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Täglich neu - Nachrichten, Texte aus dem besetzen Palästina die in den deutschen Medien fehlen.

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Texte von Arn Strohmeyer

Plädoyer Ungleichheit der Menschen
Deutschland eine Bananenrepublik?
Situation derPalaestinenser unter zionistischer Besatzung
Ist Banksy ein Antisemit?
Streit um die Kasseler Documenta
Israel ein Apartheidstaat wie Südafrika?
Streit um die Kasseler Documenta
Rezension - Abraham Melzer-  Ich bin (k)ein Antisemit!
Afghanische Sanndalentraeger besiegten USA
Gemeinsame Werte mit einem Apartheidstaat?
Der Welt droht ein neuer Kalter Krieg
Die Antideutschen
Chefs des Springer-Konzerns Mathias Döpfner
„Apeirogon“ des irischen Autors Colum McCann
Lapid - Imagpflege, neue Einsichten?
„1984“ - israelische Cyber-Software“
BDS -  Hoffnung der Palästinenser“
Das Ende einer Illusion
Kampf gegen Windmühlenflügel
Die grüne Kanzlerkandidatin
Palästina in israelischen Schulbüchern
Die Nakba soll zu Ende gebracht werden
Westliche Propaganda - Aufteilung der Welt in Gut+ Böse
Die Jerusalemer Erklärung - Antwort auf die IHRA
Werder Bremen übernimmt die IHRA-Definition
Joseph Melzer - Ich habe neun Leben gelebt.
Holocaustgedenktag 2021
Inhalt der BDS-Resolution nicht erwähnen
Bücher - Positionen zum israelbezogenen Antisemitismus
Kariere von Sawsan Chebli
Martialisches Erinnern
Das zynische Angebot
Omri Boehms - liberaler und humaner Zionismus!
Omri Bohm - Israel - eine Utopie
Darstellung des Zionismus  für Israels Politik Problem
Zionismus untergräbt Werte des Judentums
Gaza ist Überall!
Israel und das Apartheid-Südafrika
Fall Achille Mbembe kein Einzelfall
Eine deutsche Debatte im Jahr 2020
Achille Mbembe - Eigentor von Felix Klein
Was trägt Israel  zum Judenhass bei?
Antideutsche - Antisemitismus und Nahostkonflikt
Nirit Sommerfeld - Stimme des anderen Israel
Symbol für den Freiheitskampf
Krieg gegen das palästinensische Volk
Treueschwüre für einen Besatzerstaat
Zur Kriegsgefahr im Nahen Osten
Der  ideologische Blick auf Israels Geschichte
Kein Friedensstern über Bethlehem
G. Hanloser - Abgesang auf die Antideutschen
Bundesregierung will Hisbollah verbieten
Jürgen Todenhöfer - Die große Heuchelei
Spiegel - zu Israel-kritischer Positionen kein Wort
Gegenwärtige Hexenjagd auf „Antisemiten“
Hungert sie aus!
Das Beispiel Dr. Dr. Marcus Ermler
Hans-Jürgen Abromeit sagt die Wahrheit
Israel zieht belastende Dokumente aus dem Verkehr
Definiert Israels Regierung was Antisemitismus ist
Der Kushner-Plan -Totgeburt
Israels Politik -  zynisch, autoritär und reaktionär
Bremen verweigert Kritik an Israel
Wahlen ohne Opposition und Alternative…
Man unterscheidet zwischen "guten" und "bösen" Juden
BDS-Aktivisten auf „Krawall“ reduziert
