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Täglich neu - Nachrichten, Texte aus dem besetzen Palästina die in den deutschen Medien fehlen.

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Texte von Arn Strohmeyer

Antwort auf Aleida Assmanns Versuch - Judenhass
Habeck - Apostel der doppelten Moral
Die israelische Tragödie
Tamar Amar-Dahl - "Siegeszug des Neozionismus"
Weltbild von Mathias Döpfner
Gerechtigkeit für Roger Waters!
Israel-Politik radikal überdenken
Andenken an Toten des Holocaust missbraucht
Omri Boehm ein antisemitisches Buch?
Zionistenschreiben vor, wie an Holocaust zu erinnern.
Tragödie des Zionismus
Palästinenser dürfen in Erinnerungspolitik nicht vorkommen
Genozid wäre besser gewesen
Deutsche Erinnerungspolitik ohne Palästinenser
Plädoyer Ungleichheit der Menschen
Deutschland eine Bananenrepublik?
Situation derPalaestinenser unter zionistischer Besatzung
Ist Banksy ein Antisemit?
Israel ein Apartheidstaat wie Südafrika?
Streit um die Kasseler Documenta
Rezension - Abraham Melzer-  Ich bin (k)ein Antisemit!
Afghanische Sanndalentraeger besiegten USA
Gemeinsame Werte mit einem Apartheidstaat?
Der Welt droht ein neuer Kalter Krieg
Die Antideutschen
Chefs des Springer-Konzerns Mathias Döpfner
„Apeirogon“ des irischen Autors Colum McCann
Lapid - Imagpflege, neue Einsichten?
„1984“ - israelische Cyber-Software“
BDS -  Hoffnung der Palästinenser“
Das Ende einer Illusion
Kampf gegen Windmühlenflügel
Die grüne Kanzlerkandidatin
Palästina in israelischen Schulbüchern
Die Nakba soll zu Ende gebracht werden
Westliche Propaganda - Aufteilung der Welt in Gut+ Böse
Die Jerusalemer Erklärung - Antwort auf die IHRA
Werder Bremen übernimmt die IHRA-Definition
Joseph Melzer - Ich habe neun Leben gelebt.
Holocaustgedenktag 2021
Inhalt der BDS-Resolution nicht erwähnen
Bücher - Positionen zum israelbezogenen Antisemitismus
Kariere von Sawsan Chebli
Martialisches Erinnern
Das zynische Angebot
Omri Boehms - liberaler und humaner Zionismus!
Omri Bohm - Israel - eine Utopie
Darstellung des Zionismus  für Israels Politik Problem
Zionismus untergräbt Werte des Judentums
Gaza ist Überall!
Israel und das Apartheid-Südafrika
Fall Achille Mbembe kein Einzelfall
Eine deutsche Debatte im Jahr 2020
Achille Mbembe - Eigentor von Felix Klein
Was trägt Israel  zum Judenhass bei?
Antideutsche - Antisemitismus und Nahostkonflikt
Nirit Sommerfeld - Stimme des anderen Israel
Symbol für den Freiheitskampf
Krieg gegen das palästinensische Volk
Treueschwüre für einen Besatzerstaat
Zur Kriegsgefahr im Nahen Osten
Der  ideologische Blick auf Israels Geschichte
Kein Friedensstern über Bethlehem
G. Hanloser - Abgesang auf die Antideutschen
Bundesregierung will Hisbollah verbieten
Jürgen Todenhöfer - Die große Heuchelei
Spiegel - zu Israel-kritischer Positionen kein Wort
Gegenwärtige Hexenjagd auf „Antisemiten“
Hungert sie aus!
Das Beispiel Dr. Dr. Marcus Ermler
