Bild: The original construction of the Orthodox Church was built in the 6thCentury, in what is now Gaza’s Old City. The church and neighbouring Katb al Welaya Mosque share a wall, and the church bells and mosque minaret stand adjacent.
Friedlicher Widerstand
in der Westbank, 16.
Dezember 2011
Bil’in erinnert an Mustafa
Tamimi
-
Bil’ins
Einwoher, israelische
und international Aktivisten
trugen heute Fotos von
Mustafa Tamimi mit sich,
einem jungen Mann aus
dem Nachbardorf Nabi
Saleh, der vor einer
Woche, am 9. Dezember
2011, bei einem der
wöchentlichen Proteste
seines Dorfes getötet
wurde.
Der Protestmarsch
in Bil’in gegen die
israelische Mauer in
der palästinensischen
besetzten Westbank und
die andauernde Besatzung
und Kolonisiserung machte
sich zur neu verlegten
Mauer auf. An diesem
Tag waren die Winde
den Demonstranten günstig
und wehten die Tränengaswolken
zurück auf die Absender
hinter der Betonmauer.
Die Demonstranten konnten
eine kurze Atempause
einlegen. Trotz der
teilweisen Rückgabe
von Bil’ins Dorfland
im Juli diesen Jahres
begrenzt und kontrolliert
die israelische Armee
die Nutzung des Gebietes,
dem Abu Lemon Park,
und errichtet mit Hilfe
mehrere Rollen Bandstacheldraht
eine „Pufferzone“, um
die rechtmässigen Besitzer
aus Bil’in daran zu
hindern, sich der Apartheidmauer
zu nähern. Nur wenigen
Teilnehmern gelang es,
in diese „Pufferzone“
vorzudringen.
Viele
der Jugendlichen, die
eine Konfrontation mit
den Soldaten in einem
anderen Teil des Parkes
begonnen hatten, näherten
sich den Demonstranten
und es kam zu kleineren
Scharmützeln. Nach dem
erfolglosen Versuch,
die Demonstranten mit
Tränengas zu vertreiben,
kamen die israelischen
Soldaten schliesslich
zu Fuss und mit Jeeps
auf die andere Seite
der Mauer, und die Demonstranten
wichen auf die Hügel
der Umgebung aus und
kehrten ins Dorf zurück.
Es wurden keine Verletzungen
gemeldet. Ein ähnlicher
Protest wurde im Nachbardorf
Ni’lin abgehalten.
http://www.popularstruggle.org/content/bilin-commemorates-mustafa-tamimi
Beharrlicher Widerstand
in Kufr Qaddum
-
Die Einwohner
von Kufr Qaddum in der
nördlichen Westbank
protestieren seit Juli
gegen den Landraub durch
die Einwohner der nahegelegenen,
nach internationalem
Recht illegalen Kolonie
Kedumim. Das Vorgehen
der Siedler wurde selbst
von der israelischen
Zivilbehörde in der
Westbank als „Diebstahl“
bezeichnet. Die Teilnehmer
des wöchentlichen friedlichen
Protestes fordern zusätzlich
die Wiedereröffnung
einer zentralen Verbindungsstrasse
zum Dorf, die seit der
zweiten Intifada von
der israelischen Armee
blockiert wird. Nachdem
der Gang vor israelische
Gerichte erfolglos war,
beschlossen die Dorfbewohner,
ihre Rechte durch Proteste
nach dem Modell des
friedlichen. zivilen
Widerstandes in der
Westbank gegen die Mauer
zu erkämpfen.
Die Demonstranten
wurden von Soldaten
blockiert, als sie ihren
Demonstrationszug in
Richtung der von Siedler
konfiszierten Feldern
begannen. Die Protestteilnehmer
hörten einige Reden
und verbrannten Reifen
auf der blockierten
Strasse. Die israelische
Armee setzte massive
Mengen an Tränengas
gegen die Demonstranten
ein; zusätzlich schossen
sie Kanister direkt
auf Menschen, in Verletzung
der Regeln der Armee.
Letzte Woche wurde Mustafa
Tamimi aus Nabi Saleh
getötet, als ein Soldate
einen Gaskanister direkt
aus kurzer Distanz auf
ihn abfeuerte. Nachdem
die Soldaten die Menge
eine Stunde lang unerbittlich
beschossen hatten, drangen
sie mit Jeeps im Dorf
ein.
23 Menschen in Nabi
Saleh bei der Demonstration
im Gedenken an den Tod
von Mustafa Tamimi festgenommen
-
Eine
besonders grosse Zahl
von Demonstranten und
Journalisten versammelte
sich am 16. Dezember
in Nabi Saleh, eine
Woche nachdem Mustafa
Tamimi, ein 28jähriger
Bewohner von Nabi Saleh,
während des wöchentlichen
Freitagsprotestes getötet
wurde, als ein Soldaten
einen Tränengaskanister
aus weniger als 10 Metern
Entfernung vom Rücksitz
eines Jeeps auf ihn
schoss.
Die Demonstranten
hatten sich in mehrere
Gruppen eingeteilt:
Eine Gruppe von palästinensischen,
israelischen und internationalen
Aktivisten blockierte
den Zugang zur benachbarten
Siedlungskolonie Halamish,
die auf dem Privatbesitz
von Palästinensern errichtet
wurde. Zehn Teilnehmer
wurden dabei festgenommen.
Eine kleine Gruppe hatte
die von Siedlern illegal
in Besitz genommene
Dorfquelle von Nabi
Saleh beinahe erreicht,
als sie von Soldaten
festgenommen wurde.
Die Hauptdemonstration
wurde ausserhalb des
Dorfes, an der Stelle,
wo Mustafa Tamimi vergangenen
Freitag tödlich getroffen
wurde, von Batallions
der israelischen Grenzpolizei
angegriffen und mit
Tränengas und „Stinkwasser“
eingenebelt, obwohl
keine Steine geworfen
wurden; das israelische
Militär schoss Gaskanister
wiederholt direkt auf
die Menschen. Einige
Demonstranten und Journalisten
wurden leicht verletzt.
Als die Streitkräfte
ins Dorf eindrangen,
kam es zu Zusammenstössen
mit Jugendlichen. Eine
weitere Gruppe von Protestteilnehmern
wurde angehalten, festgenommen
und zur Polizeistation
Benyamin gebracht, als
sie in einem Taxi in
Richtung Ramallah fuhren.
Ihnen wird vorgeworfen,
dass sie Strassen blockiert
und geschlossenen militärische
Zonen betreten haben.
http://www.popularstruggle.org/content/21-arrested-nabi-saleh-demonstration-commemorating-death-mustafa-tamimi
Ein neuer Checkpoint bei Shufat - Palästinenser, Israelis und Internationale protestieren - AIC. 18.12.11 - Etwa 30 Palästinenser, Israelis und Internationale versammelten sich heute am Rande des Shufat-Flüchtlingslagers , um gegen den neuen israelischen Checkpoint zu demonstrieren, der letzten Montag am 12. Dezember eröffnet wurde, und von dem ein israelischer Aktivist als „ethnische Säuberung“ sprach. Palästinensische Kinder warfen Steine; israelische Polizei feuerte gummi-ummantelte Stahlkugeln auf die Kinder.
