TÄGLICH NEU  -  LINKS    Termine    facebook     Montag, 30. Dezember 2019 - 20:17    HELFEN     BDS     ARCHIV    Themen

 


Der Tod der Razan Al-Najjar

 


 

 

Mein Text zur Erschießung der 21jährigen Razan Al-Najja. Sie war Ersthelferin und Kollegin beim medico-Partner Palestinian Medical Relief Society im Gazastreifen. Sie wurde gestern östlich von Khan Younis bei einem Einsatz tödlich verwundet. - Riad Othman - 2. 6. 2018

Der Tod der Razan Al-Najjar
- Am 24. Mai lehnte der Oberste Gerichtshof die Petition der beiden medico-Partner Adalah (Haifa) und Al Mezan Center for Human Rights (Gaza) ab. Sie hatten das Gericht am 23. April dazu aufgefordert, den Gebrauch von scharfer Munition durch die israelische Armee gegen unbewaffnete DemonstrantInnen im Gazastreifen zu untersagen. Die Menschenrechtsorganisationen Association for Civil Rights in Israel, Gisha, HaMoked und Yesh Din hatten eine zweite Petition gestellt, die gemeinsam mit der unserer Partner verhandelt und auch abgelehnt wurde.

Die Richter folgten der Argumentation des israelischen Militärs, wonach die am Protest Beteiligten eine Gefahr für israelische SoldatInnen und ZivilistInnen darstellten. In ihrer Antwort auf die Ablehnung stellten Adalah und Al Mezan fest: „Der Oberste Gerichtshof Israels hat die breite Faktenbasis, die von den Petitionsstellern vorgelegt wurde und die zahlreiche Zeugenaussagen von Verwundeten sowie Berichte internationaler Organisationen beinhaltete, die an der Dokumentation der Tötung und Verwundung von unbewaffneten Protestierenden in Gaza beteiligt waren, völlig ignoriert. Es ist bemerkenswert, dass der Oberste Gerichtshof sich weigerte, sich Videos anzusehen, die den israelischen Beschuss von Demonstrierenden dokumentierten, und eher die Behauptungen des Staates völlig akzeptierte anstatt den eigentlichen Fall zu untersuchen.“

Kurz nach dem blutigen 14. Mai der Proteste im Rahmen „des Großen Marschs der Rückkehr“ kündigten die Veranstalter, aber auch in Gaza dominante politische Kräfte wie die Hamas an, dass die Freitagsdemonstrationen über den ursprünglich geplanten Schlusspunkt des 15. Mai hinaus bis zum 5. Juni fortgesetzt würden. Damit sollte nicht nur der Vertreibung und Flucht vor allem von 1948-49 im Rahmen des Nakba-Tages (alljährlich der 15. Mai) gedacht werden, sondern auch der sogenannten Naksa (arabisch: Rückschlag), womit die arabische Niederlage im Krieg von 1967 gemeint ist, der damals am 5. Juni begann.

Rückblende
- Vor gut drei Wochen traf ich mich in Gaza-Stadt mit drei freiwilligen Ersthelfern des langjährigen medico-Partners Palestinian Medical Relief Society (PMRS). Nada Al-Aham, Ahmed Ra’i und Mahmoud Al-Da’ur sind zwischen 21 und 31 Jahre alt. Zwei von ihnen, Nada und Mahmoud, engagieren sich ehrenamtlich als ErsthelferIn bei der PMRS, während Ahmed dort auch hauptamtlich als Krankenpfleger arbeitet, während er noch studiert. Alle drei waren zu dem Zeitpunkt seit Jahren als medizinische Nothelfer immer wieder für die PMRS im Einsatz und seit dem Beginn der Proteste Ende März auch immer bei den großen Demonstrationen am Zaun zu Israel anwesend. Dort bargen sie auch Verletzte aus der Gefahrenzone, d. h. der rund 300 Meter tiefen Pufferzone zum Zaun hin.

Auf die Frage, wie das mit der Bergung überhaupt funktioniere, wenn scharf geschossen werde, sagte Mahmoud damals: „Im Feld gibt es keine Sicherheit. Wenn wir Verletzte bergen, gibt es keine Kommunikation mit den Soldaten. Wir gehen langsam mit erhobenen Händen zu den Verwundeten. Aber eine Garantie dafür, dass nicht auf dich geschossen wird, gibt es nicht.“ Alle drei hatten damals angesichts der Zahl verletzter KollegInnen den Eindruck, dass nicht einmal zwischen medizinischem Personal, JournalistInnen und DemonstrantInnen unterschieden werde, umso weniger zwischen friedlich und gewalttätig Protestierenden.

