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Reaktionen auf: Thorsten Schmitz‘ „Hauptsache, dagegen"

 

BDS in der Kulturszene - Hauptsache, dagegen - 28. Januar 2019 - Thorsten Schmitz - Das anti-israelische Netzwerk BDS nimmt in der deutschen Kulturszene zunehmend Platz ein. BDS steht für Boykott, Abzug von Investitionen und Sanktionen. Statt auf politische Lösungen setzt das Netzwerk auf medienwirksame Coups. Die Kernfrage lautet: Ist BDS wirklich nur israelischkritisch, wie Aktivisten selbst beteuern, oder antisemitisch? - (...)  Der Konflikt zwischen Israel und BDS kennt keine neutralen Positionen

BDS will stören, spalten, Wut säen.
Er profitiert davon, dass sich alle Hoffnung auf eine Zweistaatenlösung nach Jahrzehnten erfolgloser Gipfeldiplomatie als Illusion erwiesen hat. Mit ihren drei zentralen Forderungen zielt die Bewegung auf all jene, die die rechtsnationale Politik der israelischen Regierung ablehnen. Die BDS-Initiative ist auch ein Ventil für diese Wut. Nur eben keine konstruktive. Ihre Anhänger sind gegen die Besatzung, wer wäre das nicht? Aber statt politischer Lösungen bieten sie medienwirksame Coups, etwa dass Airbnb keine Zimmer mehr im Westjordanland anbietet und die Hollywood-Schauspielerin Scarlett Johannson sich rechtfertigen musste, dass sie für den israelischen Sprudelhersteller Sodastream Werbung machte. Sodastream betrieb eine Produktionsstätte im Westjordanland, die es nach den BDS-Protesten schließen musste. 500 Palästinenser verloren ihre Jobs.   >>>

 

 


Von: "Wolfgang Behr" <behrcarto@web.de> - An: "Jürgen Jung" <juejung@online.de>
Betreff: Briefwechsel mit Kornelius wegen BDS-Artikel
 
Lieber Herr Jung. Ich habe Ihren Briefwechsel mit dem Leiter des Ressorts Aussenpolitik der Südd.Ztg. Stefan Kornelius zur Kenntnis genommen. Sie sind entsetzt darüber, wie er den Artikel über BDS von Thorsten Schmitz verteidigt - ich auch, aber nicht überrascht.
 
Ich habe über Kornelius sondiert. Seit Jahren ist er involviert in folgende Organisationen:
– American Institute for Contemporary German Studies
– Bundesakademie für Sicherheitspolitik
– Deutsche Atlantische Gesellschaft
– Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik
– “Internationale Politik"
– Körber-Stiftung
– Münchner Sicherheitskonferenz
 
Kornelius gehört also gemäss den wissenschaftlich und journalistisch gefestigten Massstäben, die von Dr.Uwe Krüger (Universität Leipzig) und Dr.Udo Ulfkotte (Buch "gekaufte Journalisten") erarbeitet wurden, zu den Alpha-Journalisten. In der SZ vertritt er die USamerikanische Geopolitik. Da die bedingungslose Unterstützung Israels Teil dieser Politik ist, ist es auch nachvollziehbar, dass Kornelius in seinem Ressort Journalisten und Journalistinnen begünstigt und auch verteidigt, die der Israellobby zugerechnet werden können. Thorsten Schmitz ist ja nicht der oder die einzige.
 
Im Anhang finden Sie als pdf einen Artikel über Elitejournalismus und Dr.Uwe Krüger - Mit solidarischen Grüssen - W.Behr
 

 

 

 

Süddeutsche Zeitung um Schadensbegrenzung nach Manipulation bemüht - 8. Februar 2019  - Gastbeitrag - von Ludwig Watzal - Der manipulative Artikel „Hauptsache dagegen“ von Thorsten Schmitz hat der Redaktion der Süddeutschen Zeitung (SZ) eine Flut von Leserbriefen eingetragen, in denen Schmitz‘ unseriöse Arbeitsweise heftig kritisiert worden ist. Bei der „SZ“ verwundert dies nicht, bedient sie doch immer wieder durch extrem einseitige Artikel den jüdisch-zionistischen Narrative über den Nahostkonflikt.

Erinnert sei an den Bericht über den Gerichtsstreit zwischen Abraham Melzer und Charlotte Knobloch, über den der SZ-Journalist Stephan Handel eine Karikatur veröffentlicht hat. Dieser manipulative Bericht wurde zu Recht kritisiert und als Fake News entlarvt.