Auch Jeff Halper ( Gründer von ICAHD) nahm an der Demo teil. Auf seinem Poster stand groß: „ICAHD sagt nein zur Apartheid“. Eine Anzahl lokaler palästinensischer Aktivisten wurde schon vor der Demo verhaftet, wie berichtet wurde.
Die kleine Gruppe Protestierender stand auf der Verkehrsinsel, die am Nächsten zum neuen Checkpoint steht, hielt Poster und hielt Reden. Israelische Polizei näherte sich und forderte von ihr, dass sie sich 20 Meter weiter weg begebe, weil sie sie stören würde. Die Demonstranten antworteten, dass der Checkpoint sie stören würde, und sie weigerten sich, wegzugehen. Nach einer spannungsvollen Auseinandersetzung ging die Polizei und der Protest wurde fortgesetzt.
„Dieser Checkpoint hat nichts mit Sicherheit zu tun,“ sagt Jeff Halper, ein Mitbegründer des Israelischen Komitees gegen Hauszerstörung (ICAHD). Hier leben auf beiden Seiten der Grenze Palästinenser. Der Checkpoint hat nur einen Zweck: 50 000 Palästinenser auf die eine Seite der Mauer zu konzentrieren, so dass ihnen schließlich das Jerusalemer Bürgerrecht entzogen werden kann. Das ist „ethnische Säuberung.“
Das Shufat-Flüchtlingslager wurde 1966 von Jordanien gegründet. Heute ist es die Heimat von beinahe 50 000 Palästinensern. Es liegt am östlichen Rand Jerusalems und innerhalb der von Israel gezogenen Stadtgrenze.
Viele Bewohner haben einen Jerusalemer Ausweis. Aber um diesen Status zu behalten, muss man beweisen, dass Jerusalem das „Lebenszentrum“ ist. Nach Aktivisten macht dieser Checkpoint, der einen Teil Jerusalems von einem anderen Teil trennt, die Bewegungsfreiheit zu einer noch schwierigeren Sache. Viele palästinensische Bewohner Jerusalems verlieren jedes Jahr ihre Stadtrechte; 2008 war die Zahl besonders hoch, da die israelische Regierung über 4000 Palästinensern ihren Status nahm.
Jaber Muhaisen, Leiter des Volkskomitees von Shufat, nannte den Checkpoint illegal. Wir besitzen israelische Identitätskarten … es ist unser Recht, hier zu leben und uns frei zu bewegen. Er fügt noch hinzu, dass die Besatzung früher oder später fallen wird.
Als sich die Demo auflöste, warfen kleine Kinder Steine gegen den Checkpoint. Israelische Polizei feuerte mit gummi-ummantelten Stahlkugeln zurück. Nachdem die Kinder weiter mit Steinen warfen, drang die Polizei mit schussbereiten Waffen ins Flüchtlingslager ein. Israelische Demonstranten baten sie dringend, das Lager zu verlassen, ihre Gegenwart und ihre Waffen seien eine Provokation. Die Polizei zog sich auf die Verkehrsinsel zurück.
Als man über Email anfragte, was der Zweck des neuen Checkpoints beim Shufat-Flüchtlingslager sei und ob die Absicht besteht, die Jerusalemer Bewohner von anderen Teilen der Stadt zu trennen, gaben israelische Offizielle keine Antwort. (dt. Ellen Rohlfs)
Vorwort
Wie lange
noch, oh
Gott, werden
sie unseren
Lebensunterhalt
stehlen?
Unser Volk
unterdrücken,
einsperren
und demütigen?
Unseren
Kindern
ihre Kindheit
rauben?
In der Tat:
wie lange,
oh Gott,
wird die
Mehrheit
der Christen
in dieser
Welt die
Angst unserer
palästinensischen
Schwestern
und Brüder
und aller
Unterdrückten
ignorieren?
„Kommt und
seht“, sagten
die Christen
in Palästina.
„Kommt und
seht die
Olivenhaine,
die Schubraupen,
die uralten
Terrassen,
die geteilten
Städte.
Die Situation
verschlechtert
sich.“
Mehr als
60 TeilnehmerInnen
aus 15 Ländern
folgten
einem dringenden
Ruf von
Kairos Palästina.
Von 4. bis
10. Dezember
2011 unterstützten
sie die
PalästinenserInnen
in ihrem
Kairos-Aufruf
im Sinne
einer globalen
Begegnungskonferenz
zum Thema
Gerechtigkeit
in Bethlehem.
Die Ziele
und Objekte
dieser Begegnungskonferenz
sind folgende:
Das
Bewusstsein
für
das
Kairos
wahrzunehmen
und
zu teilen,
was
die
Gruppen,
die
an der
Konferenz
teilnahmen,
für
Erfahrungen
damit
gemacht
haben;
Die
Kairos-Gruppen
stärken
und
zwischen
ihnen
Verbindungen
herstellen,
um ein
überzeugtes
globales
Netzwerk
für
Gerechtigkeit
zu formen;
Aus
der
palästinensischen
Erfahrung
die
Dringlichkeit
einer
Kairos-Solidarität
zu lernen
und
die
Ungerechtigkeit
zu beenden
durch
die
Anwendung
konkreter
Aktionen
auf
nationaler,
regionaler
und
globaler
Ebene.
Künstler drängen den Ministerpräsidenten die Demokratie zu retten - Dutzende von Künstlern, Intellektuellen, Akademikern und früheren Militärs unterzeichneten einen Brief, der Netanjahu dazu aufruft, die Rechtssprechung einzufrieren, die gegen Gerichte, Medien und gegen zivile Gesellschaftsorganisationen (NGOs) gerichtet sind.
Der Schriftsteller Amos Oz, Direktor Ari Folman, Dramatiker Joshua Sobol, Schauspielerin Hanna Maron und Dutzende Intellektuelle, Akademiker und frühere Militärs haben einen Brief an den Ministerpräsidenten Netanjahu unterzeichnet und ihn gedrängt der kürzlichen Welle antidemokratischer Rechtsprechung Einhalt zu gebieten.
Der Brief wurde am Sonntag dem Knessetsprecher, den Ministern, den Fraktionschefs, dem Präsidenten des Obersten Gerichtshofes und dem israelischen Präsidenten vorgelegt. Er erklärt, dass „Benjamin Netanjahu eine klare Wahl hat. Entweder erlaubt er der augenblicklichen Welle fortzufahren, was dahin führt, die Demokratie und das Gesetz in Israel zu zerstören oder sofort dieser Welle Einhalt zu gebieten.“ Er sollte verkünden, dass die Rechtssprechung und die Durchführung der Gesetzesvorlagen, die das Gericht, die Medien und die NGOs in Israel betreffen, mindestens bis zum Ende der Knesset-Wintersaison ausgesetzt werden. Die Vorsitzenden von Netanjahus Koalition hatten noch keine Zeit, sie selbst zu prüfen.