Nada lebt in Khan Younis. Sie ist mit ihrem Team deshalb meistens auch dort im Einsatz. Sie beschrieb, wie sie Verletzte auch aus der Nähe des Zaunes geborgen hatte. Einmal war ihr besonders im Gedächtnis geblieben: „In Khan Younis schien es an dem Tag für Frauen sicherer, sich als Ersthelferinnen dem Zaun zu nähern. Also ging nur ich, sehr langsam, mit erhobenen Händen und klar als medizinisches Personal erkennbar, wie es unser Sicherheitsprotokoll vorsieht, zu dem Verwundeten. Dann brachte ich ihn aus der Pufferzone, damit wir ihn verarzten konnten.“ – „Du hast einen Erwachsenen alleine aus der Pufferzone getragen?“ – „Ich zog ihn an den Armen. Das ging, weil es kein Mann war, mehr ein Junge, vielleicht 14, 15 Jahre alt.“ – „Konntest du sicher sein, dass dir dabei nichts passiert?“ – „Nein. Dass mir als Frau erlaubt wurde mich dem Zaun zu nähern, sehe ich als Ausnahme, nicht als Regel. Verlassen würde ich mich darauf nicht. Es gibt ja keine direkte Kommunikation.“

Epilog
- Eine ihrer Kolleginnen, Razan Al-Najjar, lebte in Khuza’a, östlich von Khan Younis. Neben dem weiter nördlich gelegenen Shuja’iya war dies das im Krieg von 2014 am stärksten zerstörte Stadtviertel des gesamten Gazastreifens. Nada und Razan engagierten sich nicht nur beide in Khan Younis, sie waren auch gleich alt. 21 Jahre. „Auch wenn Verletzte in der Nähe des Zauns liegen, gehen wir da hin, um zu helfen. Wir sind Ersthelfer. Das ist, was wir tun“, hatte ihr Kollege Mahmoud am 10. Mai gesagt.

Bei den Freitagsprotesten am 1. Juni 2018 wurde Razan Al-Najjar, die sich ehrenamtlich als Krankenschwester und Ersthelferin engagierte, durch das Feuer eines israelischen Scharfschützen getötet. Laut Zeugen, die von Al Mezan Human Rights Center befragt worden sind, wurde sie östlich von Khan Younis bei dem Versuch, einen verletzten Demonstranten gemeinsam mit anderen in Richtung der Sanitätszelte im örtlichen Protestcamp zu evakuieren, gegen 18:45 Uhr durch einen Schuss in den Rücken mit scharfer Munition tödlich verwundet. Razan war in ihrer weißen Bekleidung klar als Sanitäterin erkennbar und befand sich etwa 100 Meter vom Zaun entfernt, von dem sie sich mit den anderen und dem Verletzten wegbewegte. Sie wurde noch aus der Pufferzone getragen, und in einem Sanitätszelt vor Ort gab es eine erste notfallmedizinische Versorgung inklusive künstlicher Beatmung, bevor sie ins Nasser Hospital in Khan Younis transportiert wurde. Dort musste eine halbe Stunde später ihr Tod festgestellt werden. Das war nicht das erste Mal, dass Razan im Einsatz durch die israelische Armee verletzt wurde. Am 20. April traf sie ein gummiummanteltes Stahlgeschoss am Fuß, am 28. April ein Tränengaskanister auf der Brust. Auch 29 weitere SanitäterInnen der PMRS wurden während der Proteste verletzt. Razan aber ist das erste Todesopfer.

medico trauert mit den Angehörigen und FreundInnen Razan Al-Najjars und mit den KollegInnen der PMRS. Angesichts der Ereignisse der letzten Wochen und des Todes unserer Kollegin bekräftigt medico seine Unterstützung für eine unabhängige Untersuchungskommission der Geschehnisse im Gazastreifen seit Beginn der Proteste. Die Entsendung einer solchen wurde im Mai durch eine Mehrheit von 29 zu 2 Stimmen bei 14 Enthaltungen im UN Menschenrechtsrat beschlossen, in dem kein Staat ein Vetorecht hat. Die Vereinigten Staaten hatten zuvor ihr Veto genutzt, um eine entsprechende Resolution im UN-Sicherheitsrat zu blockieren. Die israelische Regierung hat bereits angekündigt, nicht mit der Kommission kooperieren zu wollen. Quelle facebook

 

 

 


 

URGENT STATEMENT - by Dr. Mustafa Barghouti, President of PMRS  - PMRS volunteer medic killed by Israeli sniper in Gaza yesterday - Ramallah, Saturday 02 June 2018
 

"Today the Palestinian Medical Relief Society mourns the loss of one of our own. 21-year old volunteer medic Razan Al Najjar was shot and killed by an Israeli sniper yesterday in Gaza as she was attempting to provide first aid to an injured protester. She was shot to the chest, the bullet ripping through the white vest with red emblem and PMRS logo that was marking her as medical personnel.

