meinung: Die Chutzpe eines Mädchens: Drei Gründe, weshalb ein palästinensischer Teenager Israel in den Wahnsinn treibt - Gideon Levy - 21.12.2017 - Letzten Dienstag schossen Soldaten der israelischen Verteidigungskräfte Hamed al-Masri, 15, in den Kopf und verletzten den unbewaffneten Jungen aus Salfit schwer. Am Freitag schossen Soldaten dem unbewaffneten Mohammed Tamimi aus Nabi Saleh, ebenfalls 15, in den Kopf und verletzten ihn schwer. Am selben Tag stand Ahead Tamimi, 16, mit einer Freundin im Hof ihres Hauses, und ohrfeigte einen Offizier der IDF, der in ihr Haus eingedrungen war.

Israel wachte wütend aus seinem Schlaf auf: Wie wagt sie es. Die drei Opfer der barbarischen Schiesserei interessierten die Israelis nicht, und die Medien haben gar nicht über sie berichtet. Aber die Ohrfeige (und der Tritt) von Tamimi löste Wut aus. Einen Soldaten, dessen Freunde Palästinenser fast täglich ohrfeigen, schlagen, verschleppen und natürlich auf sie schiessen.

Sie hatte wirklich Chutzpe. Sie brach die Regeln. Ohrfeigen sind nur erlaubt, wenn Soldaten es tun. Sie ist die wirkliche Provokation, nicht der Soldat, der in ihr Haus eindrang. Sie, der drei nahe Angehörige von der Besatzung getötet wurden, deren Eltern unzählige Male inhaftiert waren, und deren Vater zu vier Monaten Haft verurteilt worden ist, weil er am Eingang eines Lebensmittelladens demonstriert hatte – sie wagte es, gegen einen Soldaten Widerstand zu leisten. Palästinensische Chutzpe. Tamimi sollte sich wahrscheinlich in den Soldaten, der in ihr Haus eingedrungen war, verlieben, Reis über ihn werfen, aber undankbar, wie sie ist, belohnte sie ihn mit einer Ohrfeige. Das kommt alles von der "Hetze". Sonst würde sie ihren Besatzer nicht hassen.

Aber es gibt andere Quellen für die unbezähmbare Lust sich an den Tamimi zu rächen. (Bildungsminister Naftali Bennet: "Sie sollte ihr Leben im Gefängnis beenden.") Das Mädchen aus Nabi Saleh macht mehrere Mythen der Israelis zunichte. Am schlimmsten von allem: sie wagte es, den israelischen Mythos der israelischen Männlichkeit zu beschädigen. Plötzlich stellt sich heraus, dass ein Mädchen mit leeren Händen gegen einen heroischen Soldaten, der Tag und Nacht kühn und mutig über uns wacht, antritt. Was geschieht denn mit unserem Machismo, den Tamimi so einfach erschüttert, mit unserem Testosteron?

Plötzlich sehen die Israelis den grausamen, gefährlichen Feind, dem sie gegenüber stehen: ein 16-jähriges Mädchen mit gelockten Haaren. Die ganze Dämonisierung und Entmenschlichung in den kriecherischen Medien werden auf einen Schlag in der Konfrontation mit einem Mädchen in einem blauen Sweater erschüttert.

Die Israelis drehen durch. Das ist nicht das, was man ihnen erzählt hat. Sie sind es gewohnt, von Terroristen, Terror und mörderischem Verhalten zu hören. Es ist schwer, Ahead Tamimi all dessen zu beschuldigen; sie hatte nicht einmal eine Schere in der Hand. Wo ist die Grausamkeit der Palästinenser? Wo ist die Gefahr? Wo ist das Böse? Du könntest verrückt werden. Plötzlich sind die Karten neu gemischt: Für einen Augenblick schaute der Feind so menschlich aus. Natürlich kannst du sich auf die israelische Maschinerie der Propganda und Gehirnwäsche verlassen, die so effizient ist, dass Tamimis Charakter ihr bald zum Opfer fallen wird. Auch sie wird bald das Etikett einer grausamen Terroristin erhalten, die zum Töten geboren ist; es wird heißen, sie hätte keine entschuldbaren Motive, und es gäbe keinen Zusammenhang, der ihr Verhalten erklärt.