Der Brief, der von etwa 70 Personen unterschrieben wurde, schließt eine spezifische Bemerkung an die Präsidentin des Obersten Gerichtes Dorit Beinish ein, das Problem der letzten Woche: „Die klaren Bemerkungen der Präsidentin des Obersten Gerichtshofes müssen zu einer kompletten Veränderung in Israels Realität führen. Beinishs Worte sind ein letzter Warnruf.
„Die Präsidentin des Obersten Gerichtshofes hat zu Recht jeden Bürger dafür kritisiert, dass er zu sehr zu den Tatsachen schweigt, dass sie, das Gesetz und die Demokratie einer Woge von Hetze ausgesetzt sind und sich selbst allein gegenüber bösen Geistern und Gewalt gegenüberstehen. Ihre Bemerkungen geben die Bemerkungen des ermordeten Ministerpräsidenten Yitzhak Rabin wieder, der selbst gegenüber der Hetze/Aufwieglung allein gegenüberstand.
Die Unterzeichner beschlossen: “Wir dürfen diese Blamage nicht erlauben. Dieser Ministerpräsident, der jenen Protest (gegen die Osloabkommen) anführte und vom Chef des Shin Bet gewarnt wurde, was geschehen könnte, er müsste zum mindesten die Lektion gelernt haben, seinen Weg zu verändern und müsste die Woge der Gesetzgebung jetzt beenden.“ (dt. Ellen Rohlfs)
From The
Freedom
Theatre
in Jenin
refugee
camp
- Last night
the Israeli
army invaded
Jenin refugee
camp for
the second
night in
a row. They
arrested
another
three members
of The Freedom
Theatre.
This time
Adnan Naghnaghiye,
our stage
manager,
Bilal Saadi,
the chairperson,
and Faisal
Abu Alheja,
acting instructor
and assistant
producer.
Faisal yesterday
performed
the stories
of arrests.
(Picture)
"Through
the performance
today, people
were able
to talk
about their
experiences
at the hands
of the Israeli
army. The
event also
helped to
educate
others about
the unjust
and inhumane
practices
of the Israeli
military
here in
Jenin refugee
camp." Faisal
Abu Alheja,
Actor at
The Freedom
Theatre,
now in Israeli
prison.
In their
operations
the Israeli
army breaks
down the
doors of
the houses
they enter,
at times
they turn
the house
upside-down,
they blindfold
and handcuff
innocent
people that
are not
suspected
or accused
of any crime.
They beat,
verbally
insult and
lock them
in prison
cells. Reports
from those
arrested
yesterday
speak of
inhumane
treatment
that amount
to torture.
The systematized
attacks
by the Israeli
army on
The Freedom
Theatre
and its
employees
seriously
damage the
theatre's
ability
to operate
as a safe
place for
children
and youth.
To bring
attention
to Israel's
systematized
practice
of military
rule and
arbitrary
arrests,
The Freedom
Theatre
held a street
performance
at 2 pm
yesterday
in Jenin
refugee
camp. Actors
used Playback
Theatre*
to enact
the accounts
of those
who were
impacted
by the recent
invasions
and harassment.
The performance
was attended
by children,
youth and
adults from
the camp
as well
as internationals.
"Today's
event gave
me a chance
to tell
my story.
Having others
listen to
my experience
helped me
feel connected
to my community.
It also
helped to
know that
my story
was being
heard by
an international
audience."
Kamal Abu
Awad. Student
in The Freedom
Theatre,
resident
of Jenin
refugee
camp and
a recently
released
detainee.
In this
event, stories
were told
by people
who were
recently
arrested,
tortured
and harassed
by the Israeli
military.
Other residents
of Jenin
refugee
camp also
shared their
thoughts
and feelings
about Israeli
military
violence
and the
increasing
number of
arbitrary
arrests
that have
occurred
over the
past months.
The Freedom
Theatre
will stage
a second
event on
Wednesday,
December
28th at
2pm to protest
against
the further
arrests
and nightly
raids taking
place in
Jenin Refugee
Camp.
The people
of Jenin
refugee
camp are
using theatre
in a highly
innovative
way to communicate
their story
and resist
the intimidation
of the Israeli
military
apparatus.
Today's
action communicated
to the Israeli
army that
their egregious
behavior
will be
closely
observed,
monitored
and publicized.
For further
information
call: Rawand
Arqawi,
Press Officer
on +972(0)599971070
- Or e-mail
The Freedom
Theatre
at info@thefreedomtheatre.org
Lustig
- Thomas
Immanuel
Steinberg
-
Henryk M.
Broder hat
sich auf
seiner Achse
des Guten
von Vera
Lengsfeld
loben lassen.
Ihre Lobrede
enthält
vier falsche
Leerzeichen,
vier falsche
Kleinschreibungen,
vier Kommafehler,
drei logische
Unmöglichkeiten,
einen falschen
Superlativ,
eine falsche
Fallbildung,
eine falsche
Mehrzahl,
eine falsche
Trennung,
ein Fürwort
ohne Bezug
und einen
Pleonasmus.
T:I:S, 22.
Dezember
2011. Siehe
auch
Aachener
Friedensmagazin
und
Michael
Klarmann
Kurzkommentar:
Henryk M.
Broder meint:
"Nun,
Toleranz
ist meine
Sache nicht,
ich bin
der Ansicht,
dass viele
der Probleme,
mit denen
wir es derzeit
zu tun haben,
eine Folge
der Toleranz
sind, die
wir praktizieren,
und dass
wir mehr
Intoleranz
brauchen,
wenn wir
das, was
unser Leben
lebenswert
macht, erhalten
wollen"
Nehmen wir
uns ausnahmsweise
ein Beispiel,
es ist an
der Zeit,
seien wir
Intolerant
- Henryk
M. Broder
gegenüber.
Die Nacht von Yalda und Weihnachten - Afsane Bahar - Die letzte Nacht im Azar, dem neunten Monat des iranischen Kalenders (gewöhnlich vom 21. auf 22. Dezember), stellt die längste Nacht des Jahres dar. Sie wird im Iran als ‚shabe yalda‘ (Nacht von Yalda) bezeichnet und in Form eines geselligen Beisammenseins gefeiert (1). Beim Anbruch der Nacht treffen sich Verwandte und Bekannte und verbringen die Zeit bis tief in die Nacht zusammen. Zu den Bestandteilen der entsprechenden Festtafel gehören unter anderem Wassermelonen, Granatäpfel, Zitrusfrüchte, Trockenobst und verschiedene Nusssorten. Durch Rezitieren der Gedichte von Hafez (2), Erzählen von Geschichten und lustige Spiele wird versucht, der vermeintlichen Endlosigkeit und dem Dunkel der Nacht zu entgehen (3).
Yalda ist aramäischer Herkunft und bedeutet Geburt. Die Kräfte der Finsternis (Ahriman) sollen angeblich in dieser Nacht ihren Höhepunkt erreichen. Der darauf folgende Tag gehört dann dem Schöpfer, Ahura Mazda, Herrn der Weisheit. Dieser Tag wird ‚khorram rouz' (der blühende, freudige Tag) oder ‚khor rouz' (Tag der Sonne) genannt. Ab diesem Zeitpunkt nimmt die Tageslänge zu und die Nächte werden kürzer, was symbolhaft den Sieg des Lichtes über die Dunkelheit darstellen soll.
