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Israelis, die sich als Araber verkleiden
IDF - Besatzer - Soldaten Terroristen
Ariel Sharon
Breaking the Silence - Israelische Soldaten

 


Breaking the Silence
Israelische Soldaten berichten von ihrem Einsatz in den besetzten Gebieten
 

 

16.10.2012

„Aus Sicht der Armee gibt es kein ethisches Problem“ -  Was israelische Soldaten der Menschenrechtsorganisation „Breaking the Silence“ über ihren Einsatz in den besetzten Gebieten berichten / Neuerscheinung bei Econ -  Arn Strohmeyer - Wer den berühmten Satz von Kurt Tucholsky „Soldaten sind Mörder“ für eine heillose Übertreibung von Pazifisten hält, sollte das Buch der israelischen Menschenrechtsorganisation „Breaking the Silence“ lesen, das gerade im Econ-Verlag unter demselben Titel erschienen ist. Diese Organisation hat der orthodoxe Jude Jehuda Shaul gegründet, weil sich bei ihm nach seiner eigenen Militärzeit in den besetzten Gebieten (vor allem in Hebron) das Gewissen zu Wort meldete. Zum Verfasser dieser Zeilen sagte er in einem Interview 2010 in Bremen: „Für das, was ich dort getan habe, müsste ich eigentlich für den Rest meines Lebens ins Gefängnis.“ Shaul beschloss, das brutale Vorgehen der israelischen Armee (Zahal) im Westjordanland und im Gazastreifen öffentlich zu machen. Er fand genug ehemalige Soldaten, die bereit waren, über ihre (Un)Taten und Erlebnisse zu berichten. In Ausstellungen (wie jetzt in Berlin), mit Broschüren, Büchern und Videos publiziert die Organisation seitdem ihre Recherchen - sehr zum Unmut des israelischen Establishments, wie man sich denken kann. Man versucht inzwischen mit allen Mitteln, „Breaking the Silence“ mundtot zu machen.     Das jetzt erschienene Buch mit Berichten von Soldaten gehört zu den Büchern, die man eigentlich nach wenigen Seiten der Lektüre aus der Hand legen möchte, so heftig stoßen einem Widerwillen und Ekel auf. Man hält es einfach nicht für möglich, was die „moralischste Armee“ der Welt (so israelische Politiker) da so alles anstellt und für ganz „normalen Standard“ hält. Möglich ist das Vorgehen der Zahal nur, aus drei Gründen: 1. sind nach israelischer Mehrheitsauffassung Palästinenser keine Menschen oder wenn doch, dann zumindest Angehörige einer niederen Menschenart - Kolonialherren haben die von ihnen Eroberten und Unterdrückten seit jeher so behandelt; 2. stehen alle Palästinenser unter dem Verdacht, eine Bedrohung für Israels Sicherheit zu sein, weshalb sie alle als Terroristen anzusehen sind. Daraus folgt 3., dass den Staatsorganen - also Armee, Polizei und Geheimdiensten - alles erlaubt ist, gegen die „Terroristen“ vorzugehen.   Rücksichten auf Recht und Gesetze (etwa das humanitäre Völkerrecht, Haager Konvention und UN-Menschenrechtscharta) brauchen nicht genommen zu werden. Die politisch und militärisch Verantwortlichen >>>

 


Das Schweigen brechen – Soldaten sprechen über Gaza - Tsafrir Cohen - Israelische Soldaten bestätigen Menschenrechtsverletzungen in Gaza / Bericht mit 54 Zeugenaussagen veröffentlicht - Die Mehrheit der Israelis möchte nicht genau wissen, wie sich das Leben in den besetzten Gebieten anfühlt, wie sich die zweijährige Blockade von Gaza oder die militärischen Angriffe auf die in Gaza eingesperrte Zivilbevölkerung auswirken. Sie möchten auch nicht genau hinschauen, was die israelische Armee dort genau gemacht hat. Letzteres möchte „Breaking the Silence“ angehen. Ihr Name ist Programm: „Breaking the Silence“ ist eine Organisation israelischer Reservisten, die als Soldaten die Realitäten der Besatzung erlebt haben und das Schweigen darüber in der israelischen Gesellschaft brechen möchten. Und: „Breaking the Silence“ wird in Israel gehört. Ihre Stimme kann nicht abgetan werden als die Stimme einiger weniger „schöngeistiger Araberfreunde“ aus der Tel Aviver Blase. Denn ihre Mitglieder sind ehemalige Kämpfer. Diese genießen in der israelischen Öffentlichkeit hohe Glaubwürdigkeit und Sympathien. Sie stammen aus der Mitte der Gesellschaft, teilweise sogar aus rechtsgerichteten oder Siedler-Haushalten. >>>