Wie tendenziös und wahrheitswidrig Schmitz arbeitet, macht jetzt das veröffentlichte Interview mit der Menschrechtsaktivistin Sophia Deeg aus Berlin deutlich, das Schmitz mit ihr geführt hat und von dem nichts im Artikel wiederzufinden ist. Durch dieses Interview wird deutlich, wie sinnentstellend die SZ-Journallie arbeitet. Diese verzerrende Berichterstattung findet sich nicht nur im Beitrag von Schmitz, sondern auch in dem von Handel. Das, was Sophia Deeg tatsächlich Schmitz erzählt hat, kann hier nachgelesen werden.

Wie es scheint, wird die SZ nicht ohne Grund „Prantl-Prawda“ genannt. Diese Zeitung ist nicht das Papier wert, auf dem sie gedruckt wird. Auch von der E-Paper-Ausgabe sollte man die Finger lassen. >>>

 

 


 

Leserbriefe in der Süddeutschen Zeitung - 6. Februar 2019

BDS-Kampagne - Die Besatzung beenden - Der Artikel "Hauptsache dagegen" über die gegen Israels Besatzung der Palästinensergebiete gerichtete Kampagne BDS hat bei Lesern zu Verärgerung geführt. Sie werfen dem Autor, Thorsten Schmitz, tendenziöse Berichterstattung vor.

"Wie konnten Aktivisten des Netzwerks BDS in der deutschen Kulturszene so viel Platz einnehmen?", fragt Thorsten Schmitz sich und seine Leser über eine ganze Seite der SZ. Er zitiert einige Stimmen, bedenkenswerte wie (vorzugsweise) ihm bedenklich erscheinende, aber zu einer Antwort auf diese Frage kommt sein langer Artikel eher nicht. Dabei liegt diese Antwort auf der Hand: die Sympathien für die Boykottbewegung erklären sich aus der hilflosen Empörung über die brutale israelische Kolonialpolitik im besetzten und zunehmend annektierten Westjordanland.

Dass diese Politik das Völkerrecht bricht, einschlägige UN-Resolutionen ebenso wie die Rechte der Palästinenser in den besetzten Gebieten missachtet, tut ihr seit Jahrzehnten keinen Abbruch: Kanzlerin Angela Merkel schaut lächelnd zu und US-Präsident Donald Trump klatscht Beifall. Was im Fall der Krim zu harschen Sanktionen und Protesten führte (die völkerrechtswidrige Annexion eines Territoriums), hat im Fall des Westjordanlands allenfalls milde Ermahnungen zur Folge, Israel möge es nicht zu wild treiben. Nicht einmal der Mauerbau, der die illegale jüdische Besiedlung des Westjordanlands absichert und die Lebensbedingungen der palästinensischen Bevölkerung unerträglich einschränkt (der erste seit dem Fall der Berliner Mauer!), hat irgendwelche Reaktionen der deutschen oder internationalen Politik ausgelöst - trotz seiner Verurteilung durch den Internationalen Gerichtshof.

Diese Verlogenheit der politischen Reaktionen und die offenbare Lizenz für den Staat Israel, Völker- und Menschenrechtsverletzungen nach Belieben zu begehen, ist es, die das große Echo für BDS (Boycott, Divestment and Sanctions) befördert. Da mögen einzelne Reaktionen oder Stellungnahmen überzogen oder auch fragwürdig erscheinen. Das ändert nichts daran, dass der Boykottaufruf, der sich wohlgemerkt ja nicht gegen Israel, sondern gegen dessen Kolonien im Westjordanland richtet, als eine der wenigen Möglichkeiten erscheint, dagegen einen Protest zu artikulieren.   Dr. Hartmut Stenzel, Gießen   Weitere Leserbriefe >>>

 

 

 

 

Das verheimlichte Interview über den Nahostkonflikt – im Gespräch mit Sophia Deeg - 1. Februar 2019 - Wir sind selber überrascht, wie schlecht, tendenziös und unwahr ein Journalist der Süddeutschen Zeitung über den Kampf für palästinensische Menschenrechte schreiben kann. Sophia Deeg, eine Aktivistin und Autorin aus Berlin, die für die Reportage von Thorsten Schmitz über die BDS-Bewegung interviewt wurde, stellt das ohnehin lesenswerte Original-Interview zur Verfügung und gibt damit erhellende Einblicke über seine entstellende Arbeitsweise, die im ersten Kommentar nachzulesen ist:

Vollständiges Interview mit Sophia Deeg:

Weshalb geben Sie und BDS Berlin derzeit keine persönlichen Interviews?

