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OCHA - Bericht über den Schutz von Zivilpersonen

 

 

Schutz von Zivilpersonen

Bericht vom 13. - 26. September 2022

30. Sept. 2022

 

Jüngste Entwicklung (nach der Berichtszeit)


   
Am 28. September wurden vier Palästinenser getötet, und dutzende andere während einer israelischen Militäroperation verletzt, bei der ein Schusswechsel mit Palästinensern stattfand.

    Am 29. September starb ein siebenjähriger palästinensischer Junge bei einer Aktion der israelischen Streitkräfte in Tuqu’ (Bethlehem); die UN forderte eine Untersuchung.

(Weitere Einzelheiten über beide Vorfälle im nächsten Bericht)
 

Besondere Vorkommnisse aus der Berichtszeit
 

    Drei Palästinenser, darunter ein Junge, und ein israelischer Offizier wurden in Jenin getötet. Am 14. September gab es einen Schusswechsel zwischen zwei Palästinensern und israelischen Soldaten, die am Jalama-Kontrollpunkt (Jenin), nahe der nördlichen Grenze der Westbank mit Israel, stationiert waren. Das Ergebnis davon war, beide Palästinenser (22 und 23 Jahre alt), einer von beiden arbeitete bei den palästinensischen Sicherheitsdiensten, und ein israelischer Offizier wurden getötet. Am folgenden Tag drangen israelische Streitkräfte in Kafr Dan (Jenin) ein, von wo die Täter gekommen waren und nahmen die Maße des Zweifamilienhauses, angeblich in Vorbereitung ihres Abrisses als Strafmaßnahme. Bei der Razzia feuerten die israelischen Streitkräfte scharfe Munition und Tränengaskanister auf die Bewohner, die Steine warfen. Ein 17jähriger Junge wurde erschossen und drei andere durch scharfe Munition verletzt. Ein anderer Palästinenser wurde verhaftet. Am 15. September schlossen die israelischen Behörden vier Tage lang die Jalama- und Salem-Kontrollpunkte an der Grenze zwischen der Westbank und Israel, in der Nähe von Jenin, und sperrten bis zum 29. September für Inhaber von Genehmigungen, die in Kafr Dan (Jenin) leben, die Einreise über alle Kontrollpunkte nach Israel. Die Verwandten der Täter dürfen nimmer noch den Kontrollpunkt bis auf Weiteres nicht nutzen.
 

    Israelische Streitkräfte erschossen einen Palästinenser und verletzten drei weitere in Nablus. Am 25. September eröffneten israelische Streitkräfte bei einer Militäroperation in Nablus City das Feuer auf einen Palästinenser auf einem Motorrad, der nach Angaben der israelischen Behörden bewaffnet war, und töteten ihn. Zum Ende der Berichtszeit wurde sein Leichnam von den israelischen Behörden immer noch zurückgehalten. Später fand ein Schusswechsel zwischen bewaffneten Palästinensern und israelischen Streitkräften statt, bei dem drei bewaffnete Palästinenser durch scharfe Munition verletzt wurden.
 

    Zwei Palästinenser wurden bei zwei Angriffen oder mutmaßlichen Angriffen in der Westbank und Israel erschossen. Am 24. September rammte ein 36jähriger Palästinenser mit seinem Fahrzeug ein israelisches Polizeiauto, das auf der Straßenseite in der Nähe der Gilad Farm-Siedlung (Nablus) parkte, bevor er von einem israelischen Soldat erschossen wurde. Israelischen Medien zufolge wurde ein israelischer Polizeioffizier verletzt. Während die israelischen Behörden behaupteten, dass die Kollision absichtlich verursacht wurde, vermuten Augenzeugen und eine erste Ermittlung einer Menschenrechtsorganisation, dass es ein Unfall war und dass das Opfer die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren hat. Israelischen Medien zufolge griff ein 23jähriger Palästinenser aus dem At Tur-Gebiet von Ostjerusalem am 22. September Israelis, die in Autos saßen und an der Ampel im Abschnitt der Straße 443 anhielten, die innerhalb Israels nahe der Westbank-Grenze verläuft, tätlich an, versuchte sie zu erstechen und besprühte sie mit Pfefferspray. Der Palästinenser wurde von einem Beamten der Grenzpolizei außer Dienst erschossen. Am Ende der Berichtszeit werden immer noch beide palästinensischen Leichname von den israelischen Behörden zurückgehalten. Seit Jahresbeginn wurden zwölf Palästinenser von israelischen Streitkräften bei palästinensischen Angriffen oder versuchten/angeblichen Angriffen in der Westbank und in Israel erschossen.
 