Durch dieses Fest wurde ursprünglich der Gott Mithra (4) verehrt. Die Figur des Mithra existierte im Perserreich bereits im 14. Jahrhundert vor Christus. Mithra ist der Gott des Rechtes, des Bündnisses, der Sonne und des Lichtes. Er wacht über die kosmische Ordnung, pflegt Tugend und Gerechtigkeit und schützt die göttliche Gnade.
Im Rahmen des Mithraismus (5) kam diese Festveranstaltung als Fest des Lichtes durch Legionäre auch in das römische Reich. Bis zum 4. Jahrhundert wurde im antiken Rom am 21. Tag des zwölften Monates das Mithras-Fest zu Ehren der Geburt des Lichtes (Mithras) abgehalten. Manche Historiker sind der Meinung, dass Weihnachten eine Weiterentwicklung dieses Festes sei. Mit Übernahme des Christentums als Staatsreligion wurde dieses größte Fest im alten Rom von der Kirche in die Feier der Geburt von Jesus umgewandelt (6).
Versuchen wir, in einer Epoche der künstlich aufgebauschten Differenzen, Weihnachten und Yalda im Sinne der Versöhnung verschiedener Kulturen und Völker zu feiern.
Eine Sonne [in Anlehnung an den iranischen Dichter Siavash Kasra‘i; 25.3.2010 (7)]
Die Tür ist geschlossen,
ebenfalls das Fenster,
die Vorhänge sind zugezogen.
Selbst der Tür- und Fensterrahmen
scheinen dicht zu sein.
Und doch aus einer unbekannten Ecke,
dem Auge unsichtbar,
scheint die Sonne
auf meine Hände,
mein Heft
und meine Blume.
Sogar aus diesem eingeengten Winkel
kann der zärtliche Gedanke
durch die unsichtbare Lücke
den Raum verlassen,
sich zu einer Sonne entwickeln,
weltweit erleuchten,
mit Leidenschaft
zart durchdringend,
Wärme spendend
zur Liebe aufrufen
und zum Leben.
Arbeitsgericht
Potsdam
muss entscheiden
Ken Jebsen:
Kündigung
rechtswidrig
- Der Radiomoderator
Ken Jebsen
hat am Dienstag
beim Arbeitsgericht
Potsdam
Klage gegen
seine Kündigung
durch den
Rundfunk
Berlin-Brandenburg
(RBB) eingelegt.
Jebsens
Anwaltskanzlei
nennt „die
Kündigung
rechtswidrig,
weil keine
Kündigungsgründe
vorliegen“.
RBB-Programmdirektorin
Claudia
Nothelle
spreche
von einer
angeblichen
„Nichteinhaltung
journalistischer
Standards“,
ohne sie
auch nur
ansatzweise
erläutern
zu können.
„Ebenso
diffus ist
das Argument
des RBB,
Ken Jebsen
habe sich
,nicht an
getroffene
Vereinbarungen
gehalten’.“
>>>
Pressemitteilung
von Annette
Groth -
Kritik am
Siedlungsbau
Israels
muss auch
politische
Konsequenzen
haben
- „Es ist
zu begrüßen,
dass die
vier EU
Mitgliedsstaaten
im Sicherheitsrat,
unter ihnen
auch Deutschland,
die völkerrechtswidrige
israelische
Siedlungspolitik
endlich
einmal eindeutig
kritisieren“,
so Annette
Groth anlässlich
der Stellungnahme
der vier
EU Mitglieder
des UN-Sicherheitsrats
zur Beschleunigung
des Siedlungsbaus
in den besetzten
palästinensischen
Gebieten.
Die menschenrechtspolitische
Sprecherin
der Fraktion
Die LINKE
weiter:
„Dem rasant
vorangetriebenen
Siedlungsbau
steht die
Vertreibung
der Palästinenser
von ihrem
Land gegenüber.
Im Jahr
2010 wurden
laut Amnesty
International
in Ost-Jerusalem
und dem
besetzten
Westjordanland
431 Häuser
und andere
Bauwerke
zerstört.
Das ist
ein Anstieg
von 59 Prozent
gegenüber
dem Vorjahr.
Mindestens
594 Palästinenser
– die Hälfte
davon Kinder
– wurden
durch die
Häuserzerstörungen
obdachlos.
Es darf
aber nicht
bei Lippenbekenntnissen
bleiben.
Diese Kritik
am Siedlungsbau
muss auch
politische
Konsequenzen
haben: Bei
gravierenden
Völkerrechts-
und Menschenrechtsverletzungen
müssen Privilegien,
wie beispielsweise
durch das
EU-Israel
Assoziationsabkommen
geschaffen,
zurück genommen
werden.“
F.d.R. Beate
Figgener
-
91%
der
Ermittlungen
in Fällen
von
Angriffen
von
zivilen
Siedlern
auf
Palästinenser
und
ihr
Eigentum
sind
dokumentiert
bzw.
archiviert,
ohne
dass
es zu
einem
Gerichtsverfahren
gekommen
wäre.
-
Laut
der
israelischen
NGO
"Yesh
Din"
("Es
gibt
eine
Gerechtigkeit")
wurden
die
meisten
der
betreffenden
Akten
geschlossen,
weil
Verdächtige
nicht
kollaborierten,
unbekannt
waren
und
Beweise
nicht
gesammelt
wurden.
Die
von
Yesh
Din
zusammengetragenen
Daten
basieren
auf
einer
Untersuchung
von
760
Fällen,
in denen
die
israelische
Polizei
im Westjordanland
in Reaktion
auf
Klagen
palästinensischer
Einwohner
wegen
Delikten
ziviler
Siedler
gegen
sie
bzw.
ihr
Eigentum
manipuliert
hatte.
Nur
in kaum
7,5%
der
Fälle
kam
es zur
Klageerhebung
gegen
die
Aggressoren.
Der
Leiter
von
Yesh
Din,
Haim
Erlich,
gibt
in dem
Bericht
an,
dass
"die
Daten
ein
klarer
Beweis
dafür
sind,
dass
das
Westjordanland
ein
gesetzloses
Territorium
ist",
und
beschuldigt
die
verantwortlichen
israleischen
Behörden
der
"dauernden
Nachlässigkeit"
und
der
"Animierung
zu Straftaten".
http://www.yesh-din.org/postview.asp?postid=189
Quelle
und
Übersetzung
Karin
Nebauer
Kurzkommentar: Wie sehen
diese Taten aus? Gibt
es dann keine Morddrohungen
mehr sondern man schreitet
zur Tat? Versucht man
dan nicht mehr, die
öffentliche Meinung
zu manipulieren sonder
bestimmt sie?
Mohammed Khatib
-
I have just been released
from jail, after three
days inside.
