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Täglich neu - Nachrichten, Texte aus dem besetzen Palästina die in den deutschen Medien fehlen.

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Texte von Arn Strohmeyer

Omri Boehm ein antisemitisches Buch?
Zionistenschreiben vor, wie an Holocaust zu erinnern.
Tragödie des Zionismus
Palästinenser dürfen in Erinnerungspolitik nicht vorkommen
Genozid wäre besser gewesen
Deutsche Erinnerungspolitik ohne Palästinenser
Plädoyer Ungleichheit der Menschen
Deutschland eine Bananenrepublik?
Situation derPalaestinenser unter zionistischer Besatzung
Ist Banksy ein Antisemit?
Streit um die Kasseler Documenta
Israel ein Apartheidstaat wie Südafrika?
Streit um die Kasseler Documenta
Rezension - Abraham Melzer-  Ich bin (k)ein Antisemit!
Afghanische Sanndalentraeger besiegten USA
Gemeinsame Werte mit einem Apartheidstaat?
Der Welt droht ein neuer Kalter Krieg
Die Antideutschen
Chefs des Springer-Konzerns Mathias Döpfner
„Apeirogon“ des irischen Autors Colum McCann
Lapid - Imagpflege, neue Einsichten?
„1984“ - israelische Cyber-Software“
BDS -  Hoffnung der Palästinenser“
Das Ende einer Illusion
Kampf gegen Windmühlenflügel
Die grüne Kanzlerkandidatin
Palästina in israelischen Schulbüchern
Die Nakba soll zu Ende gebracht werden
Westliche Propaganda - Aufteilung der Welt in Gut+ Böse
Die Jerusalemer Erklärung - Antwort auf die IHRA
Werder Bremen übernimmt die IHRA-Definition
Joseph Melzer - Ich habe neun Leben gelebt.
Holocaustgedenktag 2021
Inhalt der BDS-Resolution nicht erwähnen
Bücher - Positionen zum israelbezogenen Antisemitismus
Kariere von Sawsan Chebli
Martialisches Erinnern
Das zynische Angebot
Omri Boehms - liberaler und humaner Zionismus!
Omri Bohm - Israel - eine Utopie
Darstellung des Zionismus  für Israels Politik Problem
Zionismus untergräbt Werte des Judentums
Gaza ist Überall!
Israel und das Apartheid-Südafrika
Fall Achille Mbembe kein Einzelfall
Eine deutsche Debatte im Jahr 2020
Achille Mbembe - Eigentor von Felix Klein
Was trägt Israel  zum Judenhass bei?
Antideutsche - Antisemitismus und Nahostkonflikt
Nirit Sommerfeld - Stimme des anderen Israel
Symbol für den Freiheitskampf
Krieg gegen das palästinensische Volk
Treueschwüre für einen Besatzerstaat
Zur Kriegsgefahr im Nahen Osten
Der  ideologische Blick auf Israels Geschichte
Kein Friedensstern über Bethlehem
G. Hanloser - Abgesang auf die Antideutschen
Bundesregierung will Hisbollah verbieten
Jürgen Todenhöfer - Die große Heuchelei
Spiegel - zu Israel-kritischer Positionen kein Wort
Gegenwärtige Hexenjagd auf „Antisemiten“
Hungert sie aus!
Das Beispiel Dr. Dr. Marcus Ermler
Hans-Jürgen Abromeit sagt die Wahrheit
Israel zieht belastende Dokumente aus dem Verkehr
Definiert Israels Regierung was Antisemitismus ist
Der Kushner-Plan -Totgeburt
Israels Politik -  zynisch, autoritär und reaktionär
Bremen verweigert Kritik an Israel
Wahlen ohne Opposition und Alternative…
Man unterscheidet zwischen "guten" und "bösen" Juden
BDS-Aktivisten auf „Krawall“ reduziert
Israel Siedlungen auf dem Mond?
Die Mauer als Symbol des Scheiterns
Wider den Mainstream
Triumph des moralischen Nihilismus
Mythos - Vertreibung der Juden aus arabischen Ländern
Frieden auf Erden“ –  nicht in Palästina
Zensur der evangelischen Kirche
Lehrer nach Yad Vashem
Evangelische Kirche und Israels Unrechtspolitik
Hysterie bis zur Paranoia
Klassischer Fall von Geschichtsfälschung
Bremer Innensenator Mäurer hat Recht
Die „Israelisierung der Welt“
Trumps "Deal" Verrat an Palästina
Wikipedia ist der Manipulation überführt
Klassischer Fall von Geschichtsfälschung
Juden und Muslime in Auschwitz
Israels Sanktionen - Iran
Zum Tod von Felicia Langer
„WerteInitiative“  - Schlag gegen Bettina Marx
Stopp gegen Antisemitismus-Hysterie
Palästina - Realität wird zum Tabu