Wir sind der Auffassung, Leserinnen und Leser haben ein Recht auf ordentliche Informationen, und in schriftlicher Form ist das besser zu gewährleisten als mündlich. Zudem waren die Live-Interviews, die wir gegeben haben, sehr zeitaufwendig und das Ergebnis meist kümmerlich bis kontraproduktiv. Obwohl uns Zitate zum Absegnen zugeschickt wurden, haben es manche Journalistinnen und Journalisten fertiggebracht, sie in einen sinnentstellenden Kontext zu stellen.

Bitte schildern Sie mir, wie Sie auf BDS aufmerksam geworden sind und weshalb Sie sich entschlossen haben, sich aktiv für BDS einzusetzen.

Ich war von Beginn an in der Sozialforumsbewegung engagiert und habe Anfang der 2000er an drei europäischen Sozialforen teilgenommen. Dort war das Thema Palästina ein wichtiger Schwerpunkt, wie ja auch schon 2001 beim Weltsozialforum in Porto Alegre. Palästinensische, israelische und internationale Aktivistinnen und Aktivisten überlegten, was zivilgesellschaftlich möglich und erfolgversprechend sein könnte, damit die Palästinenserinnen und Palästinenser zu ihren Rechten kämen. Ehemalige Weggefährtinnen und Weggefährten von Nelson Mandela schlugen damals eine Kampagne ähnlich der gegen die südafrikanische Apartheid vor, auch wenn es um eine andere Situation geht. Die Idee überzeugte einen Großteil der palästinensischen zivilgesellschaftlichen Organisationen, und sie riefen 2005 die BDS-Kampagne ins Leben. Diese sieht vor, dass Menschen auf der ganzen Welt in ihrem jeweiligen Kontext die Punkte thematisieren, an denen sie mit den Verletzungen palästinensischer Rechte etwas zu tun haben: etwa durch den Konsum bestimmter Produkte, aber auch durch die Beteiligung ihrer Bank an Projekten in den völkerrechtswidrigen Siedlungen oder einer Firma wie HP an der Kontroll- und Überwachungstechnologie der israelischen Checkpoints. Dieser rationale und transparente Approach, der gerade nicht auf Israel-Bashing hinausläuft – wie andere von BDS anvisierte Firmen ist HP bekanntlich nicht israelisch – hat mich überzeugt.

Welche Erfolge sehen Sie, die Sie auf BDS-Aktionen zurückführen?  >>>

 

 


 

Bildergebnis für bds latuffDazu von Ekkehart Drost - Sehr geehrte Chefredaktion, sehr geehrte Frau Zekri, lieber Herr Prantl, der oben genannte Artikel von Thorsten Schmitz hat mich heute zu einem Leserbrief an die SZ veranlasst. Ich habe den Brief zu Ihrer Kenntnisnahme als Worddokument angehängt.

In seinem Artikel schreibt Ihr Journalist "Erstaunlicherweise ist es gar nicht so einfach, mit BDS-Aktivisten in Deutschland darüber zu sprechen. Entweder weigern sie sich, interviewt zu werden, weil sie für eine staatliche Institution arbeiten und ihren Job nicht verlieren wollen. Oder sie stehen nur für Hintergrundgespräche zur Verfügung...(...)"

Thorsten Schmitz zitiert dann Sophia Deeg, nach deren Erfahrungen Interviews oft verfälscht oder gar nicht wiedergegeben werden.

Herr Schmitz erweckt also beim unwissenden Leser den Eindruck, er sei um einen mindestens ausgewogenen Artikel über dieses in Deutschland kontroverse Thema bemüht. Diesen Eindruck muss ich leider als eine bewusste Irreführung der Leserschaft zur Kenntnis nehmen. Derartige Methoden habe ich bei meiner Zeitung, der ich über 40 Jahre (trotz der Hanitzsch-Affaire) die Treue gehalten habe, nicht für möglich gehalten.

