TÄGLICH NEU  -  LINKS    Termine    facebook     Montag, 30. Dezember 2019 - 20:17    HELFEN     BDS     ARCHIV    Themen

 



 


Friedensprozess ohne Lösung - Gastkommentar: Palästinenser sind am Tiefpunkt angekommen
- Seit Monaten protestieren die Bewohner von Gaza gegen ihre ausweglose Situation. Doch die Palästinenser haben längst jeden Fürsprecher verloren, meint Bettina Marx von der Heinrich-Böll-Stiftung in Ramallah.

Noch nie war die Lage der Palästinenser so aussichtslos wie derzeit. 70 Jahre nach der Staatsgründung Israels und 51 Jahre nach dem Sechstage-Krieg, in dem Israel sich die palästinensischen Gebiete im Westjordanland und in Gaza angeeignet hat, stehen sie buchstäblich vor dem Nichts. Alle Hoffnungen auf einen eigenen Staat haben sich nicht erfüllt. Der sogenannte Friedensprozess, der vor 25 Jahren mit den Oslo-Verträgen begonnen hat, muss inzwischen als gescheitert angesehen werden. Der ehemalige israelische Ministerpräsident Ariel Sharon hatte ihn schon im Januar 2001 für tot erklärt. Heute scheut sich sein Nachfolger, Regierungschef Benjamin Netanjahu, nicht mehr, die dem Friedensprozess zu Grunde liegende Idee der Schaffung eines palästinensischen Staates an der Seite Israels offen abzulehnen. Bei seinem kürzlichen Besuch in Berlin leugnete er sogar, dass Israel die palästinensischen Gebiete überhaupt besetze. Vor der Presse sagte er, Abraham sei schon vor 4000 Jahren in das Land zwischen Mittelmeer und Jordan gekommen und habe damit den jüdischen Anspruch begründet. Nur zufällig hielten sich in seinem Land auch Palästinenser auf.

Bittere Folgen für die Palästinenser
- Doch so bizarr diese Auffassung klingen mag, für die Palästinenser hat sie bittere Folgen. Denn sie bedeutet, dass ihre Existenz von Israel nur geduldet wird, dass ihre Ansprüche auf ihre Heimat, auf Gleichberechtigung und nationale Selbstbestimmung von Israel nicht anerkannt werden. Ihr im Völkerrecht verbriefter Widerstand gegen die Besatzung wird von Israel als illegitimer Aufstand gegen die rechtmäßigen Herren des Landes und als Terrorismus angesehen und entsprechend verfolgt. Die israelischen Gefängnisse sind voll von Palästinensern, die sich nicht unter das israelische Joch beugen wollen. Selbst Minderjährige werden vor die Militärgerichte gestellt, die mit einer Verurteilungsquote von fast 100 Prozent aufwarten können. Jede Nacht durchstreifen schwer bewaffnete Militärpatrouillen die besetzten Gebiete, reißen Familien aus den Betten, fotografieren Jugendliche, um sie später als Steinewerfer identifizieren zu können und verhaften junge Männer und zunehmend auch Frauen.

Selbst Ramallah, die Stadt, in der die palästinensische Autonomiebehörde ihren Sitz hat und die nach den Oslo-Verträgen unter ausschließlicher palästinensischer Verwaltung und Sicherheitskontrolle steht, bleibt nicht verschont von diesen nächtlichen Razzien. In den Dörfern des Westjordanlandes, dort wo die Palästinenser seit Beginn des Friedensprozesses immer mehr Land an die Siedler verlieren, dort, wo ihnen der Zugang zu ihren Feldern und Brunnen verwehrt wird, werden Jugendliche, die gegen die Besatzungsarmee aufbegehren, verhaftet oder erschossen. Am Rand des Gazastreifens wurden bei den Protesten der vergangenen Wochen mehr als 100 Menschen von israelischen Scharfschützen getötet. Unter den Opfern waren auch Behinderte, Journalisten, Sanitäter und Kinder. Israel habe genug Kugeln für jeden Demonstranten, sagte der Likud-Abgeordnete Avi Dichter. Und die Armee twitterte, man reagiere akkurat und maßvoll und wisse genau, wo jede Kugel lande.  >>>
 