Israel Siedlungen auf dem Mond?
Die Mauer als Symbol des Scheiterns
Wider den Mainstream
Triumph des moralischen Nihilismus
Mythos - Vertreibung der Juden aus arabischen Ländern
Frieden auf Erden“ –  nicht in Palästina
Zensur der evangelischen Kirche
Lehrer nach Yad Vashem
Evangelische Kirche und Israels Unrechtspolitik
Hysterie bis zur Paranoia
Klassischer Fall von Geschichtsfälschung
Bremer Innensenator Mäurer hat Recht
Die „Israelisierung der Welt“
Trumps "Deal" Verrat an Palästina
Wikipedia ist der Manipulation überführt
Klassischer Fall von Geschichtsfälschung
Juden und Muslime in Auschwitz
Israels Sanktionen - Iran
Zum Tod von Felicia Langer
„WerteInitiative“  - Schlag gegen Bettina Marx
Stopp gegen Antisemitismus-Hysterie
Palästina - Realität wird zum Tabu
Tom Segevs Ben Gurion-Biographie
Deutschland, Israel + der Antisemitismus:
Präsident Abbas‘ missverständliche Rede
Unterstützung Arbeit Antisemitismus-Beauftragten
Die inszenierte Hysterie
Entstehung Israels als Heldenepos
70 Jahre Israel – 70 Jahre Siedlerkolonialismus
Skandalöse Geschichtsklitterung
Heiko Maas  in Israel
Was für ein Staat!
Heiko Maas - Kniefall nach Israel
Meinungsfreiheit für Palästinenser in Bremen
Rolf Verleger - Hundert Jahre Heimat_Land
Israel hat den Frieden nie gewollt.
Weihnachten 2017
Gefängnisstrafen und Sippenhaft
Nimmt der Antisemitismus zu?
Stramm hinter Trump
Hermann Kuhn demonstriert  Nichtwissen
Deutsche Kampfflieger über Israel
„Sie weichen den wirklichen Problemen aus“
Rezension - Abraham Melzer: Die Antisemiten-Macher
Rezension - Abraham Melzer: Mit Feuer und Blut
Die kopernikanische Wende
Martin Schulz Kotau vor der Israel-Lobby
„1984“ auf israelisch
Rückfall in die Vormoderne
Michael Wolffsohn hat sich disqualifiziert
Rezension - M. Peled - Der Sohn des Generals
Analysen des antizionistischen Isaac Deutscher
Film - Der Hass auf Juden in Europa
14. Dokumenta - Ahlam Shibli
Michael Lüders Buch „Die den Sturm ernten“
Jenseits aller Wirklichkeit
„Im Gefängnis, weil  Palästinenser“
Das Lehrbeispiel BDS
DIG Aufruf gegen Kritiker
Broder - BDS + die Endlösung
Zwischen „Lügen- “ und „Lückenpresse“
Frieden auf Erden... nicht im Heiligen Land
Ist Deutschland eine Bananenrepublik?
Hat Jakob Augstein der Mut verlassen?
Israel-Berichterstattung - doppelte Standards
Propaganda-Lügen gegen den Frieden
Antisemitismus – „Missverständnis der Geschichte“?
Wann ist Kritik an Israels antisemitisch
Die Lobby schlägt zu
Geheimsache Heron TP
Claude Lanzmann -  Palästina-Konflikt
Die Israel-Lobby und die HAWK
Ein Humanist?
„Die Hamas ist an allem schuld“
Ein Krieger und Verächter des Völkerrechts
Proteste und Demonstrationen nicht Antisemitisch
Der Streit um Israels „Existenzrecht“
„Journalismus“ á la Benjamin Weinthal
„Methodisch betriebener Wahnsinn“
