Bil’ins Abdallah Abu Rahmah zu einem
Jahr Gefängnis verurteilt
Ein israelisches Militärgericht hat
den prominenten Aktivisten der
Widerstandsbewegung in der Westbank
wegen Aufwiegelung und der
Organisation von illegalen
Demonstrationen zu einem Jahr
Gefängnis und einer Geldstrafe von
5000 Schekel verurteilt, berichtet
CNN. Die EU und
Menschenrechtsorganisationen
kritisierten seine Verurteilung als
politisch motiviert.
Der palästinensische Aktivist
Abdallah Abu Rahmah,39, wurde im
August wegen seiner Beteiligung an
der Organisation von wöchentlichen
Protesten gegen den Verlauf der
Sicherheitsbarriere (israelische
Bezeichnung) und
Apartheid-Trennungsmauer(palästinensische
Beschreibung) schuldig gesprochen.
Damals verlautbarte die israelische
Armee, dass Abu Rahmah „wegen
Aufwiegelung und der Teilnahme an
illegalen Ausschreitungen schuldig
gesprochen wurde.“
Vor der Urteilsverkündigung wies Abu
Rahmah die israelischen Anklagen
zurück und versprach, seine Arbeit
in der Protestbewegung fortzusetzen.
„Wir werden unseren Kampf
fortsetzen. Wir werden unsere Rechte
weiterhin einfordern, bis wir
Freiheit und Unabhängigkeit gewonnen
haben, um die illegale Mauer und
Siedlungen zu beseitigen, all diese
Dinge, die Verhaftungen unserer
Leute. Wir werden nicht aufhören;
das ist unser Recht, das ist unser
Land. Wir geben nicht auf, bis wir
unsere Freiheit gewonnen haben.“
Abu Rahmah hat bereits 10 Monate in
einem israelischen Militärgefängnis
gesessen. Unter den Bedingungen des
Urteils müsste er in 40 Tagen
freigelassen werden.
Nach Information des
palästinensischen Komitees für den
Widerstand wird die israelische
Armee gegen das Urteil
wahrscheinlich Widerspruch einlegen
– wie im Fall von Adeeb Abu Rahmah,
der [diesen Sommer] für ähnliche
Anklagepunkte zu 12 Monaten
verurteilt wurde, aber nach 15
Monaten immer noch im Gefängnis
sitzt, während über den Einspruch
der Anklage verhandelt wird. Die
Verteidigerin Gabi Lasky erwägt
ihrerseit, gegen Abu Rahmahs
Verurteilung Berufung einzulegen.
Die internationale
Menschenrechtsorganisation Human
Rights Watch sagte, dass der Arrest
und das Verfahren gegen Abu Rahmah
Anlass zu schweren Bedenken wegen
der Verletzung von Prinzipien eines
ordnungsgemässen Verfahrens gebe und
dass dieses Urteil „prinzipiell
Formen des friedlichen
palästinensischen Protestes gegen
die de facto Konfiszierung ihres
Landes kriminalisiere.“
Dieser Fall hat weltweite
Aufmerksamkeit erhalten. In einer
Stellungnahme nach Abu Rahmas
Verurteilung sagte Catherine Ashton,
die EU-Aussenministerin, dass die EU
ihn als einen ‚Verteidiger der
Menschenrechte“ ansehe und äusserte
die Besorgnis, dass sein Arrest
darauf ziele, „ihn und andere
Palästinenser daran zu hindern, ihr
legitimes Recht wahrzunehmen, auf
gewaltlose Weise gegen die
exsitierende Trennungsbarriere zu
protestieren.“
Hunderte von Menschen nehmen jede
Woche an der weitverbreiteten
Kampagne gegen die Mauer teil. Die
Proteste im Westbankdorf Bil’in
begannen vor fünfeinhalb Jahren.
Einwohner sagen, dass die Mauer sie
von ihren Feldern trennt und das
Land stiehlt. Israel sagt, dass es
die Barriere für seine Sicherheit
brauche.
Das Oberste Gericht Israels
entschied im September 2007, dass
ein Teil des Zauns nahe Bil’ins
illegal sei und versetzt werden
müsse, um den Bewohnern einen Teil
ihres Landes zurückzugeben. Die
israelische Verteidigungsarmee
teilte CNN mit, dass die Umleitung
des Zaunes im Februar 2010 begonnen
habe, aber die Einwohner sagen, dass
noch kein Teil des Zaunes versetzt
wurde.
Die Anklage des Steinewerfens
während der Demonstrationen wurde
fallengelassen. Abu Rahmah hatte
Tränengaskanister und Waffen
gesammelt, die gegen die
Demonstranten eingesetzt wurden, und
sie in seinem Garten ausgestellt.
Die israelische Armee beschuldigte
ihn deshalb des Waffenbesitzes, ein
weiterer Anklagepunkt, der vom
Gericht gestrichen wurde.
Die Organisatoren sagen, dass
Gewaltlosigkeit ihre beste Waffe
sei, um den internationalen Druck
auf Israel zur Beendigung der
Besetzung zu verstärken, und haben
damit den Rückhalt von
Premierminister Salam Fayyad
gewonnen. Aber einige
palästinensische Jugendliche werfen
bei den Demonstrationen mit Steinen
auf die israelische Armee, und die
Armee setzt Schockgranaten,
Tränengaskanister, gummiummantelte
Stahlkugeln und manchmal scharfe
Munition ein.
Sowohl die Armee wie die
Jugendlichen wurden beschuldigt,
Gewalt zu schüren.
Die Organisatoren der
Protestbewegung sagen, dass sie die
Jugendlichen nicht vom Steinewerfen
abhalten können.
Sechs Demonstranten wurden in den
letzten 18 Monaten in Bil’in und im
Nachbardorf Ni’lin getötet, und
hunderte wurden verletzt, so
berichten die Organisatoren der
Demonstrationen. Israel sagt, dass
hunderte von Soldaten von Steinen
verletzt wurden.
Nach Ansicht von Jonathan Pollock,
einem Mitorganisator, will die
israelische Armee an Abu Rahmah ein
Exempel statuieren, um andere von
den Demonstrationen fernzuhalten.
Diese Taktik werde keinen Erfolg
haben: „Hunderte von Menschen wurden
im vergangenen Jahr festgenommen,
aber das hat die Demonstrationen
nicht beendet. Die Verurteilung von
einem Menschen wird die
Protestbewegung nicht
beeinträchtigen.“
Al-Ma`sara: 43. Jahrestag der
Ermordung von Che Guevara
Am Freitagnachmittag versammelten
sich ca. 50 Demonstranten,
einschliesslich vieler
internationaler und israelischer
Aktivisten, im Dorf Al-Ma’sara bei
Betlehem, um gegen den Landraub
durch den Gush Etzion Siedlungsblock
zu protestieren. Israelische
Soldaten erwarteten die
Demonstranten am Eingang des Dorfes,
damit sie der Siedlung nicht zu nahe
kommen konnten. Die Soldaten zeigten
auf einer Karte vor, dass sich die
Demonstranten in einer geschlossenen
militärischen Zone befänden, und
begannen anschliessend, ihre
Schockgranaten zu werfen.
Israelische Aktivisten versuchten,
den Soldaten die Gründe für die
Proteste der Palästinenser
darzulegen; nachdem eine Herde
Schafe vorbeigezogen war, verliessen
auch die Soldaten das Feld.
Seit November 2006 hält das Dorf
seine wöchentlichen Proteste gegen
die israelische Mauer und Besatzung
ab.
Bei der ersten Freitagsdemonstration
während der Olivenernte wurden zwei
Journalisten verletzt und dutzende
litten an Verletzungen durch
Tränengas und gummiummantelte
Stahlkugeln.
Bil’ins Bürgerkomitee hatte die
Demonstration gegen die illegale
Apartheidmauer unter das Motto
gestellt:“ Wir bleiben hier wie die
Wurzeln der Olivenbäume“. Bil’in
will damit bekräftigen, dass
palästinensische Bauern das Recht
haben, unbehindert und ungefährdet
auf ihr Land zu gehen und die Oliven
zu ernten.
Viele internationale
Solidaritätsgruppen, israelische
Friedensaktivisten und Palästinenser
aus Nachbarorten beteiligten sich.
Jemand brachte eine Leiter und einen
Eimer, um mit der Ernte zu beginnen,
falls die Demonstranten das
Dorfland, das jetzt hinter der
israelischen Mauer liegt, erreichen
könnten. Dieser Zugang wurde von
israelischen Soldaten wieder einmal
verweigert, sie feuerten satt dessen
Gummimantelgeschosse und Tränengas
in die Menge und stürmten durch das
Tor im vergeblichen Versuch, einige
Demonstranten zu verhaften. Dabei
wurden zwei Journalisten verletzt.
Abas Ak Mimani wurd im Rücken von
einem Tränengaskanister verletzt und
Haron Amaira litt unter extremer
Tränengasinhalierung.
Zur Zeit sitzen vier Einwohner Bil’ins
in israelischen Gefängnissen
aufgrund fabrizierter Geständnisse
und Beweise, und an die Kinder von
zwei dieser Gefangenen soll heute
erinnert werden. Seit vielen Monaten
läuft Luma, die siebenjährige
Tochter von Abdallah Abu Rahmah bei
den Demonstrationen mit, in den
Händen ein Poster mit einem Foto
ihres Vaters; ihr Mut wird von allen
bewundert und macht ihren Vater und
Bil’in stolz. Abdullah und seine
Frau Majida haben zwei weitere
Kinder, Lian,5 und das neun Monate
alte Baby Laith. Ein weiterer Held
des Dorfes und Inspiration für uns
ist Adeeb Abu Rahmah. Er hat neun
Kinder, die alle unter seines
Abwesenheit leiden, vor allem die
jüngsten, die seine Liebe und Sorge
vor allem benötigen, Tutu,4 und
Falastine,8.
Ni’lin: Unterstützt die Bauern bei
der Olivenernte
Hunderte von Demonstranten,
Palästinenser sowie Israelis und
Internationale, protestierten gegen
die Konstruktion der israelischen
Mauer auf ihrem Land im Dorf Ni’lin
bei Ramallah.