Yesterday, 3 other PMRS first aiders were injured by live bullets: Rami Abu Jazar, Mahmoud Fa’wur and Mahmoud Odeh. In total, Israel has injured 245 paramedics since the end of March, 29 of them with live ammunition and targeted 40 ambulances.
Shooting at medical personnel is a war crime under the Geneva conventions, as is shooting at children, journalists and unarmed civilians.

We demand an immediate international response to Israeli humanitarian law violations in Gaza. We call on our international friends and partners to publicly condemn Razan’s killing and to demand that Israel be held accountable for its crimes under international law.
We grieve with her family and our colleagues in Gaza during this tragic time. We ask our partners who are in the country to please join us tomorrow at 12pm at the Manara circle in Ramallah to honor Razan’s memory and demand an end to the bloody oppression of Gaza. We will be receiving condolences later that day from 3 to 7pm at the PMRS headquarters in Al Bireh.

In Gaza, PMRS, together with PNGO, health sector and human rights organizations, calls for partners to meet in front of the WHO and UN Human Rights commission building at 12pm on Sunday to demand justice for Razan and for Gaza." Quelle


 


Palestinian medic, 21, is killed by Israeli sniper as she tends wounded in Gaza
- 1. 6. 2018 - Razan Ashraf Al-Najjar, 21, nurse killed in Gaza, June 1, 2018 - Today’s news from Gaza was especially disturbing. Israeli snipers shot 40 protesters and killed one of them: Razan al-Najjar, a 21-year-old volunteer medic. She was wearing a white coat when she was shot, news accounts say, and one report says she was attempting to tend a wounded protester.

Update: Her funeral was Saturday June 2, and thousands attended. Was die internationale Presse dazu sagt  >>>


 

 


 

 
Annettes Kolumne – Konflikte an der Grenze zu Gaza - 1. 6.  2018 -  Annette Groth - „Wir können nicht all diese Leute ins Gefängnis stecken“ - Das ist die Antwort der Sprecherin des israelischen Außenministeriums, Michal Maayan, am 14.5. in einem Interview mit dem israelischen Fernsehsender RTÉ auf die Frage, warum Soldaten auf die palästinensischen Demonstranten schießen. 1 Diese Äußerung ist ungeheuerlich und kaum zu glauben. Man stelle sich vor, Putin oder ein Sprecher der iranischen Regierung hätte diesen Satz gesagt, es hätte einen weltweiten Aufschrei gegeben, der Satz wäre in allen deutschen Medien prominent erschienen und Außenminister Maas hätte sofort mit allen möglichen Sanktionen und Strafaktionen gedroht. Aber in unseren Mainstreammedien war über diese barbarische Ungeheuerlichkeit von Michal Maayan nichts zu lesen.

Stattdessen ereiferte man sich über eine Karikatur in der „Süddeutschen Zeitung“, die der renommierte Karikaturist Dieter Hanitzsch von dem israelischen Premierminister Netanjahu zeichnete. Die Karikatur zeigt Benjamin Netanjahu mit großen Ohren, riesiger Nase und dicken Lippen. Davidsterne zieren eine Rakete, die er in den Händen hält, und den Schriftzug „Eurovision Song Contest“. ´Das ist blanker Antisemitismus´ kritisierten Vertreter der Jüdischen Gemeinde in Berlin und zettelten einen Shitstorm gegen die „Süddeutsche“ an, was die Geschäftsführung zur Aufkündigung der jahrzehntelangen Zusammenarbeit mit Hanitzsch veranlasste.

Aufgrund von bislang sechs Beschwerden ist jetzt der Deutsche Presserat mit der Karikatur befasst und wird ein Prüfverfahren einleiten. Der Beschwerdeausschuss des Presserats entscheidet am 12. Juni über den Fall.2 Auf das Ergebnis kann man gespannt sein.

Es ist geradezu grotesk, dass ein Aufschrei durch die Republik wegen einer Karikatur geht, während das Massaker vom 14.5. mit 60 von israelischen Scharfschützen erschossenen Palästinensern und über 2500 Verletzten von deutschen Medien verharmlosend als „gewalttätige Auseinandersetzungen“ abgehandelt wird. Seit dem 30. März sind 114 Palästinenser durch israelische Scharfschützen erschossen worden. Darunter sind 13 Kinder – 12 Jungen und ein Mädchen, ein durch Tränengas ersticktes Kleinkind von 8 Monaten sowie zwei Journalisten.3 Unter den Verletzten sind 1500 durch Schusswaffen und 1000 durch Tränengas verwundet worden.