I was arrested last
Friday, together
with 22 others, in the
village of Nabi Saleh,
during a demonstration
commemorating
the murder of Mustafa
Tamimi. Our arrest
took place as we peacefully
protested near the entrance
to the Jewish-only settlement
of Halamish, which is
built on lands stolen
from Nabi Saleh.
Minutes
after we got to the
gate, Israeli Border
Police officers moved
in to remove us from
the scene. Palestinians,
Israeli and international
activists, we were all
shackled and dragged
away into military jeeps
that transported us
to the adjacent military
base, which is in fact
part of the settlement.
In the
military base, still
shackled, I was assaulted
by a settler who hit
me in the face, leaving
me with a bloody nose.
Shortly after, the settler
also attacked a female
Israeli activist who
was by my side. The
soldiers and policemen
present did not prevent
the attack, nor did
they bother to detain
the settler after the
fact. Instead, the zip-tie
locks on my hands were
removed, only for my
arms to be bound again,
this time behind my
back.
Hours
later, at the police
station, I learned that
to cover up their responsibility
for my attack, the soldiers
have laid a bogus complaint
against me for assaulting
them. My hands were
tied, my face was bleeding,
but it was I who spent
the night in the inside
of prison cell.
Mohammed
Tamimi from Nabi Saleh
was also arrested during
that same demonstration.
While the police decided
to release all the others,
he and I were to remain
in jail. During our
demonstrations, soldiers
often take pictures,
to later use them as
"incriminating evidence".
This time, the soldiers
used one such picture
to accuse Mohammed of
throwing stones during
a demonstration a few
weeks or months back.
The man pictured in
that photograph is not
Mohammed Tamimi from
Nabi Saleh, regardless,
he remains in jail.
Military law allows
Israel to keep us Palestinians
in jail for eight days
before seeing a judge,
and even then, it is
a soldier in uniform
who is the so called
neutral arbitrator.
As the
prison doors closed
behind me, my happiness
was clouded by the fact
that Mohammed Tamimi
was not released. The
battle for his freedom
is only beginning, as
our lawyers prepare
the petition for his
release. If you can,
please
help us fund
legal aid
for him and for the
countless others who
are regularly arrested
protesting Israeli Occupation.
I would
also like to use this
letter to extend my
gratitude to Ayala Shani,
an Israeli comrade who
was arrested with me.
She refused the injustice
of being released while
both me and Mohammed
Tamimi were still detained.
As these words are written,
she is still in jail,
despite having been
offered her freedom
twice already by Israeli
courts. Sincerely,
Mohammed
Khatib
Al-Waladscha, ein
weiteres Opfer der
Apartheidmauer
-
Al-Waladscha wird
demnächst ganz von
der Mauer eingeschlossen
und nur über einen
von der israelischen
Armee kontrollierten
Zugang erreichbar
sein. Seit 1948
hat Israel mehr
als 15.000 Dunam
Land von der Gemeinde
konfisziert.
Die Geschichte
des Ortes in Kürze:
1948 besetzte die
israelische Armee
den Ort, konfiszierte
das Land und zwang
die Bewohner, ihre
Häuser zu verlassen
und in Höhlen umzuziehen.
Da die Höhlen verstreut
in der Gegend lagen,
wurden die Kommunikation
unter Familien und
Nachbarn schwieriger.
Die Menschen hofften,
bald in ihre Häuser
zurückkehren zu
können, aber daraus
wurde nichts. Sie
wollten aber auch
nicht die Höhlen
verlassen und weiter
ins Westjordanland
hinein ziehen, denn
das hätte zur Folge
gehabt, dass sie
nie mehr zurückkehren
könnten. In den
60er Jahren begannen
die Leute in neu
errichtete Häuser
auf dem Boden des
Ortes umzuziehen
(dort leben sie
noch heute). 1967
annektierte die
Stadtverwaltung
von Jerusalem einen
Teil des Tales,
obwohl die Bewohner
inzwischen Identitätskarten
für die Westbank
erhalten hatten.
1971 konfiszierte
Israel mehr als
4.000 Dunam Land,
um die Siedlung
Gilo in Ostjerusalem
zu bauen, 1979 wurde
der Hügel des Ortes
konfisziert, auf
dem heute die Siedlung
Har Gilo errichtet
wird. Den Bewohnern
blieben 2.800 Dunam
Land.
Die Apartheidsmauer
wird in Kürze den
Ort ganz umschließen,
der Zugang wird
nur noch über einen
Tunnel und ein Tor
zu Beit Jala hin
möglich sein. Die
Bewohner fürchten,
dass das Tor nicht,
wie der Oberste
Gerichtshof erklärt
hat,
ständig offen und
24Stunden von der
Armee kontrolliert
sein wird, sondern
dass es wie Qalandia
um 5 Uhr nachmittags
geschlossen werden
könnte und niemand,
der nicht in al-Waladscha
wohnt, hinein darf.
Die Bewohner haben
bisher friedlich
gegen die Mauer
demonstriert. Die
israelische Armee
hat mit Härte reagiert.
Sie hatten mehrere
Bewohner schwer
verletzt, darunter
einige Kinder, vor
den wartenden Menschen
zerrissen die Soldaten
die Arbeitserlaubnisse...
Jetzt haben die
Bewohner Angst,
sie möchten Widerstand
leisten, aber sie
riskieren dabei
viel!
www.palestinalibre.org/articulo.php?a=36866
- Aus dem Spanischen
übersetzt und gekürzt
von K. Nebauer
Dazu
paßt ein Zitat von
Bertold Brecht:
"Wer die Wahrheit nicht
weiß, der ist bloß ein
Dummkopf. Aber wer sie
weiß und sie eine Lüge
nennt, der ist ein Verbrecher."
Friedlicher Widerstand
in der Westbank, 9.
Dezember 2011
Nabi
Saleh: Mustafa Tamimi
von Tränengaskanister
getötet -
Mustafa
Tamimi aus Nabi Saleh
wurde während des wöchentlichen
Protestes im Westbankdorf
tödlich verletzt, als
ein israelischer Soldat
einen Tränengaskanister
aus nächster Nähe direkt
auf ihn abfeuerte. Der
Soldat sass im Heck
eines Armeejeeps und
schoss aus der geöffneten
Tür des Fahrzeugs auf
Mustafa, der den abziehenden
Armeejeeps gegen Ende
der Demonstration gefolgt
war, um durch zornige
Worte und einige Steine
zu zeigen, dass die
Dorfbewohner die wöchentlichen
militärischen Angriffe
auf ihre antikolonialen
Proteste nicht passiv
hinnehmen werden. Augenzeugen
berichten, dass der
Soldat das Gewehr aus
weniger als zehn Metern
Entfernung auf Mustafa
Tamimi richtete und
abschoss; der Kanister
zerstörte eine Hälfte
von Mustafas Gesicht;
er starb am nächsten
Tag an seinen Verletzungen.
An diesem
Freitag hatte sich eine
besonders grosse Gruppe
von Demonstranten in
Nabi Saleh versammelt,
weil das Dorf den zweiten
Jahrestag seit Beginn
der wöchentlichen Demonstrationen
beging. Eine UN Delegation
war ebenfalls gekommen,
um das Vorgehen der
israelischen Armee gegen
die Demonstranten zu
beobachten.