Denn: Kurz nachdem ich heute Mittag meinen Leserbrief auch an meinen großen Verteiler weitergegeben hatte, erhielt ich eine Email von Judith Bernstein, der Mitbegründerin der ersten Jüdisch-Palästinensischen Dialoggruppe in München. Frau Bernstein schrieb mir:

"Thorsten Schmitz hat mich anderthalb Stunden interviewt. Ich habe ihm genau gesagt, wofür BDS steht und wie es als Ablenkungsmanöver dient, um jede Kritik an der israelischen Politik zu unterbinden (wir haben ja genügend Beispiele aus München), das war aber anscheinend nicht erwünscht. Im Nachhinein bin ich richtig froh, dass er mich nicht zitiert hat, denn mit so einem tendenziösen Beitrag wäre ich nie einverstanden." Und ich füge hinzu, dass die Weigerung zu einem Interview von Sophia Deeg in diesem Lichte als sehr berechtigt erscheint.

Es ist mir angesichts der hervorragenden Journalisten und Korrespondenten der SZ - ich möchte hier stellvertretend nur den wunderbaren Holger Gertz nennen - völlig unverständlich, wie Sie bei diesem sensiblen Thema immer wieder einen Journalisten zu Wort kommen lassen, der sich journalistisch wiederholt einseitig auf der israelischen Regierungsseite bewegt, der bei seiner Philippika gegen BDS kein Wort darüber verliert, dass sämtliche israelischen Regierungen seit über 50 Jahren die Palästinenser mit einem strikten Boykott nicht nur von Waren und Dienstleistungen, sondern vor allem von Menschen belegen - praktiziert mit unnachgiebiger Härte und Brutalität. Und Thorsten Schmitz diffamiert gebetsmühlenartig jegliche Kritik an der israelischen Regierungspolitik als antisemitisch.

Da ich in diesem Schreiben auch Herrn Schmitz ins CC gesetzt habe, kann er gerne bei einer mit der SZ verbundenen Zeitung wie dem Guardian nachlesen, wie guter Journalismus aussehen kann.



Lieber Herr Prantl,  anlässlich der Kündigung Ihres, jetzt mit einem Preis ausgezeichneten ehemaligen Karikaturisten Dieter Hanitzsch (der ehemalige Münchner OB Uhde hielt dabei in seiner Rede nicht mit Kritik am Vorgehen Ihrer Redaktion zurück) hatte ich Ihnen bereits meinen Willen zur Kündigung meines SZ-Abos mitgeteilt. Ihr Schreiben hat mich bewogen, davon Abstand zu nehmen. Nach 40 Jahren, länger als viele Ehen halten, hat wohl jeder ein sehr enges und nahezu persönliches Verhältnis zu seiner Zeitung. Sie wissen um mein langjähriges Engagement für die Menschenrechte (auch) der Palästinenser, um meine zahlreichen Aufenthalte in den besetzten Gebieten, auch im Namen des Weltkirchenrates. Umso mehr hat mich der Artikel heute - groß und protzig aufgemacht - zutiefst verstört. Ich kann von einer Kündigung nur absehen, wenn Sie ähnlich wie der Guardian jemandem sichtbaren Raum einräumen, der differenziert über die vielen Unterstützer und auch über unliebsame Mitläufer informiert. Gerne kann ich Ihnen Menschen nennen - es gibt viele, die dazu bereit wären. Mit traurigem Gruß Ihr Ekkehart Drost

 

 

Ein Leserbrief dazu von Ekkehart Drost - Göttingen am 28.1.2019 - Sehr geehrte Damen und Herren,  der Artikel von Thorsten Schmitz vom 28.1. kann nicht unwidersprochen bleiben. Ich bitte Sie daher, meinen Brief als langjähriger (noch) SZ-Abonnent zu veröffentlichen:

 "Sie setzen auf Krawall statt Dialog"  - Mit diesem Untertitel wird der Leser bereits auf den "richtigen Weg" geführt, als "Kronzeugen" dienen u.a.der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung und ein Zeichner, "der Israelis gern mit der Hakennase malt". Ist das seriös, Herr Schmitz?  Stets die Antisemitismuskeule schwingend,  hat sich der Verfasser immer wieder undifferenziert über die Kritiker der israelischen Regierungspolitik geäußert. Ich kann es nur als Schande bezeichnen, dass die SZ diesem Mann derart viel Raum einräumt, einem Journalisten, der sich offenbar das Ziel gesetzt hat, die israelischen Menschenrechtsverletzungen unter dem Deckmantel der "Ausgewogenheit" zu verharmlosen.