Tom Segevs Ben Gurion-Biographie
Deutschland, Israel + der Antisemitismus:
Präsident Abbas‘ missverständliche Rede
Unterstützung Arbeit Antisemitismus-Beauftragten
Die inszenierte Hysterie
Entstehung Israels als Heldenepos
70 Jahre Israel – 70 Jahre Siedlerkolonialismus
Skandalöse Geschichtsklitterung
Heiko Maas  in Israel
Was für ein Staat!
Heiko Maas - Kniefall nach Israel
Meinungsfreiheit für Palästinenser in Bremen
Rolf Verleger - Hundert Jahre Heimat_Land
Israel hat den Frieden nie gewollt.
Weihnachten 2017
Gefängnisstrafen und Sippenhaft
Nimmt der Antisemitismus zu?
Stramm hinter Trump
Hermann Kuhn demonstriert  Nichtwissen
Deutsche Kampfflieger über Israel
„Sie weichen den wirklichen Problemen aus“
Rezension - Abraham Melzer: Die Antisemiten-Macher
Rezension - Abraham Melzer: Mit Feuer und Blut
Die kopernikanische Wende
Martin Schulz Kotau vor der Israel-Lobby
„1984“ auf israelisch
Rückfall in die Vormoderne
Michael Wolffsohn hat sich disqualifiziert
Rezension - M. Peled - Der Sohn des Generals
Analysen des antizionistischen Isaac Deutscher
Film - Der Hass auf Juden in Europa
14. Dokumenta - Ahlam Shibli
Michael Lüders Buch „Die den Sturm ernten“
Jenseits aller Wirklichkeit
„Im Gefängnis, weil  Palästinenser“
Das Lehrbeispiel BDS
DIG Aufruf gegen Kritiker
Broder - BDS + die Endlösung
Zwischen „Lügen- “ und „Lückenpresse“
Frieden auf Erden... nicht im Heiligen Land
Ist Deutschland eine Bananenrepublik?
Hat Jakob Augstein der Mut verlassen?
Israel-Berichterstattung - doppelte Standards
Propaganda-Lügen gegen den Frieden
Antisemitismus – „Missverständnis der Geschichte“?
Wann ist Kritik an Israels antisemitisch
Die Lobby schlägt zu
Geheimsache Heron TP
Claude Lanzmann -  Palästina-Konflikt
Die Israel-Lobby und die HAWK
Ein Humanist?
„Die Hamas ist an allem schuld“
Ein Krieger und Verächter des Völkerrechts
Proteste und Demonstrationen nicht Antisemitisch
Der Streit um Israels „Existenzrecht“
„Journalismus“ á la Benjamin Weinthal
„Methodisch betriebener Wahnsinn“
Dank an Benjamin Weinthal
Albert Einstein muß als Zeuge herhalten
Wenn Weinthal wieder einmal zuschlägt ...
Rezension von  Kurt O. Wyss
Noch mehr Israel-Kritiker geschafft
Interview mit Abdallah Frangi
Benjamin Weinthal verhindert Vortrag Arn Strohmeyer
„Lügenpresse“ oder kritikloser Philosemitismus?
Ein Weihnachtswunsch
Abraham Melzers Buch „Israel vor Gericht“
Rezension - Petra Wild: Die Krise des Zionismus
Gipfel der Absurdität
Daniel Killy diffamierte seinen früheren Arbeitgeber
Rezension - Die Hölle von Gaza - Spiewak
Rote Karte für Israel!
Der Antisemitismus-Vorwurf als Rufmord
Ist Israel ein verrückter Staat?
„Oslo war ein Kapitulationsabkommen“
Rezension - Ilan Pappe -  „Die Idee Israel"
Wenn eine Jüdin den Zionismus kritisiert...
Leseprobe 3 - Antisemitismus – Philosemitismus
Leseprobe 2 - Antisemitismus – Philosemitismus
Leseprobe 1 - Antisemitismus – Philosemitismus
Inhalt - Antisemitismus – Philosemitismus
Buch - Antisemitismus – Philosemitismus
Kontrolle über Israels Atomwaffen?
Rezension - Sven Severin: Shalom ist nicht Frieden.
Werte der USA und Europas Doppelmoral
Antwort auf Uri Avnerys Artikel Die wirkliche Nakba
Rezension - Israel – Im permanenten Kriegszustand
Zwischen Doppelmoral und Lebenslügen
Die Herren über Leben und Tod
Dauerbrenner Antisemitismus
Weglassen, vertuschen und manipulieren
Napoleoni - Die Rückkehr des Kalifats.
Presseboykott gegen  Nakba-Ausstellung Bremen?
Der Streit um die historische Wahrheit
Am besten das Völkerrecht abschaffen.
Anschläge Paris - Stunde der Heuchler
Die Legenden von den vertriebenen Juden
Linkspartei und die Verletzer der Völkerrechte
Für Israel Frieden unmöglich.
Zionismus vor seinem historischen Ende?
Antisemitismus-Gefahr als politische Waffe
Eine genau kalkulierte Kampagne
