DAS PALÄSTINA PORTAL

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Trumps Nahost-Politik: grotesk – absurd – irrational – Irrsinn - Armageddon
Michaels Lüders neues Buch enthüllt haarsträubende Zusammenhänge, wie die USA, Israel und Saudi-Arabien die Region destabilisieren und den Krieg gegen den Iran vorbereiten


Arn Strohmeyer

Der Nahostexperte Michael Lüders warnt in seinem neuen Buch „Armageddon im Orient. Wie die Saudi-Connection den Iran ins Visier nimmt“ seine Leser: „Bei der Lektüre werden vermutlich nicht wenige denken: Das kann doch alles gar nicht sein. Der Autor übertreibt, das ist unmöglich. Leider nein, hier geht es darum, was die Welt tatsächlich in ihrem Innersten zusammenhält, jenseits der Sprechblasen von Demokratie und Menschenrechten. Um das, was in den Hinterzimmern der Macht ausgehandelt wird. Um die Hardware.“ Was dieser Autor schreibt, hat Hand und Fuß, seine Recherchen sind bestens abgesichert. Das Ergebnis seiner Arbeit ist mehr als erschreckend: Da spielen einige amerikanische Superreiche, die sich den Staat untertan gemacht haben, selbst die Regeln bestimmen und die staatliche Politik mit ihren Privatgeschäften permanent vermischen, nicht nur mit dem Schicksal einer Region (des Nahen und Mittleren Ostens), sondern mit dem Schicksal der ganzen Welt. Völkerrecht und Menschenrechte interessieren sie nicht im geringsten.

Das heutige Machtsystem in den USA beschreibt Lüders so: „Mit Förmlichkeiten halten sich Präsident Trump und Jared Kushner [der Schwiegersohn Trumps] nicht weiter auf. Sie symbolisieren den vulgär-clownesken Höhepunkt eines entfesselten Finanzmarktkapitalismus, in dem die Vetternwirtschaft keiner Maske mehr bedarf. Sie ist sich selbst genüge; the winner takes it all. Es wäre ein Irrtum, Trump für einen Betriebsunfall der Demokratie zu halten. Vielmehr verkörpert er den Sieg der Kasinoökonomie über die Politik, verwandelt er den Staat in eine Aktionärsversammlung, in der Geld gleichbedeutend ist mit Macht. Ein oder mehrere Großspender wollen Jerusalem als Hautstadt Israels? Kein Problem sofern der Preis stimmt.“

 

Die Hauptakteure in diesem brandgefährlichen Spiel im Nahen und Mittleren Osten sind neben dem irrlichternden US-Präsidenten Israel und Saudi-Arabien. Der zionistische Staat und die erzkonservative wahhabitische Monarchie haben seit 2015 ihre frühere Feindschaft beigelegt, weil ihnen ein gemeinsamer Gegner erwachsen ist: der Iran, der inzwischen zum Inbegriff alles Bösen auf dieser Welt hochdämonisiert wird. Lüders warnt vor solchen emotional aufputschenden Verteufelungen und fordert sachliche Analysen der wirklichen Interessenlagen der Beteiligten.

Der Autor sieht keine militärische oder „terroristische“ Bedrohung durch den Iran, sodass auch die Sicherheitsbedürfnisse anderer Staaten – etwa Israels – nicht der Kern des Konflikts sind, sondern das Streben nach der regionalen Vorherrschaft: „Es geht weniger um den rationalen Umgang mit einer vermeintlichen oder tatsächlichen iranischen Bedrohung, sondern um die Machtverteilung in der Region und die Eindämmung des ‚Schurkenstaates‘ [Iran].“ Die USA verfolgen vor allem auch das Ziel, die militärische Vorherrschaft des zionistischen Staates in der Region zu zementieren. Und diese Position ist nach der Zerstörung des Iraks und Syriens nur noch durch den Iran gefährdet, denn dieser Staat funktioniert und ist die bei weitem stärkste Militärmacht, die in der Lage ist, die Bewegungsfreiheit des atomar bewaffneten Israel einzuschränken. Dabei geht es Teheran keineswegs um die „Vernichtung“ Israels (wie immer wieder behauptet wird), dazu ist der Iran militärisch gar nicht in der Lage. Aber ein Krieg gegen den Iran ist mit einem sehr hohen Risiko verbunden, weil die Folgen völlig unkalkulierbar sind. (...)


