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Wanderausstellung: „Die Nakba – Flucht und Vertreibung der Palästinenser 1948”
18. Februar bis 17. März 2015 in der Zentralbibliothek Bremen


Programm >>>

»Dort, wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende auch Menschen.« Heinrich Heine
- Dort wo man Ausstellungen verbannt, verbannt man auch Menschen" - E. Arendt
 

8. 4. 2015 - Der große Erfolg der "Nakba"-Ausstellung in Bremen und wie er zustande kam - Nach vier Wochen konnten die Organisatoren der "Nakba"-Ausstellung in Bremen (in der Zentralbibliothek vom 18. Februar bis 17. März 2015) erleichtert aufatmen. Sie hatten viel Arbeit reingesteckt und waren ein nicht unerhebliches finanzielles Risiko eingegangen. Der Erfolg der Ausstellung hat alle Erwartungen übertroffen. Es kamen insgesamt mehr als 1500 Besuchern einschließlich mehrerer Schulklassen; zu den acht begleitenden Veranstaltungen und Filmvorführungen kamen zusammen über 1000 Interessierte. Die vier Wochen verliefen trotz einiger Befürchtungen und Ankündigungen völlig ohne unliebsame Zwischenfälle.

 

Aus den Einnahmen (Eintrittsgelder bei den Kulturveranstaltungen, Katalog- und Bücherverkäufe, Spenden bei den Veranstaltungen sowie etliche Sponsorengelder) konnten alle Ausgaben beglichen und eine nicht unerhebliche Summe an das "Israeli Committee Against House Demolition (ICAHD)" und an ein Kinderhilfswerk Palästina überwiesen werden. Das Kinderhilfswerk kümmert sich um schwerverletzte Kinder aus Gaza, die in deutschen Krankenhäusern im Verbund mit palästinensischen Ärzte- und Apothekervereinigungen kostenlos operiert und mit orthopädischen Hilfen versorgt werden. Ein herzlicher Dank der Veranstalter geht an die Leitung und die Mitarbeiter der Zentralbibliothek, ohne deren Zustimmung und ohne deren tatkräftige Unterstützung der Erfolg nicht möglich gewesen wäre.

 

Die Jüdische Gemeinde und die Deutsch-Israelische Gesellschaft (DIG) hatten auf ihre Weise alles Erdenkliche versucht, diese Ausstellung komplett zu verhindern, was ihnen trotz vieler Interventionen und Pressionen im politischen Hintergrund der Stadt nicht gelang. Nach vielen Diskussionen und längerem Hin und Her wurde die endgültige Endscheidung schließlich am 12. Februar 2015 vom Bürgermeister der Stadt auf der Deputationssitzung für Kultur verkündet: Die Ausstellung könne - weder aus polizeilichen noch verwaltungstechnischen Gründen - nicht mehr verhindert werden.

 

Es hatte auch Drohungen im Internet wie z. B. von Seiten der Antideutschen oder ihrer Ableger gegeben. Eine - anonym bleibende - Gruppe mit der Bezeichnung "C3" hatte verkündet, dass sie die Ausstellung nicht zulassen würde. Aber - zur Erleichterung der Organisatoren - passierte nichts, und auch auf den vielen Veranstaltungen mit den zum Teil langen Diskussionen waren Argumente aus dieser ideologischen Ecke nicht vernehmbar.

 

Im regionalen Fernsehen (Buten un Binnen) von Radio Bremen kam ein für Bremen beschämender Affront gegen die palästinensische Botschafterin, Dr. Khouloud Daibes, die zur Eröffnungsveranstaltung gekommen war, zur Sprache. Tatsächlich waren weder der Bürgermeister Jens Böhrnsen noch der Bürgerschaftspräsident Christian Weber zu einer Begrüßung der Botschafterin im Rathaus bereit gewesen. Jens Böhrnsen hatte auf eine formale schriftliche Anfrage eines ehemaligen Abgeordneten der Bremischen Bürgerschaft und Mitorganisators der Ausstellung schriftlich negativ reagiert. Sowohl er als auch andere Vertreter aus dem Senat hätten "vor der Bürgerschaftswahl keine zusätzlichen Termine für Botschafter zur Verfügung“. Das Erstaunen war natürlich groß, als man am 28. Februar 2015 im Weserkurier lesen konnte, dass der Senat Botschafter aus Fernost und Neuseeland empfangen hatte. Ein Schelm, wer sich dabei Böses denkt. Der Präsident der Bremischen Bürgerschaft ließ sogar, ohne, wie es eigentlich üblich ist, auf das formale Schreiben an ihn schriftlich zu antworten, lediglich telefonisch durch sein Vorzimmer ausrichten „er habe keine Zeit“. Jeder halbwegs Informierte in Bremen weiß, dass der sitzungsleitende Präsident sich jederzeit von seinen Stellvertretern ablösen lassen könnte (und an dem Tag tagte die Bürgerschaft). Wundern muss man sich bei diesem Volksvertreter allerdings eher nicht, beschimpft er doch - bar jeglicher Sachkenntnis über die Nahost-Problematik - auch aktuell noch die Organisatoren und Teilnehmer der nach Polizeiangaben größten und friedlichsten GAZA-Demonstration des letzten Jahres  in der BRD, darunter auch den Bremer Schura-Vorstand, als „Antisemiten“.