„Ein Massaker schlimmsten Ausmaßes!“
Dieter Graumann und die westlichen Werte
Willkommener Anlass
Die EU als zahnloser Papiertiger
Antisemiten überall
Uri Avnery relativiert die Nakba
H. Baumgarten - Kampf um Palästina
Ein bedeutender Schritt zur Versöhnung
Bremer Evangelische Kirche -  Frieden Nah Ost
„Warum provoziert Ihr Israel immer so?“
Interview mit  Reuven Moskowitz
Israels große Propagandainszenierung
Unkritische Unterstützung Israels.
Tumulte in der Knesset
Rezension - Israel kontrovers
Ariel Sharons brutale Gewaltpolitik
Neuerscheinung Ilan Pappes Buch?
Ilan Pappe - „Eethnische Säuberung Palästinas
Schweigen der Christen im Nahen Osten
Feldmans Film „The Lab“
Mythos - Vertreibung der Juden
Rezension - Viktoria Waltz -  „Monopoly“
Shlomo Sand - Ich steige aus.
Palästinenser Testpersonen für Rüstungsindustrie
Israel steht unter Verdacht
Rezension - Buch Ekkehart Drost
3. Israelkongress in Berlin
Die Angst vor der Wahrheit
Was kommt nach dem Zionismus?
Führt Obama Israels Krieg?
Haben nur Palästinenser „Blut an den Händen“?
Ein Bantustan-Staat für die Palästinenser?
Zionismus + arabischer Antisemitismus
Ethnische Säuberungen
Juden unerwünscht?
Wenn Israel fällt, fällt auch der Westen!“
Nachruf auf Stéphane Hessel
Streit um Augsteins „Antisemitismus“ geht weiter
Zerstört Israel sich selbst?
Broders taktischer Rückzieher
Solidarität mit Jakob Augstein!
Sollen Patriot-Raketen Israel schützen?
Von der Macht der Denunzianten
Rezension Rudolph Bauer - Wer rettet Israel
Netanjau in Berlin zum völlig falschen Zeitpunkt
Mit der UNO auf Kriegsfuß
Generalangriff auf die Mythen des Zionismus
Gaza - Schweigen die Waffen?
"Sicht der Armee  kein ethisches Problem“
Erwiderung auf Charlotte Knobloch
Atmosphäre der Angst
Keine Chance für die Vernunft?
These vom Mord an Arafat
„Hier wird Israel pauschal diffamiert“
D. Barenboim:„Nur ein Psychiater kann  helfen!“
In Nibelungentreue an Israels Seite?
Merkels abenteuerlicher Kriegskurs
Der Dichter, Israel und die Denkverbote
Genug der Heuchelei! - Günther Grass
Auf Mythen keinen Frieden aufbauen
Brief an Ralph Giordano
Ilan Pappe -  Wissenschaft als Herrschaftsdienst
Nazi-Analogien in Israel
Interview mit Abdallah Frangi
Abdallah Frangi - Der Gesandte
Israeltag 2011 - Bremer Schulen
Ein Akt historischer Gerechtigkeit
Israel-Propaganda an deutschen Schulen ?
„Boykott ist eine absolute Notwendigkeit“
Rezension - Finkelstein „Israels Invasion in Gaza“
Die Partei „Die Linke“ + das Existenzrechts Israels
„Wir wollen die ganze Region befreien“
Ergänzung - Brief Bürgermeister Jens Böhrnsen
Offener Brief - Bürgermeister Jens Böhrnsen
Helmut Schmidt + R. von Weizsäcker Antisemiten?
Sind Boykottaktionen antisemitisch?
Boykott gegen Früchte aus Israel
Stéphane Hessel - Empört Euch!
Todenhöfer - Warum tötest Du, Zaid?
Arabische Aufstände düpieren den Westen + Israel
Verzweifeln an Israel
In der Falle der Stammesideologie
Wer glaubt an Friedensbotschaften
Kotau vor Merkels Nahost-Politik
Wie man Antisemiten produziert
Im Gleichschritt mit Israel?
Was ist Antisemitismus
Gibt es  "neuen" Antisemitismus? - Klug Brian
Was sind "jüdische Gene"? - Thilo Sarrazin
Zionistischer Angriff auf Wikipedia
Moshe Zimmermann: Angst vor Frieden
Verwirrung der Begriffe?
Offener Brief  Weser-Kurier-Artikel - 16. 06. 2010
Iris Hefets gewann Prozess gegen Lala Süsskind
Mordaktion nach Piratenmanier
Israel will keinen Frieden
Solidarität mit Iris Hefets!
Sieg der Spermien und Gebärmütter
Hajo Meyer - Radikale Kritik am Zionismus
Interview mit Norman G. Finkelstein
Gespräch mit Yehuda Shaul
Interview mit Yahav Zohar
Broder - Aufklärung + Untergang
„Israel streut der Welt Sand in die Augen“
„Hitler besiegen“
Interview mit Moshe Zuckermann
Bethlehem 2008
Volk ohne Hoffnung
Brief Präsidium J. G. Bremen
Interview Felicia Langer