 

 

24.9.2012

Kinder missbrauchen ist ein fester Bestandteil der israelischen Ideologie, sagt der Menschenrechtsverteidiger. -  Adri Nieuwhof - Rifat Kassis (RK),  ist  Direktor von  Defense  for Children International-Palestina-Sektion (DCI). 2010 interviewte ich Kassis über  die Arbeit seiner Organisation und die spezielle Situation der palästinensischen Kinder, die unter Besatzung aufwachsen.

Ich interviewte ihn diese Woche noch einmal über die Bekenntnisse israelischer Soldaten über die Misshandlung palästinensischer Kinder, wie dies in einem neuen Buch  der israelischen Organisation ehemaliger Soldaten „Breaking the Silence“ (Das Schweigen brechen) steht. Die beunruhigenden Verletzungen  der Kinderrechte durch die Soldaten fanden zwischen 2005 und 2011 statt.


Adri Nieuwhof (AN). Haben Sie den Bericht Breaking the Silence  (BtS)gelesen, also die Zeugnisse über die Misshandlung von palästinensischen Kindern durch israelische Soldaten? Was war Ihr erster Eindruck, als sie ihn lasen?


RK: als eine Organisation, die vor Ort arbeitet und als einer, der israelische Verletzungen der palästinensischen Kinderrechte beobachtet und dokumentiert, waren die Enthüllungen  des Berichtes von Breaking the Silence  nichts Neues.


Aber mein erster Eindruck war – da ich während meiner Arbeit  mit DCI-Palestine oft darüber nachdenke – dass diese Praktiken nicht nur die palästinensischen Kinder betreffen.
Vielmehr wirken sie sich nicht nur auf die israelischen Soldaten selbst aus, sondern auch auf die israelische Gesellschaft im Ganzen; am Ende des Tages kehren diese Soldaten nach Hause zurück und befassen sich mit ihren eigenen Kindern oder Kleinkindern als veränderte Männer und Frauen.
Sie werden unweigerlich von ihrer Rolle in der Besatzung beeinflusst und  sie mögen die Folgen auf ganz verschiedene Weisen an den Tag legen: sie werden z.B. mit ihren Kindern gewalttätiger umgehen oder  >>>

 

 

23.9.2012 

Breaking the Silence
Israelische Soldaten berichten von ihrem Einsatz in den besetzten Gebieten
Breaking the Silence (Autor), Barbara Kunz (Übersetzer) . Preis: EUR 19,99

Kurzbeschreibung - »Wenn du als Soldat einen Schritt in die besetzten Gebiete machst, dann ist das, als ob du deine Moral in den Reißwolf wirfst – nach einer Minute ist nichts mehr davon übrig.« Jehuda Schaul – Ex-Soldat der israelischen Armee und Gründer von Breaking the Silence. In diesem Buch berichten Veteranen der israelischen Armee von Schikanen und Übergriffen gegenüber der palästinensischen Bevölkerung, die sie gesehen oder selbst begangen haben. Gesammelt wurden diese Zeugnisse von der israelischen NGO Breaking the Silence. Ein schockierendes Dokument über das Vorgehen der israelischen Armee, die Realität in den besetzten Gebieten – und Zündstoff für einen Konflikt, der die Weltöffentlichkeit noch lange beschäftigen wird. >>>

Über den Autor - Breaking the Silence ist eine NGO, die 2004 von Veteranen der israelischen Armee gegründet wurde, um die Besatzungspolitik zwischen 2000 und 2010 zu dokumentieren. Im Laufe der Jahre wurden dafür über 800 Veteranen der Armee interviewt. Für das Buch hat Breaking the Silence 146 Augenzeugenberichte ausgewählt.