    Ein unbeteiligter Palästinenser wurde von palästinensischen Sicherheitskräften in Nablus erschossen und zwei weitere verletzt.  Am 19. September führten palästinensische Sicherheitskräfte eine Operation in Nablus durch, um einen Palästinenser zu verhaften, der angeblich ein von den israelischen Behörden „Gesuchter“ war. Daraufhin fand ein Schusswechsel zwischen den palästinensischen Sicherheitskräften und bewaffneten palästinensischen Fraktionen, die die Entlassung des Mannes verlangten, statt. Der Vorfall schloss Steinewerfen und Reifen-in-Brand-setzen ein. Ein Palästinenser, angeblich ein Unbeteiligter, wurde erschossen und zwei andere verletzt.
 

    Insgesamt wurden 175 Palästinenser, darunter mindestens 29 Kinder, von israelischen Streitkräften in der gesamten Westbank verletzt, 15 von ihnen durch scharfe Munition. 115 der Verletzungen wurden in der Nähe von Beita und Beit Dajan (beide in Nablus), Kafr Qaddum (Qalqilya) und At Tuwani (Hebron) während Protesten gegen die Siedlungen verzeichnet. Weitere 23 Palästinenser wurden von israelischen Streitkräften bei einer Demonstration gegen die Blockierung des Haupteingang zum Dorf mit Erdwällen in der Nähe von Qusra (Nablus) seit dem 13. September verletzt. In Huwwara (Nablus) wurden drei Palästinenser verletzt, als israelische Siedler in Begleitung von israelischen Streitkräften die Bewohner tätlich angriffen und Steine auf Kraftfahrzeuge und Läden in der Gemeinde warfen. Laut palästinensischen Quellen feuerten israelische Streitkräfte Schallgranaten, Tränengaskanister und gummi-ummantelte Stahlkugeln auf die Bewohner, die Steine warfen (mehr Einzelheiten siehe unten). Weitere 28 Personen wurden bei sieben Fahndungs- und Verhaftungs- sowie Militäroperationen in Kafr Dan (Jenin), Husan (Bethlehem), Beit Ummar, At Tuwani (beide in Hebron) und Nablus City verletzt. Bei zwei Zwischenfällen schossen israelische Streitkräfte scharfe Munition auf die Palästinenser, die versuchten, ihre Arbeitsstätten in Israel durch inoffizielle Öffnungen in dem Trennzaun bei Tulkarm und Ramallah zu erreichen; einer wurde von scharfer Munition verletzt und 15 weitere wurden verhaftet. Seit Jahresbeginn wurden drei palästinensische Arbeiter erschossen und 30 andere von israelischen Streitkräften verletzt, als sie versuchten, durch inoffizielle Öffnungen in dem Trennzaun zu gelangen. Bei einem anderen Vorfall führten israelische Streitkräfte nach dem palästinensischen Angriff auf der Straße 443 am 22. September (siehe oben) in dem Gebiet At Tur in Ostjerusalem, aus dem Täter stammte, eine Razzia durch. Dutzende von Polizisten waren dort im Einsatz, die die Bewegungsfreiheit der Bewohner blockierten, wodurch Konfrontationen mit den israelischen Streitkräften ausgelöst wurde. Das Ergebnis war, dass fünf Palästinenser von gummi-ummantelten Stahlkugeln verletzt wurden. 
 