Geradezu widerwärtig sind die Attacken auf Andreas Zumach, dem Preisträger des Göttinger Friedenspreises 2009 und derzeitigen Juryvorsitzenden. Genüsslich pickt Schmitz Zitate aus Zumachs über einstündiger Rede heraus und stürzt sich auf einen Menschen, dem der Journalist nicht das Wasser reichen kann. Es ist beinahe müßig, sich an dieser Stelle weiter mit Schmitz auseinanderzusetzen, zu schablonenhaft und durchsichtig sind dessen Schmähungen. 

Auf der selben Linie bewegt sich die Hetze gegen das Bündnis zur Beendigung der israelischen Besatzung. Sind die Beiratsmitglieder Horst Teltschik, der jüdische Professor Alfred Grosser und der Begründer und Initiator, der 2017 verstorbene Rupert Neudeck Menschen, die man mit Gewalt in Verbindung bringt? Mit einer perfiden Formulierung, gleichsam juristisch abgesichert, unterstellt dies Schmitz den Beiratsmitgliedern.

Wie oft muss man in Deutschland noch auf Israelis hinweisen, die sich kompromisslos hinter die vielfältige, aber immer gewaltfreie BDS-Bewegung stellen? 

Avraham Burg zum Beispiel,  der ehemalige Knesset-Präsident in seinem Haaretz-Aufsatz "What´s wrong with BDS after all?"  u.a.: "Was würden Sie an Stelle der Palästinenser tun? Eine gewaltsame palästinensische Rebellion? Niemals!  (...) Eine diplomatische Vereinbarung? Damit bringt man Naftali Bennett und Netanjahu nur zum Lachen." 

Die zahlreichen Artikel von Gideon Levy, Amira Hass, die Israelis Moshe Zimmermann (jüngst in einem Interview), der Historiker Moshe Zuckerman, der Aufruf der 100 jüdisch-israelischen Professoren im März 2013 unter dem Titel "Wenn ihr euch Sorgen um Israel macht, dann solltet Ihr nicht länger schweigen!",  sprechen eine deutliche Sprache. Die Aufrufe des 2017 verstorbenen israelischen Friedensaktivisten Reuven Moskovitz, gerade als Deutscher bei israelischen Menschenrechtsverletzungen die Stimme zu erheben, ebenso Uri Avnery, verstorben im vergangenen Jahr und Eva Illuz und zahllose andere jüdische Menschen mehr. Alles Antisemiten, bestenfalls self-hating jews, Herr Schmitz? 

Warum verschweigt dier SZ permanent und mutwillig, dass es in Deutschland mit der "Jüdischen Stimme für gerechten Frieden e.V." eine andere Stimme gibt als den Zentralrat der Juden? Kann die SZ wirklich von sich behaupten, hier einen seriösen Journalismus zu vertreten?

Als Abonnent der SZ (seit 40 Jahren) habe ich schon beim unrühmlichen Rausschmiss des Karikaturisten Dieter Hanitzsch schwer schlucken müssen - ob mein Abo diesen Angriff auf den gewaltfreien Widerstand gegen die Menschenrechtsverletzungen der israelischen Regierung auch übersteht, wage ich zu bezweifeln. Völlig unverständlich für mich, wie dieser Artikel von Frau Zekri und Herrn Prantl offenbar abgesegnet werden konnte!

Allein die Tatsache, dass die taz die diesbezügliche Berichterstattung und Kommentierung der SZ noch ins Negative übertrifft sowie die hervorragende Arbeit von Dr. Alexandra Föderl-Schmid halten mich (noch) bei der "SZ-Stange". Mit freundlichem Gruß Ekkehart Drost - Gründungsmitglied im Bündnis zur Beendigung der israelischen Besatzung e.V. 

 

 

Leserbrief von Jürgen Jung am 29. 1. 2019 zu Thorsten Schmitz‘ „Hauptsache, dagegen" - (SZ vom 28. 1. 2019) - Der Artikel fügt sich ein in eine Reihe von SZ-Beiträgen, die den Leser glauben machen wollen, dass die BDS-Kampagne antisemitisch sei, wobei stets der Hinweis fehlt, dass die ausdrücklich gewaltfreie Kampagne sich klar gegen jeden Antisemitismus ausspricht. Hinter diesen Diffamierungen steckt natürlich die zumindest indirekte Gleichsetzung von Israel mit dem Judentum, was andererseits aber in projektiver Weise wiederum den Kritikern der israelischen Politik zum Vorwurf gemacht wird!