Gideon Levy, einer der renommiertesten israelischen Journalisten stellt am 17.5. in Haaretz die rhetorische Frage, wie die israelische Bevölkerung reagiert hätte, wenn an einem Tag 60 streunende Hunde getötet worden wäre. Es hätte einen Aufschrei durch das ganze Land gegeben und die Schuldigen wären vor Gericht gestellt worden, es hätte überall Gedenkgebete für die getöteten Hunde gegeben  >>>
 


Two journalists, two paramedics. Killed by Israeli snipers.


Quelle Facebook - um die Bilder zu vergrößern auf das Bild oben klicken


 


Nahostkonflikt: Kampf um Wasser
- 2. 6. 2018 - Bernd Schröder - In kaum einer anderen mit Wasserknappheit ringenden Gegend der Erde treten die im Verteilungskampf auftretenden Probleme so existentiell und facettenreich zugleich zutage wie im Nahen Osten. - Die permanente Wasserknappheit in weiten Teilen des Nahen Ostens führte immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen den Nachbarn, die sich nicht auf eine gerechte Aufteilung der Wasserressourcen einigen konnten.

(...)  - Kritiker sehen im Oslo-Friedensprozess vor allem ein koloniales Konstrukt. Sinnbild dafür ist die dort propagierte Lösung des Wasserproblems: Neoliberale Rezepte ersetzten eine politische Einigung, der Verkauf von Wasser in Flaschen wurde über die Entwicklung eines nachhaltigen Zugangs zu Wasser gestellt, mit Folgen: Der Zustand der Wasserressourcen in den Palästinensergebieten hat sich seit Oslo massiv verschlechtert.

Der Küstenaquifer ist heute stark übernutzt; Versalzung und Verschmutzung durch landwirtschaftliche und urbane Abwässer machen sein Wasser vielerorts für den menschlichen Konsum unbrauchbar - nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation betrifft das 97% der Entnahmemenge. Viele Anwohner sehen sich trotzdem gezwungen, ihr Wasser aus kontaminierten Brunnen zu beziehen. Mittlerweile sind wieder Krankheitsbilder verbreitet, die sich aufgrund des Konsums von mit Pathogenen belastetem Wasser einstellen. Pandemien werden befürchtet, auch auf israelischer Seite, denn die Checkpoints würden im Falle eines Ausbruchs keinen ausreichenden Schutz bieten.

Nach dem Abzug der Israelis 2005 blieb der Großteil der Wasserinfrastruktur unbrauchbar gemacht zurück, weitere Zerstörungen folgten in den drei verheerenden Kriegen ab 2008, die darüber hinaus zu zahlreichen Toten unter der Zivilbevölkerung führten.

Die Situation in der Wasserversorgung ist nur ein Aspekt der sich vor Ort entfaltenden humanitären Katastrophe. Im Gazastreifen leben heute rund zwei Millionen Menschen auf engstem Raum - mehr als die Hälfte von ihnen in Flüchtlingslagern. Die hier registrierten Bevölkerungsdichten gehören zu den höchsten der Welt, ebenso das Bevölkerungswachstum.

Israel kontrolliert nach wie vor - bis auf den Grenzübergang zu Ägypten - den Zugang von Land, zur Luft und von der See. Mit der eingerichteten No-Go-Pufferzone auf dem Gebiet von Gaza liegen nach UN-Schätzungen 30% des verfügbaren Ackerlands brach. Selbst außerhalb dieses Bereichs sind Bauern bei ihrer Arbeit nicht vor israelischem Beschuss sicher.

Die Versorgung mit Wasser und Strom ist von Israel abhängig. Seit dem Sieg der Hamas bei den Parlamentswahlen von 2006 ist eine Blockade durch Israel und Ägypten in Kraft, deren Würgegriff unter anderem zu einer empfindlichen Verknappung von Nahrungsmitteln, medizinischer Versorgung und Baumaterialien führte, außerdem zu einer Reduzierung von Genehmigungen für Pendler und letztendlich zu einem Niedergang der Wirtschaftsleistung im Verein mit einer hohen Arbeitslosigkeit. Heute ist ein Großteil der palästinensischen Bevölkerung von humanitärer Hilfe aus dem Ausland angewiesen.

Die Blockade wird von Beobachtern mit dem Betrieb des größten Freiluft-Gefängnisses der Welt gleichgesetzt. Die Bewohner des Gazastreifens sollen durch forcierte strukturelle "Ent-Entwicklung" von jeder Art Fortschritt abgeschnitten werden, ein Prozess, der ebenso in der West Bank beobachtet werden kann. Ein Festhalten an dieser Strategie wird auch künftig keinen Frieden in der Region ermöglichen.