Nachdem
die Hauptgruppe von
Demonstranten etwa eine
Stunde lang vergeblich
und unter permanentem
Tränengasbeschuss versucht
hatte, die Demonstration
ausserhalb des Dorfes
und in Richtung der
von Siedlern konfiszierten
Dorfquelle fortzuführen,
baute eine kleine Gruppe
von Jugendlichen eine
improvisierte Strassenblockade
aus Steinen auf der
Hauptstrasse und begann,
Steine zu werfen.
Ein israelischer
gepanzerter Bulldozer
wurde losgeschickt,
um die Steine zu entfernen;
einige Armeejeeps fuhren
ebenfalls vor und Soldaten
stiegen aus und begannen
mit dem Beschuss der
Jugendlichen. Mustafa
Tamimis erlitt die tödliche
Verletzung während des
Abzugs dieser Jeeps.
Mitdemonstranten rannten
sofort zu dem verwundeten
Mann und hoben ihn in
ein Taxi. Wenig später
wurde das Taxi an einem
Checkpunkt von israelischen
Soldaten angehalten
und Mustafa Tamimi aus
dem Taxi geholt. Während
einige Soldaten die
Ausweispapiere von Mustafa
Tamimi und von Familienmitgliedern
untersuchten, die ihn
ins Krankenhaus begleiten
wollten, behandelten
andere den Schwerverletzten.
Mustafa Tamimi wurde
in ein Krankenhaus in
Petah Tikva bei Tel
Aviv geflogen, wo er
am Samstag morgen starb.
Nabi
Saleh ist ein kleines
palästinensisches Dorf
nicht weit von Ramallah.
Seit den 70er Jahren
verlor es Dorfland durch
den Bau einer sich stetig
vergrössernden Kolonialsiedlung
in der Nachbarschaft,
die ausschliesslich
von jüdischen Israelis
bewohnt werden darf.
Nachdem eine wichtige
Wasserquelle des Dorfes
von den Siedlern von
Halamish in Beschlag
genommen wurde, reagierten
die Dorfbewohner aus
Nabi Saleh mit wöchentlichen
Protesten jeden Freitag.
**Eine
persönliche Bemerkung
Jeder,
der einige Zeit an einem
Freitag in Nabi Saleh
verbracht hat, versteht,
wie persönlich dort
alles verläuft. Die
Familie Tamimi und die
Aktivisten, die dorthin
gehen, um sie in ihrem
Kampf um ihr Land unterstützen,
bilden die zentrale
Gruppe[der Proteste]
und sind meist die gleichen
Leute, und die Soldaten
aus der benachbarten
Baracke sind normalerweise
auch immer die gleichen.
Jeder kennt jeden aufgrund
der wöchentlichen Interaktionen.
Jedes Mitglied der Familie
Tamimi ist den in der
Gegend stationierten
israelischen Armeeeinheiten
wohl bekannt, wie auch
den Soldaten, die sie
quälen und schikanieren.
Handlungen, wie die
böswillige Tötung von
Mustafa Tamimi kann
man als absichtlich
verstehen, wenigstens
von dem Soldaten, der
am Drücker war. Entweder
wurde [Mustafa] als
Individuum ins Visier
genommen oder um einer
Familie das Rückgrat
zu brechen, die jedes
Hinterniss auf sich
genommen hat, um ihr
Land und ihre Rechte
zu bewahren; Leute von
aussen müssen den persönlichen
Aspekt im Tod von Mustafa
Tamimi sehen, in der
Festnahme von Bassem
Tamimi, in den ständigen
Nachtrazzien, der Festnahme
und brutalen Vernehmung
von Kindern und dem
ganzen Arsenal an Schikanen
gegen diese Menschen.
Reaktionen auf den
Tod von Mustafa Tamimi:
Der britische
Generalkonsul in Jerusalem
bedauerte am 10. Dezember
im Namen der britischen
Regierung den tragischen
Tod von Mustafa Tamimi
aus Nabi Saleh „während
einer wöchentlichen
Demonstration gegen
die systematischen Versuche
der Siedler aus der
illegalen Siedlung Halamish,
die Wasserquelle zu
enteignen, die den Dorfbewohnern
von Nabi Saleh gehört.“
Er erinnerte an den
Besuch des britischen
Aussenministers Alistair
Burt im Juli 2011 in
Nabi Saleh, bei dem
Burt das Recht auf friedliche
Demonstrationen unterstützt
habe.
Die israelische
Menschenrechtsorganisation
B’Tselem
forderte am 11. Dezember
nicht nur eine Untersuchung
des Verhaltens des israelischen
Soldaten, der einen
Hochgeschwindigkeits-Tränengaskanister
auf Mustafa Tamimi abfeuerte,
sonder auch der kommandierenden
Offiziere und der dem
Soldaten gegebenen Befehle.
B’Tselem
forderte eine Klarstellung
von der israelischen
Armee, dass eine Untersuchung
durch die Militärpolizei
stattfindet in Übereinstimmung
mit einer dieses Jahr
abgegebenen Erklärung
der israelischen Armee
vor dem Obersten Gericht,
nach der alle Todesfälle
von Zivilisten in der
Westbank von der Militärpolizei
untersucht werden sollen.
Seit
mehreren Jahren hat
B’Tselem Vertreter der
israelischen Streitkräfte
gewarnt, dass Soldaten
Tränengaskanister direkt
auf Demonstranten in
der Westbank abschiessen.
Die Organisation forderte
die Kommandeure dazu
auf, von den Soldaten
im Einsatz ein striktes
Befolgen der Regeln
der israelischen Armee
zu verlangen. Nach den
offiziellen Regeln der
Armee darf ein Tränengaskanister
nicht direkt aus einem
Gewehr auf einen Demonstranten
oder aus weniger als
40 Meter Distanz abgefeuert
werden.(Haaretz)
Mehrere
Demonstranten wurden
durch Tränengaskanister
zum Teil schwer verletzt
oder getötet. 2009 wurde
Bassem Abu Rahmah aus
Bil’in durch einen Tränengaskanister
tödlich verletzt, der
Amerikaner Tristan Anderson
erlitt im gleichen Jahr
einen Gehirnschaden
nach einer Kopfverletzung
durch einen Gaskanister.
Nach Informationen von
B’Tselem wurde bisher
kein einziger Soldat
wegen des regelwidrigen
Einsatzes von Tränengas
vor Gericht gestellt.
Im Todesfall von Bassem
Abu Rahmah begann die
Militärpolizei eine
Untersuchung erst im
Juli 2010, nachdem B’Tselem
und der israelische
Anwalt Michael Sfard
mit einem Gang zum Obersten
israelischen Gericht
drohten.
Die
Chefin der Europäischen
Aussenpolitik Catherine
Ashton
gab am 13. Dezember
eine Stellungnahme zum
Tod von Mustafa Tamimi
heraus, in der sie seinen
‚tragischen Tod‘ zutiefst
bedauerte und eine gründliche
Untersuchung des Vorfalls
forderte.