 

So sieht konkret das laut propagierte Gebot der Toleranz, der Völkerverständigung und der Integration aus! Da scheint die sogenannte „political correctness“ im Amt in Angst, differenziert zu denken und Realitäten wahrzunehmen, umzuschlagen, und sie sediert das Verlangen und die Fähigkeit, Dinge zu hinterfragen und kritisch zu analysieren. Dabei gab es genügend ehemalige und jetzige Abgeordnete der SPD und der Grünen, ehemalige Landesvorsitzende der SPD, hochrangige Mitarbeiter des Rathauses einschließlich der Staatsrats-Ebene, die die Veranstaltungen besucht und sich ein Bild gemacht haben. Niemand hat auch nur im Ansatz den Vorwurf des „Antisemitismus“ bei diesem Projekt verifizieren können!

 

Überaus erfreulich war hingegen, dass Anette Klasing, die zweite Vorsitzende der Deutsch-Palästinensischen Gesellschaft und ebenfalls aktiv an der Organisation des Ausstellungsprojekts beteiligt, noch während der Ausstellung am 8. März im Rahmen eines Festakts des internationalen Frauentags in der Oberen Rathaushalle zur "Frau des Jahres in Bremen" gewählt wurde.

 

Die Medien, ach die Medien. Es hatte je einen mehr oder weniger feindseligen Bericht im Weserkurier und in der Taz sowie eine kurze Sequenz in der TV-Abendschau von Radio Bremen gegeben. Die Veranstaltungen wurden im Lokalteil zum Teil, zum Teil auch nicht angekündigt; nur einige wenige Leserbriefe mit ihren Versuchen, zu berichtigen oder zu ergänzen, wurden abgedruckt. Was allein für mediales Interesse sorgte und schließlich zur unbeabsichtigten Werbung für die Ausstellung wurde, waren die heftigen Angriffe der Jüdischen Gemeinde und der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG). Ansonsten haben wohl die vielen verteilten Flyer (über 6000 Stück insgesamt), die Plakate in Gemeinden, Kneipen, Veranstaltungsorten und Geschäften, die Mund-zu-Mund-Propaganda, die vielen unterstützenden und informierenden Webseiten und Facebook-Accounts und nicht zuletzt die Kooperation mit regionalen Institutionen wie dem Sendesaal, dem Kommunalkino, der Volkshochschule, dem Überseemuseum, dem Jugendsinfonieorchester, einigen regionalen Chören und natürlich der Stadtbibliothek dazu beigetragen, dass der weitgehende Boykott der Ausstellung seitens der großen Medien in Bremen wirkungslos blieb.

 

Die Ausstellung ist gelegentlich kritisiert worden, dass sie zu textlastig, zu wenig emotional-plakativ und für den modernen Ausstellungsbesucher zum einfachen Konsum zu schwierig gewesen wäre. In den langen Stunden während der Aufsicht, die aus Sicherheitsgründen immer notwendig war,

zeigte sich aber, dass viele Besucher die Texte, Schautafeln und Fotos sorgfältig lasen und betrachteten. Wie die vielen Kommentare auf der Pinwand und im Gästebuch belegen, hatten viele Besucher von dieser dunklen Seite der Staatsgründung Israels noch nie etwas gelesen oder gehört. Viele trugen sich in die ausgelegten Listen ein und wünschten in Zukunft weitere Informationen, auch über zukünftige Veranstaltungen. Nicht zuletzt fand der der 32-seitige Ausstellungskatalog mit den wichtigsten Inhalten der Ausstellung reißenden Absatz; es mussten einige Hundert nachbestellt werden.

