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Israels dumme zionistische Atombombe
Uri Yaakobi-Keller, AIC, 8.4.12

http://www.alternativenews.org/english/index.php/topics/opinion/4285-israels-dumb-zionist-atomic-bomb

 

Eine der größten „Errungenschaften“, mit der  Israels Regierung prahlt, ist die Ablenkung der internationalen Aufmerksamkeit auf den Iran und seine Entwicklung nuklearer Waffen, eine Situation, die vom israelischen Mainstream als ein Ende der Welt   empfunden wird.

Es ist möglich, dass bis zu einem gewissen  Grad dies tatsächlich eine Errungenschaft der israelischen PR-Maschinerie ist, und  als Beweis dafür war die Welt ein bisschen apathischer als üblich gegenüber den israelischen Bombardierungen Gazas ( es ist nicht so, dass die Welt normalerweise dafür sensibel ist). Doch die allgemeine israelische Position gegenüber dem Iran, genau wie seine „Errungenschaft“, enthält die fundamentalen Fehler, die in der allgemeinen israelischen Perspektive  existieren.

 

Der Zionismus, der Israel errichtet hat und der es beherrscht, ist keine so besondere nationale Bewegung im Vergleich mit anderen des 19. Jahrhunderts. Wie ähnliche Bewegungen  strebte sie danach, eine nationale Hegemonie zu errichten und - was sie immer bestimmt hat - ist seine militärische Kraft  und keineswegs  Angelegenheiten, bei denen es um Gerechtigkeit und Rechte geht. Die zionistische Erklärung, die auch die israelische PR bildete, ist der Holocaust an  den europäischen Juden, weil „wir nicht stark genug waren, um ihn zu verhindern.“

Nach diesem beruht das Verhalten der zionistischen Bewegung – und des Staates Israel, der von Teilen der zionistischen Bewegung und ihren Unterstützern kontrolliert wurde – für immer auf einer Zwangsvorstellung von Macht und Militär, während dessen man die Situation und politischen Auswirkungen der israelischen Aktionen  auf Dauer ignorierte.

Bis zum heutigen Tag versteht der israelische Mainstream nicht, was so schlecht an der Deportation von Hundertausenden von Arabern  1948 war, da viele andere Bewegungen und Länder der Welt viel Schlimmeres gemacht hätten. So wie es aussieht, gibt es da ein Körnchen Wahrheit in dieser Sache: nur ein paar Jahre früher am Ende des 2. Weltkrieges, fanden  Deportationen  von Menschen auf ethnischer Basis in Europa selbst statt. Was für Israel schwer verständlich ist, ist dass es Zeiten gab, in denen Deportationen und schreckliche Taten geschahen und akzeptiert wurden , diese Taten heute aber als „Kriegsverbrechen“  und „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ definiert werden und schließlich als ein barbarischer Anachronismus angesehen wird – ja, dass heute  nicht mehr alle Probleme mit dem Schwert gelöst werden können.

Auf Grund dieser israelischen Obsession mit  Macht und  Blindheit, die es dem zionistischen Staat auferlegt, beging Israel in der Vergangenheit  zahlreiche strategische, taktische und politische Irrtümer. So war es z.B. im Libanon, wo Israel  leichthin der Hisbollah den Krieg erklärte, nur weil es dies konnte. So war es mit der Stärkung der Hamasbewegung durch Israel, um die PLO und die Fatah zu schwächen, und so war es auch mit dem fundamentalen israelischen Irrtum, der zur augenblicklichen Situation führte.

Schon vor Jahrzehnten klärte Israel die Welt auf, dass es nukleare Waffen besitzt. Nukleare Waffen zu besitzen, erschien im israelischen Mainstream als bedeutende Errungenschaft für die israelische Militärmacht. Es ist fast bedauernswert, dass eine Mehrheit  der Israelis nicht versteht, dass es eine direkte Folge ist, dass auch andere regionale Mächte sich wünschen, ähnliche Waffen zu haben.

Den Amerikanern gelang es, mit genügend Bestechungsgeldern Ägypten dahin zu bringen, nicht diesen Weg zu gehen, das war natürlich bevor das amerikanische Marionettenregime von Mubarak fiel. Man weiß also nicht, was danach geschehen wird. Syrien war anscheinend nie stark und reich genug, um solche Waffen zu entwickeln. Die Macht der Saudis gründete sich immer auf das Geld des Öls und die Freundschaft mit den USA. Im Gegensatz dazu hat  der Iran ganz einfach die logischste Sache gemacht – falls Israel,  seit  6 Jahrzehnten das aggressivste Land der Region es tut, gibt es keinen Grund, dass der Iran nicht versuchen wird, auch zu nuklearen Waffen zu kommen ( was natürlich Ägypten und Saudi-Arabien zwingen wird, ihre früheren Entscheidungen diesbezüglich neu zu überdenken.)

In einem kürzlichen Artikel  von Uri Avnery in Haaretz bemerkt er, dass es keine Chance gibt, dass Israel den Iran angreifen wird – die USA werden es nicht erlauben, wegen der Kriegsauswirkungen mit dem Iran auf den Ölpreis, und wie Irans Nuklearwaffen schon fast eine vollendete Tatsache ist und Israel damit beginnen muss, sich an diese Idee zu gewöhnen. Dies ist fast wahr. Die kommenden Monaten werden  mit einer sich aufheizenden Kampagne für die amerikanischen Präsidentenwahlen und einer kurzen folgenden Zeit nach den November-Wahlen 2012,  die gefährlichste Zeit aus der Perspektive israelischer Aktionen sein.

 

Während alle Kandidaten der amerikanischen Präsidentschaft mit einander darin konkurrieren, virulent pro-Israel zu sein, fühlt sich Israel normalerweise am freiesten (und ignoriert  wie üblich, die politisch langzeitlichen Auswirkungen auf seine Aktionen. Es ist nicht zufällig, dass Operation Cast Lead gerade vor vier Jahren geschah – nur ein paar Monate nach der Wahl eines neuen amerikanischen Präsidenten und dass die tödlichste Attacke auf Gaza seit damals genau jetzt geschah. Es ist eine zu große Chance, dass die beiden  Israel kontrollierenden Clowns (Netanjahu-Barak), in einem typisch zionistischen Schritt, dem jeder langfristige Gedanke fehlt, entscheiden werden, den Iran anzugreifen, um Israels dahingehende Hegemonie in der Region zu erhalten.

 

Die Auswirkungen eines solchen Schrittes werden im besten Fall für Israel katastrophal sein und im schlimmsten Fall für die ganze Welt. Auf jeden Fall wird er  das iranische Erreichen  nuklearer Waffen nicht verhindern, sondern wird dies nur verzögern. Israel  versäumte die wirkliche Gelegenheit, das Wettrennen nach nuklearen Waffen in der nahöstlichen Region zu verhindern, als es entschied, die eigenen Nuklearwaffen zu entwickeln.

 

(dt. Ellen Rohlfs)

 

 

 

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