 


Kurz in Israel: Palästinenser kritisieren "pro-israelische Politik"
- Bei seiner dreitägigen Israel-Reise wird der Kanzler die Palästinenser-Gebiete nicht besuchen. Die israelische Botschafterin in Wien bezeichnet die israelisch-österreichischen Beziehung "so gut wie nie". - 10.06.2018

Am Sonntag wird Bundeskanzler Sebastian Kurz zu einem dreitägigen Staatsbesuch in Israel erwarte. Aus gegebenem Anlass kritisieren die Palästinenser die Nahost-Politik Österreichs: Statt der traditionellen, ausgeglichenen Linie sehe er Anzeichen für eine "Kehrtwende" zu einer "eindeutig pro-israelischen Politik", sagte der palästinensische Botschafter in Wien, Salah Abdel Shafi. Dass Kurz im Rahmen seiner Israel-Reise nicht auch die palästinensischen Gebiete besuche, sei "noch ein Signal".

Es sei "Tradition", dass die "Spitzenpolitiker der ganzen Welt, wenn sie in die Region reisen, Israel und Palästina besuchen. Sogar US-Präsident Trump hat sich daran gehalten." >>>
 

 

 

 

Wir trauern um Paula Audrey Abrams Hourani

Eine starke menschenrechtspolitische Stimme aus Österreich

in Solidarität mit dem palästinensischen Volk

ist für immer verstummt.

Unsere Gedanken sind bei Fayssal Hourani und der Familie

Wir werden der Zivilcourage Paula Audrey Abrams-Houranis in Ehren gedenken.

יהי זכרה ברוך

Jüdische Stimmen für gerechten Frieden in Nahost e. V. – EJJP Germany

 

 

 

Paula Audrey Abrams–Hourani ist für immer von uns gegangen – Erinnerungen
Fanny–Michaela Reisin

 

Am 04. Juni erreichte uns die traurige Nachricht vom Ableben unserer hoch geschätzten, sehr geliebten Freundin der österreichischen Organisationen der Palästina-Solidarität „Frauen in Schwarz“, „Jüdischen Stimme für gerechten Frieden“ sowie „International Jews Against Zionism“.

 

Eine starke menschenrechtspolitische Stimme in Solidarität mit dem palästinensischen Volk, für sein Recht auf Rechte, auf Selbstbestimmung und Gerechtigkeit ist für immer verstummt.

 

Paula wäre in zehn Tagen 78 Jahre alt geworden. In den 20 Jahren unserer Freundschaft zwischen Wien und Berlin hatte sie eine Krankheit zu ertragen, deren heimtückische Attacken sie immer wieder in Lebensgefahr brachten. Sie hielt tapfer und standhaft dagegen. Sie werde doch in Wien so dringend gebraucht“, sagte sie immer scherzend, um nicht beim Thema zu verharren.

 

Tatsächlich wird ihre Stimme in Wien und weltweit sehr fehlen. Unvergesslich ihre leidenschaftlichen – oft, wenn es etwa um ihr geliebtes Gaza ging, verzweifelten – Reden und Einlassungen auf Mahnwachen, auf Kundgebungen, in Medieninterviews und ja, auch in privaten Cafégesprächen. Paula war eigentlich immer mit den Entrechteten, nicht nur in den von Israel besetzten Gebieten Palästinas, sondern auch anderswo auf der Welt. In ihrem großen Herzen war Platz für alle Menschen, die Armut, Unterdrückung und Unrecht zu erleiden haben. Dabei vergaß sie nie den Anteil der Regierungen ihres Herkunftsstaats USA an der Gewalt, Vertreibung und Aussichtslosigkeit, die Menschen an so vielen Orten des Globus unverschuldet zu erleiden haben.

 

Paula war in gewisser Weise ein Schutzschild gegen Unrecht und Gewalt, wo und wann immer auch. Du konntest sie morgens, mittags, abends und sogar nachts anrufen, vielleicht war sie gerade vom Krankenhaus, von einer Reise oder von einer Mahnwache erschöpft zu Hause angekommen. „Was sagst Du? Sie haben xy wieder überfallen, sie haben es wieder getan? Wir müssen unbedingt etwas tun!“ So ging es immer, – bis zum Ende.