Hans-Jürgen Abromeit sagt die Wahrheit
Israel zieht belastende Dokumente aus dem Verkehr
Definiert Israels Regierung was Antisemitismus ist
Der Kushner-Plan -Totgeburt
Israels Politik -  zynisch, autoritär und reaktionär
Bremen verweigert Kritik an Israel
Wahlen ohne Opposition und Alternative…
Man unterscheidet zwischen "guten" und "bösen" Juden
BDS-Aktivisten auf „Krawall“ reduziert
Israel Siedlungen auf dem Mond?
Die Mauer als Symbol des Scheiterns
Wider den Mainstream
Triumph des moralischen Nihilismus
Mythos - Vertreibung der Juden aus arabischen Ländern
Frieden auf Erden“ –  nicht in Palästina
Zensur der evangelischen Kirche
Lehrer nach Yad Vashem
Evangelische Kirche und Israels Unrechtspolitik
Hysterie bis zur Paranoia
Klassischer Fall von Geschichtsfälschung
Bremer Innensenator Mäurer hat Recht
Die „Israelisierung der Welt“
Trumps "Deal" Verrat an Palästina
Wikipedia ist der Manipulation überführt
Klassischer Fall von Geschichtsfälschung
Juden und Muslime in Auschwitz
Israels Sanktionen - Iran
Zum Tod von Felicia Langer
„WerteInitiative“  - Schlag gegen Bettina Marx
Stopp gegen Antisemitismus-Hysterie
Palästina - Realität wird zum Tabu
Tom Segevs Ben Gurion-Biographie
Deutschland, Israel + der Antisemitismus:
Präsident Abbas‘ missverständliche Rede
Unterstützung Arbeit Antisemitismus-Beauftragten
Die inszenierte Hysterie
Entstehung Israels als Heldenepos
70 Jahre Israel – 70 Jahre Siedlerkolonialismus
Skandalöse Geschichtsklitterung
Heiko Maas  in Israel
Was für ein Staat!
Heiko Maas - Kniefall nach Israel
Meinungsfreiheit für Palästinenser in Bremen
Rolf Verleger - Hundert Jahre Heimat_Land
Israel hat den Frieden nie gewollt.
Weihnachten 2017
Gefängnisstrafen und Sippenhaft
Nimmt der Antisemitismus zu?
Stramm hinter Trump
Hermann Kuhn demonstriert  Nichtwissen
Deutsche Kampfflieger über Israel
„Sie weichen den wirklichen Problemen aus“
Rezension - Abraham Melzer: Die Antisemiten-Macher
Rezension - Abraham Melzer: Mit Feuer und Blut
Die kopernikanische Wende
Martin Schulz Kotau vor der Israel-Lobby
„1984“ auf israelisch
Rückfall in die Vormoderne
Michael Wolffsohn hat sich disqualifiziert
Rezension - M. Peled - Der Sohn des Generals
Analysen des antizionistischen Isaac Deutscher
Film - Der Hass auf Juden in Europa
14. Dokumenta - Ahlam Shibli
Michael Lüders Buch „Die den Sturm ernten“
Jenseits aller Wirklichkeit
„Im Gefängnis, weil  Palästinenser“
Das Lehrbeispiel BDS
DIG Aufruf gegen Kritiker
Broder - BDS + die Endlösung
Zwischen „Lügen- “ und „Lückenpresse“
Frieden auf Erden... nicht im Heiligen Land
Ist Deutschland eine Bananenrepublik?
Hat Jakob Augstein der Mut verlassen?
Israel-Berichterstattung - doppelte Standards
Propaganda-Lügen gegen den Frieden
Antisemitismus – „Missverständnis der Geschichte“?
Wann ist Kritik an Israels antisemitisch
Die Lobby schlägt zu
Geheimsache Heron TP
Claude Lanzmann -  Palästina-Konflikt
Die Israel-Lobby und die HAWK