 

Israelische Soldaten berichten von ihrem Einsatz in den besetzten Gebieten - Breaking the Silence: Videos - 22 Berichte mit deutschen Untertiteln - In ihren Video-Aussagen berichten die israelischen ReservistInnen von Breaking the Silence öffentlich über die stillschweigende Zusammenarbeit mit extremistischen Siedlern und über die alltäglichen Schikanen, die sie den Menschen in den besetzten Gebieten zugefügt haben. Alle 22 Video-Zeugnisse mit deutschen Untertiteln finden Sie auf: www.videos.medico.de

 

Breaking the Silence. Zeugnisse einer Besatzung. Mikhael berichtet.

Breaking the Silence. Zeugnisse einer Besatzung. Ilan berichtet.

Breaking the Silence. Zeugnisse einer Besatzung. Yaniv berichtet.

Breaking the Silence. Zeugnisse einer Besatzung. "O" berichtet.

Breaking the Silence. Zeugnisse einer Besatzung. Dotan berichtet.

Israelische Soldaten berichten von ihrem Einsatz in den besetzten Gebieten: Aussage Idan

Israelische Soldaten berichten von ihrem Einsatz in den besetzten Gebieten: Aussage Omer

Israelische Soldaten berichten von ihrem Einsatz in den besetzten Gebieten: Aussage Nimrod

Israelische Soldaten berichten von ihrem Einsatz in den besetzten Gebieten: AussageYitzchak

Israelische Soldaten berichten von ihrem Einsatz in den besetzten Gebieten: Aussage Inbar

Breaking the Silence: Aussage Zohar

Breaking the Silence: Aussage Simcha

Breaking the Silence: Aussage Dana

Breaking the Silence: Aussage Ayal

Breaking the Silence: Aussage Amit

Das Schweigen brechen: Aussage Arnon

Das Schweigen brechen: Aussage Avichai

Das Schweigen brechen: Aussage Avner

Das Schweigen brechen: Aussage Itamar

Das Schweigen brechen: Aussage Elyakim

Das Schweigen brechen: Aussage Yanay

Das Schweigen brechen: Aussage Oded

 

Fotoausstellung "Breaking the Silence": Israel frisst seine Kinder -  Israels Premier Netanjahu erklärt regierungskritischen Bürgern den Krieg. Nicht alle geben Ruhe. Ex-Soldaten stellen Fotos ihrer Einsätze in den besetzten Gebieten aus. Es ist ein stiller Protest. Von Sophie Albers - Israel steckt in einer schweren innenpolitischen Krise. So tief, dass die Demokratie Schaden nimmt. So tief, dass eine ganze junge, politisch engagierte Generation im Aufbruch scheint, die hart erkämpfte Heimat zu verlassen. Weil sie sich nicht mehr wiedererkennen im Weltbild der Regierung um Benjamin Netanjahu. Weil neue Gesetze die Freiheit anfressen. Weil es an Putins Russland erinnert, wenn Medien und Schulbücher zensiert, die Arbeit von NGOs boykottiert und kritische Stimmen im eigenen Land als "anti-israelisch" und "terroristisch" abgestempelt werden. Wenn Überwachungsausrüstung, die normalerweise an Israels Grenzen eingesetzt wird, plötzlich im Herzen Tel Avivs die Teilnehmer von Sozialprotesten observiert. >>>

 

Ausstellung "Breaking the Silence": Erinnerungsfotos einer Besatzungsmacht Israelische Ex-Soldaten stellen Bilder aus, die sie beim Einsatz in den besetzten Gebieten gemacht haben. Sie wollen zeigen, wie sie ihre Menschlichkeit verlieren.  >>>

 

Soldaten in Israel Tapferkeit vor dem Freund - Für Israel, gegen die Besatzung: Junge Israelis brechen das Schweigen über ihren Militärdienst. - Wenn Jehuda Schaul die jungen Soldaten der israelischen Armee in Hebron sieht, kommen die Erinnerungen wieder zurück. Jehuda, ein bärenhafter 29-Jähriger mit Vollbart, war auch einmal hier eingesetzt. Er hat in dieser Stadt Dinge erlebt, die er bis heute nicht loswird: »Ich glaubte zu wissen, wer ich bin, was gut und was böse ist und wofür ich stehe. Nach 14 Monaten Hebron war nichts davon übrig. Als hätte man alles, was ich war, durch einen Schredder geschoben.« >>>
 

Fotoausstellung "Breaking the Silence": Israel frisst seine Kinder - Israels Premier Netanjahu erklärt regierungskritischen Bürgern den Krieg. Nicht alle geben Ruhe. Ex-Soldaten stellen Fotos ihrer Einsätze in den besetzten Gebieten aus. Es ist ein stiller Protest. Von Sophie Albers >>>

