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Instrumentalisierung des Antisemitismus

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Die Holocaustindustrie



 

Mahmud Ahmadinedschad - ein Holocaustleugner? >>>
 

 

Zweimal Holocaust und eine Polemik über die neue politische Bußpraxis - Von Rupert Neudeck - Zur Gewinnung von Unterstützung für den Golfkrieg 1991 spielte die Rede vom Holocaust eine bedeutende Rolle. Der amerikanische Präsident George Bush sagte, Saddam Hussein sei schlimmer als Hitler. Es gab damals im US-amerikanischen Presse-Medien-Diskurs Geschichten aus fragwürdigen Quellen über Gräueltaten, die an die Nationalsozialisten erinnerten - beispielsweise hätten irakische Soldaten kuwaitische Neugeborene in einem Krankenhaus aus den Inkubatoren genommen und auf dem kalten Fußboden sterben lassen - erhielten in der Presse eine breite Berichterstattung. Allerdings - so berichtet der Autor Peter Novick gleich weiter, Beamte des State Department wurden nach dem 6. April 1994 angewiesen, das Ruanda Massaker nicht als 'Völkermord' zu bezeichnen«.

Das alles steht in einem der wichtigsten und ehrlichsten Bücher politischer Aufklärung, die ich in den letzten beiden Jahrzehnten gelesen habe. Der Autor Peter Novick ist Historiker und Professor für Geschichte an der Universität Chicago. Er hat, wie unsere deutsche Diskussion nicht müde wurde zu betonen, das bessere der beiden Bücher geschrieben, die jetzt deutsch herausgekommen sind: »Nach dem Holocaust. Vom Umgang mit dem Massenmord«. Es erschien vor zwei Jahren in Boston unter dem Titel »The Holocaust in American Life«, ein genauerer Titel, der sich aber, wie die DVA wahrscheinlich meinte, in Deutschland nicht so gut verkaufen lässt. >>>

 

 

Peter Novick, Der Umgang mit dem Massenmord, Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart (2001) (Übersetzung von The Holocaust in America, Houghton, Boston (1999).

Prof. Dr. Kenneth Lewan -  Im Laufe der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts ist der Massenmord an den Juden im Dritten Reich von einer Randerscheinung zu einer Besessenheit im amerikanischen Leben geworden. Wie lässt sich das erklären? Während der ersten zwei Jahrzehnte nach dem Krieg vertraten die meisten jüdischen Führer, einschließlich der großen jüdischen Verbände, die Meinung, dass die schrecklichen Ereignisse von damals nicht groß herausgestellt werden sollten, es wäre nicht im jüdischen Interesse. Statt sich zu bemitleiden, sollten sie sich auf ihre Zukunft freuen. Es gäbe kaum Judenfeindlichkeit in Amerika, alle Wege zum Erfolg offen. Sie sollten ihre Gemeinsamkeiten mit den Mitbürgern hervorheben und nicht, was sie trennt. Weiterhin sei Antisemitismus nicht anders als Vorurteile gegen andere ethnische und religiöse Gruppen. Novick führt diese Haltung vor allem darauf zurück, dass sich Amerika im Kalten Krieg befand. West Deutschland war ein wichtiger Bündnispartner geworden und die amerikanischen Medien erinnerten nur selten an die Verbrechen im Dritten Reich. Es wäre unklug gewesen, gegen den Strom zu schwimmen.

Der Umschwung kam während des Junikrieges 1967- Er wurde von den jüdischen Führern so dargestellt, als ob die Juden um ihr Überleben kämpfen müssten, was völlig falsch war. Die sofort beginnende Kolonisierung des Palästinensergebiete bezeichneten sie als Sicherheitsmaßnahmen. Als weltweite Kritik ausbrach, wurde sie mit der mangelnden Erinnerung an den Holocaust erklärt; die Juden würden nicht mehr als Opfer gesehen. Aus diesem Grund schaffte man allerlei Abhilfe. So wurden z.B. Holocaust-Romane an alle Kongressabgeordneten verschickt, als der Präsident die Lieferung von Flugzeugen an Saudi Arabien plante.

Der Streit zwischen Schwarzen und Juden über die Besetzung von Stellen im New Yorker Schulsystem wurde zu einem weiteren Anlaß für die Verbreitung des Holocaust-Bewußtseins. Schwarze redeten von „zionistischem Imperialismus“ und machten einige judenfeindliche Äußerungen. Die Anti-Defamation-Leage (ADL) behauptete, es gäbe eine „antisemitische Krise“ an den Schulen in Ne York. Das war, so Novick, eine lächerliche Übertreibung. Spannungen gab es auch wegen der gesetzlich angeordneten Bevorzugung von schlechter gestellten Minderheiten bei der Vergabe von Arbeitsstellen und Studienplätzen, was die Mehrheit der Juden nicht wollte. Nach weiteren kleineren Reibereien wurde Alarm geschlagen, der geeignet war, die Juden vor einem „neuen Antisemitismus“ – selbst in Amerika – in Angst und Schrecken zu versetzen: „Es wird wahrscheinlich hier geschehen, die Frage ist nur, wann.“ „Ein Holocaust – Bewusstsein ist nötig, damit die Juden bereit sind, Amerika zu verlassen.“ Im Idealfall soll man nichts mit Juden zu tun haben.“ 1999 sagten 80% der befragten Juden, es gäbe eine ernste Gefahr des Antisemitismus. Die ADL: Unser Verein wird keine Verbesserungen für Minderheiten unterstützen, wenn sie nicht im Interesse der Juden liegen.