Ein Humanist?
„Die Hamas ist an allem schuld“
Ein Krieger und Verächter des Völkerrechts
Proteste und Demonstrationen nicht Antisemitisch
Der Streit um Israels „Existenzrecht“
„Journalismus“ á la Benjamin Weinthal
„Methodisch betriebener Wahnsinn“
Dank an Benjamin Weinthal
Albert Einstein muß als Zeuge herhalten
Wenn Weinthal wieder einmal zuschlägt ...
Rezension von  Kurt O. Wyss
Noch mehr Israel-Kritiker geschafft
Interview mit Abdallah Frangi
Benjamin Weinthal verhindert Vortrag Arn Strohmeyer
„Lügenpresse“ oder kritikloser Philosemitismus?
Ein Weihnachtswunsch
Abraham Melzers Buch „Israel vor Gericht“
Rezension - Petra Wild: Die Krise des Zionismus
Gipfel der Absurdität
Daniel Killy diffamierte seinen früheren Arbeitgeber
Rezension - Die Hölle von Gaza - Spiewak
Rote Karte für Israel!
Der Antisemitismus-Vorwurf als Rufmord
Ist Israel ein verrückter Staat?
„Oslo war ein Kapitulationsabkommen“
Rezension - Ilan Pappe -  „Die Idee Israel"
Wenn eine Jüdin den Zionismus kritisiert...
Leseprobe 3 - Antisemitismus – Philosemitismus
Leseprobe 2 - Antisemitismus – Philosemitismus
Leseprobe 1 - Antisemitismus – Philosemitismus
Inhalt - Antisemitismus – Philosemitismus
Buch - Antisemitismus – Philosemitismus
Kontrolle über Israels Atomwaffen?
Rezension - Sven Severin: Shalom ist nicht Frieden.
Werte der USA und Europas Doppelmoral
Antwort auf Uri Avnerys Artikel Die wirkliche Nakba
Rezension - Israel – Im permanenten Kriegszustand
Zwischen Doppelmoral und Lebenslügen
Die Herren über Leben und Tod
Dauerbrenner Antisemitismus
Weglassen, vertuschen und manipulieren
Napoleoni - Die Rückkehr des Kalifats.
Presseboykott gegen  Nakba-Ausstellung Bremen?
Der Streit um die historische Wahrheit
Am besten das Völkerrecht abschaffen.
Anschläge Paris - Stunde der Heuchler
Die Legenden von den vertriebenen Juden
Linkspartei und die Verletzer der Völkerrechte
Für Israel Frieden unmöglich.
Zionismus vor seinem historischen Ende?
Antisemitismus-Gefahr als politische Waffe
Eine genau kalkulierte Kampagne
„Ein Massaker schlimmsten Ausmaßes!“
Dieter Graumann und die westlichen Werte
Willkommener Anlass
Die EU als zahnloser Papiertiger
Antisemiten überall
Uri Avnery relativiert die Nakba
H. Baumgarten - Kampf um Palästina
Ein bedeutender Schritt zur Versöhnung
Bremer Evangelische Kirche -  Frieden Nah Ost
„Warum provoziert Ihr Israel immer so?“
Interview mit  Reuven Moskowitz
Israels große Propagandainszenierung
Unkritische Unterstützung Israels.
Tumulte in der Knesset
Rezension - Israel kontrovers
Ariel Sharons brutale Gewaltpolitik
Neuerscheinung Ilan Pappes Buch?
Ilan Pappe - „Eethnische Säuberung Palästinas
Schweigen der Christen im Nahen Osten
Feldmans Film „The Lab“
Mythos - Vertreibung der Juden
Rezension - Viktoria Waltz -  „Monopoly“
Shlomo Sand - Ich steige aus.
Palästinenser Testpersonen für Rüstungsindustrie
Israel steht unter Verdacht
Rezension - Buch Ekkehart Drost