Ahead Tamimi ist eine Heldin, eine palästinensische Heldin. Sie hat es geschafft, dass die Israelis durchdrehen. Was werden die Militärkorrespondenten, die rechten Hetzer und Sicherheitsexperten sagen? Wie gut sind 8200, Oketz, Duvdevan, Kfir und all die anderen Spezialeinheiten, wenn die IDF am Ende des Tages mit einer hilflosen Zivilbevölkerung konfrontiert ist, die von der Besatzung genug hat, konfrontiert in Gestalt eines Mädchens mit einer Keffiyeh über den Schultern?

Wenn es nur mehr von ihnen gäbe. Vielleicht sind Mädchen wie sie imstande die Israelis aufzurütteln. Vielleicht wird die Intifada der Ohrfeigen Erfolg haben, wo alle anderen Methoden des Widerstands, gewaltsame und gewaltlose,  gescheitert sind.

Inzwischen hat Israel auf die einzige Weise reagiert, die es kennt: nächtliches Abführen und Verhaftung mit ihrer Mutter. Aber in seinem Innersten weiß wahrscheinlich jeder anständige Israeli, wer Recht hat und wer nicht, und auch wer stark ist und wer schwach. Der Soldat, der vom Kopf biszu den Zehenspitzen bewaffnet in ein Haus eindringt, das nicht ihn gehört, oder ein unbewaffnetes Mädchen, das sein Zuhause und seine verlorene Ehre mit bloßen Händen mit einer Ohrfeige verteidigt?               Quelle                      Übersetzung: K. Nebauer

 

 

 

Mädchen gegen Soldat - Alexandra Föderl-Schmid - (...) In dieser Phase versuchten Palästinenser und deren Unterstützergruppen ihre Erzählweise ins Netz und in die Welt zu bringen: Das Mädchen sei eine Heldin, so der Tenor, es habe schwer bewaffnete Soldaten vorgeführt. Auch auf Ahed Tamimis Facebook-Seite wurde es zigfach geteilt.

Fast alle in der Familie sind Aktivisten. Ein Onkel wurde erschossen
- Im Gespräch mit der israelischen Zeitung Haaretz sagte ihr Vater Bassem nicht, wer die Aufnahmen gemacht hat: "Jemand aus dem Ort hat den Vorfall mit Ahed gefilmt, und wir haben entschieden, das ins Netz zu stellen", sagte er. Die Aufregung darüber ist für ihn Grund, warum seine Tochter, die Nichte und inzwischen auch seine Frau festgenommen wurden. Seine Tochter sei am Dienstag kurz vor vier Uhr früh von Soldaten aus dem Bett geholt und abgeführt worden, berichtet der Vater.

Die ganze Familie ist für ihre Aktivitäten gegen die israelische Besatzung bekannt. Die Auseinandersetzungen begannen 2009, als die Bewohner von Nabi Saleh dagegen protestierten, dass ihnen Land und Quellen genommen wurden für den Ausbau der jüdischen Siedlung Halamish. Bassem Tamimi saß selbst zwei Mal im Gefängnis, er wurde zu 18 Monaten und dann noch einmal zu drei Monaten Haft verurteilt. Seine Frau wurde drei Mal verhaftet, ein Bruder von ihr wurde von israelischen Soldaten bei einer Demonstration erschossen. Den Eltern Aheds wurde vorgeworfen, ihre Kinder zu instrumentalisieren, weil diese Fernsehinterviews gaben und sich bei ihren Protestaktionen filmen ließen.