Dank an Benjamin Weinthal
Albert Einstein muß als Zeuge herhalten
Wenn Weinthal wieder einmal zuschlägt ...
Rezension von  Kurt O. Wyss
Noch mehr Israel-Kritiker geschafft
Interview mit Abdallah Frangi
Benjamin Weinthal verhindert Vortrag Arn Strohmeyer
„Lügenpresse“ oder kritikloser Philosemitismus?
Ein Weihnachtswunsch
Abraham Melzers Buch „Israel vor Gericht“
Rezension - Petra Wild: Die Krise des Zionismus
Gipfel der Absurdität
Daniel Killy diffamierte seinen früheren Arbeitgeber
Rezension - Die Hölle von Gaza - Spiewak
Rote Karte für Israel!
Der Antisemitismus-Vorwurf als Rufmord
Ist Israel ein verrückter Staat?
„Oslo war ein Kapitulationsabkommen“
Rezension - Ilan Pappe -  „Die Idee Israel"
Wenn eine Jüdin den Zionismus kritisiert...
Leseprobe 3 - Antisemitismus – Philosemitismus
Leseprobe 2 - Antisemitismus – Philosemitismus
Leseprobe 1 - Antisemitismus – Philosemitismus
Inhalt - Antisemitismus – Philosemitismus
Buch - Antisemitismus – Philosemitismus
Kontrolle über Israels Atomwaffen?
Rezension - Sven Severin: Shalom ist nicht Frieden.
Werte der USA und Europas Doppelmoral
Antwort auf Uri Avnerys Artikel Die wirkliche Nakba
Rezension - Israel – Im permanenten Kriegszustand
Zwischen Doppelmoral und Lebenslügen
Die Herren über Leben und Tod
Dauerbrenner Antisemitismus
Weglassen, vertuschen und manipulieren
Napoleoni - Die Rückkehr des Kalifats.
Presseboykott gegen  Nakba-Ausstellung Bremen?
Der Streit um die historische Wahrheit
Am besten das Völkerrecht abschaffen.
Anschläge Paris - Stunde der Heuchler
Die Legenden von den vertriebenen Juden
Linkspartei und die Verletzer der Völkerrechte
Für Israel Frieden unmöglich.
Zionismus vor seinem historischen Ende?
Antisemitismus-Gefahr als politische Waffe
Eine genau kalkulierte Kampagne
„Ein Massaker schlimmsten Ausmaßes!“
Dieter Graumann und die westlichen Werte
Willkommener Anlass
Die EU als zahnloser Papiertiger
Antisemiten überall
Uri Avnery relativiert die Nakba
H. Baumgarten - Kampf um Palästina
Ein bedeutender Schritt zur Versöhnung
Bremer Evangelische Kirche -  Frieden Nah Ost
„Warum provoziert Ihr Israel immer so?“
Interview mit  Reuven Moskowitz
Israels große Propagandainszenierung
Unkritische Unterstützung Israels.
Tumulte in der Knesset
Rezension - Israel kontrovers
Ariel Sharons brutale Gewaltpolitik
Neuerscheinung Ilan Pappes Buch?
Ilan Pappe - „Eethnische Säuberung Palästinas
Schweigen der Christen im Nahen Osten
Feldmans Film „The Lab“
Mythos - Vertreibung der Juden
Rezension - Viktoria Waltz -  „Monopoly“
Shlomo Sand - Ich steige aus.
Palästinenser Testpersonen für Rüstungsindustrie
Israel steht unter Verdacht
Rezension - Buch Ekkehart Drost
3. Israelkongress in Berlin
Die Angst vor der Wahrheit
Was kommt nach dem Zionismus?
Führt Obama Israels Krieg?