    Am 26. September wurden Verletzungen und Verhaftungen von Palästinensern auf dem Haram al Sharif/Tempelberg, in der Altstadt von Jerusalem verzeichnet. An diesem Tag stürmten Siedler und andere Israelis das Gelände anlässlich des jüdischen Neujahrs. Die israelischen Behörden hatten tausende Polizisten im Einsatz, richteten Metallbarrieren in und um die Altstadt auf, die den Zugang, auch zum Haram al Sharif/Tempelberg, einschränkten. Israelische Streitkräfte feuerten gummi-ummantelte Stahlkugeln, Blendgranaten und Tränengaskanister auf die Palästinenser in der Al Qibli Moschee, verschlossen die Tore mehrere Stunden lang mit Eisenketten und hinderten die Gläubigen daran, das Gebäude zu verlassen. Laut den israelischen Behörden warfen die Palästinenser Steine und Feuerwerkskörper. Mindestens zwei Palästinenser wurden verletzt und fünf weitere brutal angegriffen und von israelischen Streitkräften verhaftet.
 

    Die israelischen Behörden zerstörten oder beschlagnahmten 45 Strukturen von Palästinensern im Gebiet C der Westbank, aufgrund fehlender von Israel ausgestellter Genehmigungen; vier der Strukturen waren als von Gebern finanzierte humanitäre Hilfe bereitgestellt worden. Das Ergebnis war, dass 21 Menschen, darunter 13 Kinder, vertrieben wurden und der Lebensunterhalt von über 270 anderen gefährdet war. Alle Strukturen waren im Gebiet C, darunter 13 Strukturen, die ohne Warnung beschlagnahmt wurden, was die Eigentümer daran hinderte, im Voraus Einspruch einzulegen. Das bedeutet einen bedeutenden Anstieg dieser Beschlagnahmungen im Vergleich zu dem 14tägigen Durchschnitt seit Beginn des Jahres (vier). In Ras ‘Atiya (Qalqiliya) und Kur (Tulkarm) versiegelten die israelischen Behörden zwei Brunnen, die im Gebiet B lagen, ohne Vorwarnung. Die Brunnen waren die einzige Bewässerung für etwa 4.000 Dunam von kultiviertem Land und dienten auch als Trinkwasser; ihre Versiegelung gefährdet mehr als 8.000 Palästinenser in drei benachbarten Dörfern.
 

    Während der Berichtszeit führten israelische Streitkräfte 120 Fahndungs- und Verhaftungsoperationen durch und verhafteten 216 Palästinenser, darunter mindestens zehn Kinder, in der gesamten Westbank. Das Hebron-Gouvernement wies die höchste Anzahl an Militäroperationen (34) sowie Verhaftungen (66) aus. Bei sieben Fahndungs- und Verhaftungsoperationen feuerten israelische Streitkräfte scharfe Munition auf Palästinenser, die Steine warfen, in einigen Fällen schossen sie auf israelische Streitkräfte. Das führte zu 28 Verletzungen bei den Palästinensern, 13 davon durch scharfe Munition.

    Israelische Siedler verletzten acht Palästinenser, und in 11 Fällen beschädigten Menschen, von denen man weiß oder annimmt, dass sie israelische Siedler sind, palästinensisches Eigentum. Am 19. und 22. September griffen israelische Siedler acht Palästinenser brutal an und besprühten sie mit Pfefferspray an den Kontrollpunkten, Huwwara und at Za’atara (beide in Nablus). Insgesamt 60 Bäume von Palästinensern wurden in der Nähe der israelischen Siedlungen Qaryut und Deir Sharaf (beide in Nablus) sowie Qawawis ausgerissen oder verwüstet. In acht Fällen wurde in der H2-Zone von Hebron City, bei Khirbet Bir al 'Idd (Hebron), in Silat adh Dhahr (Jenin), in Burqa und Burin (beide in Nablus), in Sinjil und in Al Mu'arrajat-Ost (beide in Ramallah), Vandalismus an mindestens neun Fahrzeugen verübt und drei palästinensische Strukturen für den  Lebensunterhalt  durch Steinewerfen beschädigt.
 