Ein anderes Beispiel für die Arroganz und Hybris der US-Politik ist die angestrebte „Lösung“ des Palästina-Konflikts. Präsident Trump hat seinen Schweigersohn Jared Kushner mit der Ausarbeitung eines „Friedensplans“ beauftragt, eine so wichtige Frage muss natürlich innerhalb der Familie gelöst werden!  Man muss dazu anmerken, dass Kushner orthodoxer Jude ist und sich sehr für Israel und seine Siedlungspolitik engagiert. Gute Voraussetzungen also für diese schwierige Aufgabe. Da ahnt man dann schon im Voraus, wie dieser Plan aussehen soll, der noch streng geheim ist, aber so viel ist durchgesickert: Die Palästinenser sollen ein paar nicht zusammenhängende kleine Flecken im Westjordanland bekommen, der kleine Jerusalemer Vorort Abu Dis soll ihre „Hauptstadt“ werden.


Der Rest der Palästinenser soll im Nord-Sinai angesiedelt werden. Ägyptens Präsident as-Sisi ist auch mit von der Partie, er soll dort Land (vermutlich ein Stück Wüste) zur Verfügung stellen und wird dafür sicher gut bezahlt. Der saudische Kronprinz Salman hat schon den Präsidenten der palästinensischen Autonomie-Behörde Mahmud Abbas zu sich bestellt und ihn unter Druck gesetzt, dem Plan zuzustimmen, der nichts weiter ist als die Fortsetzung der Nakba, der endgültigen Vertreibung dieses Volkes aus seiner Heimat in Reservate oder Bantustans. Da die Hauptbetroffenen – eben die Palästinenser – gar nicht gefragt werden, nicht einmal in einem Referendum darüber abstimmen können, sondern schlicht ohne ihre Mitwirkung eine neue politische Realität für sie geschaffen werden soll, ist das Scheitern durch den Widerstand dieses Volkes vorprogrammiert.


Trump hat ein sehr äußerst schlichtes Weltbild. Er teilt den Globus politisch in die „good guys“ und die „bad guys“ ein. Daraus ergibt sich seine Außenpolitik ganz automatisch. Wer will da noch das Wort Völkerrecht in den Mund nehmen? Es ist unter ihm und seinen Verbündeten völlig außer Kraft gesetzt. Saudi-Arabien, ein Staat in dem Menschenrechte nicht viel gelten, ist ein „good guy“, weil Amerika ihm für Hunderte von Milliarden Dollar Waffen verkaufen kann, Trump dort auch persönlich gute Geschäfte macht und schließlich beide Seiten der Hass auf den Iran eint.


Die Nahost-Politik Trumps und Israels sind inzwischen vollständig gleichgeschaltet. Die Grundzüge der israelischen Politik beschreibt Lüders so: „Die Regierung Netanjahu sucht nicht etwa den Kompromiss oder den Ausgleich, weder mit dem Iran noch mit den Palästinensern. Vielmehr soll der als Feind empfundene Gegner, der als bedrohlich wahrgenommene ‚Andere‘, in die Niederlage gezwungen werden. Erst die Unterzeichnung der Kapitulationsurkunde garantiert nach dieser Logik Frieden und Sicherheit. Eine Politik der Stärke aber, die allein die eigenen (Sicherheits-) Interessen gelten lässt, nicht aber auch die der Gegenseite, ist eine Garantie für Unfrieden, Terror und Krieg.“ >>>

 




Michael Lüders

Armageddon im Orient

Wie die Saudi-Connection den Iran ins Visier nimmt

München 2018
ISBN 978-3-406-72791-7
14,95 Euro

 
 


 

Trumps Friedensplan klingt wie eine Drohung - Donald Trumps Jahrhundertplan, eine Lösung für den Nahost-Konflikt zu schaffen, klingt immer mehr wie ein Erpresserschreiben eines Schulhof-Bullys. Ein Kommentar. von Anja Reich

Am Donnerstag werden sich in New York zwei Männer begegnen, die sich normalerweise aus dem Weg gehen. Israels Premierminister Benjamin Netanjahu und Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas stehen auf der Rednerliste der UNO-Vollversammlung, erst ist Netanjahu dran, dann Abbas, oder umgekehrt, es ist eigentlich auch egal.

