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Die Legende vom Palästinenser, der alles wollte und nichts bekam



Palästinenser haben auch deshalb keinen Staat, weil sie sie seit Jahrzehnten stur auf derselben Maximalposition verharren. 20 Jahre nach dem Scheitern der Camp David-Verhandlungen ist der Vorwurf aktueller denn je. Aber stimmt er eigentlich?

 

Natürlich ist Israels Annexion des Jordantals zu verurteilen. Der Siedlungsbau sowieso. Aber daran, dass sie immer noch keinen Staat haben, sind die Palästinenser doch auch selbst schuld. Statt zum Wohle ihres Volkes Kompromisse einzugehen, träumt deren Führung weiter vom judenfreien Palästina. Statt die realpolitischen Gegebenheiten anzuerkennen, beharrt man in Gaza und Ramallah seit Jahrzehnten auf derselben Maximalposition – nur um am Ende gar nichts zu bekommen.

So in etwa geht eine beliebte Erzählung zum Nahostkonflikt. Zu hören ist sie auch dieser Tage wieder, da sich das Scheitern der größten israelisch-palästinensischen Verhandlungsrunde im amerikanischen Camp David zum zwanzigsten Mal jährt. Fast schon sprichwörtlich steht heute der Begriff von „großzügigem Angebot“, das Israels Mininisterpräsident Ehud Barak bei den Verhandlungen vom 11. bis 25. Juli 2000 einem starrköpfigen Jassir Arafat gemacht haben soll, für die einmalige Fähigkeit der Palästinenser, jede Chance auf Frieden und Selbstbestimmung in den Wind zu schlagen.

Einen Haken hat die Geschichte vom Palästinenser, der alles wollte und deshalb nichts bekam, allerdings: Sie stimmt nicht. Palästinensische Politiker waren immer wieder bereit, für Selbstbestimmung und Frieden weitreichende Konzessionen zu machen. Mehr noch: Dass es überhaupt einen Friedensprozess in Nahost gibt (oder gab?), ist palästinensischer Kompromissbereitschaft zu verdanken.

Warum Palästinenser den UN-Teilungsplan von 1947 nicht abgelehnt haben
- Die Erzählung von der palästinensischen Verhandlungsrenitenz beginnt meist im Jahr 1947. Am 29. November legten die Vereinten Nationen ihren Teilungsplan für Palästina vor. Aus damaliger Sicht hatten die Palästinenser allen Grund, den Plan abzulehnen.

 

Palästina in orange, Israel in grün: der UN-Teilungsplan von 1947

Zu vergrößern auf das Bild oben klicken

 

Obwohl sie die Mehrheit der Bevölkerung ausmachten, sollte ihr Staat auf 44 Prozent der Fläche begrenzt sein. Während dem israelischen Staat fast alle Regionen mit auch nur kleinem jüdischen Bevölkerungsanteil zugeschlagen wurde, sollte ein Großteil der palästinensischen Bevölkerung zukünftig in Israel leben. Über Nacht sollten sich damit Hunderttausende Bewohner des Landes unter einer politischen Führung wiederfinden, die sie nie gewollt und deren Milizen sie seit Jahren bekämpft hatten.

Doch trotz der für Palästinenser sehr ungünstigen Ausrichtung des Teilungsplans: Nicht alle arabischen Akteure der Region lehnten ihn ab. Der Premierminister Jordaniens und spätere Gouverneur über die jordanisch besetzten palästinensischen Gebiete, Hashem Pasha, stimmte dem Teilungsplan ebenso zu wie der arabische Bürgermeister Jerusalems Ragheb Bey. Von einer palästinensischen Ablehnung lässt sich schon deshalb nicht sprechen, weil es gar keine einheitliche palästinensische Führung gab, die sich zum Teilungsplan hätten verhalten können.

Juden siedelten bis 1947 nur in wenigen Regionen, sollten aber den Großteil des Landes bekommen.
Die Erzählung von den Palästinensern, die ihre Möglichkeit auf Selbstbestimmung verstreichen ließen, während die Juden ihre historische Chance nutzen, hat noch einen weiteren Haken: Auch auf jüdischer Seite gab es keine einheitliche Zustimmung zum Teilungsplan.

Vielen zionistischen Gruppen ging der Plan nicht weit genug. Menachem Begin, der damals mit der Irgun-Miliz die wichtigste bewaffnete Organisation des Zionisten befehligte und später zum Premierminister gewählt wurde, lehnte den Plan ebenso ab wie David Ben-Gurion. Am 7. Juli 1947 erklärte der spätere Staatsgründer Israels in einer Rede vor der UN-Generalversammlung:


Palästina ist in drei Teile geteilt und nur in einem kleinen Teil ist es Juden erlaubt zu leben. Wir sind dagegen.

Israel (hellblau) nach seinem Unabhängigkeitskrieg von 1949
Auch die Realität jenes israelischen Staates, den Ben-Gurion am 14. Mai 1948 ausrief, hatte nichts mit den Bestimmungen des UN-Teilungsplans zu tun. Weder der geplante Grenzverlauf noch die Vorgabe, Jerusalem unter internationale Kontrolle zu stellen, wurden jemals verwirklicht. Auch an die Vorgabe, allen gesellschaftlichen Gruppen gleiche bürgerliche Rechte zu gewähren, hielt sich die neue israelische Regierung nicht.

Stattdessen stand jener Teil der arabischen Bevölkerung Israels, mehr  >>>

 

 

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