Das Bürgerkomitee Ni’lin hatte zum
Protest aufgerufen und die
Demonstranten marschierten nach dem
Freitagsgebet unter den Olivenbäumen
in Richtung Mauer.
Salah Khawaja teilte der
Nachrichtenorganisation IMEMC mit,
dass die Demonstration vor allem ein
Ausdruck der Solidarität mit den
Bauern bei der Olivenernte sei.
Dr.Mustafa Barghouti, Mitglied des
palästinensischen Parlamentes, nahm
an der Demonstration teil.
An der Mauer waren israelische
Soldaten stationiert und beschossen
die Teilnehmer mit
Tränengaskanistern, was bei vielen
zu Atemnot und Erstickungsanfällen
führte.
Seit 2007 organisiert das Dorf
Proteste gegen die Mauer und die
Annektierung von Dorfland.
Das Dorf zeigte sich bei seinem
Freitagsprotest von der kreativen
Seite: die Kinder hatten Farbe in
Wasserpistolen und Ballons gefüllt,
bevor dieDemonstranten sich auf den
Weg machten. Als israelische
Soldaten die Menge auf einer der
Hauptstrassen des Dorfes blockieren
wollten, wurden sie und ihre
Militärjeeps mit Protestgesängen und
Farbe begrüsst. Beinahe 70
Demonstranten nahmen am Protest
teil, dazu 20 israelische und
internationale Aktivisten.
Mit Tränengas und Schockgranaten
erzwang die israelische Armee den
Rückzug der Demonstranten und
verliess das Dorf. Das war das
Signal für die jungen Leute in
An-Nabi Saleh, Strassenblockaden für
die Jeeps der IDF zu errichten, und
im Schutz dieser Hindernisse wurde
der Protest über die Hügel in
Richtung Quelle fortgesetzt. Diese
Quelle auf dem Land von An-Nabi
Saleh wurde von Siedlern der
nahegelegenen Siedlungskolonie
Halamish konfisziert, zusammen mit
fruchtbarem Land; dieser Diebstahl
ist der Hauptgrund für die
wöchentlichen Demonstrationen hier.
Die IDF bemerkte bald, dass die
Demonstration fortgesetzt wurde und
auf ihrem Weg über die Hügel waren
die Demonstranten dem israelischen
Beschuss mit Gummimantelgeschossen
und scharfer Munition schutzlos
ausgeliefert und brachen ihren
Marsch zur Quelle ab. Bis
Sonnenuntergang gab es Scharmützel
zwischen Jugendlichen und Soldaten,
auf Steine wurde mit Tränengas und
gummiummantelten Kugeln reagiert.
Zwei durch Gummimantelgeschosse
Verletzte sollten in einer Ambulanz
direkt ins Krankenhaus transportiert
werden, aber die Krankenwagen
verspäteten sich aufgrund von
Strassenblockaden durch das Militär.
Viele litten an den Folgen des
extremen Tränengaseinsatzes.
Der wöchentliche Protest in Hebron
gegen die illegalen Siedlungen und
die Schliessung der Shuhadastrasse
begann drei Uhr nachmittags am
Militärtor zur Altstadt.
Während die Demonstranten warteten,
kam ein Militärjeep mit vielen
israelischen Soldaten an und
verjagte die Kinder, die auf der
Strasse Fussball spielten.
Palästinenser, Israelis und
Internationale demonstrierten in den
engen Strassen der Altstadt gegen
die illegale Besetzung der Westbank.
Nicht nur die Ortsansässigen
verfolgten das Geschehen, auch eine
Gruppe internationaler Touristen
wurde mit der Realität konfrontiert,
wie hart das Leben für Palästinenser
unter der Besetzung ihrer Stadt
durch illegale israelische Siedler
ist.
Bevor die Demonstranten nach Hause
gingen, machten die Soldaten soviele
Fotos von den Teilnehmern wie
möglich. Auf die Frage, warum,
antworteten sie, dass diese
Aufnahmen für Facebook bestimmt
seien.
Einwohner des Dorfes Burin wurden am
Samstag beim Bau einer Strasse für
einen Mitbewohner von 20 Siedlern
angegriffen, fünf davon bewaffnet.
Die Dorfleute riefen deshalb beim
israelischen Distriktbüro um Hilfe
und Vermittlung an. Ein israelischer
Beamter traf kurz danach zusammen
mit Soldaten der IDF an und die
Siedler zogen sich zurück. Auf dem
Rückweg sägten sie ca. 12
Olivenbäume ab und Dorfbewohner
fotografierten die Zerstörung, die
von nahestehenden Soldaten
beobachtet, aber nicht verhindert
wurde.
Das Dorf Burin ist von vier
illegalen Siedlungen umgeben und die
Siedler wollen Burins Land zwischen
den Siedlungskolonien konfiszieren
und den Siedlungen zuschlagen. Die
Dorfbewohner erleben seit vielen
Jahren regelmässig Angriffe durch
die Siedler. Die Strasse, die heute
gebaut werden sollte, führt zum Haus
eines Dorfbewohners. Auf einer
Anhöhe gelegen, war es ständigen
Siedlerattacken ausgesetzt. Vor fünf
Jahren brachen 100 Siedler in das
Haus ein, vertrieben die Familie und
nahmen alles mit- sogar Tür und
Fenster. Der Hausbesitzer lebt
seitdem mit seiner Frau und vier
kleinen Kindern in einem kleinen
Haus unten im Dorf. Der Bau einer
Strasse zu seinem alten Haus ist ein
erster Schritt, sein Haus wieder in
Besitz zu nehmen.
Jüdische Stimme
für gerechten Frieden in Nahost e.V. - Mitgliedsorganisation
der European Jews for a Just Peace (EJJP)
- An die Botschaft des Staates Israel z.Hd.
seiner Exzellenz Herrn Botschafter Yoram
Ben-Zeev - Auguste-Viktoria-Str.
74 - 14193 Berlin
per e-mail: Botschaft@Israel.de
Betr.: Familie
Maraghy-Diehl
Sehr geehrter Herr Botschafter, wie Sie
sicherlich wissen, endete die Besprechung
von Herrn Firas Maraghy mit Herrn Arbel
in Jerusalem ohne Ergebnis. Herr Arbel,
Leiter des „Registration and Civil Status
Department“ im israelischen Innenministerium,
lehnte es im Beisein von vier weiteren Ministerialbeamten
ab, Herrn Maraghy und Frau Diehl irgendeine
Zusage zu machen, dass ihre Ehe und ihre
gemeinsame Tochter nach israelischem Recht
registriert würden.
Sie selbst
waren, soweit wir wissen, am Zustandekommen
dieses Gesprächs beteiligt. Es war ja der
für alle Seiten gesichtswahrende Ausweg
aus Herrn Maraghys 40-tägigem Hungerstreik,
der für das Bild Israels in Deutschland
nicht gut war. Denn Herrn Maraghys Anliegen
wirft ein sehr negatives Schlaglicht darauf,
wie der Staat Israel mit seiner palästinensischen
Minderheit umgeht und insbesondere wie Israel
die arabischen Einwohner Jerusalems aus
ihrer Heimatstadt herausdrängt. Herr Maraghy
war vom außenpolitischen Sprecher der Regierungspartei
CDU im Bundestag, Herrn Dr. Polenz, begleitet.
Auf Dr. Polenz' Anraten wird Herr Maraghy
trotz des negativen Gesprächsverlaufs einen
Antrag auf Registrierung seiner Ehe und
seiner Tochter beim israelischen Innenministerium
stellen.
Wir möchten Sie bitten, Ihren Einfluss bei
der israelischen Regierung geltend zu machen,
damit diesem Antrag stattgegeben wird. Unsererseits
werden wir uns bemühen, durch Publizierung
dieser neuen Wendung des Falls Maraghy neuerlich
öffentlichen Druck in Deutschland aufzubauen,
damit Israel in dieser Frage ein unserem
Wertesystem entsprechendes Verhalten an
den Tag legt.
Wie ich bereits
in meinem Schreiben vom 3. 8. 10 ausführte,
geht es hier nicht nur um das Wertesystem
der allgemeinen Menschenrechte (wie von
Herrn Maraghy richtig betont), sondern auch
speziell um unserer jüdisches Wertesystem:
"Wie ein Bürger von Euch sei Euch der Fremde,
der bei Euch wohnt, und liebe ihn wie Dich
selbst, denn Fremde wart Ihr im Lande Mizrajim"
(3. Buch Moses, 19,34). Nichts davon ist
beim Umgang der Behörden des jüdischen Staats
Israel mit Herrn Maraghy zu spüren.
Mit freundlichen Grüßen und auf eine positive
Entwicklung hoffend: Prof. Dr. Rolf Verleger
- Vorsitzender der Jüdischen Stimme für
gerechten Frieden in Nahost
Eine Demokratie
für Juden -
Firas Maraghy
und Wiebke Diehl, Jerusalem, den
12.10.2010 - PRESSEERKLÄRUNG
Vom
26. Juli 2010 bis zum 04.September
2010 habe ich, Firas Maraghy, mich
vor der israelischen Botschaft im
Hungerstreik befunden. Ziel dieses
offenen Protests war es, meine im
Dezember 2009 geborene Tochter Zaynab
als Einwohnerin Ostjerusalems, sowie
meine Ehe mit der deutschen Staatsbürgerin
Wiebke Diehl zu registrieren. Zudem
wollte ich gegen die Androhung israelischer
Behörden, mir selbst mein Residenzrecht
in Jerusalem zu entziehen, sollte
ich im Mai 2011 nicht für mindestens
eineinhalb Jahre dorthin zurückkehren,
protestieren. Ich
forderte von Anfang an ein sicheres
Bleiberecht für meine Familie und
mich in meiner Geburtsstadt und
der Geburtsstadt meiner Väter und
Vorväter. Diese Forderung steht
in Einklang mit internationalem
Recht, insbesondere mit Artikel
13 der Allgemeinen Erklärung der
Menschenrechte.