Der Wiederaufbau im Gazastreifen kommt nur schleppend voran, er wird vor allem durch die von Israel verhängten Einfuhrbeschränkungen und durch Korruption in den Reihen der Hamas behindert.   >>>

 


Calmy-Rey vergleicht Cassis mit Trump
 - Micheline Calmy-Rey übt scharfe Kritik an Aussenminister Ignazio Cassis. Mit seinen umstrittenen Aussagen zum Palästinenser-Hilfswerk gefährde er die Schweizer Neutralität.

Die Kritik von Aussenminister Ignazio Cassis (57) am Uno-Hilfswerk für Palästinenser sorgte über die Landesgrenzen hinaus für Wirbel. Der FDP-Bundesrat hatte das Flüchtlingshilfswerk als «Teil des Problems» im Nahostkonflikt bezeichnet, weil es bei palästinensischen Flüchtlingen die Hoffnung aufrecht erhalte, dass sie eines Tages in ihre Heimat, aus der sie wegen des Krieges 1948 fliehen mussten, zurückkehren könnten.

Nicht nur die Palästinenser waren empört. Auch Diplomaten waren irritiert. Und der Bund sah sich genötigt, in einer Stellungnahme zu betonen, dass sich an der Nahost-Politik der Schweiz nichts geändert habe.

Nun äussert sich mit Micheline Calmy-Rey (72) eine Vorgängerin Cassis' zu den umstrittenen Aussagen. Im «Tages-Anzeiger» kritisiert sie den Aussenminister und wirft ihm vor, die Rolle der Schweiz als neutrale Vermittlerin zu gefährden. «Das macht mir Sorgen», sagt sie.  >>>

 


 

Jeder darf mal probieren - Die Schweizer Aussenpolitik ist ausser Rand und Band. - Arthur Rutishauser - Anfänglich erntete Ignazio Cassis nur Spott, als er sich fast wie Donald Trump per Twitter aus dem Nahen Osten meldete. «Ich rufe alle Parteien dazu auf, von weiterer Gewalt abzusehen.» Als er dann aber auch noch das UNO-Flüchtlingshilfswerk für Palästina (UNRWA) als «Teil des Problems» im Israel-Palästina-Konflikt bezeichnete, wurde daraus eine veritable Verletzung der Neutralität. Die könnte die Schweizer Diplomatie noch teuer zu stehen kommen. Im Moment jedenfalls sieht es danach aus, als könnte sie sich den ersehnten Sitz im UNO-Sicherheitsrat abschminken. >>>
 

 

 


UNO rüffelt Bundesrat Cassis - Mit seiner Palästina-Kritik gefährdet der Aussenminister die Schweizer Kandidatur für den Sicherheitsrat
. - Denis von Burg - Adrian Schmid - Die Irritation ist grösser als bisher angenommen: Nach der Kritik von Bundesrat Ignazio Cassis am UNO-Hilfswerk für Pa­lästinenserflüchtlinge (UNRWA) intervenierten hochrangige Vertreter der Vereinten Nationen am Hauptsitz in New York bei der dortigen Schweizer Botschaft, wie mehrere Quellen nun bestätigen. Dabei wurden nicht nur Cassis’ Äusserungen (siehe Kasten) kritisiert. Es wurde auch die Frage aufgeworfen, ob die Schweizer Kandidatur für den UNO-Sicherheitsrat noch opportun sei. >>>
 


Wenn das Auge Davids nach Deutschland blickt
- FOCUS-Redakteur Christoph Elflein - FOCUS-Reporter Josef Hufelschulte - Samstag, 26. 05. 2018 - Mordanschläge, Attentate, Entführungen: In seinem Buch erzählt der frühere Mossad-Chef Schabtai Schavit erstmals von den Einsätzen des israelischen Geheimdienstes in Deutschland.

Zwei heftige Explosionen – kurz nacheinander. Es ist vier Uhr morgens. Als die Funkstreife der Münchner Polizei Minuten später das Gelände der Spedition Deugro am S-Bahnhof Allach erreicht, fliegen rund 100 Meter entfernt mehrere in Holzkisten verpackte Druckkessel in die Luft. Zerstört durch „hochbrisanten militärischen Sprengstoff“, stellt ein Gutachter später fest. Die Maschinen sollten nur Tage später nach Teheran verschifft werden.