Schon jetzt ist klar, dass sie aneinander vorbei- statt aufeinander zugehen werden.  >>>

 

 

Die US-Administration hat einen Krieg gegen das palästinensische Volk begonnen. - Der palästinensische Außenminister Riyad al-Maliki, der sich zur Teilnahme an der 73. Vollversammlung der UN in New York aufhält, äußerte sich vor Medienvertretern über die gestrige Erklärung von US-Präsident Donald Trump über den palästinensisch-israelischen Konflikt. Die Erklärung von Trump, er unterstütze eine Zwei-Staaten-Lösung im palästinensisch-israelischen Konflikt, entspreche nicht ihren Erwartungen. Wenn Trump andere von seiner Aufrichtigkeit hinsichtlich eines Friedens in der Region, überzeugen will, so müsse er bekannt geben, dass er die Zwei-Staaten-Lösung innerhalb der Grenzen von 1967 unterstützt. Trump müsse auch sagen, dass Ost-Jerusalem und West-Jordanland besetzt sind.  

Maliki kritisierte die Palästina-Politik von Trump. Die Trump-Administration habe einen Krieg gegen das palästinensische Volk begonnen. >>>

 

 


Hoffnung und Zweifel in Israel und Palästina - Lissy Kaufmann - 27. 9. 2018 - Trump mag sie. Die israelische Opposition findet sie auch gut. Nur in Israels Regierung sieht man die Zweistaatenlösung als Gefahr

Seit Monaten wird gerätselt, was den US-Amerikanern denn nun vorschwebt in Sachen Nahost-Friedensdeal. Ein Staat? Zwei Staaten? Bislang wollte sich Donald Trump nicht festlegen. Den ominösen Plan, der laut US-Präsident in den kommenden zwei bis vier Monaten veröffentlicht werden soll, hat noch keiner außerhalb des US-Teams gesehen. Was immerhin seit Mittwochabend klar ist: Trump befürwortet eine Zweistaatenlösung. "Ich mag die Zweistaatenlösung. Das, glaube ich, funktioniert am besten. Ich muss noch nicht einmal mit irgendwem sprechen, das ist mein Gefühl", sagte er bei der Pressekonferenz nach dem Treffen mit Israels Premier Benjamin Netanjahu.

Die Reaktionen auf die unerwartete Aussage folgten prompt. Dass Trump kurze Zeit später auf Nachfrage von Journalisten meinte, er würde auch eine Einstaatenlösung akzeptieren, wenn die Konfliktparteien es wünschen   >>>

 

27. 9. 2018



 


Netanjahu und Abbas in New York - Der Palästinenserpräsident und der israelische Premier sprechen heute vor der UN-Vollversammlung. Was ist zu erwarten? -  27.09.2018

Benjamin Hammer  schreibt: "Während von Netanjahu ein Fokus auf Syrien und den Iran erwartetet wird, hoffen Beobachter, dass Abbas Worte nicht zur Gewalt anstiften." - ich denke, da ist dieser Herr Hammer mit den Namen durcheinander gekommen. Er wollte sicher den Namen von Netanjahu einsetzen, sicher auch dann schreiben "nicht weiter zur Gewalt anstiften"   >>>

 


Zwei-Staaten-Lösung befürwortet - Trump kündigt Nahost-Friedensplan an - Bisher stellte sich der US-Präsident im Nahost-Konflikt stets auf die Seite Israels. Millionenhilfen für Palästina friert er ein. Doch nun will er einen Friedensplan für den Konflikt vorlegen - und spricht sich für eine Zwei-Staaten-Lösung aus.

US-Präsident Donald Trump will binnen vier Monaten einen Friedensplan für den Nahen Osten vorlegen. Er werde den seit langem angekündigten Plan in "zwei, drei oder vier Monaten" präsentieren, sagte Trump bei einem Treffen mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu am Rande der UN-Generaldebatte in New York.

Trump sprach sich zudem explizit für eine Zwei-Staaten-Lösung aus. "Ich denke, die Zwei-Staaten-Lösung ist das, was am besten funktioniert", sagte er. Dabei würde ein unabhängiger Staat Palästina neben Israel entstehen. Es sei sein Traum, eine Lösung für den Konflikt noch in seiner ersten Amtszeit zu finden, sagte der Staatschef.

Ein Vertreter der Palästinenser kritisierte, bisher habe Trump mit seiner Nahost-Politik das Gegenteil verfolgt. Der US-Staatschef hat im Nahost-Konflikt bisher offen Partei für Israel ergriffen. Unter anderem ordnete der US-Präsident die international umstrittene Verlegung der US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem an und fror Millionenhilfen an die Palästinenser ein, um sie zurück an den Verhandlungstisch zu zwingen. In New York sagte er nun, er sei überzeugt, dass die Palästinenser an den Verhandlungstisch zurückkehren würden.  >>>

 

 

 

Donald Trump spricht sich für Zweistaatenlösung aus - Der US-Präsident will in den nächsten Monaten einen Nahost-Friedensplan präsentieren. Die Zweistaatenlösung sei der Ansatz, der "am besten funktioniert", sagte Trump. - 26. September 2018 - (...)