Wie
bereits in unserer letzten Presseerklärung
vom 7. Oktober 2010 angekündigt,
sind wir am Sonntag, den 10. Oktober
2010 mit unserer Tochter nach Jerusalem
geflogen, um einen unter Vermittlung
von Herrn Polenz, dem Vorsitzenden
des Auswärtigen Ausschusses des
deutschen Bundestags, von der israelischen
Botschaft in Berlin vereinbarten
Termin wahrzunehmen. Hier sollten
wir Herrn Arbel, den Direktor des
„Registration and Civil Status Department“des Innenministeriums Israels,
treffen. Ziel dieses Gespräches
sollte laut Presseerklärungen der
israelischen Botschaft in Berlin
sein, unser Anliegen zu lösen. Wir
haben sowohl die sehr hohen finanziellen
als auch die zeitlichen und körperlichen
Mühen auf uns genommen, um unseren
Teil zu einem möglichen Kompromiss
beizutragen. Noch zwei Tage vor
unserer Abreise warnte ein Arzt,
dass die Reise in einem Flugzeug
für mich, Firas Maraghy, ernste
gesundheitliche Konsequenzen nach
sich ziehen könne; dennoch entschieden
wir uns, den vereinbarten Termin
einzuhalten. Dies taten wir, obwohl
wir der festen Überzeugung sind,
dass die israelische Botschaft auch
für die Einwohner des nach dem Krieg
von 1967 völkerrechtswidrig annektierten
Ostjerusalem zuständig ist und die
Registrierung unserer Ehe aus diesem
Grund in Berlin hätte vorgenommen
werden müssen.
Bei
dem Termin waren neben Herrn Arbel
drei ranghohe Mitarbeiter des israelischen
Innenministeriums und einer des
israelischen Außenministeriums anwesend.
Zunächst wurde uns ausführlich die
israelische Gesetzeslage erklärt,
wobei immer wieder betont wurde,
ich sei lediglich Einwohner Jerusalems,
kein Staatsbürger. Am Ende dieser
Ausführungen fragte ich, Firas Maraghy,
ob meine Ehe und meine Tochter nun
eingetragen werden sollten. Daraufhin
erwiderte Herr Arbel, er könne nicht
gegen die Gesetze verstoßen. Ich
erklärte ihm, ich sei gekommen,
da mir eine Lösung meines Anliegens
zugesichert worden sei – woraufhin
Herr Arbel erwiderte, er wisse nichts
davon, dass Ziel unseres Gespräches
eine Lösung des Falles sei. Diese
Aussage ruft bei uns einige Verwunderung
hervor, denn man muss sich fragen,
wofür dieses Treffen mit all seinen
Teilnehmern wohl einberufen wurde.
Als wir des Weiteren auf Artikel
13 der Allgemeinen Erklärung der
Menschenrechte hinwiesen, sagte
Herr Arbel, auch davon habe er noch
nie gehört.
Wir
betonten mehrmals, dass unsere Forderung
die Registrierung unserer Ehe und
unserer Tochter bleibt. Hieraufhin
wurde uns wieder und wieder gesagt,
man müsse sich an die israelischen
Gesetze halten. Das Gespräch dauerte
etwa eine halbe Stunde. Nachdem
wir noch mehrere Male fragten, welche
Lösung man uns anbieten wolle und
daraufhin keinerlei Antwort erhielten,
entschieden wir uns, das Treffen
abzubrechen.
In
einem anschließenden Gespräch mit
Herrn Polenz entschieden wir uns
in Absprache mit ihm, trotz des
negativen Verlaufs des Gespräches
einen Antrag auf Registrierung unserer
Ehe und unserer Tochter beim der
dafür zuständigen Behörde in Jerusalem
zu stellen. Dies werden wir in den
nächsten Tagen tun. Wir rufen die
israelischen Behörden und die israelische
Regierung dringend dazu auf, diesen
Anträgen stattzugeben und so unsere
elementarsten und international
verbrieften Rechte zu achten.
Firas Maraghy und Wiebke Diehl
Quelle
Dokumentation
- Hungerstreik von Firas Maraghy
These are hard but important
days for us in Palestine. Just yesterday, my friend
and coordinator of the Bil'in Popular Committee
Against the Wall and Settlements,
Abdallah Abu Rahmah, was sentenced
to a year in prison
by an Israeli military court. His sole crime was
being an instrumental part in our village's campaign
against the construction of the wall on our lands.
However, we mustn't allow our sadness about Abdallah's
incarceration to stop our work. While Abdallah worked
to highlight the expansion of settlements in the
West Bank, Israel also constructs illegal infrastructure
in East Jerusalem.
Between the 20th and 22nd
of October, almost a week from today, the Organization
of Economic Co-operation and Development (OECD)
plans to hold its bi-annual tourism conference in
Jerusalem - a city whose indigenous Palestinian
residents suffer from systemic discrimination and
expulsion.
There is not a moment
to lose if we want to change this decision.
Despite Israel’s persistent violations of human
rights and disregard for International law, the
OECD – whose member countries include the majority
of the world richest countries – granted Israel
membership on May 27th of this year.
Tourism plays an important role in Israel’s colonization
of occupied East Jerusalem. The state and right
wing settler organizations cooperate in expelling
Palestinians residents from East Jerusalem neighborhoods
such as Silwan and Sheikh Jarrah for the creation
of colonies and biblically theme parks for tourists.
"Füttere
die Schafe und sie werden schweigen!" oder: "Brot
und Spiele"
- P. R. - Besonders auffällig sind z.Zt. überdimenionale
Plakatwände in den Städten und an vielen Straßen
(dies sind kleinen in Auswahl, andere sind unübersehbar
über die Straßen gespannt. Sie zeigen strahlende
Gesichter von jungen Palästinensern/Innen und machen
Werbung für US-AID und was diese Organisation für
große Wohltaten für Palästina tut. Wohl zu keiner
Zeit wurden in Palästina so viele Straßen gebaut
und offizielle Gebäude errichtet wie jetzt - finaziert
von US AID - der für Palästina jedenfalls allergrößten
"Wohltätigkeitsorganisation". Kleinste Dörfer z.B.
südlich von Hebron oder nördlich von Ramallah, wo
es nicht einmal Ortshinweisschilder gibt und die
Welt - eine wunderschöne Hügellandschaft - zu Ende
zu sein scheint, werden Ortschaften mit Straßen
verbunden, die eher einer unserer Autobahnen gleichen.
Was ist der Hintergrund dieser ungeheuerlichen
Finanzspritze für Palästina? Humanitäre Gründe?
Das Interesse am Aufbau einen neuen Staates? - Ganz
sicher nicht der, dass die Einsicht der USA, Europäer
und Israels gekommen ist, die Palästinenser brauchen
nun neue moderne Straßen oder ähnliches, um schneller
an ihre Zielorte zu kommen. Denn andererseits wird
an maßgeblichen Verbindungsstraßen die Bewegungsfreiheit
der Palästinenser durch Checkpoints, Militärkontrollen
und Schikane massiv eingeschränkt und behindert.
Grund dafür kann wohl nur sein, der palästinensischen
Regierung und der Bevölkerung mit dem drohenden
Zeigefinger klar zu machen: Wir tun soviel für euch,
also beschwert euch nicht, haltet den Mund, unterschreibt
alles, was wir euch an "Abmachungen" und "Verträgen"
vorlegen. Zu anderen Zeiten wurde dies mit dem Schlagwort
"Brot und Spiele" bezeichnet. Dies ist eine verlogene
Politik und eine mehr als schäbige und entwürdigende
Behandlung eines Volkes, dem man angeblich einen
eigenen Staat verspricht.
Hier der Link zu US AID
http://www.usaid.gov/locations/middle_east/
Since 1967 countless
artifacts have been unearthed and removed from the
occupied West Bank and Gaza Strip. Many are displayed
in Israeli museums and private collections, while
others are sold to tourists. Al Jazeera searches
through the evidence, unearthing the facts and exposing
a power struggle in which every stone has meaning.
Palästinensische
Bauern aus Yatta südlich von Hebron haben verraten,
dass das israelische Militär weiter nuklearen
Abfall auf dem landwirtschaftlich genützten
Land von Al-Massafer in der Nähe der Grünen
Linie in der Westbank vergräbt.
Die Bauern sagten, dass die Militärs LKWs voller
Abfall bringen - der verdächtigt wird,
radioaktiv zu sein – und begraben ihn in ihrem
Land. Vorher werden sie gezwungen, das Gebiet
zu verlassen. - Kawther Salam - Die Bauern sagen,
dass sie sich selbst in einigen Höhlen
verstecken und so die militärische Operation
beobachten können. Sie bestätigen, dass die
israelischen Soldaten, die das Gebiet zur militärischen
Zone erklären, während des Vergrabens weiße
Kittel über ihren Uniformen tragen. Die Bauern
sagten, dass sie mit ihren Tieren in Al-Massafer
leben. Geräte, die die radioaktive Umweltverschmutzung
aufdeckt, stehen unter Embargo. Vor zwei Tagen
deckt Dr. Zuheir Al-Wazeel, palästinensischer
Botschafter in Wien, einen weiterer Skandal
bei der Konferenz er IAEA auf. Er sagte: „Ich
möchte darauf hinweisen, dass Israel uns nicht
die Geräte der Agentur auf dem Feld der technischen
Zusammenarbeit ausliefert. Die IAEA sandte uns
diese Geräte als Teil eines technischen Austausch-Programmes,
aber Israel gibt dies seit mehr als zwei Jahren
nicht heraus. Nach der Konferenz wurde ich
von Dr. Al-Wazeer informiert, dass IAEA-Geräte,
die vor zwei Jahren nach Palästina gesandt wurden
noch immer unter israelischem Embargo liegen.