Auch am vergangenen Freitag wurde protestiert - gegen die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen. Dabei kam es zu Auseinandersetzungen mit israelischen Streitkräften. Ein Verwandter von Ahed, der 15-jährige Mohammed Tamimi, wurde von einem Geschoss schwer verletzt, er liegt im Koma. Nach Angaben des Vaters Bassem Tamimi war das der Auslöser für das Verhalten seiner Tochter gegenüber den Soldaten. >>>

 


22. 12. 2017


Hohe Gefängnisstrafen und Sippenhaft
Wie Israel den Widerstandsgeist von palästinensischen Kindern bricht

Arn Strohmeyer

Immer mehr Juden in Deutschland fühlen sich nach eigenen Angaben bedroht und sprechen von „anwachsendem Antisemitismus“. Es ist schwer nachzuprüfen, ob diese „Bedrohung“ einen realen Hintergrund hat oder nur hysterische Panikmache ist. Aber wenn ein Kern Wahrheit daran ist, dann sollte man auch bedenken, dass in der ganzen Diskussion in Deutschland ein Argument völlig fehlt: Wegen Israels brutaler Besatzungs- und Unterdrückungspolitik gegenüber den Palästinensern herrscht Kriegszustand zwischen Israelis und Palästinensern und auch den meisten Arabern, der auch auf deutschem Boden ausgetragen wird. Israels Okkupationspolitik produziert geradezu den „Antisemitismus“, über den hierzulande so geklagt wird, der in Wirklichkeit aber ein Antizionismus oder Anti-Israelismus, also Kritik an der Politik dieses Staates ist. Aber die deutsche Politik wagt nicht, diese Tatsache beim Namen zu nennen und daraus die entsprechenden Konsequenzen zu ziehen: Druck auf Israel auszuüben, damit dieser Staat endlich seine völkerrechts- und menschrechtswidrige Besatzungspolitik beendet.

Ein Fall aus dieser Besatzungspolitik, wie er sich im besetzten Westjordanland täglich ereignet: Ein israelisches Gericht hat jetzt die Haft des 16jährigen palästinensischen Teenagers Ahed al-Tamimi verlängert. Das Mädchen war am Dienstag bei einer Razzia israelischer Sicherheitskräfte im Haus ihrer Familie in dem Dorf Nabi Saleh verhaftet worden, ihre Mutter wurde anschließend festgenommen, als sie ihre Tochter im Gefängnis besuchen wollte. Was hat sich das junge Mädchen zuschulden kommen lassen? Es hat wie andere Mitglieder seiner Familie Widerstand gegen die Besatzung geleistet, was ihr nach internationalem Recht zusteht, wenn er sich nicht gewaltsam gegen Zivilisten richtet. Aber im Besatzerstaat Israel werden grundlegende Rechte wie die Äußerung der freien Meinung, das Veröffentlichen und Verbreiten von Dokumenten des Widerstandes und jede Formulierung von oppositionellen Gedanken hart bestraft.

Der Fall ist aber offenbar so bedeutsam, dass selbst Israels Verteidigungsminister Avigdor Lieberman dazu Stellung nahm. Er sagte, dass Ahed nicht die einzige sein werde, die die Konsequenzen ihres Handelns tragen müsse. Und drohend fügte er hinzu, auch alle um sie herum – also auch ihre Verwandten – würden das bekommen, was sie verdienten. Was Ahed konkret vorgeworfen wird, konnte der Minister nicht sagen, das scheint auch nebensächlich zu sein. Seine Drohung, gegen Aheds Familie vorzugehen, nennt man in Rechtsstaaten schlicht „Sippenhaft“.

Der Fall Ahed al-Tamimi ist nur einer von hunderten ähnlichen in jedem Jahr. Rund 300 bis 400 Kinder sitzen wegen „Widerstand“ gegen die Besatzung ständig unter furchtbaren Bedingungen in israelischen Gefängnissen. Die Gesamtzahl der palästinensischen Gefangenen liegt konstant zwischen 6000 und 7000. Seit 1967 hat Israel eine Million Palästinenser aus politischen Gründen inhaftiert. Kinder können nach dem israelischen Militärrecht, das für die Palästinenser im Westjordanland gilt, bereits ab einem Alter von 12 Jahren zu langjährigen Gefängnisstrafen verurteilt werden – etwa wegen Steinewerfen gegen israelische Militärs oder deren Fahrzeuge. Nach diesem Militärrecht können Verhaftete – auch Kinder – 90 Tage ohne juristischen Beistand bleiben. Besuch ihrer Angehörigen werden ihnen nur selten gestattet.