 

Paula Abrams–Hourani war eine mutige Menschenrechtsaktivistin, die jedoch auch humanitären Einsatz hochschätze – nie belächelte. Ich erinnere zig Sammel-, Benefiz- und Ausstellungsaktivitäten in Hilfe für die Kinder in Gaza, in Bosnien, Kurdistan u. a. m.. Sie beherrschte die gesamte Klaviatur des politischen Engagements, angefangen bei den Protokollen der hohen Diplomatie, über stilvollen, kleinen und großen Anfragen bei Parteien sowie Kommentaren bei Medien bis hin – und das war ihr wichtig – zur zähen und unbeirrbaren Radikalität in Auseinandersetzungen, bei denen es gegen doppelte Standards von Recht und Moral ging. Sie unterstütze die internationale BDS-Bewegung ohne Wenn und Aber und vermochte gleichsam Interessierte, die ihre Radikalität nicht teilten, freundschaftlich  in ihre Aktionen der „Frauen in Schwarz“ einzubeziehen. Niemand konnte diese lautstark radikale und gleichsam so gediegene Stimme gegen Terror, Vertreibung und Unrecht verdächtigen unlauter zu sein. Selbst ihre schärfsten Widersacher nicht.

 

Paula war eine schöne, fast filigran wirkende Frau. Sie lebte gern und liebte alles Schöne. In Wien siedelte sich die junge, aus Cleveland stammende studierte Pianistin und Tänzerin seinerzeit deshalb an, weil die Stadt architektonisch so schön und ihre geliebte Musik hier zu Hause war. Wer hätte gedacht, dass sie beruflich dann so viele Jahre – es war eine gute Zeit sagte sie oft – in der IAEO (International Atomic Energy Organization) tätig sein würde? Wer hätte es für möglich gehalten, dass sie öffentlich so unermüdlich als starke Stimme des Humanismus wirken und die schönen Künste nur privat in der verbleibenden – immer zu knappen – Freizeit pflegen würde?

 

Paula liebte das Leben. Sie war bei aller Verzweiflung nie bitter. Nie! Sie lachte gern, wusste auch durchaus – manchmal ironisch, manchmal sarkastisch, nie grob – zu scherzen. Wir weinten oft miteinander und konnten doch – ich glaube es war öfter – aus vollem Herzen miteinander lachen.
 

Paula, wir werden Dich so schmerzlich missen. Meine Gedanken sind jetzt bei Deinem geliebten Ehemann und Mitstreiter Fayssal Hourani und bei Eurer gesamten Familie.           
Berlin, am 5. Juni 2018    Fanny–Michaela Reisin
 


Blutgrätschen und Steilvorlagen im Nahost-Konflikt
- 10. Juni 2018 – Oliver Eberhardt - Die Tickets waren schon verkauft, die Vorfreude groß: Aus Gründen, die niemand so richtig erklären kann, ist die argentinische Fußballnationalmannschaft in Israel sehr beliebt. Wenn dieses Team dann auch noch dazu bereit ist, gegen die israelische Nationalmannschaft zu spielen, überdies auch noch in Israel, dann ist das schon was.

Und so war die Enttäuschung groß und die Wut noch größer, als dieses Freundschaftsspiel kurzfristig abgesagt wurde. Was passiert ist, daran scheiden sich auch jetzt, mehr als eine Woche später, noch die Geister, und dies nicht so sehr, weil die Fakten umstritten wären. (...)

Das veränderte "Konzept Jerusalem"
- Am 14. Mai, nach westlichem Kalender der 70. Jahrestag der Staatsgründung Israels, war es dann, zumindest symbolisch, so weit: Aus dem amerikanischen Konsulat in West-Jerusalem (es gibt zudem auch ein US-Konsulat in Ost-Jerusalem) wurde, offiziell, die US-Botschaft, obwohl ein Großteil der Belegschaft bis auf Weiteres im bisherigen Botschaftsgebäude in Tel Aviv arbeiten wird.