Die Apparate bestehen aus Geräten, die
radioaktive Umweltverschmutzung aufdecken. Meiner
Information nach übt die IAEA gegenüber
Israel nicht genügend Druck aus, um die
Geräte heraus zu geben. Sie würden dem
palästinensischen Gesundheitsministerium helfen,
die Gebiete zu identifizieren, die in Palästina
verseucht sind. Der Botschafter Dr. Al-Wazeer
sagte in seiner Rede, die er vor der IAEA hielt,
„Mit Sicherheit sage ich ihnen, dass uns
von Israels nuklearen Waffen eine große Gefahr
droht. Palästina droht ein großes Verstrahlungs-Risiko
wegen Israels Besitz des nuklearen Reaktors,
einschließlich des Dimona-Reaktors, der sein
sinnvolles Leben beendet hat (?) und damit Palästina
und das palästinensische Volk und die
Nachbarstaaten den Gefahren von Verstrahlung
aussetzt. Wir sind neugierig, wie die IAEA reagieren
wird, um dieser Sache nachzugehen und die nötigen
Schritte zu unternehmen, damit keine Gesundheitskatastrophe
passiert. Dass das palästinensische Problem
der Kern des Nahostkonfliktes ist und
ohne eine gerechte und umfassende
Lösung bleibt, die sich auf internationale UN-Ratsbeschlüsse
gründet, besonders auf 194 und die Errichtung
eines unabhängigen palästinensischen Staates
mit seiner Hauptstadt Jerusalem und ohne die
Erfüllung des Rechts der Rückkehr, wird es keinen
Frieden, keine Sicherheit oder Stabilität im
Nahen Osten geben. Kommentar: dass Israel die
Apparate der IAEA zum Messen von Radioaktivität
nicht herausgibt, hat seine Gründe. Israel vergräbt
nuklearen Abfall in der Nähe palästinensischer
Städte in der ganzen Westbank als Teil
seines Programms für einen Genozid und
ethnische Säuberung der palästinensischen Bevölkerung.
Die Krebsfälle und andere Krankheiten haben
als Folge der Verstrahlung stark zugenommen.
Gegenden, die als sicher für das Vergraben von
nuklearen Abfällen bekannt sind, sind
Masafer in der Nähe von Yatta und Daharieh;
es gibt aber noch andere Orte. Es gab bei der
54. Generalkonferenz der Atomenergiebehörde
(IAEA) in Wien vom 20.-24. September 2010 noch
andere Statements, die von mehreren Vertretern
europäischer, westlicher und arabischer Länder
abgegeben wurden. Bei diesen Statements wird
die Doppelmoral bei der Anwendung des NPT-Schutzes
für nukleare Waffen im Nahen Osten, Korea und
Iran klar bewiesen. (NPT = Non proliferation
Treaty –Nicht-Verbreitungsvertrag, Atomsperrvertrag)
uruknet.info, 5.10.10
http://www.uruknet.de/?p=70249
(dt. und gekürzt: Ellen Rohlfs)
Heft Nr. 62 Iran: Die
Grüne Bewegung Jahrgang 16,
Herbst 2010,
64 Seiten
Erschienen 7. Oktober 2010
Mit Texten - u.a. - von Bahman Nirumad, Asghar
Schirazi, Ferexdoon Kavand, Ali Fathollah-Nejad
und andere.
Zum Thema Palästina/Israel
Palästina neu erfinden: Iris Neidhardt , Überfall auf die Free
Gaza Flotille - Völkerrechtliches Gutachten. - Norman
Paech
Homepage >>>
Firas Maraghy,
07.10.2010 - PRESSEERKLÄRUNG
- Vom 26. Juli 2010 bis zum 04.September 2010 habe
ich mich vor der israelischen Botschaft im Hungerstreik
befunden. Ziel dieses offenen Protests war es, meine
im Dezember 2009 geborene Tochter Zaynab als Einwohnerin
Ostjerusalems, sowie meine Ehe mit der deutschen
Staatsbürgerin Wiebke Diehl zu registrieren. Zudem
wollte ich gegen die Androhung israelischer Behörden,
mir selbst mein Residenzrecht in Jerusalem zu entziehen,
sollte ich im Mai 2011 nicht für mindestens eineinhalb
Jahre dorthin zurückkehren, protestieren. Ich forderte
von Anfang an ein sicheres Bleiberecht für meine
Familie und mich in meiner Geburtsstadt und der
Geburtsstadt meiner Väter und Vorväter. Diese Forderung
steht in Einklang mit internationalem Recht, insbesondere
mit Artikel 13 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte.
Die Entscheidung, in den Hungerstreik zu treten,
wurde nach Ausschöpfung aller uns zur Verfügung
stehenden Möglichkeiten getroffen: nachdem die israelische
Botschaft unser Ansinnen im April 2010 abgewiesen
hatte, richtete sich meine Frau an Abgeordnete aller
Fraktionen des Deutschen Bundestags, an das Auswärtige
Amt und an das Bundeskanzleramt. Ich richtete mehrere
Schreiben direkt an den israelischen Botschafter
und bat ihn, sich mit der Angelegenheit zu befassen.
Nachdem all unsere Versuche ohne Erfolg blieben,
sah ich keinen anderen Weg, als einen Hungerstreik
für meine elementarsten und international verbrieften
Menschenrechte zu beginnen. Am 4. September beendete
ich nach 41 Tagen, in denen ich nur Wasser zu mir
genommen hatte, meinen Hungerstreik. Ich tat dies,
nachdem mir unter Vermittlung von Herrn Polenz,
dem Vorsitzenden des Auswärtigen Ausschusses des
Deutschen Bundestags und anderer Politiker, denen
ich für ihre Mühen sehr dankbar bin, die israelische
Botschaft einen Termin mit Herrn Arbel, dem Direktor
des „Registration and Civil Status Department“ des
Innenministeriums Israels, angeboten hatte. Ziel
dieses Gesprächs, so wurde mir sowohl in einer Presseerklärung
der israelischen Botschaft als auch in Gesprächen
mit Mitarbeitern der Botschaft zugesichert, sei
die Lösung meiner Angelegenheit. Die Anwesenheit
meiner Tochter sei aber für ihre Eintragung unabdinglich.
Da die bisherige israelische Praktik allerdings
bewiesen hat, dass der Besitz einer ausländischen
Staatsangehörigkeit die Eintragung von Kindern von
Bürgern Jerusalems durch israelische Behörden häufig
verhindert, baten wir um eine schriftliche Bestätigung,
dass die – für eine Reise notwendige – Ausstellung
eines deutschen Kinderreisepasses der Eintragung
unserer Tochter als ständige Einwohnerin Jerusalems
nicht entgegensteht. Eine solche schriftliche Garantie
wurde uns zugesagt. Nachdem ich letzte Woche aus
dem Krankenhaus entlassen wurde, wo ich mich unter
anderem einer Mandel-Operation unterziehen musste,
wurde uns nun gestern, am 06. Oktober 2010 mitgeteilt,
dass für uns ein Termin mit Herrn Arbel für Dienstag
den 12. Oktober um 10 Uhr vereinbart wurde. Nach
langem Hin und Her wurde uns heute schlussendlich
auch eine Verlautbarung des israelischen Innenministeriums
zugesandt, die sowohl bestätigt, dass man mir mein
Aufenthaltsrecht in Jerusalem nicht entziehen wolle,
als auch, dass ein deutscher Pass der Eintragung
unserer Tochter nicht entgegenstehe. Trotz der sehr
kurzfristigen Mitteilung bezüglich des Termins und
entsprechend hoher Flugkosten werden wir genannten
Termin wahrnehmen. Auch Herr Polenz wird wie angekündigt
in Jerusalem anwesend sein. Wir hoffen, dass unsere
Mühen, die wir auf uns zu nehmen bereit sind, obwohl
wir der Überzeugung sind, dass die israelische Botschaft
in Folge der völkerrechtswidrigen Annexion auch
für die Anliegen von Palästinensern aus Jerusalem
zuständig ist, nicht umsonst sein werden. Wir haben
unseren guten Willen bewiesen, indem wir Unannehmlichkeiten
nicht nur finanzieller Natur auf uns genommen haben.
Wir hoffen, dass auch die israelische Seite ihren
guten Willen zeigt und so eine erneute Aufnahme
meines Protests unnötig macht. Außerdem hoffen wir,
dass die israelische Regierung ihre diskriminierende
Politik gegenüber den Einwohnern Jerusalems aufgeben
wird. Firas Maraghy
Eine
Westbank Story mit Shady, unserem Führer am letzten
Tag durchs Dheishe Flüchtlingslager. Mit diesem
35 Minuten-Video können Sie auch Ihre Bekannten
ein bisschen an der Reise teilnehmen lassen
Rhythms of resistance
samba band arrive to red carpet reception. Protest
against BT which is partnered with Bezeq - an Israeli
company providing telecommunications services to
Illegal settlements and military checkpoints in
the occupied Palestinian West Bank. Critical mass
join party later on.
-
Bibi, der Schwächling, ohne Rückgrat, der jedem
Druck nachgibt und der einmal nach links und
einmal nach rechts geht, je nachdem, woher der Druck
kommt, ob aus den USA oder von seinem Koalitionspartner
?
-
Der trickreiche Likudchef, der fürchtet, dass
es Avigdor Ivett Lieberman gelingt, ihn ins Zentrum
zu stoßen und ihn als den Führer des ganzen rechten
Flügels zu ersetzen?
-
Netanyahu, der Man der Prinzipien, der entschlossen
ist, um jeden Preis das Errichten des Staates Palästina
zu verhüten und deshalb jede mögliche List anwendet,
um wirkliche Verhandlungen zu verhindern?
Glaubensschnüffler
am Werk?
- Erhard Arendt - (..) Die kürzlich stattgefundene
Solidaritätsfahrt der „Irene“
erfuhr ebenfalls eine weltweite Beachtung, sogar
die deutschen Medien und die Springerpresse stiegen
in die Berichterstattung darüber ein. Das konnte
den angeblichen „Freunden Israels“ nicht gefallen.
Da musste man gegensteuern. Natürlich steigt da
an erster Stelle wieder einmal unser
Großmeister Henryk M. Broder
in die Bütt und versucht abzulenken. Broders Auseinandersetzung
mit der unrechtmäßigen Besatzung Palästinas, dem
täglichen Landraub, Mord, den rassistischen Siedlern,
dem Überfall auf die Free Gaza Flotille reduziert
sich – ein Schelm wer Absichten vermutet - auf die
Fragestellung, ist Frau Dr. Edith Lutz Jüdin oder
nicht.