Haben nur Palästinenser „Blut an den Händen“?
Ein Bantustan-Staat für die Palästinenser?
Zionismus + arabischer Antisemitismus
Ethnische Säuberungen
Juden unerwünscht?
Wenn Israel fällt, fällt auch der Westen!“
Nachruf auf Stéphane Hessel
Streit um Augsteins „Antisemitismus“ geht weiter
Zerstört Israel sich selbst?
Broders taktischer Rückzieher
Solidarität mit Jakob Augstein!
Sollen Patriot-Raketen Israel schützen?
Von der Macht der Denunzianten
Rezension Rudolph Bauer - Wer rettet Israel
Netanjau in Berlin zum völlig falschen Zeitpunkt
Mit der UNO auf Kriegsfuß
Generalangriff auf die Mythen des Zionismus
Gaza - Schweigen die Waffen?
"Sicht der Armee  kein ethisches Problem“
Erwiderung auf Charlotte Knobloch
Atmosphäre der Angst
Keine Chance für die Vernunft?
These vom Mord an Arafat
„Hier wird Israel pauschal diffamiert“
D. Barenboim:„Nur ein Psychiater kann  helfen!“
In Nibelungentreue an Israels Seite?
Merkels abenteuerlicher Kriegskurs
Der Dichter, Israel und die Denkverbote
Genug der Heuchelei! - Günther Grass
Auf Mythen keinen Frieden aufbauen
Brief an Ralph Giordano
Ilan Pappe -  Wissenschaft als Herrschaftsdienst
Nazi-Analogien in Israel
Interview mit Abdallah Frangi
Abdallah Frangi - Der Gesandte
Israeltag 2011 - Bremer Schulen
Ein Akt historischer Gerechtigkeit
Israel-Propaganda an deutschen Schulen ?
„Boykott ist eine absolute Notwendigkeit“
Rezension - Finkelstein „Israels Invasion in Gaza“
Die Partei „Die Linke“ + das Existenzrechts Israels
„Wir wollen die ganze Region befreien“
Ergänzung - Brief Bürgermeister Jens Böhrnsen
Offener Brief - Bürgermeister Jens Böhrnsen
Helmut Schmidt + R. von Weizsäcker Antisemiten?
Sind Boykottaktionen antisemitisch?
Boykott gegen Früchte aus Israel
Stéphane Hessel - Empört Euch!
Todenhöfer - Warum tötest Du, Zaid?
Arabische Aufstände düpieren den Westen + Israel
Verzweifeln an Israel
In der Falle der Stammesideologie
Wer glaubt an Friedensbotschaften
Kotau vor Merkels Nahost-Politik
Wie man Antisemiten produziert
Im Gleichschritt mit Israel?
Was ist Antisemitismus
Gibt es  "neuen" Antisemitismus? - Klug Brian
Was sind "jüdische Gene"? - Thilo Sarrazin
Zionistischer Angriff auf Wikipedia
Moshe Zimmermann: Angst vor Frieden
Verwirrung der Begriffe?
Offener Brief  Weser-Kurier-Artikel - 16. 06. 2010
Iris Hefets gewann Prozess gegen Lala Süsskind
Mordaktion nach Piratenmanier
Israel will keinen Frieden
Solidarität mit Iris Hefets!
Sieg der Spermien und Gebärmütter
Hajo Meyer - Radikale Kritik am Zionismus
Interview mit Norman G. Finkelstein
Gespräch mit Yehuda Shaul
Interview mit Yahav Zohar
Broder - Aufklärung + Untergang
„Israel streut der Welt Sand in die Augen“
„Hitler besiegen“
Interview mit Moshe Zuckermann
Bethlehem 2008
Volk ohne Hoffnung
Brief Präsidium J. G. Bremen
Interview Felicia Langer