Schon die Ankündigung veränderte allerdings die Wahrnehmung des Konzepts "Jerusalem" im Ausland: Plötzlich landete ein Thema, dass ob seiner extremsten Komplexität in Friedensverhandlungen stets zurück gestellt wurde, ganz oben auf der Tagesordnung, wo es von der israelischen rechts-religiösen Koalition unter Führung von Regierungschef Benjamin Netanjahu unilateral als "ohne Aussprache und Abstimmung beschlossen" abgehakt wurde, bevor man sich dann mit entschiedener Forschheit an die Durchsetzung machte.

Die Verlegung des Spiels
- Im Fall des Fußballspiels Argentinien-Israel wurde entschieden, dass das Spiel nach Jerusalem zu verlegen sei. Nach Auskunft eines Sprechers des israelischen Fußballverbandes habe Kultur- und Sportministerin Miri Regev, die einst Chefzensorin des israelischen Militärs war, die Verlegung "angeordnet"; man selbst sei nicht gefragt worden. Regev indes bestreitet, dass sie für die Verlegung verantwortlich war; die Initiative sei von Netanjahu ausgegangen.

Der neue Spielort erschien auch dem argentinischen Verband als unverfänglich: Das Teddy Kolek-Stadion liegt im Westteil der Stadt. "Wir konnten uns auch nicht vorstellen, dass das was mit Politik zu tun haben könnte", sagt ein Sprecher: "Uns war gesagt worden, dass es dort einfach mehr Platz gibt, den man brauche, weil das Interesse so groß sei."

Doch dann schrieb Netanjahu einen Brief an den argentinischen Präsidenten Mauricio Macri, in dem er ihn dazu einlud, dem Freundschaftsspiel "in unser ewigen Hauptstadt Jerusalem" beizuwohnen.   >>>

 


Antisemitismus-Beauftragter – ein Antisemitenmacher?
-  10. Juni 2018 - Abi Melzer


Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat - Beauftragter der Bundesregierung für jüdisches Leben in Deutschland und den Kampf gegen Antisemitismus - Alt-Moabit 140 - 10557 Berlin 12.Juni 2018

Sehr geehrter Herr Felix Klein, Sie waren wohl mit ihrer eigenen Karriere am Ende, als Sie sich bereit erklärten, den höchst überflüssigen Posten des Antisemitismusbeauftragten anzunehmen. Wir fragen uns schon von Anfang an, was ein Antisemitismusbeauftragter machen soll und was Sie machen werden.

Der offiziell dekretierte Antisemitismus ist in Europa 1945 durch die Rechtsgleichheit von Juden und Nichtjuden beendet worden; diese Rechtsgleichheit allerdings verweigern “die Juden” in Israel allen Nichtjuden! Das hat das jüdische Mitglied der englischen Regierung, Edwin Samuel Montagu, in seiner Rede gegen die Balfour-Deklaration 1917, also schon vor 100 Jahren, zurecht befürchtet.

Die vom Staat per Gesetz verordnete Rechtsgleichheit sollte genügen. Für Straftaten ist die Polizei zuständig. Antisemitische Vorstellungen wird der Staat und der von ihm beauftragte Aufpasser nicht beseitigen können, denn bekanntlich sind die „Gedanken“ frei. Das hat uns schon vor mehr als 150 Jahren der Jude Heinrich Heine in seinem berühmten Epos „Deutschland – ein Wintermärchen“ gelehrt.

“Antisemitismus” ist und war immer schon eine Falschbezeichnung; sogar Goebbels hat, wie Sie wissen sollten, dies bei “seinen” Journalisten reklamiert und diese aufgefordert, diesen Begriff zu vermeiden, der heute inflationär genutzt wird, um politische Gegner zu beleidigen und zu de-legitimieren.

Mir als Juden und erbittertem Gegner der israelischen Besatzungs- und Siedlungspolitik, der für diese völkerrechtswidrige Politik in der israelischen Armee gedient und manches Unrecht gesehen hat, war von Anfang an klar, dass Sie nicht den Antisemitismus beseitigen werden, denn das lässt sich nicht durch einen „Beauftragten“ erreichen, sondern es war vorauszusehen, dass Sie uns, die Kritiker der israelischen Politik, und Gegner dieser um sich greifenden Antisemitismus-Hysterie, die letztendlich Antisemiten macht, bekämpfen werden.  >>>

 

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NICHT NUR TV REDAKTIONEN...