Sicherlich geschickt
>>>
Nachtrag
- 10.10.2010 -:
Zeigt sich beim Henryk M. Broder nun auch Judenhass?
In einer Reaktion auf die unten stehenden Presserklärung
der Jüdischen Stimme (siehe unten)
schreibt er:
"Es
gehört zur Praxis obskurer Sekten, die zur Rettung
der Welt angetreten sind, um den heißen Brei herumzureden."
Da die jüdische Stimme nur ein Verein ist,
kann er nur das Judentum meinen.
Also, das Judentum in all
seinen Schattierungen ist eine "obskure Sekte"?
Ansonsten, was für ein
fragwürdiger Geselle
er ist, hat das
nicht nur
das
Berliner Landgericht
festgestellt. Hat ihm übrigens der Chef des Mossad
für seine neue Aktion gratuliert? Im übrigen, um
den "um
den heißen Brei herumzureden" kann wohl eher er
meisterlich. Der heiße Brei heißt Gaza, heißt Palästina.
Mit seinem Wunschdenken zeigt Broder auch wieder
mal die eigentliche Absicht seiner Aktion: "Nun
muss der Törn der “Irene” aus den Protokollen der
“Jüdischen Stimme” gestrichen werden" Das es
Broder mit dem Denken schwer hat, weiß ja nun mittlerweile
jeder der Denken kann und will. Die "Törn der Irene"
hat seine Bedeutung gehalten, auch wenn es den "Protokollen
des nicht weisen von der "Achse des Guten" nicht
gefällt.
Die „Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost“
unterstützt die internationalen Bemühungen, die
israelische Blockade von Gaza zu durchbrechen. Der
jüngste Versuch von Juden aus Israel, Europa und
den USA, mit dem Schiff „Irene“ Gaza auf dem Wasserwege
zu erreichen, wurde wie alle vorangegangenen Versuche
unterbunden.
„Irene“ wurde unter der Gewalt der israelischen
Marine gekapert und in den israelischen Hafen von
Ashdod abgeschleppt. Das „Jüdische Schiff“ drückte
die Ablehnung der inhumanen und völkerrechtswidrigen
Politik der israelischen Regierungen in Gaza sowie
die Empörung von Juden aus aller Welt aus.
In unserer Vereinigung schließen sich Juden, die
in Deutschland leben, zusammen. Unsere Satzung gibt
vor: "Mitglied der Jüdischen Stimme kann jede natürliche
und juristische Person jüdischer Herkunft werden,
die den Vereinszweck zu unterstützen bereit ist.
Personen jüdischer Herkunft müssen mindestens einen
jüdischen Elternteil haben oder zum Judentum übergetreten
sein.“ Bisher haben wir es nicht für nötig befunden,
die Angaben neuer Mitglieder bei ihrer Aufnahme
zu überprüfen. Wir vertrauten auf ihre Richtigkeit.
Edith Lutz, war bis heute Mitglied unserer Organisation.
Sie initiierte das Vorhaben „Jüdisches Schiffs für
Gaza“, dem unsere englische Schwesterorganisation
„Jews for Justice for Palestine“ den Namen „Irene“
(Frieden) gab. Diese Aktion haben wir, ebenso wie
die anderen jüdischen Organisationen unterstützt,
da uns das damit ver-bundene politische Anliegen
wichtig ist.
Ob Edith Lutz Jüdin nach dem jüdischen Gesetz ist
oder nicht ändert nichts an der Richtigkeit des
Versuchs, die Gaza-Blockade durchzubrechen.
Gleichwohl wird unsere Organisation aus dem jüngsten
Vorfall Lehren ziehen. Der Namen „Jüdische Stimme“
sowie der durch viele Aktivitäten erworbene gute
Ruf bleiben politisch wichtig.
Wir bedauern, dass die Kritiker unserer Positionen
uns ausschließlich mit Angriffen bedenken und keinen
Weg finden, sich mit uns sachlich auseinanderzusetzen.
Wir wünschen uns von unseren Widersachern Mut zu
einer offenen Diskussion so, wie sie in einer demokratischen
Zivilgesellschaft üblich ist.
Um niemanden im Zweifel zu lassen: Wir werden auch
künftig alles in unseren Kräften Stehende tun, um
die israelische Blockade von Gaza zu Fall zu bringen.
-
Eine
multinationale Gruppe von Solidaritätsaktivisten
aus Irland, Japan und Israel machte sich mit
örtlichen Palästinensern in Bil‘in zum Protestmarsch
gegen die israelische Mauer und die militärische
Besatzung auf.
Zuerst verlief die Demonstration friedlich,
irische Aktivisten sangen, andere öffneten den Schlagbaum
vor dem Trennzaun/Mauer und befestigten einen Banner
und Flaggen im Draht. Aber nach einigen Minuten
war die Demo zu friedlich für die IDF und der Tränengasbeschuss
begann, erst in geringerer Dosis, einige Jugendliche
warfen ein paar Steine als Antwort zurück. Sobald
es jedoch Teilnehmern gelang, zwei nicht-explodierte
Gaskanister den rechtmässigen Besitzern zurückzuerstatten
und sie in scharfe Gaswolken einzuhüllen, begann
der Angriff auf die Menge. Soldaten schossen Tränengaskanister
auf die sich zurückziehenden Demonstranten, von
denen einige wegen Atemnot behandelt werden mussten.
Jugendliche warfen Steine im Gegenzug, trafen auch
einen der ihren am Kopf. Niemand wurde verhaftet.
Iyad Burnat: Bil’in, Modell des Widerstandes gegen
die Mauer
- In
der besetzten palästinensischen Westbank trennt
die israelische Mauer Palästinenser von ihren Heimen
und Feldern. Die Konstruktion dieser Mauer isoliert
29 palästinensische Orte von der restlichen
Westbank mit ihren 138 Dörfern und schliesst
sie auf der israelischen Seite der Mauer ein. Dieses
Land ist sehr fruchtbar und verfügt über zentrale
Wasserreservoirs. Ein Grossteil des konfiszierten
Landes umgibt Jerusalem.
Die Konfiszierung von palästinensischem Land dient
der Konstruktion und Ausdehnung von illegalen israelischen
Siedlungen jenseits der „Grünen Linie“. Palästinenser
dürfen in diesen Kolonien für jüdische Siedler nicht
leben und können die Siedlerstrassen nicht benutzen.
Barrieren und Checkpoints teilen das palästinensische
Land weiter in Inseln und Kantone auf. Die
„Fakten vor Ort“ sind nicht vereinbar mit der Schaffung
eines lebensfähigen palästinensischen Staates
mit einem zusammenhängenden, einheitlichen Staatsgebiet.
Diese Situation hat eine starke, weitverbreitete
Widerstandsbewegung wie in Bil’in hervorgebracht.
Die Annexionsmauer hat die Wirtschaftsresourcen
des Dorfes erheblich geschwächt. Das den Einwohnern
zugänglich gebliebene Land auf der östlichen Seite
der Mauer ist zum grossen Teil bebaut. Die Dorfbewohner
standen vor der Alternative, entweder Land von Nachbardörfern
zu erwerben oder nach Ramallah oder ins Ausland
auszuwandern („freiwillige Migration“). Für Familien
in Bil’in bedeutete dies, entweder in armseligen,
von der Besatzung geschaffenen Bedingungen in der
untersten Armutsgrenze zu leben oder „freiwillig“
abzuwandern. Die Dorfbewohner wiesen beide Alternativen
zurück und begannen, den zivilen Widerstand aufzubauen,
um den Zugang zu ihrem Land wiederzugewinnen. Bil’ins
Dorfbewohner werden nicht aufhören, bis sie die
Demolierung dieser Mauer und der illegalen Siedlungen
auf ihrem Land sehen.
Al
Ma’asara: IDF bekämpft Clowns mit Tränengas
- Am Freitag nachmittag versammelten sich einige
dutzend Demonstranten, Dorfbewohner, internationale
und israelische Aktivisten im Dorf Al Ma’sara bei
Betlehem, in Erinnerung an den 10. Jahrestag der
Zweiten Intifada und die seit 500-Tagen andauernde
Isolationshaft des Generalsekretärs der PFLP.
Obwohl die israelische Armee diese Woche besonders
aggressiv vorging, wurde niemand ernstlich verletzt.
Am Ausgang des Dorfes erwarteten Soldaten der israelischen
Armee und Grenzpolizisten die Demonstranten in vier
Jeeps. Hatten auch schon ein Seil auf der Strasse
ausgelegt, um ihnen vor Augen zu führen, dass der
Protestmarsch hier beendet sei. Zwei Soldaten stiegen
dann aus einem Jeep und forderten die Auflösung
der Demonstration an diesem Punkt. Erste Tränengas-
und Schockgranatensalven bekräftigten diese Forderung,
konnten die Teilnehmer aber nicht davon abhalten,
nach Auflösen der Tränengaswolken den Protest fortzusetzen.
Zwei örtliche Organisatoren der Kampagne gegen die
Apartheidmauer forderten die Palästinensische Autorität
zum Rückzug aus den Friedensversammlungen auf und
baten die internationale Gemeinschaft, sich bei
Israel für die Freilassung von allen politischen
Gefangenen einzusetzen. Danach erklärten die Sprecher
das Ende der Demonstration.
Einige Aktivisten hatten eine Zirkusvorstellung
für die Kinder des Dorfes geplant und ca. fünfzehn
Kinder versammelten sich, um einen Auftritt von
zwei Clowns vom „Boomchucka Zirkus“ aus England
zu sehen. Das Vergnügen wurde nach einer Viertelstunde
beendet, als die Soldaten und Grenzpolizisten zurückkehrten
und Tränengaskanister auf die grossen und kleinen
Zuschauer warfen und schossen, sie ins Dorf verfolgten
und dort Gärten und Strassen in Tränengaswolken
hüllten.