Zur gleichen Zeit, 350 Kilometer entfernt. In Wald bei Zürich vernichten mehrere Bomben eine Chemieanlage in der Firma Bioengineering. Mit ihr hätten chemische Kampfstoffe produziert werden können.

Auch 26 Jahre nach den beiden abgestimmten Aktionen wissen Justiz und Polizei nicht, wer die Täter waren, die einen Millionenschaden anrichteten. „Die Tat blieb ungeklärt“, stellt die Münchner Oberstaatsanwältin Anne Leiding fest. Bis jetzt.
Der Befehl kam aus Israel

Es war das „Auge Davids“, wie Israels legendärer Auslandsgeheimdienst Mossad genannt wird. Die Agenten jagten Nazi-Mörder wie Adolf Eichmann, spionierten feindliche Streitkräfte aus, töteten führende Palästinenser mit Autobomben und versuchten, alle nur denkbaren Bedrohungen für Israel zu eliminieren. Sie gingen dabei so organisiert wie skrupellos vor. Ob die Vergeltungsaktionen in befreundeten Ländern stattfanden, spielte keine Rolle. Zur Not wurden andere Geheimdienste getäuscht und falsche Fährten gelegt.

Der einstige Anführer der Agententruppe lebt heute mit 78 Jahren in der Nähe von Tel Aviv. Der noch immer drahtige Schabtai Schavit hat jetzt eine eherne Regel gebrochen: die des Schweigens. Als erster Mossad-Chef verfasste er seine Memoiren. Vorerst gibt es die 327 Seiten nur auf Hebräisch – mit vielen Informationen zu Operationen auf der ganzen Welt, einige davon auch in Deutschland.
Erfolgreiche Vernebelungstaktik

Leicht verschlüsselt bekennt sich Schavit zu den Anschlägen von München und Zürich. Das Ziel der Bombenleger war, den Bau einer möglichen Giftgasanlage im Nahen Osten zu verhindern. Dazu vernichteten israelische Agenten die nötigen Maschinenteile und Anlagen bereits in Europa und vereitelten so die Auslieferung nach Teheran.   >>>
 



IPPNW-Pressemitteilung vom 15.05.2018 - Die Gewalt gegen mehrheitlich friedliche Proteste muss beendet werden - Eskalation im Gazastreifen - Angesichts der hohen Zahl von Toten und Verletzten von DemonstrantInnen an der Grenze zu Israel, drängt die ärztliche Friedensorganisation IPPNW Außenminister Heiko Maas, das Demonstrationsrecht für die Menschen in Gaza und in den übrigen besetzten Gebieten einzufordern. Scharfe Munition darf gegen DemonstrantInnen, die unbewaffnet und in ihrer Mehrheit friedlich sind, keinesfalls zum Einsatz kommen. „Das Recht auf Unversehrtheit und Gesundheit ist ein universelles Menschenrecht. Zuwiderhandeln kann vor dem internationalen Gerichtshof geahndet werden. Gerade die besondere Verantwortung Deutschlands Israel gegenüber begründet die Notwendigkeit, Israels Regierung von Verletzungen des humanitären  Menschenrechts durch klare Stellungnahmen abzuhalten“, heißt es in einem Beschluss der IPPNW Deutschland, den die Organisation von Ärztinnen und Ärzten im Rahmen ihres Jahrestreffens Anfang Mai verabschiedet hat.

Seit dem 30. März 2018 demonstrieren im Gazastreifen und in der Westbank Zehntausende, um auf die große Not der palästinensischen Flüchtlinge und die elenden Lebensbedingungen unter der Blockade im Gaza-Streifen aufmerksam zu machen. Dazu schrieb der Palästinenser Dr. Abed Schokry, der lange in Deutschland gelebt hat, an die IPPNW: „Gaza wehrt sich gegen die unmenschlichen Lebensbedingungen, gegen die völkerrechtliche Abriegelung, die den Gazastreifen zu einem Gefängnis für zwei Millionen Menschen macht“.

Vom ersten Tag an reagierten die israelischen Truppen mit unverhältnismäßiger Gewalt. Die Soldaten setzten Gummigeschosse und Tränengas ein und schossen mit scharfer Munition auf die unbewaffneten Protestierenden. Nach Aussagen der „ Palästinensischen Mission“, der diplomatischen Vertretung Palästinas  in Deutschland, wurden seit Beginn der Demonstrationen mehrere Tausend Palästinenser von israelischen Besatzungstruppen verletzt und 60 Palästinenser getötet. Die Mission forderte ebenso wie UN-Generalsekretär António Guterres, die Tötung unbewaffneter Zivilisten und den unverhältnismäßigen Einsatz von scharfer Munition sofort unabhängig und transparent zu untersuchen, was Israel ablehnte.