Der US-Präsident kündigte an, seine Regierung werde in den kommenden Monaten ihren Friedensplan für den Nahen Osten veröffentlichen. Trumps Schwiegersohn und Berater Jared Kushner leitet die Ausarbeitung des schon seit Langem angekündigten Plans. Die Verlegung der US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem stellte Trump als bedeutenden Vorgang für die Friedensverhandlungen dar. "Ich nahm wahrscheinlich den größten Chip vom Tisch", sagte Trump. Man müsse "einen fairen Deal machen...Deals müssen gut für beide Parteien sein".

Die Botschaft sei vermutlich maßgeblich dafür verantwortlich gewesen, "warum Deals nicht geschafft werden konnten". Darüber werde jetzt nicht mehr verhandelt. "Das wird jetzt auch bedeuten, dass Israel etwas tun muss, das gut für die andere Seite ist." >>>

 



Ein Offizielles israelisches Dokument leugnet die Existenz von palästinensischen Flüchtlingen - 26. 9. 2018 - "Die Tageszeitung "Israel Hayom" enthüllte am Mittwoch ein offizielles israelisches Dokument des israelischen Außenministeriums, das die Existenz von Millionen palästinensischer Flüchtlinge bestreitet.

In dem Dokument wird die Notwendigkeit bekräftigt, die in Jordanien lebenden Flüchtlinge sesshaft zu machen. Sie behauptet auch, dass es Verbindungen zwischen dem Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästinaflüchtlinge (UNRWA) und der Hamas gibt, indem sie erklärt, dass die Agentur die Zahl der Flüchtlinge überhöht und die Fakten verwischt, um die Flüchtlingsfrage zu erhalten, anstatt sie zu lösen.

Laut PNN ist das Dokument der Ansicht, dass die Klassifizierung "Flüchtling" für eine sehr begrenzte Anzahl von Palästinensern gilt, dieselbe Position, die die US-Regierung kürzlich in einem Bericht zum Ausdruck gebracht hat, in dem es heißt, dass es nur "Zehntausende von palästinensischen Flüchtlingen" anstelle von 5,3 Millionen beim UNRWA registrierten Flüchtlingen gibt.

Das Dokument bezieht sich auf die Resolution 149 der Generalversammlung der Vereinten Nationen, in der festgehalten wird, dass Flüchtlinge zurückgeschickt werden sollten, mit der Begründung, dass die Resolution nicht bindend sei und die Generalversammlung nicht befugt sei, Entscheidungen zu treffen, sondern nur Empfehlungen ausprechen dürfte.

Mit diesem Dokument forderte Israel die europäischen Länder auf, einen so genannten "historischen Fehler" zu korrigieren, nämlich die Erteilung eines Mandats an das UNRWA im Zusammenhang mit palästinensischen Flüchtlingen und deren Bindung an die Flüchtlingsagentur der Vereinten Nationen.   Übersetzt mit www.DeepL.com    Quelle


21.07.18 Weltflüchtlingstag 2018 Bericht: Die Palästinenser sind die größte Flüchtlingsbevölkerung. >>>
 


Verlogene Entrüstung - Gründung: »Juden in der AfD«. Gastkommentar von Moshe Zuckermann - Moshe Zuckermann lehrt Geschichte und Philosophie an der Universität Tel Aviv. Soeben erschien von ihm »Der allgegenwärtige Antisemit oder Die Angst der Deutschen vor der Vergangenheit« (Westend-Verlag: Frankfurt a. M.)

Am 7. Oktober soll die Vereinigung »Juden in der AfD« offiziell gegründet werden. Prominente Vertreter der jüdischen Öffentlichkeit in Deutschland wie Charlotte Knobloch, Maram Stern und Michel Friedman bekunden darüber Befremden und Bestürzung. Juden hätten nichts in einer »menschenverachtenden, demokratiefeindlichen« Partei verloren, in der sich »Antisemiten pudelwohl fühlen können«, und Juden als »Feigenblatt« bzw. als »Koscherstempel« für »plumpen AfD-Rassismus« benutzt würden. Die Entrüstung lässt sich gewiss nachvollziehen, und doch mutet sie verlogen an.