BDS ist mittlerweile offensichtlich zum Synonym für Antisemitismus geronnen mit dem Ziel der Unterbindung jeder ernsthaften Erörterung der klar völkerrechtswidrigen Politik Israels. Resultat ist hierzulande die schier unglaubliche Zahl von über einhundert (!) Veranstaltungen, die in den letzten Jahren be- bzw verhindert wurden, selbst wenn sie gar nichts mit BDS zu tun hatten  – ein ungenierter Verstoß gegen essentielle Grundrechte unserer Verfassung. Leidtragende sind  –  es ist kaum zu fassen – sogar jüdische oder israelische Referenten, denen aus deutschem Munde (!) Antisemitismus bzw. jüdischer Selbsthass unterstellt wird.

Und leider werden unsere Medien in diesem Zusammenhang – mit wenigen Ausnahmen – ihrem ureigenen Auftrag höchst unzureichend gerecht, da sie über dieses unglaubliche Geschehen den Mantel des Schweigens hüllen. Dieser Skandal wird von T. Schmitz zwar thematisiert, aber in einer Weise, dass die Eingriffe in Meinungs-, Rede- und Versammlungsfreiheit mit dem Verweis auf den angeblichen Antisemitismus, dessen Entfaltung es in öffentlichen Räumen natürlich zu verhindern gelte, sogar noch plausibel erscheinen, ja gerechtfertigt werden.

Ausgangspunkt aller Überlegungen zur BDS-Problematik muss doch die Frage sein: Gibt es ernst zu nehmende Gründe für einen Israelboykott, und gegen was für ein Israel richtet er sich?

Dazu der brillante Historiker und Soziologe von der Universität Tel Aviv, Moshe Zuckermann: „Israel ist ein Land, das seit über 50 Jahren ein brutales Okkupationsregime unterhält, mit dem es das palästinensische Volk knechtet und mit einem riesigen Siedlungswerk permanent völkerrechtswidrige Expansion betreibt. Das ist keine Demokratie.... Das ist ein Land, das jedes Recht verwirkt hat, sich noch auf die »Lehren von Auschwitz« zu berufen.“ (https://www.jungewelt.de/artikel/332609.moshe-zuckermann-israel-ist-keine-demokratie.html)

Und Schmitz bemüht zwar Daniel Barenboim, der sich allerdings nur gegen den Boykott von Personen ausspricht, versäumt es aber, darauf hinzuweisen, dass eben dieser Barenboim einen Artikel in Haaretz veröffentlichte mit dem Titel: „Warum ich mich heute schäme, Israeli zu sein“, in dem er – nicht zum ersten Mal übrigens und er keineswegs allein –  „eine sehr klare Form der Apartheid“ in seinem Land ausmacht. (https://www.haaretz.com/israel-news/.premium-today-i-am-ashamed-to-be-an-israeli-1.6294754)

Der renommierte israelische Historiker Avi Shlaim – er forschte und lehrte jahrzehntelang an der Universität von Oxford und gilt als der Fachmann für die israelisch-arabischen Beziehungen –  stellte in einem Interview vom Oktober 2017 klar, „dass die Palästinenser nicht auf die Hilfe der westlichen Regierungen hoffen können, um die Besatzung zu beenden, auch nicht auf die UN. Die einzige Hoffnung der Palästinenser besteht in der BDS Bewegung.“ (https://bibjetzt.files.wordpress.com/2017/11/avi-shlaim_interview_dt.pdf)   Das Ende der israelischen Besatzung  – genau dies ist das Kernanliegen der BDS-Bewegung –, wird mit Sicherheit auch das Ende der Boykottbewegung sein.