 

Sawsan Chebli: Karriere machen um jeden Preis

Die deutsche Politikerin palästinensischer Herkunft ist sogar bereit, das Narrativ ihrer Herkunft zu ignorieren

Arn Strohmeyer


Sawsan Chebli ist eine aus einer palästinensischen Familie stammende deutsche Politikerin. Sie wurde 1978 in Berlin geboren. Ihre Eltern wurden 1949 während der Nakba aus Palästina vertrieben und mussten in einem Flüchtlingslager im Libanon leben, bis sie 1970 nach Berlin übersiedelten. Dem Vater wurde in Deutschland drei Mal das Asyl verweigert, er wurde in den Libanon abgeschoben. Er kehrte immer wieder zurück, 1993 erhielt die Familie die deutsche Staatsangehörigkeit. Sawsan Chebli ist also ein Opfer der Nakba in der zweiten Generation und gibt auch an, dass ihre familiäre Herkunft und der persönliche Bezug zum Nahost-Konflikt sie motiviert habe, Politik zu studieren und anschließend auch in die Politik zu gehen.

Sie trat 2001 in die SPD ein und hat mit dem sozialdemokratischen Parteibuch eine steile Karriere gemacht. Sie bekleidete hohe Positionen in der Berliner Senatsverwaltung, 2014 wurde sie stellvertretende Sprecherin des Auswärtigen Amtes unter Frank-Walter Steinmeier. Dann wechselte sie als Bevollmächtigte des Landes Berlin und Staatssekretärin für Bürgerschaftliches Engagement und Internationales in die Berliner Senatskanzlei. Zurzeit bereitet sie den nächsten Karriereschritt vor und will 2021 in den Bundestag kommen. Bei den parteiinternen Vorwahlen tritt sie gegen ihren direkten Vorgesetzten, den Regierenden Bürgermeister Michael Müller, an, was für viel politischen Wirbel gesorgt hat. Aber das ist eine interne Angelegenheit der SPD.

All das ist aus den Medien bekannt. Sawsan Chebli wäre also auf Grund ihrer palästinensischen Herkunft, des Schicksals ihrer Familie und ihrer hohen Positionen eine ideale Fürsprecherin und Verteidigerin der Rechte ihres Herkunftsvolkes. Doch genau dieser Punkt markiert den Bruch und den Widerspruch im Leben dieser erfolgreichen Karrierefrau. Zwar äußert sie sich bisweilen zu Fragen des Islam – etwa, warum sie als Muslimin kein Kopftuch trage. Aber zu Palästina – der Besatzung und der damit verbundenen brutalen Unterdrückung der Palästinenser – sagt sie kein Wort. Sie spricht immer nur von den „zwei Seiten“ des Konflikts, als ob es nicht einen Besatzer und die Besetzten, den Unterdrücker und die Unterdrückten gibt.