Beit Ummar: Protest
gegen die Tötung von
Mustafa Tamimi -
Bei der
wöchentlichen Samstagsdemonstration
in Beit Ummar protestierten
die etwa 40 Demonstranten,
verstärkt durch eine
Gruppe von Studentinnen
aus Hebron, gegen den
Mord von Mustafa Tamimi,
der am Vortag bei der
Demonstration in seinem
Heimatdorf Nabi Saleh
von einem Tränengaskanister
tödlich getroffen wurde.
Seine Beerdigung am
Samstag wurde von israelischen
Soldaten angegriffen
und die Trauergäste
verprügelt und mit Tränengas
beschossen.
Einige
israelische Soldaten
blockierten die Demonstranten,
die palästinensische
Fahnen trugen und gegen
das Besatzungsregime
protestierten. Die Demonstration
endete ohne Verletzungen
und Festnahmen.
Bis Ende
November wurden etwa
15 Männer aus Beit Ummar
von der israelischen
Armee festgenommen,
meist während nächtlicher
Razzien in der Stadt.
Auf der
Suche nach Weihnachtsgeschenken?Das
Palestine Solidarity
Project bietet in seinem
Internetladen örtliche
hergestellte Keffiyehs,
Schmuck und Textilprodukte
an; der Erlös unterstützt
die Arbeit des PSP und
die Bewohner der Region.
(Bestellen bei:
pspembroidery@gmail.com)
Beit Jala: Hilferuf
an die Welt zu Weihnachten
-
Als Teil
der wöchentlichen gewaltlosen
Demonstrationen gegen
die Besatzung, die Siedlungen
und die israelische
Mauer in der Westbank
hielten palästinensische
Christen in Beit Jala
Gebete auf dem Land
des örtlichen Klosters
ab, um gegen israelische
Annexionsversuche zu
protestieren. Das Palestine
News Network (PNN) berichtete,
dass die orthodoxe Kirche
im Beit Jala diese Proteste
auf dem Land zusammen
mit mehreren Nicht-Regiderungsorganisationen
seit einigen Wochen
durchführt.
Vater
Ibrahim Ash-Shomaly
beschrieb die Gebete
als Botschaft an die
Welt, die sich auf Weihnachten
vorbereitet. Die Christen
und Moslems in Bethlehem,
Beit Jala und Beit Sahour,
und die gesamte palästinensische
Bevölkerung bitten die
internationale Gemeinschaft
um ihren Beistand und
Einsatz für die Beendigung
des Unrechts. Israels
Aktionen verletzten
internationale Verträge
und die Prinzipien aller
Religionen. Mehrere
Einwohner trugen Plakate
mit der Aufschrift:
„Kein Friede ohne Gerechtigkeit“;
„Unrecht kann nicht
ewig dauern“; sie bestätigten
ihren Entschluss, die
wöchentlichen Proteste
fortzusetzen, um der
ganzen Welt zu zeigen,
dass Israel Unrecht
im Heiligen Land praktiziere.
Saeed
Bannoura, Latin Church
In Beit Jala Holds Prayers
On Lands Threatened
By Wall, Settlements,
IMEMC, 2.
Dezember
2011;
http://www.imemc.org/article/62603
Jerusalem: Palästinenser
protestieren gegen geplante
Zerstörung von Beduinendörfern
in der Negev
-
Tausende
von Palästinensern protestierten
am 11. Dezember vor
dem Büro des israelischen
Ministerpräsidenten
Benjamin Netanyahu in
Jerusalem, um gegen
die geplante Demolierung
von mindestens 30 „nicht
anerkannten“ Beduinendörfern
in der Negev mit einer
Einwohnerschaft von
mehr als 100 000 Menschen
zu demonstrieren.
Nach
dem „Braver Plan“ sollen
etwa eine Million Dunam
Land im Besitz von Arabern/Beduinen
in der Negev konfisziert
und die Beduinen (insgesamt
etwa 200 000 Menschen)
in einem Teil des Negevgebietes
auf weniger als 100
000 Dunam konzentriert
werden. Mit der Konstruktion
von Siedlungen und Einkaufszentren
nur für jüdische Israelis
würde Israel eine Politik
der ethnischen Säuberung
durchführen, sagte Mohammad
Zeitan gegenüber Al
Jazeera.Das israelische
Kabinett behandle die
Araber im Land mit einer
kolonialen Mentalität
als Sicherheitsrisiko.
Sheikh
Siyah At-Toury vom Beduinendorf
Al Araqeeb sagte, dass
die Dorfbewohner auch
nach der 32sten Zerstörung
ihres Dorfes in diesem
Jahr an ihrem historischen
Land festhalten werden.At-Toury
erklärte, dass die israelischen
Pläne zur Vertreibung
der Beduinen aus der
Negev von israelischen
Militärs entworfen werden,
die die Araber und Beduinen
als Feinde ansehen und
nicht als Einheimische
des Landes.
Saed
Bannoura,
Protests
Held In Jerusalem Against
Plans Targeting Bedouin
Villages, IMEMC, 12.
Dezember
2011;
Bil’in: Fortsetzung
der Demonstrationen
trotz Tränengasbeschuss
-
Dutzende
litten unter schweren
Atembeschwerden und
anderen Folgen der Tränengasinhalierung,
als israelische Soldaten
den wöchentlichen Protest
gegen die israelische
Mauer in Bil’in mit
Tränengas, Schockgranaten,
gummiummantelten Stahlgeschossen
und einer übelriechenden
chemischen Flüssigkeit,
dem sogenannten Skunk,
angriffen. Eine Delegation
aus Belgien beteiligte
sich am Protestmarsch
an diesem Freitag, zusammen
mit Palästinensern ,
Israelis und internationalen
Friedensaktivisten.
Seit Anfang Juli diesen
Jahres marschiert der
Demonstrationszug in
Bilin nach dem Freitagsgebiet
zum Abu Lemon Park,
einem Teil von Bilins
Land, das dem Dorf nach
sechs Jahren Widerstand
und vier Jahre nach
einer Entscheidung des
Obersten israelischen
Gerichtes zugunsten
des Dorfes zurückgegeben
wurde. Wie so oft in
den vergangenen Jahren
trugen die Teilnehmer
palästinensische Fahnen
und Banner mit dem Foto
von Marwan Barghouti,
sie forderten das Ende
der Besetzung und Freiheit
für alle palästinensischen
politischen Gefangenen.
Die neu errichtete Betonwand
wird von der israelischen
Armee zusätzlich durch
eine Rolle Stacheldraht
verstärkt, die einen
Teil des wiedergewonnenen
Landes blockiert und
deshalb jeden Freitag
von den Demonstranten
teilweise entfernt und
zerschnitten wird. Nach
wenigen Minuten begannen
die hinter der Mauer
wartenden israelische
Soldaten mit dem Einsatz
ihrer „Mengenkontrollmittel“,
was zu schwerwiegernder
Atemnot bei einigen
Demonstranten führte.
Sie wurden von Sanitätern
der bereitstehenden
Ambulanzen behandelt,
während eine kleine
Gruppe von Jugendlichen
mit dem Steine werfen
begann.