    Ein israelischer Siedler wurde verletzt und Schäden an einer Synagoge und an einem Fahrzeug mit israelischem Kennzeichen verursacht, als Menschen, von denen man annimmt, dass sie Palästinenser sind, das Feuer auf die israelische Siedlung von Carmel (Hebron) und auf israelische Fahrzeuge in Huwwara (Nablus) eröffneten. In weiteren sieben Fällen warfen Menschen, von denen man weiß oder annimmt, dass es Palästinenser sind, Steine auf israelische Fahrzeuge, die auf Straßen der Westbank fuhren. Das Ergebnis war israelischen Quellen zufolge, dass sechs Israelis verletzt waren und mindestens sieben Fahrzeuge beschädigt wurden.
 

    Vom 26. bis 28. September schaltete das Kraftwerk von Gaza eine seiner drei Turbinen, die in Betrieb waren, aufgrund des Mangels an Treibstoff durch Israels Schließung seiner Grenzen zu Gaza wegen der jüdischen Feiertage ab. Die Stromerzeugung, die von dem Treibstoff, der aus Israel importiert wird, abhängt, wurde von 70 auf 50 Megawatt reduziert. Die ständigen Stromausfälle häuften sich von 12 auf 16 Stunden täglich und unterbrachen die Lieferung der grundlegenden Dienstleistungen.

    Außerdem eröffneten die israelischen Streitkräfte im Gazastreifen bei mindestens 39 Zwischenfällen ein Störfeuer in der Nähe von Israels Trennzaun oder vor der Küste, vermutlich, um Zugangsrestriktionen in Gebieten innerhalb Gazas durchzusetzen. Bei den meisten Zwischenfällen wurden Landwirte oder Fischer gezwungen, sich aus ihren Arbeitsgebieten zu entfernen. Ein Palästinenser wurde verhaftet, als er versucht haben soll, in Israel durch den Trennzaun bei Beit Lahiya einzudringen. Vier palästinensische Fischer wurden von der israelischen Marine vor der Küste von Gaza, bei Deir Al Balah verhaftet und ihre Boote beschlagnahmt.  In vier Fällen führten israelische Streitkräfte Landeinebnungen in der Nähe des Trennzaunes im Rafah-Gebiet durch. 

 

Dieser Bericht gibt Informationen zur Zeit der Veröffentlichung wider. Die aktuellsten Daten und weitere wichtige Ereignisse unter: ochaopt.org/data .           Quelle               (übersetzt von Inga Gelsdorf)

 

 

 


Bericht über den Schutz von Zivilpersonen vom 30. August – 12. September 2022

OCHA - 16. Sept. 2022
 

Jüngste Entwicklung (außerhalb der Berichtszeit)

• Am 14. September gab es einen Schusswechsel zwischen israelischen Streitkräften und zwei Palästinensern am Jalama-Kontrollpunkt in Jenin. Ein israelischer Offizier und die beiden Palästinenser wurden getötet. Am nächsten Tag führten die israelischen Streitkräfte eine Fahndungs- und Verhaftungsoperation in Kafr Dan (Jenin) durch, wobei sie ein palästinensisches Kind erschossen. Mehr Einzelheiten im nächsten Bericht.