Aus gutem Grund, denn sie kennt sehr gut die mit dem Verhältnis Deutschlands zu Israel verbundenen Tabus und die respektiert sie voll und ganz. Und so unterwirft sie sich dem hierzulande geltenden zionistischen Dogma, dass Kritik an Israels Politik gegenüber den Palästinensern „Antisemitismus“ ist. Sie schreibt auf ihrer Webseite ganz im Einklang mit der deutschen Israel-Ideologie: „Ich träume davon, dass wir endlich Frieden und Versöhnung zwischen Israelis und Palästinensern haben. Die Folgen von Krieg und Vertreibung habe ich als Kind palästinensischer Flüchtlinge aus dem Libanon erlebt. Meine Eltern haben 20 Jahre in libanesischen Flüchtlingslagern gelebt. Zwölf meiner Geschwister sind in diesen Lagern geboren. Als palästinensisches Flüchtlingskind war ich 15 Jahre staatenlos, geduldet, schutzlos. Der Konflikt hat also mein Leben immer mitbestimmt. Als Staatssekretärin für Internationales setze ich mich ein für Begegnung und Versöhnung zwischen Israelis und jungen Deutschen mit arabischen Wurzeln ein. Erst kürzlich habe ich eine Schulklasse aus Berlin mit einem hohen Anteil arabischstämmiger Schüler*innen nach Israel und Palästina begleitet. Das ist eine große Bereicherung für diese Jugendlichen, die sonst oft nur aus den sozialen Medien die Heimat ihrer Eltern oder Großeltern kennen. Ich setze mich dafür ein, dass Gelder bereitgestellt werden, damit solche Reisen eine stärkere Förderung erhalten.“

Und weiter: „Durch die diplomatische Annäherung zwischen Israel und arabischen Staaten in der Region ergibt sich die Chance, den Nahen Osten sicherer und kooperativer zu gestalten. Eine gerechte und mit internationalem Recht im Einklang stehende Lösung des israelisch-palästinensischen Konflikts ist damit allerdings leider nicht näher gerückt. Deutschland und unsere Partner in Europa sollten sich dafür einsetzen, dass Israelis und Palästinenser wieder an den Verhandlungstisch zurückkehren, den sie vor vielen Jahren verlassen haben. Unser Engagement für Frieden und Gerechtigkeit in Nahost sollte immer das Wohl der beiden Völker, Israelis und Palästinenser, zum Ziel haben. Auch hier bedarf es der Einbindung der Gesellschaften und der gewählten Volksvertreter*innen im Sinne einer Annäherung.“

Bloß nicht anecken mit Kritik an Israels Politik gegenüber den Palästinensern, ist ganz offensichtlich ihre Devise, denn ein falsches Wort in dieser Hinsicht und die Karriere wäre zu Ende. So bleibt sie mit ihren Äußerungen zu diesem Thema im Allgemeinen und Unverbindlichen stehen. Sie will Frieden im Nahen Osten (wer will den nicht? Aber wer verhindert ihn mit Besatzung und Landraub?) Sie kämpft gegen den Antisemitismus (auch ein löbliches Unterfangen), hat hierfür sogar einen Arbeitskreis begründet und organisiert Israel- und Auschwitz-Fahrten junger Menschen – auch von Muslimen. Das Aufsuchen der NS-Todeslager kann ein guter Beitrag zur politischen Bildung sein, wenn es nicht zum chauvinistisch-zionistischen Spektakel gerät, wie es die Israelis praktizieren, was selbst dort scharf kritisiert wird – etwa von den Historikern Moshe Zuckermann und Tom Segev.

Bei den Palästinensern kommt etwas anderes hinzu. Sie hatten mit dem Holocaust nichts zu tun, das ist nicht ihre Geschichte. Sie haben ihr eigenes Narrativ, das eine furchtbare Hypothek für das zionistische Israel ist – Nakba, Landraub, Besatzung und Apartheid. Wenn Sawsan Chebli unentwegt für eine offene und freie Gesellschaft mit den hohen Werten Meinungsfreiheit, Dialog und Toleranz plädiert, dann müsste sie sich auch dafür einsetzen, dass die Palästinenser und andere betroffene Muslime ihr eigenes Narrativ in die Diskussion einbringen können. Das ist aber in Deutschland unmöglich. Und deshalb sind auch Sawsan Cheblis Plädoyers völlig unglaubwürdig, denn sie laufen darauf hinaus, dass Palästinenser und Muslime das zionistische Narrativ übernehmen und ihr eigenes verschweigen müssen.