 

Wesentlich zum Erfolg beigetragen haben die vielen begleitenden Veranstaltungen (insgesamt acht Vorträge und Referate sowie 18 Filmvorführungen im Kommunalkino der Stadt). Mit Martin Lentz, der in Ramallah mit Daniel Barenboim zusammen gearbeitet hat und jetzt Dirigent und Organisator des Jugendsymphonie-Orchesters in Bremen-Nord ist, konnte ein namhafter Musiker für das große Konzert im Sendesaal gewonnen werden. Viele waren auch gespannt auf die Veranstaltungen mit Ilan Pappe und Jeff Halper, zwei international renommierten jüdischen Wissenschaftlern und Kritikern der gegenwärtigen israelischen Politik, und ihren Berichten über die jüngsten Debatten und Aktionen sowohl in Israel als auch im internationalen Zusammenhang.

 

Die Nakba-AG hatte die Ausstellung einschließlich der Finanzierung organisiert. Sie war ad hoc gegründet worden und setzte sich zusammen aus Mitgliedern des Nahost-Forums Bremen, des Friedensforums Bremen, des AK Nahost, der Deutsch-Palästinensischen Gesellschaft, der Palästinensischen Gemeinde und dem deutschen Ableger des "Israelischen Komitees gegen Hauszerstörungen (ICAHD)". Die Nakba-AG hat auf ihrer letzten Sitzung beschlossen weiterzumachen und die Aufklärungsarbeit Thema fortzuführen. Die nächsten Aktionen und Veranstaltungen werden schon geplant. Mehr Informationen mit weiteren Berichten, Videos und Audio-Mitschnitten auf http://www.nahost-forum-bremen.de.

Detlef Griesche und Sönke Hundt

7. 3. 2014 - Siedlerkolonialismus - Ilan Pappe in Bremen - Sönke Hundt - Der Vortragssaal im Überseemuseum in Bremenwar, wie schon die Eröffnungsveranstaltung der Nakba-Ausstellung, bis auf den letzten Platz und darüber hinaus gefüllt. Am 1. März 2015 referierte der israelische Historiker Prof. Ilan Pappe über “Die Vertreibung der Palästinenser”.

Er referierte völlig frei und immer überaus freundlich und verbindlich in einem sehr gut verständlichen Englisch, das kompetent von dem Übersetzer-Tandem Doris Flack und Claus Walischewski übersetzt wurde. Die zentrale These von Ilan Pappe lautet: das zionistische Projekt für den Staat Israel ist im Kern das Projekt eines Siedlerkolonialismus. Wenn heute in vielen Gruppen über einen möglichen Rahmen für einen möglichen Frieden im Nahen Osten nachgedacht würde, müssten, so Ilan Pappe, diese historischen Tatsachen der Gründung des Staates Israel unbedingt berücksichtigt werden. Wie in der Medizin wäre ohne eine richtige Diagnose keine richtige Therapie möglich. Die Krankheit aber ist der Siedlerkolonialismus. Er würde nicht von allein enden, weil es keinen Impuls, keine Motivation und kein historisches Beispiel dafür gäbe, dass Siedler, die in einem Land lebten, das anderen gehört, ihr Projekt wieder beenden würden. Deshalb geschehe es nicht aus Versehen, dass die Westbank und der Gazastreifen besetzt worden wären. Sondern umgekehrt. Die zionistischen Führer hätten auf die Gelegenheit seit 1948 gewartet und der Sechs-Tage-Krieg 1967 wäre diese Gelegenheit gewesen. Die allgemeine zionistische Überzeugung wäre gewesen, dass Israel als jüdischer Staat nur existieren könne, wenn der Jordan im Osten die Grenze bilden würde und das ganze historische Palästina dem Staat Israel einverleibt werden könne.