 

TRANSLATE

 

Ein Kotau vor Kanzlerin Merkels Nahost-Politik
Deutsche Behörden fordern von muslimischen Organisationen die "Anerkennung des Existenzrechts Israels"
Arn Strohmeyer

Deutsche Behörden üben offenbar zunehmend Druck auf muslimische Dachverbände und Gemeinden aus, das "Existenzrechts Israels anzuerkennen", wie Yavuz Ogoguz jetzt im Muslim Forum mitteilte. Dabei wird nur bei Erfüllung dieser Forderung in Aussicht gestellt, dass es irgendwelche Gespräche zur Problemlösung in Deutschland geben wird. Was das heißen soll, ist klar: Da die muslimischen Körperschaften den Status des öffentlichen Rechts - also die juristische Gleichstellung mit den Kirchen - anstreben, will man ihnen diesen so lange versagen, bis diese einen Kotau vor der deutschen Israelpolitik machen. Denn die bedingungslose Unterstützung Israels ist - so Kanzlerin Merkel - "deutsche Staatsräson". Das machen sich inzwischen - wohl auf Weisung von oben - auch deutsche Behörden zu eigen.

Nun darf man erstaunt fragen, was das eine mit dem anderen zu tun hat? Ein direkter Zusammenhang zwischen beiden Problembereichen ist beim besten Willen nicht zu entdecken, es sei denn, man will die Muslime auf diese Weise so an die Kandare nehmen, dass sie künftig jede Kritik an Israels Politik unterlassen. Denn sie waren es, die in Deutschland während des Gaza-Krieges 2008/2009 und nach dem israelischen Überfall auf die Gaza-Hilfsflotte zu den großen Demonstrationen in Deutschland aufriefen, die von Israel nahe stehenden Kreisen dann als "antisemitisch" verurteilt wurden.

Liegt wirklich Antisemitismus vor, wenn gegen brutale Verstöße von Menschenrechten und Völkerrecht protestiert wird? Die Forderung nach der "Anerkennung des Existenzrechts Israels" ist ein ideologisches Hirngespinst, denn eine solche Anerkennung gibt es im internationalem Recht überhaupt nicht. Kein Staat auf dieser Welt verlangt etwas Ähnliches - außer Israel. Aber dieser Staat ist längst anerkannt. Er ist 1947 von der UNO - also der Mehrheit der damaligen Staatenwelt - ins Leben gerufen worden, allerdings mit Auflagen, die Israel bis heute nicht erfüllt hat. Dazu gehörte die Lösung des Problems der palästinensischen Flüchtlinge und die gleichzeitige Bildung eines palästinensischen Staates. Denn Palästina war von der UNO ausdrücklich in zwei Staaten und nicht nur in einen "geteilt" worden. Israels Grenzen bis zum Junikrieg 1967 waren auch völkerrechtlich gar nicht umstritten. Warum also die zusätzliche "Anerkennung der Existenz Israels"?

Hier genau liegt der Haken des Problems. Der britische Philosoph Brian Klug, der der jüdischen Organisation "Independent Jewish Voices" (Unabhängige jüdische Stimmen) angehört, nennt eine solches Verlangen nach "Anerkennung des Existenzrechtes" die Aufforderung, einen "ungedeckten Blankoscheck" auszustellen. Er fragt: Was ist Israel? Er antwortet: Ein Staat, dessen Territorium nicht festgelegt ist. Denn dieser Staat hat bis heute keine völkerrechtlich verbindlich festgelegten Grenzen. Was bedeutet es aber zu sagen, ein Staat hat ein Recht zu existieren, wenn man die territoriale Ausdehnung dieses Staates gar nicht kennt, über die er sein Recht zu existieren ausübt? Die Frage der Grenzen ist nie beantwortet worden. Oder soll man sagen: Israel hat irgendwo zwischen Mittelmeer und dem Jordan ein Existenzrecht? (Man darf hier an Moshe Dayans Äußerung erinnern, der auf die Frage nach Israels Grenzen einmal geantwortet hat: "Sie sind da, wo unsere Panzer stehen!")

Weiter fragt Klug: Israel ist ein Staat, aber bezeichnet der Begriff "Israel" den Staat als solchen oder benennt er ihn als "jüdischen Staat"? Israels Regierungschef Netanjahu schein immer das letztere zu meinen, denn er spricht von Israel als dem "Staat des jüdischen Volkes" oder dem "nationalen Heimatland der Juden". Was aber ist "jüdisch", fragt Klug, wenn z.B. über eine Million Immigranten aus der früheren Sowjetunion in Israel zwar als Juden gelten, vom obersten Rabbinat, das ein offizieller Teil des israelischen Rechtssystems ist, aber nicht als Juden anerkannt werden. Ein rein "jüdischer Staat" würde zudem die in Israel lebenden Palästinenser (immerhin 20 Prozent der Bevölkerung) ganz offiziell  zu Menschen zweiter Klasse degradieren.