Besondere Vorkommnisse während der Berichtszeit


• Israelische Streitkräfte erschossen drei Palästinenser während drei Fahndungs- und Verhaftungsoperationen in der Westbank.
Am 1. und 7. September überfielen israelische Streitkräfte die Flüchtlingslager Al Bireh (Ramallah) und Al Far’a (Tubas) und schossen scharfe Munition und gummi-ummantelte Stahlkugeln auf die Bewohner, die Steine und Molotow-Cocktails schleuderten; ein 21- und ein 26-jähriger Palästinenser wurden bei der Schießerei angeschossen und drei weitere verhaftet. Am 5. September belagerten israelische Streitkräfte ein Wohngebäude in Qabatiya (Jenin), wobei sie die Bewohner des Gebäudes aufforderten, sich selbst zu stellen. Man berichtete über einen Schusswechsel mit Palästinensern. Israelische Streitkräfte schossen scharfe Munition und Tränengaskanister auf die Bewohner, die Steine und Molotow-Cocktails warfen. Ein 19jähriger Palästinenser wurde getötet. Insgesamt führten israelische Streitkräfte 125 Fahndungs- und Verhaftungsoperationen durch und verhafteten 240 Palästinenser, darunter 13 Kinder insgesamt in der Westbank. Das Jerusalem-Gouvernement verzeichnete die höchste Anzahl an Operationen (29) und das Hebron-Gouvernement die höchste Anzahl an Verhaftungen (48). Bei sieben dieser Operationen feuerten israelische Streitkräfte scharfe Munition auf die Palästinenser, die Steine warfen und in einigen Fällen auf die israelischen Streitkräfte schossen, was zu 61 Verletzungen bei den Palästinensern führte, darunter 13 durch scharfe Munition.

• Zwei Palästinenser, darunter ein Kind, wurden erschossen, während sie Berichten zufolge mit dem Messer auf israelische Soldaten einstachen oder sie mit einem Hammer schlugen in Hebron and Ramallah.
Am 2. September stach ein 19jähriger Palästinenser auf einen israelischen Soldaten in der Nähe der Beit Einun-Kreuzung in Hebron ein und verletzte ihn. Er wurde von israelischen Streitkräften erschossen. Am 8. September versuchte ein 17jähriger Palästinenser, einen israelischen Soldaten mit dem Messer in der Nähe des Beit El/DCO-Kontrollpunktes in Ramallah anzugreifen und mit einem Hammer auf ihn einzuschlagen. Er wurde von israelischen Streitkräften erschosssen. Beide Leichen wurden bis zum Ende der Berichtszeit immer noch von den israelischen Behörden zurückgehalten. Seit Anfang des Jahres wurden acht Palästinenser von israelischen Streitkräften bei palästinensischen Angriffen oder versuchten/angeblichen Angriffen gegen Israelis in der Westbank erschossen. Außerdem eröffneten Palästinenser am 4. September das Feuer auf einen Bus, der israelische Soldaten ins Jordantal transportierte und verletzten sechs von ihnen sowie den Fahrer. Daraufhin folgten Schusswechsel und das Auto der Verdächtigen fing Feuer. Zwei der Verdächtigen wurden verletzt und verhaftet.

• Zwei Palästinenser wurden getötet, und 16 weitere wurden von israelischen Streitkräften bei einem Abriss als Strafmaßnahme in der Stadt Jenin verletzt.
Am 6. September setzten israelische Streitkräfte Sprengkörper ein, um das Familienhaus eines Palästinensers zu zerstören, der drei Israelis erschossen und neun andere in Israel im April 2022 verletzt hatte. Bei der Operation schossen die israelischen Streitkräfte mit scharfer Munition und Tränengaskanistern, und die Palästinenser schossen ebenfalls scharfe Munition ab, warfen Steine und Molotow-Cocktails. Ein 19jähriger Palästinenser, der Berichten zufolge den Vorfall filmte, wurde erschossen, und 16 andere verletzt. Darunter war ein 25jähriger Mann, der von scharfer Munition getroffen wurde und am 11. September seinen Verletzungen erlag.