Man merkte an den Reaktionen, dass für viele im Publikum diese harten Thesen über den Staat Israel äußerst ungewohnt waren. Dabei wurden sie von dem Referenten mit einer geradezu entwaffnenden Freundlichkeit und Verbindlichkeit vorgetragen. Die anschließende lange Diskussion (sie dauerte fast eine Stunde) war äußerst lebhaft und kontrovers. Fast alle strittigen Fragen (Zwei-Staaten-Lösung, Ein-Staat-Lösung, der Holocaust, die besondere Verpflichtung und Schuld der Deutschen, der Antisemitismus und der Antizionismus, Israel und die Vereinten Nationen, die Verhältnisse innerhalb der palästinensischen Gruppierungen, der letzte Gaza-Krieg usw.) wurden zur Sprache gebracht. Zum Schluss wurde Ilan Pappe gefragt, wie denn seine roadmap für einen Frieden in Israel aussehen würde. Seine Antwort: das Wort “roadmap” liebe er nicht, aber er hätte eine Vision anzubieten. Israel müsste und könnte ein multiethnischer, multikultureller und demokratischer Staat werden. Dahin wäre aber ein weiter Weg zurückzulegen mit einigen fundamentalen Veränderungen im israelischen Staatsverständis. Vor allem würde das den Abschied von der zionistischen Ideologie bedeuten.

Ich möchte hinweisen auf einen halbstündigen Mitschnitt dieser überaus interessanten Veranstaltung auf youtube.

https://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=E_zKItIKN40

mehr Infos über die Nakba-Ausstellung die begleitenden Veranstaltungen: http://www.nahost-forum-bremen.de 

 

Erfolgreiche »Nakba«-Ausstellung - Veranstaltungen zur Vertreibung der Palästinenser 1948 in Bremen wegen Überfüllung zeitweise geschlossen - Sönke Hundt - In mehreren Veranstaltungen in verschiedenen großen Sälen der Stadt zeigte sich, wie groß das Interesse in Bremen für die Thematik »Nakba - Flucht und Vertreibung der Palästinenser 1948« ist. In die Ausstellung mit diesem Titel kamen bis jetzt über 650 Besucher. Sie ist noch bis zum 17. März zu sehen. Bei der Eröffnungsveranstaltung am 18. Februar mussten die Türen des Wall-Saales der Zentralbibliothek vorzeitig und gegen lauten Protest geschlossen werden - so groß war der Andrang. Barbara Lison, die Direktorin der Zentralbibliothek, wandte sich als Gastgeberin an die Besucher. Sie erzählte von den Versuchen seitens der jüdischen Gemeinde und der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG), die Ausstellung zu verhindern und erhielt großen Beifall dafür, dass sie dem Druck standgehalten hatte. Die palästinensische Botschafterin, Dr. Khouloud Daibes, war aus Berlin gekommen und hielt eine bewegende Rede. Im regionalen Fernsehen von Radio Bremen kam dann ein Affront gegen die Botschafterin zur Sprache. Tatsächlich waren weder der Bürgermeister Jens Böhrnsen noch der Bürgerschaftspräsident Christian Weber zu einer Begrüßung der Botschafterin bereit gewesen, sondern hatten dringende Sitzungstermine als Ablehnungsgrund genannt. Khouloud Daibes fragte bitter: »Warum ist es so schwer, in Deutschland diese Diskussion zu führen? Gerade in Bremen, einer offenen und demokratischen Metropole, sollte das einfach sein.«

Wieder völlig überfüllt war die Veranstaltung mit dem israelischen Historiker Prof. Ilan Pappe, bekannt geworden durch sein Buch »Die ethnische Säuberung Palästinas«. In einer ungemein freundlichen und verbindlichen Weise entwickelte er seine zentrale These, die allein eine schlüssige Erklärung zum Verständnis des schon Jahrzehnte dauernden Konflikts liefern könne. >>>

20. 2. 2015 - Weglassen, vertuschen und manipulieren
Wie die Deutsch-Israelische Gesellschaft die Nakba-Ausstellung ins Zwielicht rücken will

Arn Strohmeyer
20. 2. 2015

In Bremen schlagen die politischen Wellen wegen der Nakba-Ausstellung zur Zeit hoch, die am 18. Februar eröffnet wurde. Die Festreden hielten die palästinensische Botschafterin Dr. Khouloud Daibes und Professor Rolf Verleger aus Lübeck. Die Deutsch-Israelische Gesellschaft (DIG) und die Jüdische Gemeinde hatten zuvor alles unternommen, die Exposition in der Stadtbibliothek zu verhindern, was aber nicht gelang. Die Nakba-Veranstaltergruppen mussten aber einen Kompromiss hinnehmen, damit die Ausstellung überhaupt gezeigt werden darf: Die DIG darf dort zwei Tafeln mit ihrer „Gegendarstellung“ aufstellen – ein wohl einmaliger Vorgang in Deutschland, dass in einer Ausstellung auch gleich die „Gegenausstellung“ gezeigt werden muss. Aber damit hat die DIG einen Präzedenzfall geschaffen, auf den man bei kommenden Gelegenheiten zurückkommen und gleiches Recht einfordern kann.

