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Das Mädchen wollte auf dem Dach des Hauses im
Flüchtlingslager Rafah im Gaza-Streifen die Wäsche abhängen, ihr
Bruder die Tauben füttern. Da peitschten Schüsse durch die Luft und
töteten die Geschwister.
Rafah - Der 13-jährige Ahmad Mughajer und seine 16-jährige
Schwester Asma waren am Dienstag auf dem Dach ihres Hauses im
Flüchtlingslager Rafah im Gaza-Streifen, als sie von den tödlichen
Kugeln getroffen wurden. Wie Familienangehörige der Beiden
telefonisch mitteilten, kamen die Schüsse von israelischen Soldaten
aus einem gegenüberliegenden Haus. Beide seien mit einem Schuss in
den Kopf getötet worden. Die israelische Armee teilte mit, sie
untersuche den Vorfall.
Die beiden palästinensischen Jugendlichen wurden während
heftiger Kämpfe in Rafah getötet. Die israelische Armee leitete dort
am Dienstag eine Offensive ein, deren Ziel die Zerstörung
unterirdischer Anlagen zum Waffenschmuggel ist. Während der Kämpfe
zwischen den israelischen Soldaten und bewaffneten Palästinensern
konnten die 90.000 Bewohner von Rafah ihre Häuser nicht verlassen.
Der Vater der Beiden, der 43-jährige Mohammed Mughajer,
berichtete, die Familie habe gerade das Frühstück beendet, als Asma
gesagt habe, sie gehe jetzt die Wäsche abhängen. Ihre Mutter habe
ihr noch abgeraten, wegen der heftigen Kämpfe draußen. "Asma sagte
nur, 'Mach dir keine Sorgen, ich passe auf!'", berichtete ihr Vater.
Ihr jüngerer Bruder habe daraufhin beschlossen, mit auf das Dach zu
gehen, um die Tauben zu füttern, die die Familie dort hält.
Nach den tödlichen Schüssen habe es fast eine Stunde
gedauert, bis ihre Leichen geborgen werden konnte. Die israelischen
Soldaten hätten auf jeden geschossen, der versucht habe, die Leichen
zu erreichen. Der älteste Bruder der beiden, der 25-jährige Ali,
schaffte es schließlich. Die Leichen blieben zunächst im Haus, da
die Kämpfe weiter andauerten.
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Welche Gefühle weckt man
bei den Kindern die sehen wie ihre Nachbarn erschossen werden?
Das
Schluchzen der Kinder im Allerheiligsten
Bethlehem kennt die Leere, wenn der Tod
wieder ein Kind weggeholt hat. Am Dienstag, den 25. März 2003 wurde
die zwölfjährige Christine Sa'adeh von einer israelischen
Sondereinheit getötet, während sie mit ihrer Familie im Wagen fuhr.
Die Militäreinheit hatte offensichtlich auf einen speziellen Wagen
gewartet. Hinter einer Mauer versteckt sahen die Soldaten einen
Wagen kommen, der genau zu dem Gesuchten passte, eröffneten das
Feuer und verletzten so Christines Vater und Schwester. Eine einzige
Kugel traf Christine in den Hinterkopf und nahm ihr das Leben. Ein
Nachbar eilte herbei, um zu helfen, schrie auf Hebräisch, die
Soldaten möchten doch mit Schießen aufhören. Er rief noch nach einem
Ambulanzwagen und nahm Christine auf seine Arme. Dann kam ein
anderer Wagen und wieder eröffneten die Soldaten das Feuer. Sie
töteten drei Männer. Als die Schießerei zu Ende war, sagte der
Nachbar zu den Soldaten, dass nun ein Ambulanzwagen nicht mehr nötig
wäre. Christine war schon tot. Der Rest der Familie wurde zum
Checkpoint und zum Hadassah-Krankenhaus in Jerusalem gebracht. Die
Soldaten nahmen die Leichen von zwei Männern aus dem Wagen und
ließen den dritten von palästinensischen Sanitätern in ein örtliches
Krankenhaus bringen.