Am 2.
Dezember hatte eine
Gruppe von 30 Kommunisten
aus Frankreich die wöchentliche
Demonstration unterstützt
und gemeinsam mit den
Dorfbewohnern gegen
die Demolierung des
Aussenpostens von Bilin
protestiert. Diese Struktur
wurde 2005 einige Meter
von der illegalen israelischen
Kolonie Modi’in Illit
errichtet und diente
den palästinensischen
Dorfbewohnern als Beobachtungsstation,
um die Aktivitäten der
Sielder zu verfolgen
und um Siedlerangriffe
auf das Dorf zu verhindern.
Mohammed Khatib vom
Bürgerkomitee Bil’in
kommentierte: “ Es ist
eine Schande, wenn die
Häuser der Siedler,
auf unserem gestohlenen
Land erbaut, im Nachhinein
genehmigt werden, während
unsere Gebäude zerstört
werden, als wären wir
die Gesetzesbrecher.
Wenn das nicht Apartheid
ist, dann weiss ich
nicht, was sonst.”
Kufr Qaddoum: Armee
greift Dorf mit Tränengas
an -
Am
Freitag wurden die Teilnehmer
am Protest gegen die
Schliessung einer zentralen
Verkehrsader beim Dorf
Kufr Qaddoum von der
israelischen Armee aggressiv
vertrieben. Etwa 200
Menschen waren nach
dem Freitagsgebet zum
Eingang des Westbankdorfes
marschiert, um die Wiedereröffnung
einer Verbindungsstrasse
zwischen Kufr Qaddoum
und Nablus zu fordern.
Eine Gruppe von israelischen
Soldaten blockierte
den Weiterzug der Demonstranten
und die Mehrheit der
Protestteilnehmer kehrte
nach einer kurzen Kundgebung
ins Dorf zurück. Als
eine kleine Gruppe von
Jugendlichen mit Steine
werfen begann, drangen
die Soldaten ins Dorf
ein und beschossen Menschen,
Häuser und Gärten mit
Tränengas. Augenzeugen
berichten, dass die
Soldaten in Verletzung
der Armeeregeln die
Tränengaskanister direkt
auf Menschen abschossen,
obwohl dies in der Vergangenheit
zu zahllosen Knochenbrüchen,
schwersten Kopfverletzungen
und Toten führte.[Die
Internationale Solidaritätsbewegung,
ISM, hat die Namen der
bei Protesten getöteten
Demonstranten von 2004-2011
aufgelistet.]
2003
wurde die Hauptverbindungsstrasse
des Dorfes nach Nablus
geschlossen, weil sie
an einer der illegalen
israelischen Siedlungskolonien
in der Westbank vorbeiführt.
Damit hat sich die Fahrtzeit
nach Nablus verdoppelt.
Ein Bericht der Palästinensischen
Autorität vom September
schätzt, dass sich die
Kosten der Verkehrsbehinderungen
durch die israelische
Armee, durch Checkpunkte
etc. auf 184 Millionen
Dollar pro Jahr belaufen.
Am 1.
Juli 2011 begannen die
wöchentlichen Proteste
gegen die Strassensperrung
in Kufr Qaddoum, nachdem
andere Lösungsversuche
gescheitert waren. Abu
Musub, Vorsitzender
des Gemeinschaftszentrum
von Kufr Qaddoum berichtet,
dass die Tränengasmenge
bei jeder Demonstration
zunahm: „Sie wollen
die Demonstrationen
stoppen, aber wir werden
weitermachen, bis sie
die Strasse öffnen.“
Er sagte, dass die israelische
Armee jede Nacht ins
Dorf kommt, oft um das
Dorf mit lauten Schockgranaten
zu terrorisieren. Am
29. November wurden
vier junge Männer aus
dem Dorf von Soldaten
verschleppt; sie wurden
bisher incommunicado
festgehalten, niemand
hat Informationen über
ihren Aufenthalsort
oder die Gründe der
Inhaftierung. 20 oder
21 Dorfbewohner sind
in israelischen Militärgefängnissen,
acht wurden im Zusammenhang
mit den Protesten festgenommen.
Ni’lin: Nachtrazzia
der israelischen Armee
- Mitglieder der Familie
Amireh terrorisiert
-
In der
Nacht vom 11. zum 12.
Dezember führte die
israelische Armee eine
nächtliche Razzia im
Dorf Ni’lin durch; ihr
Ziel waren Familienmitglieder
von Ibrahim und Saeed
Amireh, die im friedlichen
Widerstand gegen die
Besatzung aktiv sind.
Ibrahim Amireh wurde
bereits mit einem Jahr
Gefängnis für die Organisation
und Teilnahme an den
gewaltlosen Protesten
bestraft. Nachdem die
Soldaten rücksichtslos
zwei Häuser druchkämmt
hatten, schleppten sie
einen Onkel der Familie
zu Saeed Amirehs Haus,
wo sie mit viel Lärm
und Gewalt eindrangen.
Die Familie wurde in
einen Raum zusammengepfercht
und ein 18jähriger Sohn
der Familie in das Wohnzimmer
gebracht und fotografiert.
Anschliessend übergaben
die Soldaten ihm eine
Vorladung zum Verhör
im Gefängniskomplex
Ofer am 15. Dezember.
Für palästinensische
Familien geschehen die
Razzien, die nächtliche
Identifizierung von
Familienmitgliedern
und die Vorladung zum
Verhör im Kontext der
kontinuierlichen Menschenrechtsverletzungen
durch die Besatzungsarmee:
Im Dezember 2009 wurde
z. B. der 18jährige
Ibrahim Srour aus Ni’lin
festgenommen und zu
22 Monaten Gefängnis
verurteilt, als er zum
Verhör erschien. Nachdem
er zusätzlich eine Geldstrafe
abgezahlt hatte, wurde
er vor zwei Monaten
freigelassen.
Die Teilnehmer
an den Freitagsprotesten
in Ni’lin wurden Anfang
Dezember ebenfalls verstärkt
unter Druck gesetzt:
Am 2. Dezember 2011
drang die israelische
Armee erstmals nach
der Freitagsdemonstration
in das Dorf ein und
beschoss unbeteiligte
Dorfbewohner mit Gummimantelgeschossen;
Soldaten feuerten auch
mit scharfer Munition
in die Luft.
Abdallah Frangi: Der
Gesandte. Mein Leben
für Palästina. Hinter
den Kulissen der Nahost-Politik,
Heyne-Verlag München
2011, 19,80 Euro, ISBN
978-3-453-19354-3
We Are Palestinians
- Daoud Kuttab - The
historian Rashid Khalidi,
in his book “Palestinian
Identity: The Construction
of Modern National Consciousness,”
argues that the fierce
conflict between Palestinians
and Israelis is one
reason why the Palestinian
identity is so poorly
understood. He traces
the development of the
Palestinians’ identity
to the late Ottoman
area, “when they had
multiple loyalties to
their religion, the
Ottoman state, the Arabic
language, and the emerging
identity of Arabism,
as well as their country
and local and familial
foci.”