Denn ein humanistisches, antirassistisches, demokratisch-tolerantes Bild der Juden wird da gerade von jenen heraufbeschworen, deren menschenfreundliche Emphase merklich verblasst, wenn es um die Verurteilung der über 50 Jahre andauernden Knechtung der Palästinenser durch den israelischen Staat geht. Im Gegenteil, sobald sich jüdische (und andere) Kritiker zu Wort melden, die die israelischen Verbrechen in den besetzten Gebieten, die brutale fortwährende Verletzung von Menschenrechten und dem Völkerrecht, verurteilen, werden sie von diesen Vertretern der jüdischen Verbände in Deutschland des Antisemitismus geziehen und als »sich selbst hassende Juden« verleumdet. Der perfide Antisemitismusvorwurf dient ihnen als nicht minder perfider Koscherstempel für den Judenstaat.

Aber was will man von der jüdischen Prominenz in Deutschland? War es nicht jüngst die Mossad-Legende Rafi Eitan, die lobende Grußworte an die AfD richtete? War es nicht der israelische Premier Benjamin Netanjahu, der den ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán, Horthy-Bewunderer mit antisemitischer Rhetorik, in Israel als Staatsgast (mit obligatorischem Yad Vashem-Besuch) begrüßte? An Rassismus, Xenophobie, Araberhass und rabiater Volksverhetzung kann es Israels politische Kultur allemal mit der AfD aufnehmen, und zwar nicht nur »auf der Straße«, sondern auch – und gerade – in der Sphäre der hohen Politik. Von der zunehmenden Faschisierung der israelischen Politstrukturen sei hier geschwiegen.

Von alledem will das jüdische Establishment in Deutschland nichts wissen.  >>>

 


 


Volksbefragung in Israel: «Wir sind ein auserwähltes Volk» - Christian Müller - 26. 9. 2018 - Die schärfste Kritik kommt aus dem eigenen Land: Haaretz-Kolumnist Gideon Levy liest seinen Landsleuten die Leviten.

56 Prozent der Israeli glauben, dass die Juden ein von Gott auserwähltes Volk sind. Das ergab eine Umfrage der israelischen Tageszeitung Haaretz. Von jenen Israelis, die sich selber zu den politisch Rechten zählen, sind es sogar 79 Prozent.

Das Resultat dieser Umfrage müsste, so würde man erwarten, auch international ein Echo auslösen. Hat es aber nicht. Zumindest nicht im deutschsprachigen Raum. Ein Kommentar dazu von Ulrich Schmid, dem Israel-Korrespondenten der NZZ, erschien in der NZZ nur auf der Seite «Meinung & Debatte». Er passte wohl zu wenig in die politische Linie der Chefredaktion. Schmid kommt – stark verkürzt zusammengefasst – zum Schluss, dass Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu gar nicht die treibende Kraft der Palästina-Besetzungspolitik Israels ist, sondern jener, der, als an der Macht interessierter Populist, verhindert, dass die politische Rechte, die Bevölkerungsmehrheit also in Israel, nicht noch Schlimmeres anzettelt. Man dürfe nicht vergessen, dass die Politik in Israel mehr und mehr von den aus Russland eingewanderten Juden bestimmt werde – wie etwa auch der gegenwärtige Verteidigungsminister Avigdor Lieberman, der 1978 aus der damaligen UdSSR eingewandert war.

In Deutschland war die Selbsteinschätzung als 'auserwähltes Volk' (chosen people) eh kein Thema. Seit die Israel-Lobby es erfolgreich durchgesetzt hat, dass Kritik an der Politik Israels offiziell als neue Form des Antisemitismus eingestuft wird, ist Kritik an Israel noch rarer geworden. Wer in Deutschland kann es sich schon leisten, ein Antisemit zu sein – auch wenn er unmissverständlich nur den Staat Israel kritisiert? Es blieb Evelyn Hecht Galinski, der Tochter eines früheren Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland, vorbehalten, auf das Resultat dieser Haaretz-Umfrage hinzuweisen.