Der Bremer Grünenpolitiker und Vorsitzender der DIG in der Stadt, Dr. Hermann Kuhn, griff anlässlich der Ausstellung selbst zur Feder und verfasste ein Papier, in dem er die „Gegenargumente“ seiner Organisation in Thesen darlegte. Im Folgenden werden seine Ausführungen wiedergegeben und die Antworten darauf. (Die Thesen Hermann Kuhns sind fett gedruckt.)

Eröffnung der Nakba-Ausstellung: wegen Überfüllung geschlossen


Obwohl die Veranstalter mit vielen BesucherInnen gerechnet hatten – das war dann doch für alle unerwartet. Schon kurz vor 19 Uhr wurden von der Bibliotheksleitung die Türen geschlossen und niemand mehr von den rd. 100 Wartenden reingelassen. Aus feuerpolizeilichen Gründen wäre keine andere Lösung möglich gewesen. Unter den Wartenden waren auch mehrere Mitglieder der Jüdischen Gemeinde Bremen, die lautstark Einlass begehrten. Aber es gab auch für sie natürlich keine Ausnahme; und hoffentlich interpretieren Sie das nicht als antisemitischen Affront gegen sich.
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Presseboykott gegen die Nakba-Ausstellung in Bremen?
In der Hansestadt negieren die Medien das Event/ Lobbyarbeit hatte offenbar Erfolg
Arn Strohmeyer
 

Es hat in der letzten Zeit viel berechtigte Medienschelte wegen der Berichterstattung über den Ukraine-Konflikt gegeben: westlich-einseitig, voreingenommen und Russland- und Putin-feindlich. Warum wird dieselbe Frage eigentlich nicht in Bezug auf die Berichterstattung über den Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern gestellt? Hat man im deutschen Fernsehen je einen Bericht über die Brutalität der israelischen Besatzungspolitik gesehen oder dergleichen in einer Zeitung gelesen? Über Landraub, Ausgangssperren, nächtliche Razzien, Verhaftungen von Unschuldigen – auch von Kindern, sowie über die Attacken von Siedlern und Schikanen an den Checkpoints? Oder über palästinensische Gefangene, die oft Monate oder Jahre lang in Administrativhaft sitzen, ohne einen fairen Prozess zu bekommen? Oder über das nackte Elend in Gaza? Da hören der Mut und die Courage deutscher Journalisten denn doch auf.

In Bremen wird am 18. Februar in der zentralen Stadtbibliothek die Nakba-Ausstellung eröffnet. Im Vorfeld sickerte aus politisch gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen durch, dass gewisse bekannte Lobby-Gruppen, die in anderen Städten schon gegen die Ausstellung vorgegangen waren und sie teilweise auch verhindern konnten, alles versucht hätten, auch in Bremen, das stolz darauf ist, eine weltoffene und tolerante Metropole zu sein, die Ausstellung doch noch abzusetzen. Dass sie dennoch stattfindet, ist nur der standhaften Leitung der Stadtbibliothek zu danken. Deshalb haben sich die gewissen Lobbygruppen offenbar ein anderes Vorgehen einfallen lassen: Druck auf die Medien auszuüben, die Ausstellung einfach zu negieren!

Die Veranstalter der Ausstellung – Bremer Nahostgruppen, die Deutsch Palästinensische Gesellschaft, das Bremer Friedensforum und das Israelische Komitee gegen Häuserzerstörungen – hatten für den 11. Februar zu einer Pressekonferenz eingeladen, um über die Ausstellung zu informieren, und deshalb alle in der Stadt befindlichen Redaktionen angeschrieben (insgesamt 15) – darunter auch die Monopolzeitung WESER-KURIER und Radio Bremen (Rundfunk und Fernsehen). Es erschien niemand, was die gewissen Lobbygruppen sicher jubeln lässt, für altgediente Journalisten aber ein Novum ist: In einer Stadt, wo journalistisch sonst jeder Pups wahrgenommen wird, ist die Nakba-Ausstellung kein Thema? Dass das Zufall ist, ist höchst unwahrscheinlich. Es hat nichts mit Verschwörungstheorien zu tun, wenn man vermutet, dass da hinter den Kulissen kräftig Lobby-Überzeugungsarbeit geleistet worden ist. Oder fehlt den Bremer Journalisten einfach die Courage, über so ein Thema zu berichten? (Ausnahme war allerdings die TAZ, die vor einer Woche ganz im Sinne der Lobby einen sehr einseitigen Artikel unter dem Stichwort „Antisemitismus“ über die Ausstellung brachte.) 