Klug bestreitet Israel nicht sein reales Existenzrecht, er fragt nur, was dieser Begriff im Zusammenhang mit einer politischen Forderung bedeutet. Und er kommt zu dem Ergebnis: Dieser Begriff beinhaltet eine "umfassende politische Ideologie" - nämlich die Ideologie des jüdischen Nationalismus, der einen Anspruch auf ganz Palästina erhebt. Deshalb nennt er die Unterzeichnung einer entsprechenden Erklärung die Ausstellung eines Blankoschecks, der dann zugunsten der einen oder anderen Theorie darüber, was Israel ist, eingelöst werden kann. Man kann nach der Unterzeichnung des Existenzrechts nicht mehr sagen: Ich bin für Israels Existenzrecht, bin aber dafür, dass es sich neu definiert als "Staat der Israelis" (was die in Israel lebenden Palästinenser einschließen würde) und nicht mehr als "Staat der Juden". Klug: "Die genaue Bedeutung des Begriffes 'Israel' bestimmt also, was als 'existieren' aufzufassen ist und daher das Existenzrecht gewährleistet."

Zu ständigen Betonung des "Existenzrechts" gehört noch mehr: nämlich die Akzeptanz, dass Israel wirklich unter der andauernden Bedrohung seiner Existenz steht - durch die Palästinenser oder andere Nachbarn. Was aber auch bedeutet, dass die "Anerkennung des Existenzrechts" Israels totale Isolierung in der Welt und seine militaristisches Denken verstärkt. Anders gesagt - so Klug: Wer die israelische Definition des Existenzrechts übernimmt, billigt Israel auch zu, dass es wegen seiner "existenziellen Bedrohung" das Recht zu seinen illegalem Vorgehen gegen die Palästinenser und andere Nachbarn hat. Die Besetzung der palästinensischen Gebiete, die Gaza-Blockade und Israels kriegerische Überfälle auf Nachbarstaaten oder Gebiete wie den Libanon oder den Gaza-Streifen wären dann rechtens.

Wenn man von seinen potenziellen Friedenspartnern aber immer erst die bedingungslose "Anerkennung des Existenzrechtes" mit den genannten Implikationen fordere, mache man von vornherein jedes Gespräch über eine Lösung des Konflikts unmöglich. Klug nennt das israelische Beharren auf dieser Position eine "paranoische Obsession" und er sieht für Israels Zukunft eine große Gefahr darin: "Wenn Israel seine kriegerische Haltung nicht ändern kann, wenn die Mentalität des fortgesetzten Krieges weiterhin vorherrscht, bei dem jedes Grenzgeplänkel sich gleich zur Schlacht um das Überleben des jüdischen Volkes auswächst, dann werden die Konsequenzen für Israel ebenso fatal sein, wie sie für andere tödlich sind. Die israelische Rhetorik von der 'Existenz', die Teil einer kriegerischen Haltung ist, gefährdet genau dies, seine Existenz."

Es hat sich in deutschen Amtsstuben also offensichtlich noch nicht herumgesprochen, was man da von den muslimischen Organisationen eigentlich fordert. Von deutscher Seite hat kürzlich erst der Nahostexperte Professor Udo Steinbach darauf hingewiesen, wie gefährlich die deutsche Position einer "bedingungslosen Unterstützung" Israels ist. Denn Deutschland würde so in Israels nächstem Krieg unmittelbar direkter Teilnehmer sein. Kann das im deutschen Interesse liegen?