 

Israel „Breaking the Silence“Ex-Soldaten wollen nicht mehr schweigen - Yehuda Shaul war Soldat, als er wie ein Zivilist zu denken begann. Er gründete in Israel die Organisation „Breaking the Silence“, um über die Realität und die Übergriffe in den besetzten Gebieten zu berichten. Ein Spaziergang durch Hebron, wo er einst stationiert war. >>>

 

"Wir haben 'nur' vier Kinder getötet" - Breaking the Silence (Hrsg.): "Breaking the Silence. Israelische Soldaten berichten von ihrem Einsatz in den besetzten Gebieten". Econ - Helge Buttkereit - Schockierende Einsichten in den Alltag der israelischen Armee in den besetzten Palästinensergebieten bietet das nun in Deutsch erschienene Buch "Breaking the Silcene". In ihm lässt die gleichnamige Menschenrechtsgruppe ehemalige Soldaten zu Wort kommen. Knapp 150 Berichte zeigen grausame Details auf. >>>

 

Israelische Soldaten in besetzten Gebieten "Wie im Wilden Westen" - Christoph Sydow - Breaking the Silence - Sie verhängen Ausgangssperren, riegeln Dörfer ab, nehmen Zivilisten fest. Israelische Soldaten berichten in einem Buch der Menschenrechtsorganisation Breaking the Silence vom Einsatz in den besetzten Gebieten. Der Vorwurf der Aktivisten: Armee und jüdische Siedler haben ein Willkürregime errichtet. >>>

 

Das Schweigen brechen - Neues Buch von »Breaking the Silence«: Israelische Soldaten und Reservisten schildern die Besatzungsrealität in den palästinensischen Gebieten - Tsafrir Cohen - Seit über 45 Jahren gehören israelische Soldatinnen und Soldaten zum Stadtbild von Hebron und anderen palästinensischen Städten. Sie patrouillieren nachts durch die Gassen, setzen Ausgangssperren durch, dringen in private Häuser ein. Sie sehen viel, doch zurück zu Hause sprechen die jungen Menschen wenig über ihre Erfahrungen. Denn die Mehrheit der israelischen Bevölkerung möchte nicht so genau wissen, wie der Alltag einer lang anhaltenden Besatzung der palästinensischen Gebiete aussieht, wie sich militärische Angriffe und Straßensperren auf die Zivilbevölkerung auswirken. >>>

 

Militärischer Angriff auf „Breaking the Silence“ ist grundlos, angesichts seiner Weigerung, die Vorfälle in Operation Cast Lead nachzuprüfen. - B’tselem, ( Israelische Menschenrechtsorganisation) Pressemitteilung, 15.7.09 - Angesichts des israelischen militärischen Angriffs auf die Glaubwürdigkeit der Soldatenzeugnisse, die von „Breaking the Silence“ ( „Das Schweigen brechen“) veröffentlicht wurden, hat B’tselem sehr schnell dem Verteidigungsminister Kopien von Briefen gesandt, die vor kurzem an den Generalanwalt gesandt worden sind. In ihnen berichtet die Organisation von schweren Verdächtigungen, dass Soldaten palästinensische Zivilisten als menschliche Schutzschilde während der Operation Cast Lead (im Gazastreifen) benutzt haben. Die Briefe gründeten sich auf Zeugnisse, die B’tselem von palästinensischen Bewohnern des Gazastreifen vor zwei/ drei Wochen zugesandt wurden. Nach B’tselems Wissen hat die Armee noch keine Untersuchungen gestartet, um diesen Verdächtigungen nachzugehen.

Die Beschreibungen der Vorfälle in den B’tselem gegebenen Zeugenaussagen sind den der Soldaten „Breaking the Silence“ gegebenen sehr ähnlich. Das Militär weigerte sich, ernst zu nehmende, unparteiische Ermittlungen dieser Vorfälle vorzunehmen. Stattdessen will es sich allein auf interne Einsatzbesprechungen innerhalb der betroffenen Einheiten verlassen, um die Wahrheit zu bestimmen. B’tselem sagt, dass angesichts dieser Politik der Angriff auf „Breaking the Silence“ und Medien-Darstellungen durch Militärbeauftragte, die verleugnen, dass menschliche Schutzschilde bei der Operation angewandt wurden, unaufrichtig und nicht annehmbar sind. In seiner Antwort kritisierte der IDF-Sprecher die Anonymität der Soldaten, deren Zeugnisse von „Breaking the Silence“ veröffentlich wurden, doch als B’tselem der Armee die detaillierten Briefe einschließlich der Namen der palästinensischen Opfer, der genauen Daten und genauen Ortsangaben der Vorfälle sandte, wurden keine Ermittlungen vorgenommen.