Zwei Tage später füllten Hunderte von
Menschen den Krippenplatz. Sie warteten auf den Trauerzug, der
Christines Leichnam zum Trauergottesdienst in die Geburtskirche
bringen sollte. Vorne weg kamen die Pfadfinder. Ihre bunten Fahnen
hielten sie knapp zusammen. Nur die palästinensische Fahne wehte
offen im Wind. Dann kam der langsame Schlag der Trommler. Ihnen
folgten Hunderte von Kindern mit Blumen, Postern und Photos. Viele
weinten. Dann kam der kleine Sarg, der von männlichen Verwandten
hoch über den Köpfen der Trauernden getragen wurde. Die Menschen
drängten sich für den Trauergottesdienst in die Kirche. Im
Allerheiligsten hörte man das Schluchzen der Kinder. Während wir an
der traditionellen Stätte von Jesu Geburt
standen, hatten diese Tränen
besonderes Gewicht. Es waren nicht nur Tränen um Christines Tod,
sondern um den Tod all der unschuldigen Jugendlichen, Männer und
Frauen, die in diesem Konflikt getötet worden waren. Hier, wo wir
die Geburt des Friedensfürsten feiern, verabschieden wir uns von
einem weiteren Opfer des Unfriedens.
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(WAFA)
"April ist der grausamste Monat" [Zitat aus einem bekannten Gedicht
von T.S.Eliot].
Worte,
die palästinensische Mütter nicht mehr glauben können, seitdem die
IOF alle Monate so grausam wie den April gemacht haben. Aber diese
Worte sind Tatsache für die Mutter eines 11-jährigen
palästinensischen Mädchens, Mona Abu Tabaq, die hingemetzelt wurde
durch israelische Soldaten in der Stadt Beit Lahya, im Norden des
Gazastreifens.
Am
Nachmittag des 22. Aprils, nach 3 Tagen einer israelischen Kampagne
des Tötens und Zerstörens in Beit Lahya, haben die Medien bekannt
gemacht, dass die israelischen Truppen sich aus der Stadt
zurückgezogen hätten. Das führte die Eltern von Mona dazu, dem
kleinen Mädchen zu erlauben, raus zu gehen, um sich Süßigkeiten zu
kaufen.
Aus
Verlangen nach ihren Lieblingskekse, hat Mona von ihrem Vater
Kleingeld erbettelt und ging zum Lebensmittelgeschäft... Als sie das
Haus verließ, erschütterte intensives Feuer von den israelischen
Truppen die Stille der ruhigen Nachbarschaft.
Minuten
später brüllte Monas älterer Bruder Hazem, 18 ... "Mama, Papa ...
sie haben Mona getötet! Sie haben Mona getötet!
Ein
israelischer Panzer hinter einem Hügel hat großkalibrische Kugeln
auf Mona geschossen. Sie wurde im Bauch getroffen und starb im OP
des Kamal O'dwan Krankenhauses in Beit Lahya....
"Mona
und ich waren die einzigen Menschen an der Ecke von Haus Nr. 8,"
erzählte ein 18-jähriger Zeuge, Hussam al-Tloli. "Alles war ruhig,
sie unterhielt sich mit einem Mädchen auf einem Balkon, als ein
israelischer Panzer das Feuer auf uns eröffnete. Wir rannten weg.
Ich sah das Mädchen an, sie hielt sich an der Taille. Ich wusste
nicht, dass sie verletzt war. Ich versuchte, sie aufzuheben aber
meine Hände glitten ab... Ich fing an zu weinen und um Hilfe zu
bitten, als ein Krankenwagen erschien. Ein mutiger Sanitäter wich
dem intensiven Feuer aus und trug das Mädchen weg."
[Im weiteren Artikel
wird von Mona und ihrer Familie erzählt, dass sie gerne malte und
Anwältin werden wollte, dass ihre Eltern sie schon lange nicht mehr
in die Schule gelassen hatten, wie sie sich von der Familie
verabschiedet hatte bevor sie den Gang auf die Straße tat. Lauter
kleine, unbedeutende Einzelheiten, die plötzlich zur Tragik werden,
eine Tragik, die sich ständig wiederholt...] ......
Brief aus Israel - 3. May 2004
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