3. Israelkongress in Berlin
Die Angst vor der Wahrheit
Was kommt nach dem Zionismus?
Führt Obama Israels Krieg?
Haben nur Palästinenser „Blut an den Händen“?
Ein Bantustan-Staat für die Palästinenser?
Zionismus + arabischer Antisemitismus
Ethnische Säuberungen
Juden unerwünscht?
Wenn Israel fällt, fällt auch der Westen!“
Nachruf auf Stéphane Hessel
Streit um Augsteins „Antisemitismus“ geht weiter
Zerstört Israel sich selbst?
Broders taktischer Rückzieher
Solidarität mit Jakob Augstein!
Sollen Patriot-Raketen Israel schützen?
Von der Macht der Denunzianten
Rezension Rudolph Bauer - Wer rettet Israel
Netanjau in Berlin zum völlig falschen Zeitpunkt
Mit der UNO auf Kriegsfuß
Generalangriff auf die Mythen des Zionismus
Gaza - Schweigen die Waffen?
"Sicht der Armee  kein ethisches Problem“
Erwiderung auf Charlotte Knobloch
Atmosphäre der Angst
Keine Chance für die Vernunft?
These vom Mord an Arafat
„Hier wird Israel pauschal diffamiert“
D. Barenboim:„Nur ein Psychiater kann  helfen!“
In Nibelungentreue an Israels Seite?
Merkels abenteuerlicher Kriegskurs
Der Dichter, Israel und die Denkverbote
Genug der Heuchelei! - Günther Grass
Auf Mythen keinen Frieden aufbauen
Brief an Ralph Giordano
Ilan Pappe -  Wissenschaft als Herrschaftsdienst
Nazi-Analogien in Israel
Interview mit Abdallah Frangi
Abdallah Frangi - Der Gesandte
Israeltag 2011 - Bremer Schulen
Ein Akt historischer Gerechtigkeit
Israel-Propaganda an deutschen Schulen ?
„Boykott ist eine absolute Notwendigkeit“
Rezension - Finkelstein „Israels Invasion in Gaza“
Die Partei „Die Linke“ + das Existenzrechts Israels
„Wir wollen die ganze Region befreien“
Ergänzung - Brief Bürgermeister Jens Böhrnsen
Offener Brief - Bürgermeister Jens Böhrnsen
Helmut Schmidt + R. von Weizsäcker Antisemiten?
Sind Boykottaktionen antisemitisch?
Boykott gegen Früchte aus Israel
Stéphane Hessel - Empört Euch!
Todenhöfer - Warum tötest Du, Zaid?
Arabische Aufstände düpieren den Westen + Israel
Verzweifeln an Israel
In der Falle der Stammesideologie
Wer glaubt an Friedensbotschaften
Kotau vor Merkels Nahost-Politik
Wie man Antisemiten produziert
Im Gleichschritt mit Israel?
Was ist Antisemitismus
Gibt es  "neuen" Antisemitismus? - Klug Brian
Was sind "jüdische Gene"? - Thilo Sarrazin
Zionistischer Angriff auf Wikipedia
Moshe Zimmermann: Angst vor Frieden
Verwirrung der Begriffe?
Offener Brief  Weser-Kurier-Artikel - 16. 06. 2010
Iris Hefets gewann Prozess gegen Lala Süsskind
Mordaktion nach Piratenmanier
Israel will keinen Frieden
Solidarität mit Iris Hefets!
Sieg der Spermien und Gebärmütter
Hajo Meyer - Radikale Kritik am Zionismus
Interview mit Norman G. Finkelstein
Gespräch mit Yehuda Shaul
Interview mit Yahav Zohar
Broder - Aufklärung + Untergang
„Israel streut der Welt Sand in die Augen“
„Hitler besiegen“
Interview mit Moshe Zuckermann
Bethlehem 2008
Volk ohne Hoffnung
Brief Präsidium J. G. Bremen
Interview Felicia Langer