Seit dem Ende der Operation Cast Lead im Gazastreifen hat B’tselem den Behörden, die dem Gesetz Geltung verschaffen sollen, 19 einzelne Aufforderungen zugesandt, Ermittlungen über Vorfälle einzuleiten, deren Umstände den Verdacht aufkommen lassen, dass das Militär während der Operation ungesetzlich handelte. Diese Aufforderungen gründen sich auf Untersuchungen vor Ort und Zeugenaussagen, die B’tselem von palästinensischen Bewohnern des Gazastreifens gegeben wurde. Insgesamt beziehen sich die von B’tselem gesandten Briefe auf Vorfälle, in denen 70 palästinensische Zivilisten getötet wurden, mehr als die Hälfte von ihnen Minderjährige. Unter den Briefen waren zwei, die ausführlich schweren Verdacht beschrieben, dass das Militär palästinensische Zivilisten als menschliche Schutzschilde in Ezbet Abd Rabo im nördlichen Gazastreifen benutzten und so das internationale humanitäre Gesetz und eine explizite Regel des israelischen Gerichtshofes verletzte. Bis jetzt erhielt B’tselem als Antwort nur die Bestätigung, dass man einige der Briefe erhalten habe.  (dt. Ellen Rohlfs)

 

 


„Israel hat die rote Grenze überschritten“ - Ein Gespräch mit Yehuda Shaul von „Breaking the silence“ über den Gaza-Krieg
- Arn Strohmeyer - Yehuda Shaul, ein orthodoxer Jude, ist der Mitbegründer der Organisation „Breaking the silence“, die von ehemaligen Soldaten und Soldatinnen der israelischen Armee ins Leben gerufen wurde, um die Verletzungen von Menschenrechten in den besetzten Gebieten öffentlich zu machen. Sie spricht aber auch die Folgen und Traumatisierungen der Besatzung bei den israelischen Armeeangehörigen an. Die Organisation sammelt Zeugnisse, die sie in Dokumentationen, Ausstellungen und Filmen präsentiert. Yehuda Shaul ist ihr derzeitiger Generalsekretär.
Yehuda Shaul war selbst Soldat in der israelischen Armee und musste – wie er erzählt – schreckliche Dinge in den besetzten Gebieten tun. Er habe sich damals nichts dabei gedacht und nicht zuletzt durch die Kameraden gedeckt gefühlt. Irgendwann kurz vor seiner Militärzeit habe er so etwas wie ein inneres Bekehrungs- oder Erleuchtungserlebnis gehabt. Er habe sein Tun aus der Distanz angesehen, sei völlig schockiert über sich selbst gewesen, habe große Scham empfunden und sich gesagt: So kannst Du nicht weiter leben. Das sei der Wendepunkt gewesen. Von nun an habe er sich der Aufgabe gewidmet, das Schweigen um die israelische Besatzung zu brechen und die israelische Gesellschaft durch die Veröffentlichung von Fakten aufzurütteln.
Wie hat er den Gaza-Krieg an der Jahreswende 2008/09 erlebt? „Da gab es“, sagt er, „zunächst gar keine großen Pläne unsererseits. Wir – Mitglieder von ‚Breaking the silence’ – haben uns die Operation ‚Cast Lead’ (Geschmolzenes Blei) zunächst im Fernsehen angeschaut. Als erfahrene Kampfsoldaten haben wir sofort gespürt: Das ist keine normale Militäroperation, da ist etwas ganz Anderes im Gange.“ Nach dem Krieg hätten er und seine Freunde sofort versucht, mit Soldaten Kontakt aufzunehmen, die dabei gewesen waren. 26 Soldaten hätten sich gemeldet, von denen die meisten für den Einsatz gewesen seien. Nur hätten ihn abgelehnt. >>>

 


Das Schweigen gebrochen? - Eine Diskussion beginnt, und führende israelische Intellektuelle verlangen eine unabhängige Untersuchungskommission zu Gaza - Er wollte über seine Erlebnisse als Unteroffizier im besetzten Hebron sprechen und gründete mit anderen Armeereservisten "Breaking the Silence": Yehuda Shaul.