So sei an dieser Stelle gesagt, was die Bremer Medien nicht hören wollen: Wir möchten Ihnen heute unsere Gründe und Motive

Der Streit um die historische Wahrheit
In Bremen formiert sich der Widerstand gegen die Nakba-Ausstellung / TAZ machte den Anfang
Arn Strohmeyer - 4. 2. 2015

#########Bremen feiert sich gerade als Reaktion auf die PEGIDA-Proteste als „weltoffene, liberale und tolerante Stadt“. Aber die ersten Reaktionen auf die Ankündigung, dass am 18. Februar in der Stadtbibliothek die Nakba-Ausstellung eröffnet wird, lassen da doch berechtigte Zweifel an dieser Aussage aufkommen. Nakba ist ein arabisches Wort und bedeutet Katastrophe. Der Begriff steht heute für die Vertreibung von 800 000 Palästinensern – die Hälfte dieses Volkes! – in den Jahren 1947/48 durch jüdische Truppen. Israelische Historiker haben die Vorgänge dieser Zeit inzwischen gründlich erforscht, was nicht zuletzt deswegen möglich war, weil Israel nach fast sechzig Jahren wenigstens zum Teil die Archive mit den authentischen Dokumenten für die wissenschaftliche Arbeit freigegeben hat.

Zu nennen sind vor allem drei israelische Historiker, die Licht in die Vorgänge der Jahre 1947/48 gebracht haben: Simcha Flapan, Benny Morris und Ilan Pappe. Vor allem das inzwischen zum Standardwerk gewordene Buch von Ilan Pappe „Die ethnische Säuberung Palästinas“ gibt genau Auskunft über die Nakba – es liegt auch in Deutsch vor. Pappes Resümee: Die ethnische Säuberung wurde auf Anordnung der zionistischen Führung durchgeführt. Direkt nach dem Beschluss der UNO im November 1947, Palästina zu teilen, begannen noch während des britischen Mandats und vor der Gründung des Staates Israel die Angriffe auf die Palästinenser. Sie wurden angeführt von dem späteren Verteidigungs- und Außenminister Moshe Dayan und den späteren Ministerpräsidenten Menachem Begin und Yitzhak Rabin. Das Ergebnis des Vorgehens der zionistischen Verbände: Elf Stadtviertel und 531 palästinensische Dörfer wurden zwangsgeräumt, viele völlig zerstört. 800 000 Menschen mussten fliehen oder wurden vertrieben. Es kam zu Plünderungen und Massakern. Letzten Endes hat die Nakba die palästinensische Gesellschaft und ihre Jahrhunderte alte Kultur zerstört, Ohne die Kenntnis dieser Vorgänge kann man den Nahost-Konflikt gar nicht verstehen.

  - »Schmerzhafte Reise in die Vergangenheit«

Bremen: Aufregung um »Nakba«-Ausstellung zur Vertreibung der Palästinenser 1948 - von Sönke Hundt

Die Ausstellung mit dem Titel »Nakba – die Flucht und Vertreibung der Palästinenser 1948«, die vom 18. Februar bis zum 17. März in der Zentralbibliothek in Bremen gezeigt wird, hat in der Hansestadt zu heftigen Auseinandersetzungen – vor allem hinter den Kulissen – geführt. Am Dienstag, während der öffentlichen Sitzung der Kulturdeputation der Bremischen Bürgerschaft, erklärte Bürgermeister Jens Böhrnsen auf Anfrage des Vertreters der CDU, dass mit juristischen Mitteln die Ausstellung wohl nicht mehr verhindert werden könne. Versuche in diese Richtung hatte es mehrere gegeben, vor allem von seiten der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG) und der Jüdischen Gemeinde. Auch eine Gruppierung aus dem sogenannten antideutschen Spektrum (sie nennt sich »C3«, ihre Mitglieder bleiben anonym) meldete sich im Internet zu Wort und forderte, »den renitenten Bremer Antisemiten (…) kein öffentliches Forum zu geben«. Weiterlesen

 

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