• Insgesamt 315 Palästinenser, darunter mindestens 37 Kinder, erlitten Verletzungen in der gesamten Westbank durch israelische Streitkräfte. 121 der Verletzungen wurden aus der Nähe von Beita und Beit Dajan (beide in Nablus) und Kafr Qaddum (Qalqilya) bei anti-Siedlungsprotesten berichtet.
Weitere fünf Palästinenser wurden bei einer Demonstration in der Nähe des Al Jib-Kontrollpunktes (Jerusalem) während der Solidaritätsproteste bei den wöchentlichen Demonstrationen im Dorf An Nabi Samwil verletzt (mehr Einzelheiten siehe unten). Bei fünf getrennten Vorfällen, in At Tuwani (Hebron), Kisan (Bethlehem), Sinjil (Ramallah) und der Stadt Nablus, wurden 112 Personen verletzt, nachdem israelische Siedler in Begleitung israelischer Streitkräfte palästinensische Gemeinschaften angegriffen hatten. Palästinensischen Quellen zufolge feuerten israelische Streitkräfte Schallbomben, Tränengaskanister und gummi-ummantelte Stahlkugeln auf die Bewohner, die Steine warfen. Weitere 16 Personen wurden bei dem Schusswechsel verletzt, der in Jenin bei einem Abriss als Strafmaßnahme entstand. Außerdem wurden 61 Palästinenser bei Militäroperationen verletzt. 45 Verletzungen wurden am 30. August gemeldet, als israelische Streitkräfte in das Dorf Rujeib (Nablus) eingedrungen sind und ein Wohngebäude belagert haben und Berichten zufolge tragbare Raketen abgeschossen und Schusswechsel mit Palästinensern im Innern des Gebäudes ausgetragen hatten, die sich anschließend selbst stellten; israelische Streitkräfte feuerten Tränengaskanister und scharfe Munition auf die Palästinenser, die Steine warfen. Den israelischen Behörden zufolge werden diejenigen, die verhaftet wurden, verdächtigt, auf ein Sicherheitsfahrzeug in einer Siedlung am 26. August geschossen zu haben (mehr Einzelheiten siehe unten). Von den 320 verletzten Palästinensern wurden 25 von scharfer Munition getroffen.

• Die israelischen Behörden zerstörten, beschlagnahmten oder zwangen Palästinenser zur Zerstörung von 44 Strukturen in Ostjerusalem und im Gebiet C der Westbank,
deren Eigentümer Palästinenser sind, unter dem Vorwand fehlender von Israel ausgestellten Baugenehmigungen. Das Ergebnis war, dass 29 Menschen, darunter 10 Kinder, vertrieben wurden und der Unterhalt von etwa 140 weiteren davon beeinträchtigt war. Etwa 35 der Strukturen lagen im Gebiet C, darunter 19, die ohne vorherige Warnung beschlagnahmt wurde, so dass die Eigentümer im Voraus keinen Einspruch erheben konnten. Das stellt eine bedeutende Zunahme dieser Beschlagnahmungen gegenüber dem zweiwöchentlichen Durchschnitt seit Anfang des Jahres (vier) dar. Neun andere Strukturen wurden in Ostjerusalem zerstört, darunter fünf, die von ihren Eigentümern aufgrund von Abrissbescheiden selbst zerstört wurden, um Gebühren zu vermeiden, die anfallen, wenn die Struktur von israelischen Behörden abgerissen wird.

• Am 6. September zerstörten die israelischen Behörden ein unbewohntes Apartment in einem mehrstöckigen Gebäude in der Stadt Jenin, im Gebiet C aus strafrechtlichen Gründen
. Das Haus gehörte der Familie eines palästinensischen Mannes, der drei Israelis in Israel im April 2022 erschossen hat und danach selbst erschossen wurde. Während der Operation wurde ein Palästinenser erschossen, und ein anderer erlag später seinen Verletzungen (siehe oben). Weitere zwei Häuser wurden durch die Explosion beschädigt, was zwei palästinensische Haushalte betroffen hat, die aus 12 Personen bestanden, darunter acht Kinder. Seit Beginn 2022 wurden 11 Häuser aus strafrechtlichen Gründen abgerissen, im Vergleich zu drei Häusern im gesamten Jahr 2021 und sieben in 2020. Strafrechtliche Abrisse sind eine Form von kollektiver Bestrafung, die nach internationalem Recht illegal ist, da sie auf die Familie eines Täters oder vermutlichen Täters zielt, die nicht in die angebliche Tat involviert ist.