 

 

Wenn man den Inhalt der BDS-Resolution gar nicht erwähnen darf…

Ein offener Schlagabtausch über die BDS-Resolution des Bundestages zwischen Michael Wolffsohn und Michael Naumann im Spiegel bringt wenig neue Erkenntnisse

Arn Strohmeyer - 21.12.2020

Die Initiative G.G.5.3.Weltoffenheit, eine Kampagne bedeutender deutscher Kulturinstitutionen und Kultur schaffender Einzelpersonen, hat in einem Aufruf die BDS-Resolution des Bundestages kritisiert, weil sie die im Grundgesetz garantierte Meinungs-, Informations- und Pressefreiheit sowie die Freiheit von Kunst und Wissenschaft (Artikel 5 GG) einschränke. In diesem Zusammenhang bringt der Spiegel ein Streitgespräch zwischen dem Historiker Michael Wolffsohn und dem Ex-Kulturstaatsminister Michael Naumann, der auch Direktor der Barenboim-Said-Akademie ist.

Wenn deutsche Mainstream-Medien die BDS-Bewegung thematisieren, dann ist es die Regel, nicht auf den Inhalt des ursprünglichen Aufrufs der palästinensischen Zivilgesellschaft einzugehen, sondern sich auf die lakonische Unterstellung zu konzentrieren, dass BDS das Existenzrecht Israels leugne und diesen Staat vernichten wolle. So handhabt es auch der Spiegel. In der Einleitung zu dem Streitgespräch beschränkt sich das Magazin auf die Feststellung, dass BDS das Rückkehrrecht für die palästinensischen Flüchtlinge fordere und dazu aufrufe, israelische Waren, Kulturschaffende, Wissenschaftler und Sportler zu boykottieren.

Da fehlt die wichtigste Forderung der BDS-Bewegung (oder sie wird nur am Rande erwähnt): das Ende der Besatzung und die Erlangung des Selbstbestimmungsrechts für die Palästinenser, also die Durchsetzung des Völkerrechts und der Menschenrechte für dieses Volk. Wenn man diese Information vorenthält, muss die Diskussion in die verkehrte Richtung laufen. So kann Wolffsohn sein zionistisches Glaubensbekenntnis abspulen. Er rechtfertigt den BDS-Beschluss des Bundestages, sieht die Meinungsfreiheit durch ihn nicht eingeschränkt, setzt Antizionismus mit Antisemitismus gleich („Antizionismus ist deshalb so gefährlich, weil er Israel als Deckmantel für Antisemitismus benutzt“) und wiederholt mehrmals, dass BDS die Wirkung des jüdischen Seins und das Ende Israels bedeuten würde. Wohl an Hermann Göring denkend, von dem der Ausspruch überliefert ist „Wer Jude ist, bestimme ich!“, setzt Wolffsohn dagegen: „Wer Antisemit ist, bestimmt der Jude.“

Wolffsohn wartet dann mit einem völlig schiefen historischen Vergleich auf: Wenn man den palästinensischen Flüchtlingen das Rückkehrrecht einräumen würde, müsste man es auch den deutschen Ost-Flüchtlingen gestatten. Um diese falsche Parallele aufrechterhalten zu können, greift er zu einer dreisten historischen Lüge: „Deutsche und Palästinenser haben 1939 bzw. 1947/48 den Krieg begonnen und als Folge das Land verloren.“ Dass der Hitlerstaat den Zweiten Weltkrieg begonnen hat, ist ja unbestritten. Aber dass die Palästinenser 1947/48 den Krieg gegen die Zionisten begonnen hätten, ist eine üble Geschichtsklitterung. Wolffsohn sollte mal die Werke der israelischen Historiker Simcha Flappan, Benny Morris, Avi Shlaim und Ilan Pappe lesen. Aber die Lüge Wolffsohns ist natürlich für die Legitimierung des zionistischen Anspruchs auf das Land äußerst wichtig.