-
Zwei Siedler von der israelischen Siedlungskolonie
Itimar legten am 1. Oktober ein Feuer in einem Olivenhain,
der einer Familie aus dem Dorf Awarta im Distrikt
von Nablus
gehört. Augenzeugen aus Awarta beobachteten, wie
ein Wagen um die Mittagszeit neben dem Feld anhielt
und zwei Männer das Feuer setzten. Wenige Minuten
später war die israelische Armee (IOF) zur Stelle
und hinderte Mitglieder des Dorfrates und Bewohner
daran, den Brand zu löschen. Dorfbewohner alarmierten
die palästinensische Feuerwehr, die mit Löschfahrzeugen
ankam, aber von der IOF gezwungen wurde, eineinhalb
Stunden mit dem Löschen zu warten, während das Feuer
einen Grossteil der Olivenbäume zerstörte.
Hassan Awwad, Mitglieder des Dorfrates und Bürgerkomitees
von Awarta erklärte, dass der Zeitpunkt die Brandstiftung
so geplant war, dass die Olivenbäume kurz vor der
Ernte zerstört wurden, um durch den unmittelbaren
Verlust der Ernte einen grösstmöglichen Schaden
für den Bauer zu verursachen. Die Angriffe der Siedler
finden unter dem Schutz der Besatzungsarmee
statt und wurden diese Woche fortgesetzt, als Siedler
im Distrikt Nablus Olivenbäume fällten und die Olivenernte
von zahlreichen Bäumen stahlen.
http://stopthewall.org/latestnews/2369.shtml
http://www.imemc.org/article/59556
Ni’lin: Zugang zu Olivenhainen hinter der Mauer
verboten
-
Seit mehr als zwei Jahren, vor allem seit dem Bau
der Mauer, hat Israel keinem der Dorfbewohner von
Ni’lin eine Erlaubnis gegeben, die Oliven in den
Hainen jenseits der Mauer zu ernten. Dies
und der 10. Jahrestag der Alaqasa-Intifada waren
das Thema der wöchentlichen Demonstration am 1.
Oktober in Ni’lin gegen die Apartheidmauer und die
israelischen Siedlungen auf palästinensischem Land.
Nach dem Gebet unter Olivenbäumen, die nach Ansich
der israelischen Armee in einer „geschlossenen militärischen
Zone“ stehen, machten sich Dorfbewohner, internationale
und israelische Unterstützer in der Mittagshitze
auf den Weg zur Mauer, wo sie ihren Protest gegen
die Landannexion und die Verfolgung von Aktivisten
aus dem Dorf, vor allem Ibrahim Amireh, Hassan Mousa
und Zaydoon Srour durch Rufen (und einigem symbolischen
Steinewerfen) zum Ausdruck gaben. Eine Gruppe von
Soldaten kam aus dem Tor gerannt, schoss Tränengas
in die Menge und versuchte, einige Demonstranten
einzufangen, es kam aber weder zu Verhaftungen noch
zu ernstlichen Verletzungen.
http://supportibrahim.com/
http://www.awalls.org/the_attack_on_clowns_in_maasaram_and_more_weekend_demonstrations
Ni’lin: Vier festgenommen in IDF-Razzia
-
Montagnacht führte die israelische Armee eine Razzia
mit ca. 50 Soldaten auf mehrere Häuser im Dorf durch
und verhaftete vier Männer.
Die Soldaten schlichen sich von vier Seiten zu Fuss
an das Dorf an, umstellten ein Haus und positionierten
überall Scharfschützen, um Fluchtversuche zu verhindern.
Die Bewohner wurden gewarnt, ihre Häuser nicht zu
verlassen.
Die Soldaten brachen in das Haus von Muhammed Ahmed
Amireh ein, dessen Bruder 2008 von gummiummantelten
Stahlkugeln tödlich verletzt wurde, und zerstörten
einen Teil der Einrichtung, als sie den 17-jährigen
verhafteten. Mit gefesselten Händen führten
die Soldaten Muhammed vor das Haus und verbrügelten
ihn in Gegenwart seiner Mutter. Aus mehreren Wunden
blutend wurde der junge Mann in die Felder abgeführt,
wo die Soldaten ihre Militärjeeps geparkt hatten.
Danach ging eine Gruppe von 30 Soldaten zu Othman
Amireh, der bereits vor sechs Wochen eine Visite
von Soldaten erhalten hatte, die das Hausinnere
fotografierten und Möbel demolierten. Heute nacht
nahmen sie ihn fest, in Gegenwart seiner Frau,
die an Krebs erkrankt ist.Wenig später fuhren sieben
Jeeps der IDF ins Dorf und verhafteten zwei junge
Studenten, Tarik Mesleh, 18 Jahre alt, und Asad
Nafi, 2o Jahr.
Die Nachtrazzien der IDF sind eine ständige Bedrohung
für die Bewohner der Westbank; 2008 verlor Ayid
Srour aus Ni’lin ein Auge, weil er verbal gegen
die brutale Verhaftung seines Bruders Aqel protestiert
hatte. Ein Jahr später wurde Aqel während einer
Demonstration erschossen, als er einem schwerverletzten
Jungen zu helfen versuchte.
http://supportibrahim.com/
Beit Surik und Biddu: Protest gegen das Passierscheinsystem
-
In Beit Surik wurde zu einem Protest aufgerufen,
um den freien Zugang zu Feldern und Olivenhainen
einzufordern, die durch den Mauerbau um die illegale
Siedlung Har Adar annektiert wurden. Die Erntesaison
für Oliven beginnt in wenigen Tagen und der unbehinderte
Zugang zu den Hainen ist eine Vorbedingung für eine
erfolgreiche Ernte. Vor dem israelischen
Angriff auf Gaza 2008/2009 erstellte die PA eine
Liste von Namen und diese Bauern hatten Zugang zu
ihren Feldern. Seit Dezember 2008 wurde das im Norden
praktizierte System der Passierscheine im Gebiet
von Jerusalem eingeführt. Die Bauern müssen eine
Genehmigung beantragen, um annektiertes Land zu
bearbeiten und nur der Besitzer des Landes kann
einen Passierschein erhalten, selbst wenn er Hilfe
für die Feldarbeit benötigt. Die Genehmigungen sind
nur schwer zu erhalten. Die Einwohner von zwei Dörfern,
Beit Surik und Biddu weigern sich, dieses System
zu akzeptieren, und sagen, dass wer eine Genehmigung
für das Betreten des eigenen Landes brauche, wohl
bald eine Genehmigung für das Leben im eigenen Haus
benötige.
Ungefähr 150 Bewohner aus beiden Dörfern trafen
sich zum Mittagsgebet an der Strasse, die zum Dorfland
führt. Ein Delegation der Frauenvereinigung war
ebenfalls dabei. Schon vor Beginn des Gebetes sammelte
sich eine grosse Zahl von Soldaten und Grenzpolizisten
hinter dem Schlagbaum und verweigerte den Demonstranten
den Zugang zu ihrem Land. Nach einer halben Stunde
verloren die Offiziere die Geduld und schickten
20 Soldaten hinaus, um die Demonstranten anzugreifen
und zu provozieren, was aber an der Disziplin der
Aktivisten scheiterte. Nach einer weiteren Stunde
standhaften Protestes verkündeten die Soldaten,
dass von Sonntag an alle Landbesitzer, die am Eingang
erscheinen, eine Zugangserlaubnis erhalten würden.
Die IDF liess die Demonstranten im Ungewissen, ob
dies ein Rückkehr zum alten System bedeute und ob
dieses Versprechen gehalten werde.
http://www.awalls.org/the_attack_on_clowns_in_maasaram_and_more_weekend_demonstrations
Iraq Burin: Neue Webseite bringt neueste Nachrichten
-
Iraq Burin ist auf einer steilen Anhöhe nahe der
Westbankstadt Nablus gelegen. Die 1100 Einwohner
haben seit November 2009 wöchentliche Proteste gegen
die Besetzung organisiert, in Reaktion auf Landkonfiszierungen,
Siedlerangriffe und Feldzerstörungen.
Am 20. März drangen israelische Soldaten ins Dorf
ein und erschossen zwei Teenager. Die Internationale
Solidaritätsbewegung schickt regelmässig Mitarbeiter
ins Dorf, um durch die internationale Präsenz eine
Eskalation der Gewalt von seiten der IDF zu verhindern.
http://iraqburin.wordpress.com/
Übersetzt und bearbeitet von Martina Lauer
Aktuelle Meldung - Prozess Sabine Schiffer
- Revisionsverfahren
vor dem OLG Nürnberg -
Die Generalstaatsanwaltschaft Nürnberg hat
die Revision der Staatsanwaltschaft vom
24.03.2010, im Einverständnis mit der Staatsanwaltschaft
Nürnberg-Fürth, zurück genommen. Damit ist
der auf den 13.10. festgesetzte Prozesstermin
aufgehoben und der Freispruch des Amtsgerichts
Erlangen vom 24.03.2010 rechtskräftig.
Kurzkommentar - Erhard
Arendt - Die israelische Regierung, die IDF unser
deutsches Netzwerk um Henryk M. Broder, Sacha Stawski
= Honestly Concerned bemühen sie ja sehr aus Opfer
Täter zu machen und sie starten mit Hilfe
vieler Blogger, überzeugter oder bezahlter Journalisten
und Medienarbeiter die merkwürdigsten Verschleierungsaktionen.
Eine der unglaublichsten präsentierte heute die
Israelische Botschaft in ihre Newsletter - 3 Gründe
den Siedlungsbau fortzusetzen. Sind wir wirklich
so dumm, wie man uns anscheinend einschätzt?
Der Brief von Bush, die Unterschrift von ObamaVon Ari Shavit
- Binyamin Netanyahu hat drei gute Gründe,
den Siedlungsbau in Judäa und Samaria fortzusetzen.
Der erste Grund ist die Glaubwürdigkeit. Netanyahu
hat sich verpflichtet, die Bautätigkeiten im Herbst
2010 wieder aufzunehmen, und wenn er dies nicht
tut, wird er seine Glaubwürdigkeit sowohl nach innen
als auch nach außen verlieren. Der zweite Grund
ist die Überlebensfähigkeit. Die Einfrierung des
Siedlungsbaus würde Avigdor Lieberman stärken, die
Shas-Partei entfremden und Netanyahu vom Machtzentrum
der Rechten entfernen. Der dritte Grund ist Fairness.