Politische Talkshows  - Nicht objektiv, sondern verantwortungslos - 8. Juni 2018 - Es ist verwunderlich, wie fahrlässig manche TV-Redaktion sich selbst delegitimiert, indem sie so tut, als gäbe es das gar nicht: journalistische Arbeit. - Kolumne von Carolin Emcke

Theodor W. Adorno schrieb in der "Minima Moralia": "Liberalität, die unterschiedslos den Menschen ihr Recht widerfahren lässt, läuft auf Vernichtung hinaus." Und fuhr fort: "Wie der Wille der Majorität, die der Minorität Böses zufügt und so der Demokratie Hohn spricht, nach deren Prinzip sie handelt." Da nennt jemand die systematische, industrielle Vernichtung von Menschen einen "Vogelschiss", da will jemand die Geschichte der Schoah, das Aussondern, Vertreiben, Einkerkern, Foltern, Sterilisieren, Aushungern, Vergewaltigen, Töten von Millionen von Menschen banalisieren, als sei die Erinnerung schmutzig und nicht die Verbrechen. Da will jemand nicht "provozieren", sondern revisionistische Positionen mit bürgerlichem Gestus ummanteln - und die Republik diskutiert, ob es illiberal sei, solchen Menschen nicht auch noch zusätzlich im Fernsehen eine Plattform für ihre Menschenverachtung zu bieten? Wo leben wir eigentlich? Antisemitismus abzulehnen, ist kein Zeichen mangelnder Liberalität, sondern Ausdruck eines Minimums an Zivilität.

Vielleicht muss noch einmal erläutert werden, dass journalistisches Arbeiten tatsächlich aus Arbeit besteht. Dass es nicht nur um das Hinhalten eines Mikrofons oder einer Kamera geht, sondern um analytische, hermeneutische, kritische Arbeit, bei der es darauf ankommt, möglichst genau ein soziales, politisches, kulturelles Thema zu recherchieren, zu hinterfragen, zu erörtern. Es ist verwunderlich, wie fahrlässig manche TV-Redaktion sich selbst delegitimiert, indem sie so tut, als gäbe es das gar nicht: redaktionelle Arbeit.

Das Mantra vom "Wir versuchen nur darzustellen, was ist" zeugt keineswegs von selbstkritischer Objektivität, sondern von selbsthypnotischer Verantwortungslosigkeit. Als könne man sich damit der Bürde entledigen, die reflektiertem Journalismus obliegt: Gründe angeben zu können für die Entscheidungen, die wir treffen mit jedem Text, den wir schreiben, jeder Karikatur, die wir zeichnen, jedem Film, den wir schneiden, jeder Sendung, die wir produzieren, jedem Titel, jeder Grafik, jedem Satz. Entscheidungen darüber, warum ein bestimmter Ausschnitt der Wirklichkeit relevanter sein soll als ein anderer, warum ein bestimmtes Bild illustrativ, warum ein bestimmtes Ereignis  >>>
 


The Great March of Return: The Gaza Sniper Massacre
- 10. 6. 2018 - Richard Falk - [Prefatory Note : The Gaza Sniper Massacre in response to the Great Return March is one more milestone in Palestinian resistance and yet another frightening episode in the Israeli apartheid narrative of cruel and excessive violence, a shameful sequel of crimes for which there exists no adjudicative tribunal available to the victimized party to pursue justice. The post that follows consists of juxtaposing news items, a searing opinion piece by the courageously uncompromising Israeli journalist Gideon Levy and a wide-ranging brilliant commentary by my friend, Jim Kavanaugh. The post and is dedicated to the memory of Razan al-Najjar, the brave 21year old paramedic mortally shot while tending Palestinian demonstrators wounded at or near the Gaza fence. This young woman epitomized the purity of nonviolent yet heroic resistance, an identity given historical depth by her joy for life and her supreme sacrifice imposed by sniper brutality.