Naumann hält der Polemik des bekennenden Zionisten Wolffsohn überzeugende Argumente entgegen: Er belegt an Beispielen, wie durch die BDS-Resolution des Bundestages die Meinungsfreiheit eben doch eingeschränkt wurde, weil dieser Beschluss festlege, was Antisemitismus sei, was verfassungsrechtlich fatale Konsequenzen haben könne. Naumann fügt hinzu, dass die Bestimmung des Bundestages, was Antisemitismus sei, auch Wolffsohns Behauptung, dass der Jude bestimme, wer Antisemit sei, ad absurdum führe. Denn die Abgeordneten hätten beschlossen: „Die Argumentationsmuster und Methoden der BDS-Bewegung sind antisemitisch.“ Naumann sieht durch die legitime Kritik der BDS-Bewegung an der israelischen Politik keineswegs auch gleich die Sicherheit Israels in Frage gestellt und fügt hinzu, ein Antizionist sei auch nicht automatisch ein antisemitischer Gegner des Staates Israel.

Dass eine Zensur in Deutschland wegen Kritik an Israel oder BDS längst stattfindet, belegt Naumann auch an den Vorgängen im Jüdischen Museum in Berlin – Ausladung von nicht genehmen Referenten, israelische Kritik an der Jerusalem-Ausstellung, der Rausschmiss des Direktors Peter Schäfer und führt dies alles auf „die Einflussnahme einer ausländischen Regierung“ zurück. Worauf Wolffsohn erwidert, der Direktor Schäfer sei nicht „energisch genug gegen die BDS-Unterwanderung“ des Museum-Personals vorgegangen.

Nauman antwortet darauf, dass die israelische Regierung natürlich das Recht habe, eine Ausstellung zu kritisieren: „Aber die Bundesregierung sollte dann nicht die Hacken zusammenschlagen und in die Programmhoheit des Museums eingreifen.“ Auf den Vorwurf der „Unterwanderung“ des Museums kontert Naumann: „Sie betreiben eine Art Kontaktverdächtigung: Weil jemand jemanden kennt, der jemanden kennt, der etwas unterschrieben hat, ist man – mitgefangen, mitgehangen – ein Antisemit.“

Naumann spricht überzeugend viel Wahres an, während Wolffsohn sich eher auf Bild-Zeitungsniveau bewegt (er schreibt regelmäßig Kolumnen für dieses Blatt, das alle Kritiker der israelischen Politik und auch die Vertreter der Initiative G.G.5.3. Weltoffenheit als „Israelhasser“ diffamiert). Im Ganzen gesehen erweist sich das Gespräch als ein verbales Geplänkel, ohne zu Kern der Probleme vorzustoßen.

Das schafft in brillanter Weise der israelische Philosoph Omri Boehm in einem Gastartikel der Zeit. Er analysiert dort, wie der Zionismus mit dem Faktum umgeht, dass die Zwei-Staaten-Lösung durch die Verweigerungshaltung der israelischen Regierung nun endgültig vom Tisch ist. Als Alternative bleiben Israel nur die Ein-Staat-Lösung, die die Palästinenser als gleichberechtigte Bürger miteinschließt; ein Apartheidstaat, der die palästinensische Minderheit nicht als gleichberechtigt anerkennt (das ist der gegenwärtige Zustand); oder die Vertreibung, die in Israel wieder ganz offen diskutiert wird.

So stellte der israelische General Ephraim Eitam, der Netanjahus Kandidat für die Leitung der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem ist, jetzt folgende Überlegung an: „Wir werden drei Dinge tun müssen. Die große Mehrheit der Araber des Westjordanlandes vertreiben. Wir können dieses Territorium nicht aufgeben, und wir können nicht so viele Araber zulassen. […] Einige werden vielleicht bleiben, unter bestimmten Bedingungen, aber die meisten müssen gehen. Wir müssen eine weitere Entscheidung treffen, und zwar die, unser politisches System von arabischen Israelis zu befreien. […] Wir haben es zugelassen, dass sich in unserem Land eine fünfte Kolonne bilden konnte, ein Bund erstklassiger Verräter. Wir können ihre breite Präsenz innerhalb unseres politischen Systems nicht dulden. Drittens werden wir ganz anders mit dem Iran umgehen müssen. Diese drei Entscheidungen würden es erforderlich machen, dass wir unsere Kriegsmoral ändern.“