Yitzhak Rabin, Ehud Barak und Ehud Barak ließen
alle während eines Friedensprozesses in Judäa und
Samaria bauen. Die Forderung, Netanyahu solle anders
verfahren – während von den Palästinensern nichts
zur Förderung des diplomatischen Prozesses verlangt
wird – ist eine höchst unfaire Forderung. >>>
Neu - Der Semit -
Ausgabe 2. Jahrgang Ausgabe Nr. 4 - Oktober 2010
"DER SEMIT" kostet im Handel
5.00 €. Im Abo kostet "DER SEMIT" 4.00 €
+ Versandkosten. Abonnenten bekommen
das Heft 1 Woche bevor die Zeitschrift im
Handel ist.
Presseerklärung vom 04. 10. 2010
Internationale Liga für Menschenrechte
Carl-von-Ossietzky-Medaille für Mordechai Vanunu
Verleihung am Sonntag, 12. Dezember 2010 um 11 Uhr
in Berlin
Mordechai Vanunu setzt sich seit einem Vierteljahrhundert
mit Zivilcourage und herausragender Standhaftigkeit
für die vollständige atomare Abrüstung, für transparente
Demokratie und für Frieden zwischen den Nationen
ein.
International bekannt wurde Mordechai Vanunu 1986,
nachdem er einer britischen Zeitung Informationen
über das Negev Kernforschungszentrum zur Veröffentlichung
überlassen hatte, das Israel in den 1950er und 1960er
Jahren in der Negevwüste unweit des Ortes Dimona
aufgebaut hatte und seitdem betrieb. Die Prüfung
der Informationen durch einen britischen Atomphysiker
und einen amerikanischen Kernwaffenexperten ergab:
Das in der Atomanlage produzierte und verarbeitete
Plutonium befähigte Israel zur Herstellung von 100
bis 200 Atomwaffen.
Vanunu war neun Jahre lang in der Atomanlage als
Techniker beschäftigt. Er legte die ihm dort zugänglichen
Informationen offen, weil ihn nach eigener Aussage
die Menge des in Israel produzierten radioaktiven
Plutoniums ängstigte. Er wollte die israelische
und internationale Öffentlichkeit darüber aufklären,
zumal Israels Führung die Bevölkerung über das Atomprogramm
vollkommen im Unklaren ließ, was in einer Demokratie
inakzeptabel sei.
Noch vor Veröffentlichung der Informationen in der
Zeitung wurde Vanunu Ende September 1986 mithilfe
einer Agentin des Mossad nach Rom gelockt, dort
überwältigt und per Schiff nach Ashdod verbracht.
Im März 1988 verurteilte ihn ein Militärgericht
am Ende eines streng geheimen Verfahrens wegen Landesverrats
und Spionage zu einer 18jährigen Freiheitsstrafe.
Während seiner Haft wurde er mehrmals für den Friedensnobelpreis
nominiert und 1987 mit dem Alternativen Nobelpreis
ausgezeichnet. Weitere Auszeichnungen folgten.
Am 21. April 2004 wurde Vanunu nach Verbüßung der
Strafe – davon 11 Jahre in Isolationshaft in einer
kleinen Zelle – aus dem Gefängnis entlassen. Allerdings
unter Auflagen, die dem universellen Menschenrecht
auf Freiheit Hohn sprechen: Vanunu darf u. a. Israel
nicht verlassen und keinen Kontakt mit ausländischen
Botschaften und Journalisten aufnehmen. Er muss
die Behörden über jeden geplanten Ortswechsel verständigen.
Eingesperrt in Israel, wo ihm selbst freie Bewegung
und Kommunikation untersagt sind, gelang es Mordechai
Vanunu dennoch, zahlreiche Interviews zu geben,
wofür er wiederholt inhaftiert wurde.
Zuletzt kam er am 10. Mai dieses Jahres wegen eines
Interviews mit einem ausländischen Journalisten
für drei Monate ins Gefängnis.
Für den 11. Oktober 2010 ist ab 9:00 Uhr beim Obersten
Gerichtshof Israels eine Anhörung zu Vanunus widerrechtlicher
Einsperrung in Israel anberaumt.
Die mutige Haltung Vanunus erinnert zweifellos an
den unerschrockenen Widerstand Carl von Ossietzkys
gegen Aufrüstung und Krieg in der Weimarer Republik.
Mit der Würdigung von Mordechai Vanunu will die
Liga die internationale öffentliche Aufmerksamkeit
darauf lenken, dass er in Israel, trotz vollständig
verbüßter Strafe und ungeachtet der nunmehr ein
Vierteljahrhundert alten Informationen, weiterhin
gefangen gehalten und elementarer Grund- und Menschenrechte
beraubt wird.
Zugleich soll im 65. Jahr nach Abwurf der ersten
Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki durch die
USA die Mahnung Mordechai Vanunus vor den Gefahren
atomarer Massenvernichtungswaffen für Mensch und
Natur unterstrichen und sein unnachgiebiger Einsatz
für ihre vollständige und weltweite Abschaffung
nachhaltig unterstützt werden.
Die Liga appelliert im Geiste Carl von Ossietzkys
eindringlich an die Regierenden Israels, Mordechai
Vanunu freie Ausreise zur persönlichen Entgegennahme
der Carl-von-Ossietzky-Medaille 2010 in Berlin zu
gewähren.
Hilferuf
palästinensischer Christen: "Stunde der Wahrheit"
- Die evangelischen Brüder und Schwestern im
Rheinland hören weg?
- Institut für Palästinakunde
- Am kommenden Freitag findet in Bonn,
in der 'Evangelischen Akademie im Rheinland',
eine
Tagung
mit dem Titel "Die Stunde der Wahrheit" - "Israel
- Palästina: Sozial-psychologische Dimensionen
eines Dauerkonflikts" statt. 'Stunde der Wahrheit'
ist der Titel eines Hilferufs, den palästinensische
Christen am 11. Dezember 2009 veröffentlichten.
Die Verfasser sind 15 palästinensische Christen,
zumeist Geistliche, darunter der ehemalige Patriarch
von Jerusalem Michel Sabbah. Zu Beginn der
Erklärung
heisst es:
Kairos: … wir, eine Gruppe christlicher Palästinenser
und Palästinenserinnen, [erheben] mitten aus
dem Leiden unseres von Israel besetzten Landes
heraus unsere Stimme zu einem Schrei der Hoffnung,
wo keine Hoffnung ist …
The Palestinian Village of
Yibna lies 15 (km) Southwest of al-Ramla. It was
mostly destroyed with the exception of couple of
houses and the village mosque. Yibna inhabitants
were completely ethnically cleansed after its occupation
by the zionist army on June 4, 1948.
Yibna is the hometown of late Abdel al-Ziz al-Rantisi,
who was one of the most prominent political spokespersons
of the "Islamic Palestinian Movement", better know
as HAMAS.
Die Palästinensische
Behörde ruft Israel dazu auf, mit der
rassistischen Hetze aufzuhören
-
Weiter
israelische Nachsicht gegenüber
rassistischer Hetze
-
(Pressemitteilung, 28.9.10)
Israelischer
Parlamentarier: die Ermordung von 6000
Palästinensern ist nicht genug
Knessetmitglied Michael Ben Ari (Nationale
Union Partei) sagte am Montag, den 27.
September: Für jeden Toten auf unserer Seite
müssen 500 getötet werden und nicht (nur)
6. Ben Ari reagierte auf einen B’tselem-Bericht,
der mitteilte, dass im Laufe der letzten 10
Jahre 6371 Palästinenser und 1083 Israelis
getötet worden seien. Ben Ari wurde zitiert:
„Das Shalit-Problem hat uns gelehrt, dass
ein israelischer Soldat Hunderte
mörderischer Terroristen wert sei, und nach
der arabischen Methode auch. Deshalb ist die
Ermordung von 6000 Feinden und ihren
Unterstützern eine kleine Menge und nicht
genug in einem Krieg gegen einen brutalen
Feind, für den das menschliche Leben keinen
Wert hat.“ Er fügte noch hinzu: um den
Terrorismus auszulöschen, ist es nötig 500
(Pal.) zu töten und nicht (nur) sechs. Und
die Gefängnisbedingungen für (pal.)