The Israeli political leadership and military commanders must be presumed to have chosen such a display of excessive and vindictive violence for a clear political objective, which will remain undisclosed. It would seem to be taking advantage of having unlimited support from the Trump presidency and the most favorable regional political situation of their history, but we may still ask 'to what end?' My best guess is that the effort was designed to convince the people of Gaza, more than Hamas, that resistance, and especially unarmed resistance was futile. Without a diplomatic path and with the annexationist path wide open, Israel would benefit from a Palestinian acknowledgement that the struggle is over, and they have lost. The Great March of Return was a defiant refusal to concede defeat, no doubt angering Israel, and inflicting a major defeat in the other war—the Legitimacy War being fought for hearts and minds on the basis of seizing the high moral and political ground.  >>>
 

10. 6. 2018


 


UNO hält Dringlichkeitssitzung zum Schutz der Palästinenser ab 
- 9. Juni 2018 - Die UN-Generalversammlung wird am kommenden Mittwoch eine Dringlichkeitssitzung abhalten, um über eine Resolution zu Gaza abzustimmen, wie der Präsident des Gremiums, Miroslav Lajcak, am Freitag bekannt gab.

Die Resolution wird Israel verurteilen und ähnelt einem Veto der Vereinigten Staaten im Sicherheitsrat in der vergangenen Woche, in dem der Schutz der Palästinenser vor israelischer Aggression gefordert wurde, so Diplomaten.

Die Sitzung wurde von der Türkei als Präsident der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) und Algerien im Namen der Arabischen Union beantragt, so eine gemeinsame Erklärung am Freitag.

"Wir mobilisieren alle unsere Bemühungen mit so vielen, wie wir von Gruppen und Mitgliedsstaaten erreichen können, um die größtmögliche Anzahl von Stimmen zu erhalten, um uns zu unterstützen", sagte Mansour.

Die Generalversammlung wurde am Mittwoch um 15.00 Uhr EDT (1900 GMT) einberufen.

Lesen Sie: USA isoliert bei der UNO, Veto gegen Volksentschließung und findet keine Unterstützer für Anti-Hamas-Gesetzentwurf

Die Resolution, sagte Botschafter Riyad Mansour, würde einer kuwaitischen Resolution ähneln, die letzte Woche genug Unterstützung erhielt, um eine Abstimmung im Sicherheitsrat zu verabschieden, aber von den Vereinigten Staaten abgelehnt wurde.

Mansour sagte, dass das Veto der USA den Antrag ausgelöst habe und dass die Gewalt vom Freitag "unser Argument und die Dringlichkeit, den palästinensischen Zivilisten internationalen Schutz zu gewähren", verstärkt.

Die von der Generalversammlung angenommenen Resolutionen haben im Gegensatz zu den vom Sicherheitsrat verabschiedeten keine bindende Wirkung.

 

 



Eskalation in Israel - UNO beruft Krisensitzung ein
- Erneut werden in Israel mehrere Palästinenser erschossen, hunderte Demonstranten sind verletzt. Auf Antrag der arabischen Staaten tagt nun kommende Woche die UN-Generalversammlung zu dem Thema. Sie will nachholen, was der Sicherheitsrat bisher versäumt hat.  >>>
 


Gaza: eine Strategie der systematischen Verstümmelung palästinensischer Jugendlicher
- Die Analyse der Wunden, die durch israelische Schüsse gegen unbewaffnete Demonstranten im Gazastreifen verursacht wurden, spiegelt eine echte Strategie wider, um die palästinensische Jugend dauerhaft zu verstümmeln, sagt Professor Nafiz Abu Shaban, Leiter der orthopädischen und rekonstruktiven Chirurgie im Gazastreifen.

In der jüngsten Ausgabe des British Medical Journal (BMJ), einer der weltweit führenden medizinischen Fachzeitschriften, aktualisiert Dr. Shaban eine erste Bewertung, die am 4. Mai letzten Jahres unter dem Titel "Gaza, a field of amputations" von Marie-Elisabeth Ingres und ihren Kollegen von Médecins Sans Frontières Palestine veröffentlicht wurde.

Die Anzahl und Art der durch den israelischen Feuer verursachten Verletzungen wirft eindeutig die Frage einer Untersuchung durch den Internationalen Strafgerichtshof auf, da die israelische Armee die Kriegsgesetze systematisch verletzt zu haben scheint.