„Die israelische Blockade des Gazastreifens unter Beteiligung Ägyptens ist rechtswidrig“, erklärt Sabine Farrouh, IPPNW-Vorstandsmitglied. Sie stellt eine mit geltendem Recht unvereinbare Form der Kollektivbestrafung dar.

Den Beschluss des IPPNW-Jahrestreffens  >>>

Kontakt: Angelika Wilmen, Pressesprecherin der IPPNW,
 


Video - Chez Carrefour : Rücksendung an den Lieferanten der Apartheiddatteln


Empörte Verbraucher ließen Medjoul-Datteln aus israelischen Siedlungen im besetzten Palästina entfernen, die die Geschäftsleitung eines Carrefour-Hypermarkts auch in ihren "Ramadan-Spezial"-Regalen installiert hatte. Sehen Sie das Video unten.  >>>



 


frühere texte UND TAGE finden sie im chronologischen Archiv >>>

 

 

 

 

 

 

Tausende nehmen an Trauerfeier für getötete Sanitäterin teil

Im Gazastreifen hat die israelische Armee nach Raketenbeschüssen einen Luftangriff auf eine Stellung der Hamas geflogen. Auch nach einer Trauerfeier für eine getötete Sanitäterin kam es zu Ausschreitungen


 

Updated- Army Kills A Medic, Injures 100 Palestinians, Including 40 With Live Fire, In Gaza  >>>

 

IARPP clamps down debate on Palestinian mental health at its conference in NY  >>>

 

'I am an Islamophobe,' boasts ex-director of Israel's press office  >>>

 

3. 6. 2018

 


 

Newspapers review: Killing Palestinian paramedic in Gaza focus of dailies  >>>

 

Israeli snipers shoot Palestinian in southern Gaza Strip  >>>

 

Updated: Army Kills A Medic, Injures 100 Palestinians, Including 40 With Live Fire, In Gaza

 

Keine Einigung im Nahost-Konflikt
Der UN-Sicherheitsrat hat sich nicht auf eine gemeinsame Haltung zur Gewalt an der Grenze zwischen Israel und Gaza einigen können. Gleich zwei Resolutionen fanden keine Mehrheit.  >>>

 

Nahost-Konflikt im Uno-Sicherheitsrat: USA mit anderen Ländern uneinig  >>>
 

 

The way to the ‘occupied lands’  >>>

 

Israeli court approves destruction of Bedouin village, despite Congressional and EU protest  >>>

 

Israeli Police Abuse Leading Arab Activist in Hospital, Force His Release against Doctors’ Advice  >>>

 

Boycott of Tel Aviv LGBT Film Festival Gains Momentum with New Cancellations  >>>

 

UN Officials Call on Israel to Halt Khan Al-Ahmar Demolition  >>>

 

Israeli Soldiers Invade Homes In Hebron  >>>

 

PCHR Weekly Report On Israeli Human Rights Violations in the Occupied Palestinian Territory (24 – 30 May 2018)  >>>

 

Kite Storage Among Israeli “Terror Targets” in Gaza  >>>

 

1. 6. 2018


Israel Uses Diaspora Jews as Human Shields  >>>

 

Joyless in Zion  >>>

 

Fathi Harb burnt himself to death in Gaza. Will the world notice?  >>>

 

Israel deliberately provoked the latest violence in Gaza, but you won’t learn that in the ‘NY Times’ >>>

 

‘No one is happy with 60 killed’ — Ehud Barak comes to redeem Israel  >>>

 

Palestinians say 500 prisoners in Israeli jails to start hunger strike  >>>

 

Jerusalem Municipality Seizes Historic Islamic Cemetery (VIDEO)  >>>

 

1. 6. 2018

 

Tamimi teen slipped into coma due to Israeli prison neglect  >>>


Israeli minister threatens to destroy Gaza "once and for all"  >>>

 

Israel Approves 450 New Colonialist Units In Bethlehem  >>>

 

Israeli Navy Abducts Two Fishermen In Gaza  >>>

 

Updated- Armed Israeli Gunships Intercept Gaza Boat Carrying Cancer Patients  >>>

 

Gaza is here — and it's not going anywhere  >>>

 

Finding the truth amid Israel's lies  >>>

 

An end to 'apartheid polls' in Israeli media  >>>

 

30. 5. 2018

 

UN warnt Palästina und Israel vor Eskalation  >>>

 

IDF intercepts Gaza boat trying to escape the blockade  >>>

 

Israeli Navy takes over wounded Gazans` flotilla  >>>

 

Ultimatum an Sara Netanjahu
Israels First Lady hat angeboten, zweck­entfremdetes Staatsgeld zurückzuzahlen. Doch über die Summe wird gestritten. >>>