Im übrigen wies einer der bekanntesten „neuen Historiker“ Israels, Tom Segev, die auch von Schmitz bemühte infame Assoziation der BDS-Bewegung mit der Nazi-Kampagne „Kauft nicht bei Juden“ ganz entschieden zurück –  noch dazu in einem Interview mit der SZ vom 8. 6. 2017 !  Er wünschte sich sogar, „dass die Staaten mehr Druck ausüben auf Israel, damit jeder Bürger unseres Landes merkt: Die Besatzung schadet mir.“

So erweisen sich die üblen und haltlosen Verunglimpfungen der BDS-Bewegung, die keineswegs nur von einzelnen Juden oder Israelis, sondern von etlichen jüdischen Gruppen und Organisationen, ja ganzen Strömungen im Judentum unterstützt wird, als das, was sie von Anfang waren, nämlich als der aufgrund der deutschen Befindlichkeit leider ziemlich erfolgreiche Versuch, im Diskurs über die israelische Politik die Deutungshoheit zu behalten. Die damit einhergehende leichtfertige Instrumentalisierung des ubiquitären Antisemitismusvorwurfs verrät nicht nur die Opfer des Holocaust, sondern führt durch seine Hysterisierung letzten Endes zu seiner Sinnentleerung, ja Banalisierung.

Auch hier >>>

 

 

Süddeutsche Zeitung attackiert unfair und voreingenommen die BDS-Bewegung  - Veröffentlicht am 6. Februar 2019 von Gastbeitrag -  Jürgen Jung

Sehr geehrter Herr Kornelius, Ihre Antwort macht mich schier fassungslos! Und zwar in zweierlei Hinsicht.

Zum einen: Ich bin E-Paper-Abonnent, und ich hab’s grad jetzt noch einmal probiert: der Artikel ist nach wie vor geschwärzt! (s. das Bildschirmfoto im Anhang) Wie können Sie mir sagen, dass der Artikel „in vollem Umfang“ abrufbar ist!? Diesen Widerspruch müssen sie – als Ressortleiter! – mir schon erklären.

Zum andern inhaltlich: Der Artikel ist in keiner Weise „fair“ und redlich. Er gibt sich den Anschein der Objektivität und verunglimpft durch seine Wortwahl und durch Auslassungen, Falschdarstellungen und Fehlinterpretationen letztlich doch die BDS-Bewegung als im Kern antisemitisch. Das ließe sich an etlichen Stellen leicht exemplifizieren. Bitte lesen Sie sich meinen Leserbrief noch einmal durch. Da hab ich schon ein paar entscheidende Gründe für die Absurdität dieser Sichtweise dargelegt. Wenn die SZ mit ihren immer wiederkehrenden Verunglimpfungen der von vielen bedeutenden Juden und Israelis unterstützten Kampagne Recht hätte, dann wären letztere alle Antisemiten. Wie abwegig!

Und ich bitte Sie, selbstverständlich gibt es immer Trittbrettfahrer, das kann doch aber kein Grund sein, die überwältigende Mehrheit der nun wirklich redlichen und respektablen Unterstützer der BDS-Bewegung, die sich ausdrücklich gegen jeden Antisemitismus ausspricht, zu verleumden und ihnen ihre Grundrechte (auf Meinungs-, Rede- und Versammlungsfreiheit) zu beschneiden. Und nennen Sie mir bei der Gelegenheit doch bitte wenigstens einen Antisemiten, der „hinter BDS Deckung sucht“.

Sie sollten Avi Shlaim – ist schließlich nicht irgendwer – schon ernst nehmen, dass die BDS-Kampagne „die einzige den Palästinensern noch verbliebene Hoffnung ist.“

Der verbissene „Kreuzzug“ der falschen Israelfreunde gegen BDS fällt ja letzten Endes entsetzlicherweise auf „die Juden“ zurück. Darauf hat kürzlich höchst beunruhigt Jeremy Ben-Ami, der Vorsitzende von J-Street, der liberalen jüdisch-amerikanischen Organisation, die wohlgemerkt gegen BDS ist (!), sehr überzeugend hingewiesen

Selbst im amerikanischen Kongress sitzen jetzt – nach den Midterm-Wahlen – zwei BDS-Befürworter (bei den Demokraten natürlich). Und sogar die bisher grundsätzlich sehr israelfreundliche New York Times hat einen bemerkenswerten großen Artikel veröffentlicht, der den offensichtlich unaufhaltsam fortschreitenden Meinungsumschwung in Bezug auf Israel dokumentiert, der sich vor allem auch unter jungen Juden beobachten lässt.