Das UN-Kinderhilfswerk UNICEF hat gegen die Behandlung palästinensischer Kinder durch Israel immer wieder protestiert, aber ohne Erfolg. In einem UNICEF-Bericht von 2013 heißt es: „Die Misshandlung von palästinensischen Kindern in israelischen Gefängnissen scheint weit verbreitet, systematisch und institutionalisiert zu sein. (…) Das Muster der Misshandlung beinhaltet die Verhaftung von Kindern zu Hause zwischen Mitternacht und fünf Uhr morgens durch schwerbewaffnete Soldaten, die Praxis, Kindern die Augen zu verbinden und ihre Hände mit Plastikfesseln zu fixieren, physische und verbale Misshandlung während der Transporte zum Ort des Verhörs, (…) die Befragung mittels physischer Gewalt und Drohungen (…) und fehlender Beistand durch Anwälte und Familienmitglieder während des Verfahrens.“ Palästinensische Kinder sollen offenbar auf diese Weise seelisch gebrochen werden, damit sie nie wieder auf den Gedanken kommen, Widerstand gegen Israel zu leisten, das heißt, für ihre eigenen Rechte als Individuen und Volk einzutreten.

Die israelische Soziologin Eva Illouz von der Universität in Jerusalem hat die aktuelle Lebenssituation der palästinensischen Bevölkerung unter der Besatzung, einschließlich der von Frauen und Kindern, mit einem Zustand der Sklaverei verglichen. Die Lebensumstände dieser Menschen, so Illouz, stellten uns vor eine der großen moralischen Fragen unserer Zeit und seien in mancher Beziehung vergleichbar mit der Sklaverei, die die USA im 19. Jahrhundert spaltete. Die Soziologin schreibt wörtlich: „Wenn die Mehrheit der palästinensischen Bevölkerung unter Bedingungen lebt, unter denen ihre Freiheit, Würde, körperliche Unversehrtheit, Möglichkeit zu arbeiten, Eigentum zu erwerben, zu heiraten – und ganz allgemein – ihre Zukunft zu planen, von der Willkür und Macht ihrer israelischen Herren abhängt, man diese Bedingungen nur bei ihrem wahren Namen nennen kann: Zustände der Sklaverei.“

An all dies sollte man denken, wenn über das angebliche Anwachsen des Antisemitismus in Deutschland und anderen Ländern Europa geklagt wird. Man darf sich nichts vormachen: Die furchtbaren Zustände in Palästina und der Hass auf Israelis bzw. Juden (zumeist, aber nicht nur von Arabern) hierzulande hängen sehr eng miteinander zusammen. Wie würden Juden ganz allgemein und speziell Israelis reagieren, wenn irgendwo auf der Welt Juden das angetan würde, was Israelis Palästinensern jeden Tag antun?  20.12.2017

 

 


 

 

Zwei weitere Tamimi-Familienmitglieder sind verhaftet worden, als Ahed, 16, vor Gericht erscheint - Ahed Tamimi heute Morgen vor dem Militärgericht, aus Tali Shapiros Twitter-Feed.

Heute gewinnt die Verhaftung von Ahed Tamimi, 16, im besetzten Nabi Saleh am frühen Dienstagmorgen, nachdem ein Video aufgetaucht ist, das zeigt, wie sie einen israelischen Soldaten schlägt, weltweite Aufmerksamkeit, auch von der Washington Post. Auf die Verhaftung von Ahed durch israelische Soldaten folgte die Verhaftung ihrer Mutter Nariman.