Deshalb ist es auch wenig überzeugend, wenn nicht widersprüchlich für eine aus Palästina stammende Frau, wenn sie ständig versichert, gegen den Antisemitismus zu kämpfen, ohne zu sagen was sie damit eigentlich meint. Dass man gegen den „klassischen“ Antisemitismus kämpft, der zum Hass gegen Juden aufruft, weil sie Juden sind, versteht sich von selbst. Aber erzeugt Israel durch seine brutale Politik gegenüber den Palästinensern nicht selbst Antisemitismus? Und hat dieser Staat nicht den neuen „funktionalen Antisemitismus“ erfunden, den der israelische Historiker Daniel Blatman beschrieben hat und mit dem Israel in zynischer Weise Politik macht?

Blatman lehrt an der Hebräischen Universität in Jerusalem (sein Fachgebiet ist der Holocaust) und er ist zugleich der Chefhistoriker des Warschauer Ghetto-Museums. Ein Mann also, den man wahrhaftig nicht unter Antisemitismus-Verdacht stellen kann. Er spricht von der „Verzerrung des Antisemitismus“ besonders in Deutschland und einer „Hexenjagd“ auf alle, die den gängigen Antisemitismus-Begriff nicht akzeptieren und Israels Politik kritisieren. Blatman nennt die Veränderung („Verzerrung“) des Antisemitismusbegriffs eine „Revolution“. Warum? Er setzt den traditionellen, vertrauten Antisemitismus, der durch Feindseligkeit, Hass und Dämonisierung gegenüber Juden und Judentum gekennzeichnet war und ist (es gibt ihn ja noch) und sich in Mythen und Stereotypen ausdrückt von dem neuen funktionalen Antisemitismus ab, der auf dem Prinzip beruht, dass jeder, den bestimmte Juden als antisemitisch definieren wollen, als solcher auch definiert wird.

Was Blatman dann definitorisch ausführt, ist für das deutsches Mainstream-Verständnis ein solcher Tabubruch, dass man es wörtlich anführen muss: „Mit anderen Worten, es handelt sich [bei dem funktionalen Antisemitismus] nicht mehr um einen Antisemitismus, der zwischen Juden und Nichtjuden nach Kriterien wie Religion, Kultur, Nationalität oder Rasse unterscheidet – sondern um einen, der zwischen Antisemiten und Nicht-Antisemiten unterscheidet, nach Kriterien, die von der israelischen Regierung und von Juden und Nicht-Juden, die ihn unterstützen, in Deutschland und anderen Ländern aufgestellt werden.“

Und weiter: „Was hier geschieht ist nicht weniger als eine historische Revolution im Verständnis des Antisemitismus: Antisemitische Deutsche definieren nicht mehr, wer ein Jude ist, der aus der Gesellschaft verbannt werden muss, sondern bestimmte Juden definieren, wer ein Antisemit oder ein Philosemit ist, und die Deutschen nehmen ihre Meinung an.“ Diese Definition bedeutet nicht mehr und nicht weniger, dass die Führung in Israel festlegt, was Antisemitismus ist und was nicht und dass man im Ausland – besonders in Deutschland – diesen Vorgaben brav und gehorsam folgt. Nach diesem israelischen Verständnis sind die Palästinenser Antisemiten, ja die „neuen Nazis“.

Welchen Antisemitismus-Begriff meint Sawsan Chablin also, wenn sie gegen ihn kämpft? Wenn sie hier keine klare Unterscheidung trifft, setzt sie sich dem Verdacht aus, dass ihr Engagement gegen Antisemitismus nur ein Alibi ist, das sie als Abkömmling von Palästinensern in der gegenwärtigen deutschen Antisemitismus-Hysterie unangreifbar machen soll. Das wäre aber ein schlimmer Verrat an den Interessen ihres Herkunftsvolkes.

Von Berlins neuem Antisemitismus-Beauftragten Samuel Salzborn – also einem Kollegen von Sawsan Chebli im Berliner Senat – ist das Zitat überliefert: „Wenn im Zug am Nachbartisch die Leute anfangen, ohne jeden Grund auf ‚Palästina‘ zu sprechen kommen, ist es wahlweise Zeit, auszusteigen, Kopfhörer aufzusetzen oder sie anzuschreien: ‚Antisemitismus!‘“(Quelle: Twitter 20.10.2019) Man wüsste gern, was Sawsan Chebli zu diesem Satz sagt? Kann sie mit ihrer palästinensischen Herkunft in einer Institution (dem Berliner Senat) mit einem solchen Mann zusammenarbeiten? Aber sie wird schweigen, denn sonst wäre die Karriere zu Ende.  4.10.2020

 

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