Ich unterstelle der SZ bei dem Thema keineswegs „Blauäugigkeit“, aber sehr wohl die typische deutschbefindliche Unterwerfung unter den aggressiven zionistisch-kolonialistischen Diskurs, und das ist nun einmal eine durch   >>>

 

 

 

Sabine Matthes  - Leserbrief zu Thorsten Schmitz: "Hauptsache, dagegen. Sie setzen Künstler unter Druck, kleben Boykottaufrufe auf israelische Produkte und setzen auf Krawall statt Dialog: Wie konnten die Aktivisten des  Netzwerkes BDS in der deutschen Kulturszene so viel Platz einnehmen?", SZ vom 28.01.2019, Seite 9

Sehr geehrte Redaktion Leserbriefe, Ein Lob an die SZ: sie gibt der Debatte um die palästinensische Menschenrechts Kampagne BDS in ihrem Feuilleton Raum. München verbietet diese Debatte in seinen städtischen Räumen - Menschenrechte sind hier ähnlich suspekt, wie in der Türkei. In der SZ darf immerhin die afro-amerikanische Autorin und BDSUnterstützerin Alice Walker erwähnt werden, während München selbst einer Ikone wie Desmond Tutu Redeverbot erteilen würde wegen seiner BDS-Unterstützung.

Leider diskreditiert Thorsten Schmitz aber bereits in der Überschrift die BDS-Bewegung. Er unterstellt ihr "Krawall statt Dialog", obwohl sie nichts weiter als die Umsetzung bestehender UNO-Resolutionen und Gleichberechtigung fordert. Das ist weder "Krawall", noch anti-israelisch oder anti-semitisch. Auch die südafrikanische Anti-Apartheid-Bewegung war weder anti-weiß noch anti-südafrikanisch – sondern pro-demokratisch und betrachtete schlicht alle Bürger des Landes als gleichwertig.

Schmitz argumentiert, Israel sei kein Apartheidstaat, weil jüdische neben arabischen Ärzten arbeiten. Er unterschlägt aber, dass im Zuge der israelischen Staatsgründung 1948 von 900.000 dort lebenden arabischen Palästinensern 750.000 vertrieben, entrechtet und ausgebürgert wurden und deren Landbesitz enteignet um ihn jüdischen Einwanderern zur Verfügung zu stellen.

Für den israelischen Anthropologen Uri Davis ist deswegen die israelische Apartheid gravierender, da 93% des Landes für rein jüdische Nutzung zur Verfügung stünden, während in Apartheid Südafrika 87% des Landes "nur für Weiße" bestimmt waren.

Wenn Schmitz sich die UNO-Resolutionen genau ansehen würde, wäre ihm klar, dass Israel ohne die Vertreibung der Palästinenser ein gemeinsamer jüdisch-palästinensischer Staat wäre, so wie es die UNOResolutionen 181 und 194 vorgesehen haben.

Es wäre kein mehrheitlich jüdischer Staat im Sinne des politischen Zionismus, sondern ein binationaler Staat wie ihn Kulturzionisten wie Hannah Arendt und Martin Buber wollten und wie es den moralischen Werten des Judentums entspräche. Mit dieser Form des Zionismus und des Judentums ist die BDS-Bewegung sehr wohl kompatibel und deswegen wesentlich konstruktiver für ein gleichberechtigtes Miteinander, als dieisraelische Regierungspolitik.
Mit freundlichen Grüßen, Sabine Matthes   Quelle

 

 

 

Frau Kötzel schreibt dazu :
Gesendet: Mittwoch, 30. Januar 2019 um 17:05 Uhr
Von: "Waltraud Kötzel" <wkoetzel@web.de>
An: "Forum Süddeutsche Zeitung" <forum@sueddeutsche.de>
Betreff: Hauptsache dagegen /Thorsten Schmitz
Leserbrief zu Hauptsache, Dagegen vom 28.1.19 von Thorsten Schmitz

Thorsten Schmitz hätte sich seinen Artikel sparen können, wenn Israel seine menschenverachtende Besatzung im Westjordanland und die Blockade des Gazastreifens beendet hätte. Denn nichts anderes will die BDS Bewegung erreichen. Diese gewaltfreie Bewegung, zu der das palästinensische Volk und seine internationalen Unterstützer alle Rechte hat, ist doch wohl immer noch besser als Gewalt. BDS ist auch eine Reaktion auf die weitgehende Gleichgültigkeit und das Desinteresse Europas und der UNO, die brennenden Probleme in Nahost zu lösen.
Seltsamerweise berichtet die SZ so gut wie nie über die täglichen Grausamkeiten der Besatzung und der allwöchentlichen Masaker an der Grenze zu Gaza.  Mit freundl. Grüßen Waltraud Kötzel (Abonnentin der SZ)

 

 

 

 

 

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