Die Muslime haben auf die Forderung der deutschen Bürokraten, Israels "Existenzrecht anzuerkennen", mit der einzig richtigen Antwort reagiert: Der Autor Yavuz Özoguz beruft sich in seinem Antwortschreiben, das als Vorlage für die deutschen Behörden gedacht ist, auf das deutsche Grundgesetz und seine Werte. "Wir erkennen das Existenzrecht eines Israel an, das die unveräußerlichen Grundrechte des Grundgesetzes und der Menschlichkeit, insbesondere die in den Artikeln 1 - 3 genannten Werte, respektiert und in dem daher Juden, Christen und Muslime gleichberechtigte Bürger sind." Weiter heißt es: "Wir erkennen ein Israel an, in dem jeder Staatsbürger die gleichen Rechte genießt, unabhängig von seiner Herkunft und Religion, und in dem das Selbstbestimmungsrecht der einheimischen Bevölkerung bis hin zur Namensgebung des Staates gewährleistet ist. Das entspricht dem humanitären Völkerrecht und wird von uns gemeinsam unterstützt und gefördert."

Die Muslime sind bereit, heißt es weiter, ein Israel anzuerkennen, "in dem jeder gewaltsam vertriebene Bürger das ihm natürliche und durch die Menschenrechte garantierte Rückkehrrecht besitzt und weitere Vertreibungen als Verbrechen gewertet werden." Die Anerkennung gelte auch einem Israel, das eine vom Volk legitimierte Verfassung habe, in der die Grenzen des Staates festgelegt seien und genauso auch das Staatsbürgerrecht. Diese Verfassung müsse außerdem garantieren, "dass niemand wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden darf."

Zu einer Anerkennung Israels gehörten - so die Muslime - auch, dass Kriegsverbrecher verurteilt würden, dass Israel sich bei den Menschen denen es durch seine Kriege Schaden zugefügt habe, entschuldigt und Schadenersatz zahlt; dass Israel Reparationen an den Libanon leistet, bis die zerstörte Infrastruktur dort vollständig wieder aufgebaut ist; dass es den Wiederaufbau des Gazastreifens zu lässt; dass Israel der Atomwaffensperrvertrag unterzeichnet und seine Atomreaktoren internationaler Kontrolle unterwirft; dass es international genauso behandelt wird wie andere Staaten, denen vorgeworfen wird, Atomwaffen anzustreben; dass Israel seine sogenannten Siedler, die ständig Land, das ihnen nicht gehört, enteignen, Menschen schikanieren und mutwillig deren Felder und Ölbäume zerstören, vor Gericht stellt. Mit einem Wort: Man will ein Israel anerkennen, das sich zu den Menschenrechten und dem Völkerrecht bekennt.

Das ist schon eine skurrile Situation, wenn die Muslime, denen man immer Ferne zur westlichen Demokratie vorwirft, nun den Spieß umdrehen und die deutsche Politik an die Grundwerte ihrer Verfassung erinnern, die ja bei Festtagsreden immer so pathetisch beschworen werden, aber im Fall Israel schlicht verdrängt werden! Eine Antwort deutscher Behördenvertreter liegt noch nicht vor. Sie müsste eigentlich, wenn es denn mit rechten Dingen zugeht, von der Kanzlerin persönlich kommen. Aber da wird man wohl lange warten können.

 

 




Zur offiziellen Anerkennung Israels  - Yavuz Özoguz - Von immer mehr muslimischen Gemeinden und Dachverbänden erfahren wir, dass die Behörden enormer Druck auf sie ausüben, das Existenzrecht Israels öffentlich anzuerkennen, bevor es irgendwelche Gespräche zur Problemlösung in Deutschland geben könne. Wir empfehlen allen jenen Gemeinden und Vereinen, ihre Bereitschaft zur Anerkennung Israels unter Wahrung der Werte des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland zu bekunden und den Behörden ein Schriftstück folgender Art vorzulegen, dass auch die Gemeinde, die den islamischen Verein dazu drängt, unterzeichnen soll. >>>


Mail dazu von Frau Evelyn Hecht-Galinski >>>

 

 

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