• An zwei aufeinanderfolgenden Tagen führten israelische Streitkräfte Militärübungen in der Nähe von 13 palästinensischen Hirtengemeinschaften von Masafer Yatta im Süden Hebrons durch.
Dieses Gebiet wurde von den israelischen Behörden zur „Schießzone“ bestimmt und als Sperrzone für israelisches Militärgebiet deklariert. Das Training ging bis 15. September weiter, beschränkte den Zugang der Palästinenser zu Grunddienstleistungen und bedrohte ihre Sicherheit. Außerdem haben die israelischen Behörden bei verschiedenen Gelegenheiten seit Beginn des Schuljahres den Zugang von Lehrern und Studenten zur Schule in Masafer Yatta, wo vier Schulen sind, durch befestigte und fliegende Kontrollpunkte blockiert. Alle Schule in dem Gebiet sind durch die israelischen Behörden vom Abriss bedroht. Am 30. August hielten die israelischen Streitkräfte einen Schulbus an, der Schüler zur Al Fakhiet-Schule transportierte, und zwangen mindestens 30 Kinder, zu Fuß den weiten Weg zur Schule zurückzulegen. Am nächsten Tag wurden neun Lehrer der Jinba-Schule, die in das Gebiet von Yatta fuhren, von israelischen Streitkräften angehalten und gezwungen, ihren Weg zu Fuß fortzusetzen. Mehr als 1.000 Palästinenser, darunter 560 Kinder, in Masafer Yatta leben mit dem Risiko einer zwangsweisen Überführung.

• Israelische Streitkräfte schränken die Bewegung(sfreiheit) der Palästinenser an verschiedenen Ortschaften in der gesamten Westbank ein.
Am 31. August blockierten israelische Streitkräfte mit Erdwällen einen landwirtschaftlichen Weg in Deir Istiya (Salfit) und verhinderte so den Zugang von etwa 400 Farmern zu ihren Ländereien. In weiteren fünf Fällen blockierten israelische Streitkräfte am 4., 7., 9. und 10. September mit Erdwällen und verschlossen die Metalltore von Khirbet Atuf (Tubas), Qarawat Bani Hassan (Salfit), An Nabi Salih und Deir Nidham (beide in Ramallah) sowie Azzun (Qalqiliya), wodurch 18.000 Palästinensern der Zugang zu Lebensunterhalt und Dienstleistungen blockiert wurde und sie gezwungen waren, lange Umwege in Kauf zu nehmen. Diese Blockaden sind die Konsequenzen für angebliches Steinewerfen und Schüsse auf einen israelischen Bus (siehe oben). Bei verschiedenen Gelegenheiten haben die israelischen Streitkräfte die den palästinensischen Bewohnern der umgesiedelten Gemeinde An Nabi Samwil auferlegten Bewegungs- und Zugangsbeschränkungen noch verschärft. Da sie vollkommen im Gebiet C auf der Jerusalem-Seite gelegen ist und wo die Bewohner mit der ständigen Bedrohung der Zerstörungen, Siedlergewalt sowie Bewegungs- und Zugangsbeschränkungen leben. Bewohner des Gebietes haben wöchentliche Demonstrationen gegen die neuen Zugangsmaßnahmen, bei denen drei Palästinenser verhaftet wurden, veranstaltet.