Die Ein-Staatlösung mit gleichen Rechten für die Palästinenser ist also für Israel völlig undenkbar. Denn die Zionisten beharren auf ihrem Recht auf Selbstbestimmung, und die ist für sie nur in einem „jüdischen Staat“ vorstellbar. Nicht-Juden, also Palästinenser, können deshalb in einem „jüdischen Staat“ keine gleichberechtigten Bürger sein. Ein rein jüdischer Staat vom Jordan bis zum Mittelmeer setzt sich also über das völkerrechtlich abgesicherte Selbstbestimmungsrecht der Palästinenser hinweg.

Eine vertrackte Lage also für Israel. Die Zionisten suchen den rechtfertigenden Ausweg mit einem ideologischen Trick, indem sie die Antisemitismus-Waffe hervorholen: Weil die Juden das Recht auf einen jüdischen Staat (ohne Palästinenser) haben, sind die Palästinenser, die Selbstbestimmung und die Rückkehr der Flüchtlinge in das Land fordern, aus dem Israel sie vertrieben hat, „Antisemiten auf Nazi-Niveau“. Der israelische Historiker Yehuda Bauer, ein Experte für die Holocaustforschung, spricht sogar von einem „genozidalen Antisemitismus“, wenn auf dem Rückkehrrecht der palästinensischen Flüchtlinge bestanden wird. Mit anderen Worten: Die nationalen Bestrebungen der Palästinenser stehen im Widerspruch zu denen der Juden und müssen deshalb aufgegeben werden. Auf voller Gleichheit zu bestehen ist antisemitisch.

Dass eine solche Position gegen die universalen Prinzipien des Völkerrechts und der Menschenrechte verstößt, liegt auf der Hand. Es war aber genau die Intention der BDS-Bundestagsresolution zu verhindern, dass Israels Existenzrecht als „jüdischer Staat“ in Frage gestellt würde, denn damit werde die Schwelle zwischen legitimer Kritik an Israel und Antisemitismus überschritten. Und weil Israels Existenzrecht in Deutschland „Staatsräson“ ist, sollen diejenigen, die dies kritisieren oder bezweifeln, dieser Resolution zufolge weder offizielle Unterstützung noch staatliche Fördermittel erhalten. Soweit Omri Boehm, der ein baldige Rücknahme dieses Beschlusses fordert.

Schon vor Jahren hat der israelische Historiker Moshe Zuckermann in seinem Buch Israels Schicksal. Warum der Zionismus seinen Untergang betreibt die Sackgasse beschrieben, in die sich die israelische Politik mit der Verhinderung der Zweistaatenlösung begeben hat. Da die deutsche Politik Israels Vorgaben – gerade auch mit der BDS-Resolution – blind folgt („die Hacken zusammenschlägt“, wie Michael Naumann es nennt), steckt der Bundestag mit seiner BDS-Resolution in derselben Sackgasse wie die israelische Politik, da sie auf dem rein „jüdischen Staat“ (Israels „Existenzrecht“ als „jüdischer Staat“) besteht, der die Gleichberechtigung der palästinensischen Bürger ausschließt. Die Bundestagsresolution schränkt also nicht nur die Meinungsfreiheit ein, sie behindert auch wegen ihrer einseitigen Festlegung jedes weitere Nachdenken über eine angemessene und humane Lösung des Nahost-Problems. Und sollte es zu totalen Apartheidlösung oder zur Vertreibung der Palästinenser kommen, hätte die deutsche Politik dies mit zu verantworten.

 

 

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