Man schaue also nach Israel selber, wie die linksliberale Tageszeitung Haaretz, die die Umfrage durchgeführt hat, das Resultat interpretiert und kommentiert. Gideon Levy, prominenter Kolumnist dieser Zeitung und scharfer Kritiker der jetzigen Besetzungspolitik Israels, hebt dabei vor allem einen Punkt hervor: Ob der Einzelne an einen Gott glaubt oder nicht, ist Privatsache und einigermassen unerheblich. Wenn aber eine Mehrheit eines Volkes von sich selber denkt, ein auserwähltes Volk zu sein, also besser zu sein als andere Völker, anderen Völkern überlegen zu sein, dann ist das relevant, weil es dann zur Basis der Politik dieses Volkes wird. >>>

 



 

79 Prozent der Rechtsextremen in Israel glauben, dass Juden das auserwählte Volk sind. Allen Ernstes? - Während der Glaube an Gott eine Privatangelegenheit ist, bestimmt der Glaube an ein auserwähltes Volk die Grundlinien der Politik, die das Verhalten Israels weitgehend erklären. Wenn Israelis sagen, dass sie das auserwählte Volk seien, offenbart das ihre Psychose. - Gideon Levy

Ich würde mich gern mit Vertretern dieser absoluten, entscheidenden, arroganten und herablassenden Mehrheit treffen, die sich in einer kürzlich durchgeführten Haaretz-Umfrage widerspiegelt, und sie fragen: Ist das wirklich euer Ernst? Wie seid ihr darauf gekommen? … Seid ihr, die absolute Mehrheit, so sicher, dass wir die Auserwählten, die Besten, dass wir die Champions sind, allen anderen haushoch überlegen?

Wie seid ihr zu diesem Schluss gekommen? Ich möchte euch fragen, liebe Mehrheit: Auf welcher Grundlage seid ihr überzeugt, dass wir das auserwählte Volk sind, dass wir alles besser wissen als alle anderen Nationen, dass uns mehr zusteht als allen anderen, dass was für sie gilt, keineswegs für uns gilt, weil wir überlegen sind.

So reagierte eine Mehrheit der israelischen Juden in der in der vergangenen Woche veröffentlichten Haaretz-Dialog-Umfrage: Wir sind ein auserwähltes Volk. Eine Mehrheit von 56 Prozent ist sich dessen sicher. Das Ergebnis erhöht sich auf eine überwältigende Mehrheit von 79 Prozent unter denjenigen, die sich selbst als rechtsextrem bezeichnen. In einem Land, in dem 76 Prozent der Menschen an Gott oder eine andere höhere Macht glauben, ist das vielleicht nahe liegend. Aber während der Glaube an Gott eine Privatangelegenheit ist, bestimmt der Glaube an ein auserwähltes Volk die Grundlinien der Politik, die das Verhalten Israels weitgehend erklären. .

Wenden wir uns von der Theologie zur Pathologie. Die israelischen Juden, die denken, dass sie zu einem auserwählten Volk gehören, schulden sich selbst und anderen Rechenschaft. Es ist einfach zu erklären, dass Gott existiert oder nicht existiert. Niemand erwartet dafür Beweise, aber wenn die Mehrheit einer Nation überzeugt ist, dass sie allen anderen Nationen überlegen ist, ist sie beweispflichtig. Im Falle Israels ist es leicht nachzuweisen, dass es sich um einen Fall von Realitätsverweigerung handelt, eine gefährliche Illusion. Auf jeden Fall stellt ein Volk, das davon überzeugt ist, dass es auserwählt wurde, eine Gefahr für sich selbst und seine Umgebung dar. >>>

 



 


Frühere  Tage finden sie im chronologischen Archiv >>>
 

 

 

 

 

 

War criminal promoted to chief of Israel lobby group  >>>

 

Erekat- Netanyahu‘s UN speech victimizes the criminal, blames the victim  >>>

 

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PCHR Weekly Report On Israeli Human Rights Violations in the Occupied Palestinian Territory (20 – 26 September 2018)  >>>

 

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27. 9. 2018


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26. 9. 2018

 

Israel’s new Jewish Nation State law is a reaction to Palestinian demands for equality — Ben White >>>

 

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25. 9. 2018

 

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24. 9. 2018

 

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Von Israels Armee lernen
Im Sommerkurs zum Personenschützer
Die Soldaten der israelischen Armee gelten als besonders gut ausgebildet. Ihre Erfahrungen aus dem Anti-Terrorkampf geben sie auch an Ausländer weiter, beispielsweise in Personenschützer-Kursen.  >>>

 

 

The State of Israel vs. the Jewish people
 Israel has aligned itself with one nationalist, even anti-Semitic, regime after another. Where does that leave world Jewry? >>>

 

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23. 9. 2018

 

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