Heute erschien Ahed vor einem Militärgericht, und es gibt Berichte über Social Media, dass zwei weitere Mitglieder der Tamimi-Familie verhaftet wurden. Vor allem Bassem Tamimi, der Vater von Ahed, soll während des Gerichtsverfahrens verhaftet worden sein. Und ein Cousin, Noor, der angeblich in dem Slapping-Video auftauchte, wurde gestern verhaftet - unter den Behauptungen von israelischen Anhängern, der Vorfall sei ein Beispiel für "Pallywood", Begegnungen, die angeblich von Palästinensern inszeniert wurden, um die Besatzung bekannt zu machen.   Übersetzt mit DeepL - mehr dazu in englisch >>>

 

 


 

 

At 16, Israel promised me freedom. Why does it deny it to Ahed Tamimi? - Looking at the images of Ahed in court, I know we can never truly be free as long as we deny another people their freedom. And I wonder what freedom actually means if it takes locking up people like Ahed to secure it. - Simone Zimmerman - (...)

This week, in the middle of the night, Israeli soldiers burst into Tamimi family home in the West Bank village of Nabi Salah, and arrested 16-year-old Ahed. When her mom went to check on her at an Israeli police station, she too was arrested. Ahed is currently facing at least five more days of detention. Her 21-year-old cousin was also arrested, and her father is being investigated. All because she confronted Israeli soldiers outside her house.

Ahed has lived her entire life under occupation. Her entire life she has watched Jewish settlements expand around her village, encroaching on her community’s land. She has watched soldiers raid her home and harass her family, she has seen members of her village shot, including Mustafa, who was killed after being shot in the face with a tear gas canister, and Mohammed, who this week was shot in the face with a rubber bullet and was in a coma for several days. He is younger than Ahed.

Ahed has been resisting her entire life, fighting for her family and her home against a state and an army that want to crush their will and their power. I am sure much of her daily life also includes the simple joys and trivialities that I enjoyed when I was 16. I do not want to reduce her to a one-dimensional victim of her conditions, or a one-dimensional hero. But she also is both of those things. She is certainly a hero.

If I had a foreign occupier standing on my doorstep, I too would want to push them off. Had my friends and family been hurt by soldiers, they would see no compassion from me. If resisting a foreign military was my regular Friday activity at 16, getting some badass warrior princess action photos in the process would be essential. I also wanted to look hot and badass in my photos when I was 16. And I got to take those photos sitting on my driveway with no soldiers around to bother me.

I think back to my life when I was 16, and the power and freedom I felt from this place. Then I look at Ahed, the freedom and power this place wants to destroy, and I want to weep.

Looking at the images of Ahed in Ofer Military Court, I know we can never truly be free as long as we deny another people their freedom. I wonder what freedom actually means if it takes locking up people like Ahed to secure it. >>>

 

 

20. 12. 2017

 

 

 


 

Quelle Facebook - um die Bilder zu vergrößern auf die Bilder  klicken

 

 

 


Israeli forces shoot boy in face, arrest sister for protesting, arrest mother for looking into it
- Sheren Khalel - Israeli soldiers forced their way into the Nariman and Bassem Tamimi’s home before dawn on Tuesday, the way they have done dozens of times before — only this time instead of leaving with Nariman or Bassem, they arrested the couple’s 16-year-old daughter, Ahed Tamimi.

It is alleged that Ahed was arrested for slapping a soldier during a demonstration the day before. The demonstration was organized to protest Israel’s use of force during a protest on Friday, when Ahed’s 14-year-old brother Mohammed was shot in the face by an Israeli soldier, leaving him in critical condition. After a six-hour surgery the boy was put into a medically induced coma for at least 72 hours.

With one child in the hospital, expected to be brought out of his coma that day, and another being held in some unknown location by the Israeli government, Nariman faced any parent’s worst nightmare. For Nariman, a Palestinian mother, activists and medic from Nabi Saleh, one of the occupied West Bank’s most politically contentious villages, there was no time to grieve for her situation. She knew her son was in the hands of doctors, so she headed to Israel’s Binyamin Detention Center to figure out where her daughter had been taken. By 1:30 p.m. she too was detained. On Tuesday evening an Israeli court told Bassem that both his wife and daughter would be
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