• Israelische Siedler verletzten 21 Palästinenser und Personen,
von denen man weiß oder annimmt, dass sie Siedler sind, beschädigten palästinensisches Eigentum in 27 Fällen. Am 8., 9. und 12. September schossen israelische Siedler auf palästinensische Bauern, griffen sie brutal an und israelische Siedler schossen auf palästinensische Landwirte, die ihr Land in Sinjil (Ramallah), At Tuwani (Hebron) und Khallet al Laufouza (Bethlehem) bearbeiteten, griffen sie körperlich an und besprühten sie mit Pfefferspray. Das Ergebnis waren 21 verletzte Palästinenser, darunter mindestens zwei mit scharfer Munition. Überall wurden 126 Bäume, deren Eigentümer Palästinenser waren, in der Nähe der israelischen Siedlungen bei Haris (Salfit), Qaryut (Nablus) sowie Deir Ibzi’ und Sinjil (beide in Ramallah) entwurzelt oder beschädigt. In sieben Fällen wurden sowohl in der H2-Zone von Hebron City, als auch in Huwwara, Burin, Tell, Beita und Madama (alle in Nablus), neun Autos, die Palästinensern gehörten, zerstört und drei palästinensische Häuser Berichten zufolge durch Steinewerfen beschädigt. Weitere neun Vorfälle in Al Mazra’a al Qibliya, Al Mughayyir, und Deir Nidham (alle in Ramallah), An Naqura, Beit Dajan, Einabus sowie Burqa (alle in Nablus) führten zu Schäden an Anbaukulturen, Vieh, landwirtschaftlichen Geräten, Wassertanks und Strukturen, die dem Lebensunterhalt dienen. Am 31. August stürmten laut Berichten israelische Siedler aus Yitzhar die Urif-Schule (Nablus), während der Unterricht stattfand, und warfen Steine, was die Verwaltung zwang, die Schule aufzugeben und die Studenten in Sicherheit zu bringen; 250 Studenten waren betroffen und eine Beschädigung der Schule wurde verzeichnet. Laut dem Dorfrat und Augenzeugen waren israelische Streitkräfte in dem Gebiet bei dem Angriff vor Ort, aber sie griffen nicht ein, um die Siedler aufzuhalten. Daraufhin schossen israelische Streitkräfte Tränengas auf die Palästinenser, die Steine auf Siedler aus Protest über den Angriff warfen.

• Zwei israelische Siedler wurden verletzt, nachdem die Palästinenser auf deren Fahrzeug in der Nähe von Josephs Grabstätte in Nablus City das Feuer eröffnet hatten. In weiteren drei Fällen warfen Personen, von denen man weiß oder annimmt, dass sie Palästinenser sind, Steine auf israelische Fahrzeuge, die auf Straßen der Westbank fuhren. Laut israelischen Quellen führte das dazu, dass drei Fahrzeuge beschädigt waren.

• Im Gazastreifen wurden drei Palästinenser, darunter ein 9- und ein 12jähriger Junge, durch die Explosion eines nicht explodierten Sprengkörpers verletzt, nachdem sie mit der Munition, die sie gefunden haben, herumgebastelt haben, während sie Schrott im Osten von Khan Yunis sammelten.

• Bei mindestens 42 Zwischenfällen eröffneten israelische Streitkräfte ein Warnfeuer in der Nähe von Israels Trennzaun oder vor der Küste, vermutlich, um Zugangsbeschränkungen in Gebieten innerhalb Gazas durchzusetzen. Berichten zufolge zwangen die meisten Vorfälle Bauern und Fischer, sich von den Gebieten ihrer Arbeit zu entfernen. Zwei palästinensische Kinder wurden von israelischen Streitkräften verhaftet, als sie versuchten, den Zaun im Osten von Rafah zu überqueren. Bei mindestens sieben Vorfällen ebneten israelische Militärbulldozer das Land in Gaza in der Nähe des Trennzauns im Osten von Rafah ein.

Dieser Bericht spiegelt Informationen wider, die zur Zeit der Veröffentlichung verfügbar war. Die aktuellsten Daten und mehr Ereignisse sind verfügbar unter: ochaopt.org/data.       Quelle            (übersetzt von Inga Gelsdorf)

 

 

 

 

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