Anläßlich des Baus eines Museums in Washington zur Erinnerung an den Massenmord an den Juden, und zwar mit einem Regierungsbeitrag von 40 Millionen Dollar, verlangten die Schwarzen, Indianer und Armenier auch die Berücksichtigung ihres Leidens. Doch behaupteten die jüdischen Vertreter, ihr Fall sei einzigartig (unique): Die Türken hätten einen realen Grund gehabt, die Armenier zu verfolgen. Die Ermordung aller Juden wäre beabsichtigt gewesen; es wäre ein fast erfolgreicher Mordversuch gewesen an Gottes auserwähltem Volk gewesen und damit an Gott selbst.

 

 

 

 

 

 

 

Die Inflationierung und Verkitschung des Holocaust - Norman Finkelstein, Peter Novick und die konjunkturellen Debatten über den Massenmord an den europäischen Juden in Deutschland - Von Axel Schmitt - Ohne Frage: Der Umgang mit der Erinnerung an den Holocaust ist heikel. Einerseits haben die Dimensionen der technisch organisierten und durchgeführten Menschheitskatastrophe jegliche Maßstäbe für die nachträgliche Auseinandersetzung mit ihr zunächst vollkommen durcheinander gebracht, was dazu geführt hat, dass das singuläre Geschichtsdatum als solches schon früh fetischisiert und der Umgang mit ihm tabuisiert wurde. Andererseits führte auch die kollektiv zu verrichtende Erinnerung in Deutschland, Israel und den USA schon früh zu einer instrumentalisierenden Ideologisierung derselben. Das sind keine neuen Erkenntnisse, dennoch erregen sie - als medienwirksame Häppchen verabreicht - immer wieder neu die Aufmerksamkeit des Publikums: Am 7. Februar ist bei Piper in deutscher Übersetzung ein Buch erschienen, das seit seiner Erstveröffentlichung Ende Juli 2000 in London und New York den amerikanischen, aber auch den deutschen Diskurs über den Holocaust nicht unwesentlich beeinflusst hat. Der New Yorker Politikwissenschaftler Norman G. Finkelstein greift in seiner etwas mehr als 150 Seiten umfassenden Streitschrift "The Holocaust Industry. Reflections on the Exploitation of Jewish Suffering" (dt. "Die Holocaust-Industrie. Wie das Leiden der Juden ausgebeutet wird") die jüdischen Organisationen in den USA, die den nationalen wie internationalen Holocaust-Diskurs lenken und als geistige Sachwalter der überlebenden Opfer der nationalsozialistischen Verbrechen auftreten, frontal an, indem er ihnen vorwirft, eine "Holocaust-Industrie" entwickelt zu haben, die sich ausschließlich der systematischen Ausbeutung jüdischen Leidens in der Zeit des Nationalsozialismus verschrieben habe und zu Unrecht eine historische Einzigartigkeit der jüdischen Katastrophe postuliere

 

 

Jeder ist ein Opfer - Lothar Baier - AKTIVISTEN UND NACHDENKLICHE - Schiefer Streit um Norman Finkelstein und Peter Novick - Lesen Sie unsere Zeitung, damit Sie wissen, wie Sie die Premiere morgen abend gefunden haben sollen - so ähnlich launig warb einmal eine deutsche Zeitung für ihren Kulturteil. Aus dem lockeren PR-Scherz wird mehr und mehr ein ernsthaft befolgtes Rezept. Zuerst werden Meinungen verbreitet und erst eine Anstandsfrist später wird die Sache zugänglich gemacht, der die Meinungen gelten sollen. Auf diese Weise ist vor Jahren die Goldhagen-Debatte erfolgreich in Schwung gebracht worden: der Leserschaft im deutschen Sprachbereich wurde vielsagend ein "neuer Historikerstreit" angekündigt, und zwar zu einem Zeitpunkt, als die fragliche Arbeit dieseits des Atlantik nur in Form von Gerüchten und einiger Zitate existierte. Als die deutsche Übersetzung von Daniel Goldhagens Hitler's willing executioners schliesslich bei Bertelsmann erschien, kam dem Absatz des Buchs eine erhebliche Startbeschleunigung zugute.

 

Amazon.de: Nach dem Holocaust. Der Umgang mit dem Massenmord. Peter Novick >>>

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