Bis zum 18. Mai 2018 12.271 Verletzte, von denen 6.760 eine Aufnahme im Krankenhaus erforderlich machten, in 3.598 Fällen wegen Schussverlöetzungen.

Allein in den Institutionen, in denen Ärzte ohne Grenzen Palästina arbeiten, "wurde auf mehr als die Hälfte der 500 Menschen geschossen, wobei die Kugel buchstäblich das Gewebe zerstörte und den betroffenen Knochen besprühte".

"Hier sind wir jetzt." Ich habe viele physische Traumata gesehen, als Israel Gaza angegriffen hat, aber ich habe diese Art von Verletzungen noch nie zuvor gesehen. Nach der Untersuchung der Wunden scheint es, dass die Scharfschützen der israelischen Armee systematisch Munition mit expansiver Wirkung am Auftreffpunkt verwenden", schrieb er.

"Wir haben derzeit (Stand: 18. Mai 2018, NDLR) zwischen 300 und 350 Schienbeinbrüche durch hochenergetische Munition. Dies sind die am schwierigsten zu behandelnden offenen Frakturen. Verletzungen der unteren Extremitäten dieser Schwere erfordern zwischen 5 und 7 aufeinanderfolgende chirurgische Eingriffe, die jeweils 3 bis 6 Stunden dauern. Selbst mit fortgeschrittenem Know-how und Ausrüstung dauert die Heilung 1 bis 2 Jahre. ».

Die meisten Patienten entwickeln Knocheninfektionen und es kommt zwangsläufig zu einer Zunahme von Zwangsamputationen. Auch gibt es keine Aussicht auf Rehabilitation, da das einzige Krankenhaus in Gaza, das sich auf diese Art der Versorgung spezialisiert hat, 2014 von Israel bombardiert wurde und nicht wieder aufgebaut werden konnte.

"Es ist also ein ganzes Leben lang eine Behinderung, die jetzt Tausende von Bürgern des Gazastreifens erwartet, weil sie ohne Waffen an Demonstrationen gegen die israelische Blockade teilgenommen haben, die ihnen jede politische und soziale Perspektive vorenthält.

Der Rekonstruktion solcher Verletzungen liegt völlig außerhalb der Leistungsfähigkeit der Krankenhäuser im Gazastreifen. Im Shifa-Krankenhaus zum Beispiel sind wir überfordert und haben kein Bett zur Verfügung." Wir sollten hinzufügen, dass die Komplexität der zu behandelnden Verletzungen die Möglichkeiten der allgemeinen orthopädischen Chirurgie übersteigt und dass wir die Unterstützung von spezialisierten Rettungsteams benötigen", ergänzt Dr. Shaban.

"Ich bin sicher, dass, wenn 6.000 Verletzte, die Hälfte davon durch Kugeln, in so kurzer Zeit in Londoner Krankenhäusern ankommen, Ihre Dienste es nicht schaffen würden, mit der Situation fertig zu werden, trotz der Vortrefflichkeit Ihrer Möglichkeiten", schreibt der palästinensische Arzt erneut an seine britischen Mitleser. Mir wurde gesagt, dass kein Mitglied des Rettungsdienstes im Vereinigten Königreich jemals mit einer solchen Situation, mit so vielen Beinverletzungen, zu kämpfen hatte. Was können wir also hier in Gaza tun, um mit einer solchen Situation fertig zu werden?».

"Jetzt verstehe ich, warum wir zum Internationalen Strafgerichtshof gehen und ihn bitten müssen, eine Untersuchung einzuleiten", schließt er.   Quelle
 


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Märchenstunde in der Welt:
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Was zwei Verbrecher sagten:
("Eine Lüge muss nur oft genug wiederholt werden. Dann wird sie geglaubt." Joseph Goebbels (angeblich))

"Man ging dabei von dem sehr richtigen Grundsatze aus, daß in der Größe der Lüge immer ein gewisser Faktor des Geglaubtwerdens liegt, da die große Masse des Volkes bei der primitivsten Einfalt ihres Gemütes einer großen Lüge leichter zum Opfer fällt als einer kleinen".
A.H.: Mein Kampf, S. 252

 

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