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28. 2. 2016 - Nachtrag - Der Vortrag von Arn Strohmeyer wird nun doch, wie geplant stattfinden. Ein neuer Termin wird gesucht.

Jerusalem Post“ verhindert Vortrag von Arn Strohmeyer in den Bremer Weserterrassen

Der Autor wollte sein neues Buch zum Nahost-Konflikt vorstellen

Am Dienstag Abend sollte in den Weserterrassen in Bremen ein Vortrag des Publizisten Arn Strohmeyer zu dem Thema „Antisemitismus – Philosemitismus und der Palästina-Konflikt. Hitlers langer verhängnisvoller Schatten“ stattfinden. Unter demselben Thema hat der Autor auch ein Buch veröffentlicht (erschienen im Gabriele Schäfer Verlag, Herne). Die Leitung der Weserterrassen hat die Veranstaltung, die von der Deutsch-Palästinensischen Gesellschaft getragen wurde, am Montag abgesagt, nachdem der israelische Korrespondent der „Jerusalem Post“ in Berlin, Benjamin Weinthal, dem Vermieter des Raums indirekt gedroht hat. In dem Schreiben des Korrespondenten heißt es, die Zeitung habe um 19 Uhr Redaktionsschluss, bis dahin müsse er Bescheid wissen, ob die Veranstaltung stattfinden würde oder nicht. Das Buch und die Veranstaltung seien „antisemitisch“ und widersprächen dem Andenken des Tages der Befreiung von Auschwitz am 27. Januar.

Arn Strohmeyer:

Antisemitismus – Philosemitismus und der Palästina-Konflikt.

 Hitlers langer verhängnisvoller Schatten

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Der Autor selbst sagt dazu, dass die Vorwürfe gegen sein Buch völlig absurd seien. Seine Kriterien der Beurteilung der israelischen Politik gegenüber den Palästinensern seien das Völkerrecht und die Menschenrechte. Darauf dürfe man sich doch in Deutschland hoffentlich noch berufen. Es könne nicht sein, dass hier eine kleine Gruppe von Verteidigern der israelischen Politik darüber entscheiden dürfe, was in Deutschland in dieser Hinsicht diskutiert und nicht diskutiert werden dürfe. Das sei ein klarer Verstoß gegen die im Grundgesetz verankerte Meinungs- und Pressefreiheit. Hier sei die Freiheit des Wortes in schlimmer Weise bedroht. Strohmeyer zitierte den israelischen Philosophen und Historiker Moshe Zuckermann, der geschrieben hat, dass der Vorwurf des Antisemitismus der jüdischen Lobby als Instrument diene, ihre Kritiker mundtot zu machen und notwendige Debatten zu ersticken. Er bezeichnete das als eine „Gefahr für die Demokratie“. Der amerikanisch-jüdische Politologe Noam Chomsky nenne solches Vorgehen „totalitär“. Strohmeyer forderte seine Kritiker auf, ihm nachzuweisen, dass sein Buch in irgendeiner Weise „antisemitisch“ sei.

Die Absage von Strohmeyers Vortrag in den Weserterrassen steht in einer langen Reihe ähnlicher Vorfälle: die Nakba-Ausstellung über die Vertreibung der Palästinenser 1948 durfte in einigen deutschen Städten nicht stattfinden oder man zog unter Druck die Zusage für die Räume zurück. Selbst kritischen israelischen oder jüdischen Intellektuellen wie Ilan Pappe und Norman Finkelstein hat man in Deutschland schon Räume für ihre Vorträge verweigert. Weinthal ist bekannt für sein Vorgehen gegen in seinen Augen „antisemitische“ Veranstaltungen. In Berlin ist er massiv gegen einen Vortrag des jüdischen Publizisten Max Blumenthal vorgegangen, der dann auch abgesagt wurde. Auch eine Vortragsreise der jüdisch-amerikanischen Publizistin Lilian Rosengarten in Deutschland hat er mit allen Mitteln zu verhindern gesucht.


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