Terroristen müssten dem dunklen Loch von
Gilad Shalit gleich gemacht werden. Der
Direktor des palästinensischen
Regierungsmedienzentrum (PGMC) Ghassan
Khatib sieht solche Statements als „ eine
rein rassistische Hetze an, die von der
israelischen Regierung geduldet wird. Wir
rufen Israel auf, diese Hetze zum Töten und
die Dämonisierung palästinensischer
öffentlicher Personen zu beenden. Er betont,
dass in einem Rechtsstaat Ben Ari für solch
eine rassistische Bemerkung angeklagt worden
wäre. Doch Israel zeigt gegenüber Hetze
öffentlicher Personen Nachsicht,
einschließlich dem geistlichen Führer von
Shas dem Rabbiner Ovadia Yosef, der sagte:
„Palästinenser sollten von dieser Welt
verschwinden“ und „Gott solle die
Palästinenser mit einer Seuche schlagen ..“
( dt. Ellen Rohlfs)
Collage Erhard
Arendt - Vergrößern und mehr >>>
20. Jahrestages der
Wiedervereinigung. -
Evelyn Hecht-Galinski
- 20.9.2010 - An den Bundespräsidenten
der Bundesrepublik Deutschland
Herrn Christian Wulff - Auszüge
eines Briefes vom 20.September zum 3. Oktober an den
Bundespräsidenten- Sehr geehrter Herr Bundespräsident, (...) So bitte
ich Sie heute - kurz vor dem 3. Oktober, als
wichtigen Tag für alle Bürgerinnen und Bürger in der
Bundesrepublik Deutschland – vor Ihrer angekündigten
Rede eine Anregung von mir aufzunehmen. Gerade dieser
Tag der Deutschen Einheit
– also der 3. Oktober - sollte Integration auch im
interreligiösen Gottesdienst bedeuten. Wie ich weiß,
gibt es vor jeder Feierstunde einen ökumenischen
Gottesdienst. Wäre es da nicht an der Zeit, diesen
interreligiös zu gestalten und um einen Imam und einen
Rabbiner zu erweitern? Das schreibe ich Ihnen als
säkulare deutsche Jüdin. Dies wäre ein Zeichen des
miteinander der Kulturen. Sie als Verfassungsorgan, als
Bundespräsident, wären der richtige Mann für diese
überfällige Neuerung. Den Gottesdienst in der jetzigen
form halte ich für nicht mehr zeitgemäß und eher für
schädlich. – Oder aber er wird ganz abgeschafft im Sinne
von Trennung von Staat und Kirche – Vielleicht wäre auch
das bedenkenswert! Ich hoffe sehr, dass Sie meine
Anregung in Ihre Gedanken mit einbeziehen und verbleibe
Mit vollkommener Hochachtung und freundlichen Grüßen
Evelyn Hecht-Galinski
Die israelische Armee setzt ihr brutales
Vorgehen gegen die Demonstranten fort:
Ein Palästinenser in Bil’in wurde mit
scharfer Munition am Bein verletzt,
scharfe Munition wurde auch in Ni’lin
eingesetzt und in An Nabi Saleh, wo auch
gummiummantelte Stahlkugeln auf Kinder
gefeuert wurden. In Beit Ummar wurde ein
Palästinenser von Soldaten bewusstlos
geschlagen, aber ein unschuldiger
französischer Friedensaktivist
verhaftet. Demonstranten marschierten in
der Altstadt Hebrons und in Al’Masara
wurden Produkte aus den illegalen
israelischen Siedlungen verbrannt. In
allen Protesten zeigten die Teilnehmer
ihre Solidarität mit den Bewohnern von
Silwan, Jerusalem, wo ein Palästinenser
am Mittwoch von dem privaten Wachtmann
einer israelischen Siedlung erschossen
wurde.
Die Palästinensische
Journalistengewerkschaft berichtete am
Samstag, dass Nasser Al Shiokhy, ein
Kameramann für Associated Press, am
Wochenende bei zwei Protesten in der
Westbank von israelischen Soldaten
angegriffen wurde. Der Journalist erlitt
Prellungen, Wunden am ganzen Körper und
einen Rippenbruch und musste im
Krankenhaus behandelt werden. Die
Gewerkschaft will beim Internationalen
Journalistenverband Klage einreichen,
weil solche Angriffe alle
internationalen Abkommen zum Schutz der
Presse verletzen. Kollegen konnten ein
Video filmen, dass die Angriffe auf Al
Shiokhy in Al Ma’sara und Beit Ummar
dokumentiert.
http://www.imemc.org/article/59479
Die israelische
Menschenrechtsorganisation Yesh Din hat
in einem Bericht dokumentiert, wie der
Mangel an Arabischübersetzern
Palästinenser daran hindert, gegen
Misshandlungen durch die israelische
Armee Klage einzureichen.
Einladung zur Olivenkonferenz in
Unterstützung des zivilen Widerstandes
in Palästina, 19. Oktober -
Die israelische Unterdrückung des
weitverbreiteten palästinensischen
Widerstandes nimmt zu, wie die
Verhaftung und gerichtliche Verfolgung
von Menschenrechtsaktivisten Abdallah
Abu Rahmah, Adeeb Abu Rahmah, Ibrahim
Amireh, Hassan Mousa, Zaydoun Srour und
vieler anderer zeigt.
In den vergangenen Monaten haben die
israelischen Autoritäten im Zuge ihrer
ethnischen Säuberungspolitik ganze
Dörfer zerstört. Ob es im Jordantal
geschieht oder das Beduinendorf
Al-Araqeeb in der Negev trifft, die
palästinensische Gemeinden leiden ganz
erheblich unter dieser Politk. Im
besetzten Ostjerusalem zielt die
israelische Politik ebenfalls auf eine
ethnische Säuberung; jüdische Siedler
besetzen mit Unterstützung der Behörden
Häuser von Palästinensern;
Hausdemolierungen sind weitverbreitet.
Die zunehmende Gewalt durch Siedler vor
allem in der Gegend von Nablus, Hebron
und Jerusalem wird straflos fortgesetzt.
Deshalb müssen die verschiedenen
Komitees des zivilen Widerstandes ihre
Arbeit effektiver organisieren. Wir
laden deshalb Aktivisten, individuell
oder in Gruppen, am 19. Oktober nach
Ramallah ein, um verschiedene Wege der
Unterstützung des friedlichen
Widerstandes zu diskutieren (Kampagnen,
Gerichtsklagen, direkte Aktionen, BDS
etc.). Für den Rest der Woche haben wir
Solidaritätsbesuche im Jordantal, in
Jerusalem und Al-Ma’sara geplant. Alle
sind herzlich eingeladen!
http://www.bilin-ffj.org/index.php?option=com_content&task=view&id=314&Itemid=1
http://www.indymedia.ie/article/97735
http://allthingspalestine.wordpress.com/2010/09/23/palestinian-spotlight-iyad-burnat/#comment-5
Al-Ma`sara
- Eine kleine Gruppe von Dorfbewohnern,
internationalen und israelischen
Aktivisten demonstrierte gegen die
Konstruktion der Apartheidmauer in Al
Ma’sara. Sie marschierten zum
Dorfausgang, wo sie von Soldaten und der
israelischen Grenzpolizei blockiert
wurden. Dorfbewohner trugen T-Shirt
gegen die Supermarktkette Rami Levi und
trugen Kartons, die Siedlungsprodukte
repräsentierten. Als die Demonstranten
die Pappkisten anzünden wollten, warfen
die Soldaten Tränengas und
Schockgranaten auf die Menschen und
setzten so die Kartons in Brand.
Um gegen die Schliessung der
Shuhadastrasse zu protestieren,
marschierten die Demonstranten durch die
Altstadt, begleitet vom Trommelspiel
israelischer Aktivisten. Die IDF
blockierte den Zugang zu dieser für
Palästinenser und Aktivisten
geschlossenen Strasse, indem sie ohne
Rücksicht auf anwesende Kinder die Menge
grob zurückstiessen.
Der Protestzug machte bei einigen
palästinensischen Geschäften halt, über
denen israelische Siedlungen gebaut
wurden. Geschäftsinhaber, Kunden und
Demonstranten werden hier regelmässig
mit Abfall und Abwasser verunreinigt,
das die Siedler aus den Fenstern auf
ihre Opfer schütten.
http://palsolidarity.org/2010/09/14683/
Drei Demonstrationen in Gaza-
Scharfschütze verletzt Demonstrant
schwer -
Ein 20 jähriger Palästinenser ist in
kritischem Zustand im Krankenhaus,
nachdem er mit einer “DumDum’ Kugel im
Bauch getroffen wurde. Sliman Abu Hanza
hatte am Sonntag an einer Demonstration
in Al-Faraheen, Khan Younis gegen die
von Israel auferlegte “Pufferzone” an
der Grenze Gazas teilgenommen. Sliman
ist ein weiteres Opfer der häufigen
Angriffe auf Zivilisten nahe der Grenze,
von denen viele tödlich enden. Vor zwei
Wochen wurden ein Grossvater und zwei
junge Verwandte in Beit Hanoun auf ihrem
Feld erschossen. Am vergangenen Freitag
erschoss die israelische Marine einen
Fischer nur zwei Kilometer von der Küste.
Der 20-jährige Mohamed Bakri stand kurz
vor seiner Hochzeit. Zwei weitere
Proteste gegen die “No-go Zone” fanden
in Beit Hanoun und Maghazi statt. Zirka
35% von Gazas Feldern können nicht
bearbeitet werden, weil Israel entlang
eines mindestens 300 Meter breiten
Grenzstreifens mit scharfer Munition
schiesst. Die Folgen der Land- und
Seeblockade für Gazas Bauern und Fischer
werden in einem Bericht der Uno (
Between the fence and a hard place)
geschildert. A’tah Abu Zarqa betonte bei
den Protesten, dass Palästinenser so
ihre andauernde Opposition gegen die
israelischen Landkonfiszierungen seit
1948 demonstrieren wollen.
Die international Gemeinschaft müsse
Israels unilateral Versuche ablehnen,
die Geographie und Demographie
Palästinas zu ändern.
Abbas solle sich sofort von den
Verhandlungen zurückziehen.
http://palsolidarity.org/2010/09/14735/
The video above depicts a
woman in Silwan testifying that late at night an
Israeli border policeman, who was stationed on
her roof, broke the glass window in the video
and instructed her to make him coffee. He seems
to have thought she was alone in the house,
although her husband was there.
In Gaza, resisting
Israel takes many different forms. Some people
who lost homes and businesses during the war
have been spurred on to not only rebuild - but
to create opportunities in Gaza. One man has
turned his anger into passion - and built a
horse riding club. Al Jazeera's Nicole Johnston
reports from Gaza
Palästina ist ja auch unser grosses
leider nie endendes Thema, der wütende
(Steine werfende) Junge in der Bildmitte
ist vielleicht ein Palästinenser . Das
Thema der Bazonnale Ausstellung ist zwar
Afghanistan, aber das Bild beschreibt
auch den Irakkrieg und natürlich die
Opfer der Politik der Schande. Annamalt
+ Edward Naujok
Das Bild und zwei andere sind zu
sehen in der Ausstellung zum Thema
Afghanistan vom 02.10.2010 bis
31.10.2010 in Weimar
- Die BAZONNALE, eine halbjährlich
stattfindende Independentausstellung,
ist eine der größten internationalen
Kunstausstellungen in Deutschland.
Für die Eröffnungsveranstaltung am 02.
Oktober 2010 in Weimar werden als
Ehrengäste und Redner der Botschaftsrat
Abed Nadjib, Gesandter Botschaftsrat und
Geschäftsträger der Islamischen Republik
Afghanistan in der Bundesrepublik
Deutschland sowie Frau Nadia
Nashir-Karim, Vorsitzende des
Afghanischen Frauenvereins e.V. erwartet