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Deutschsprachige Stimmen 
Texte von Evelyn Hecht-Galinski

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02. 2010 - Die Schleimspur der Unterwürfigkeit
01. 2010 - Peres will deutsche Juden  befreien
01. 2010 - Der ummaurte Staat
12. 2009 - Der „Lügenbaron“
11. 2009 - Wahre Freunde Israels
10. 2009 - Zentralrat Broder verdient
09. 2009 - Modest + die Koinzidenz
08. 2009 - Meinungskartell im Abseits
07. 2009 - Vergleichbarkeit

 


Kommentar des Monats Dezember 2009

von Evelyn Hecht-Galinski, Publizistin

  

 

Der „Lügenbaron“
 

 Pünktlich zum schrecklichen Jahrestag des Gazaangriffs „Gegossenes Blei“ am 27. Dezember sind auch wir in der fürchterlichen Realität der Vernichtung von Menschenleben angekommen. Hat die „mächtigste Frau der Welt“, Kanzlerin Merkel ihre bedingungslose Freundschaft mit Israel so wörtlich genommen, dass sie von Israel nun auch noch das gezielte Töten übernommen hat? Israel will die Hamas vernichten. Deutschland will mit Hilfe des Bundeskanzleramtes „Aufständische vernichten“. War nicht Oberst Klein nur der Vollstrecker von Merkels „Befehlen“? Oberst Klein hatte die Menschen als Ziel, nicht die Fahrzeuge. Israel hat die Menschen als Ziel, nicht die „Hamas“. Was uns Israel schon seit Jahrzehnten vormacht, nämlich die gezielten Tötungen von so genannten Feinden - gegen jedes Völkerrecht und gegen alle Menschenrecht – kopiert die deutsche Regierung jetzt gegen alle Beschlüsse des Bundestags. Gezielte Tötungen sind Mord! Durch Kanzlerin Merkel und ihre Befehlsempfänger ist ein neuer Ungeist in Deutschland eingezogen. Der Beginn datiert selbstverständlich schon länger zurück, als der damalige Außenminister Fischer den unsäglichen Kosovokrieg mit Auschwitz rechtfertigte. Der damalige Verteidigungsminister Scharping faselte von einem „Quantensprung“, als Deutschland wieder im Krieg mitspielen durfte, und danach sah Verteidigungsminister Struck unsere Freiheit am Hindukusch verteidigt. Wohin uns das geführt hat, sehen wir jetzt. Unsere Politiker und insbesondere „unser Lügenbaron“ verteidigen mörderische Angriffe als „angemessen“. Kritik wird als hysterisch abgetan. In der deutschen Geschichte wurden die „von und zus“ schon viel zu oft als falsche Helden angehimmelt. Das trifft auch für den so genannten Widerstand gewisser adliger Generäle zu, die erst, als sie den Sieg nicht mehr vor Augen hatten, schnell die mit dilettantischen Mitteln ihre Haut retten wollten. Aber sie waren – bis auf einige Ausnahmen – weiter überzeugte Nationalsozialisten. Schon damals nach 1945 bedienten sich die USA der „Nazis“ und benutzten sie wieder. Alles wiederholte sich wieder nach dem Zusammenbruch der DDR. Fast nur Privilegierte schwammen wieder oben. So wurde uns auch Angela Merkel angeschwemmt – Kohls Mädchen -, die sehr geschickt verstand ein Netzwerk um sich zu scharen und ihre Macht still und leise, aber sehr effektvoll, auszubauen. Gerade auch diese Vergangenheit Merkels war für die USA ein Segen. Erst das bedingungslose Kuschen vor Bush und jetzt die neue Doktrin „Israel als deutsche Staatsräson“. In der Tat zieht sich der rote Faden durch die Biographie Merkels von der ostdeutschen Pfarrerstochter und unserer Perle aus der Uckermark bis zu ihrem (richtigen?) Taktieren mit den Mächtigen. In ihrer unsäglichen Knessetrede outete sie sich wie eine christliche Zionistin, was wie ein Schlag gegen alle Menschenrechtsaktivisten und die Palästinenser wirkte. Ihre Rede vor dem US Kongress triefte vor Anbiederei, wurzelnd in ihrer Biographie. Als wäre das nicht schon schlimm genug, kam es noch schlimmer. Der neue Außenminister Westerwelle mit Möllemann im Gepäck - und auf besonderen Wunsch als einzige Mitreisende Charlotte Knobloch – stattete dem „heiligen Land“ eine Antrittsvisite ab. Beim obligatorischen Besuch in Yad Vaschem sprach ihn Charlotte dann heilig – pardon – sie machte ihn koscher. Und Möllemann konnte nochmals mit dem Fallschirm abspringen. Die Reise endete dann stimmungsvoll mit Rotwein und Monte Christo mit seinem rassistischen „Kollegen Lieberman“, dem ehemaligen Türsteher. Danach schienen beide Kollegen freundschaftlich verbunden und bereiteten zusammen bestens den bevorstehenden Deutschlandbesuch des israelischen Kabinetts vor. Glücklicherweise fiel dieser erst einmal wegen Netanjahus „Grippe“ (Schweine?) aus. Westerwelle – kaum war er wieder zurück aus Israel – hat diesen Besuch nun so verinnerlicht, dass er bei der EU gleich die Entschärfung der EU-Erklärung in Israels Sinne durchsetzte. Er rühmte sich die EU Kollegen dahingehend beeinflusst zu haben. Damit war Israel hoch zufrieden und Jerusalem mit Ost-Jerusalem als Hauptstadt eines künftigen Palästinenserstaates war vom Tisch. Westerwelle hat sich gebrüstet diese neue EU-Erklärung verwässert und schwammig wie die FDP mit initiiert zu haben. Ein wahrlich „wahrer“ Freund Israels!

 

Ich warte nur auf die Äußerungen eines anderen wahren Freundes Israels, unseres Bundeswehr „Stahlhelm Juden“, Folterspezialisten und Ausbilders von militärischem Führungspersonal, des Prof. Michael Wolffsohn – wie er dieses Mal die Enthemmung militärischer Gewalt wieder schönreden wird – ganz im Sinne von Merkel, Westerwelle, Israel und den USA.

 

Solange Israel es wagt für alle Juden der Welt zu sprechen, sollten sich nachdenkende Juden von Israel distanzieren.

 

Nicht in unserem Namen: Keine Menschenrechts verachtende „Kollateralschäden“ in Gaza und Afghanistan mit unserer Hilfe! Demonstrieren wir alle gemeinsam – egal welcher Glaubens- oder Unglaubensrichtung – am 27. Dezember gegen dieses Unrecht mit allen uns zur Verfügung stehenden rechtsstaatlichen Mitteln!

 

© Evelyn Hecht-Galinski 

 

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