Michael ist sichtlich nervös. Er ist etwa 30, kurzer Bart, runde Brille, große Kippa, Turnschuhe, offenes Hemd. Kaum der typische Friedensaktivist. Tatsächlich ist er ehemaliger Offizier bei Golani, der berühmten Kampfkompanie. Was in Israel als „Salz der Erde“ gilt. Immer wieder hält er inne, nach Worten suchend, spricht dann immer schneller, verliert sich etwas, rafft sich wieder zusammen.

Im Auditorium eines Tel Aviver Museums lauschen ihm 250 Menschen. Sie sind dem Aufruf des medico-Partners „Breaking the Silence“ nachgekommen, das Schweigen über Gaza zu brechen. Silberhaarige Männer mit Kuba-T-Shirts, einige betagte Damen, die sich „raging grannies“ nennen und als zornige Omis bei jeder Demonstration gegen die Besatzung mit dabei sind. Es sind aber für eine solche Veranstaltung ungewöhnlich viele junge Menschen, die nicht wie die „Anarchisten gegen die Mauer“ aussehen. Normale junge Tel Aviver, modisch gekleidet, die selten auf politische Veranstaltungen gehen.

Sie sind gekommen, obwohl die israelische Armee alles daran gesetzt hatte, das Schweigen über die eigene Vorgehensweise in Gaza nicht brechen zu lassen. Eine von Haaretz, Israels einziger Qualitätszeitung im Nachhinein als „brutal“ beschriebene Kampagne begann: Die Armee stellte Ultimaten an die Presse und drohte, es würde Konsequenzen geben, falls Breaking the Silence zu Wort kämen, diffamierende Falschinformationen wurden verbreitet. Mit Erfolg. Schon verabredete Interviews und Studioauftritte wurden hintereinander abgesagt, selbst bei Haaretz verschwand die Berichterstattung über die Dokumentation in die Tiefen der Innenseiten. Viel eher berichteten die Medien über die Dementis der Armee und über Verteidigungsminister Ehud Barak von der Arbeitspartei (!), der sich sofort zu Wort meldete und erneut beteuerte, Israels Armee sei die moralischste der Welt. >>>

 

Israel zielt auf Menschenrechtsgruppen - Jonathan Cook, Nazareth, The National, 3. 8.09 - Um den Fluss schädlicher Beweise für Kriegsverbrechen aufzuhalten, die während Israels Winterangriff im Gazastreifen begangen wurden, hat die israelische Regierung eine Kampagne begonnen, um Menschenrechtsgruppen an die Kandare zu nehmen - in Israel genau so wie im Ausland.
Es hat damit begonnen, eine der führendsten Menschenrechtsorganisationen zur Zielscheibe zu machen, die in den USA ihren Sitz hat, Human Right Watch (HRW), aber auch lokale Gruppen von regimekritischen Armeeveteranen. „Breaking the Silence, die letzten Monat die Zeugenaussagen von 26 Kampfsoldaten veröffentlichte, die im Gazakrieg dabei waren.
Nach israelischen Medien plant die Regierung zusätzlich eine aggressivere Haltung gegenüber Menschenrechtsgruppen einzunehmen, die Palästinensern helfen.
Funktionäre haben die Geldquellen hinterfragt, die die Organisationen erhalten und drohen mit einem Gesetz, um die Unterstützung ausländischer Regierungen, besonders von europäischen zu unterbinden.
Breaking the Silence und andere israelische Aktivisten reagierten mit Anklagen gegen die Regierung, sie würde sie mit einer Hexenjagd einschüchtern und die Hilfsgelder verweigern, die sie dringend für ihre Untersuchungen benötigen.
„Dies ist ein sehr gefährlicher Schritt,“ sagte Mikhael Mannekin, einer der Direktoren von Breaking the Silence, „Israel bewegt sich in eine sehr undemokratische Richtung.“
Wie berichtet wird, scheint die Kampagne vom extrem-rechten Außenminister Lieberman auszugehen, der im Augenblick wegen Korruption angeklagt wird und der den Rückhalt von Ministerpräsident Netanyahu hat. >>>

 

 

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