 

Israel hält die militärische Präsenz des Irans auf syrischem Territorium für inakzeptabel. Der Abzug iranischer Kräfte von der Grenzlinie zu Syrien, über den der israelische TV-Kanal 2 zuvor berichtet hatte, reicht laut Regierungschef Benjamin Netanjahu nicht aus.  >>>

 

When does propaganda go too far  >>>

 

 

29. 5. 2018

 

Palästinenser wollen israelische Seeblockade durchbrechen  >>>
 


Freedom Flotilla to Depart Gaza as Another Sets Sail from Copenhagen  >>>

 

Israel Begins Construction of Naval Barrier off Gaza Coast  >>>

 

Italy Worried over Destruction of Palestinian School in Khan Al-Ahmar  >>>

 

Israeli prosecutor to recommend indicting Netanyahu on corruption  >>>

 

Israeli court rejects petition to declare it unlawful to shoot unarmed civilians in Gaza  >>>

 

VIDEO- Israeli Forces Shoot Unarmed Palestinian Woman in Jerusalem  >>>

 

The persecution of Ezra Nawi  >>>

 

28. 5. 2018

 

PA threatens to cut security ties with Israel if Gaza blockade lifted  >>>

 

As Israeli arms company Elbit expands, activists’ resistance grows  >>>

 

Palestinian journalists condemn Israeli bill criminalizing photography of soldiers  >>>

 

Israel considering law to ban photographing or filming of IDF soldiers
Bill aims to 'silence criticism of the army', critics say  >>>

 

Journalists Condemn Bill Criminalizing Photography of Soldiers  >>>

 

After Gaza `Massacre` Israeli Parliament Proposes Bill to Ban Photographing, Recording Soldiers  >>>

 

Israel beginnt mit Bau von Seesperre zum Gazastreifen
Wellenbrecher soll bis Jahresende fertiggebaut werden  >>>


Am Gazastreifen - Israel beginnt mit Bau von Seesperre - Verteidigungsminister Avigdor Lieberman verspricht ein "weltweit einzigartiges Hindernis":   >>>


Israel kündigt Bau von Seesperre zum Gazastreifen an  >>>

 

Freedom Flotilla Sets Sail for Gaza after The Great March of Return  >>>

 

Siebzig Jahre nach der Gründung Israels hat Bundesrat Ignazio Cassis - Schweiz - am «Schweiz-Israel-Tag» in Lugano die guten Beziehungen zwischen der Schweiz und Israel betont. Er war von der Tessiner Sektion der Gesellschaft Schweiz-Israel eingeladen worden. >>>


 

Israeli top court 'gives green light' to use of live fire in Gaza  >>>

 

Tayseer Khaled: Prosecution of Israeli Officials Became Possible after Referral to ICC  >>>

 

The Bill to Protect Elor Azaria
Israel is set to consider a proposal banning any photographing of soldiers if carried out with the intention of 'undermining the morale of Israel’s soldiers and residents'  >>>

 

Hunger-striking Palestinian Detainee Transferred to Negev  >>>

 

Hebron- Settlers Cut Down 700 Vine Trees  >>>

 

Israeli Army Kills Two Palestinians, Seriously Injure One, In Southern Gaza  >>>

 

The demolition of an entire Palestinian village could be days away  >>>

 

27. 5. 2018

 

Gazastreifen- Israel bombardiert Hamas-Ziele - mindestens zwei Tote  >>>

 

Der britische Prinz William will Ende Juni Israel, Jordanien und die Palästinensergebiete bereisen.  >>>

 

Journalists Condemn Bill Criminalizing Photography of Soldiers  >>>

 

Israeli Soldiers Shoot, Injure Two Palestinians on Gaza Border  >>>

 

Bierbrauerin in Palästina
"Es geht um mehr als nur Bier"  >>>

 

Palestinian journalists condemn Israeli bill criminalizing photography of soldiers  >>>

 

Gaza's protest leaders still believe in nonviolent struggle  >>>

 

Army Abducts Six Palestinians In Qalqilia, Tulkarem And Jerusalem  >>>

 

Israeli Colonizers Cut Dozens Of Trees Near Bethlehem  >>>

 

26. 5. 2018

 

Haifa activists vow to continue protests following ‘brutal’ police crackdown  >>>

 

Israels Höchstgericht billigt Schüsse bei Ausschreitungen in Gaza
Richter sehen Proteste als Teil des bewaffneten Konflikts mit der Hamas  >>>

 

Tödliche Gaza-Proteste: Israel verweigert Zusammenarbeit mit UN-Kommission  >>>

 

25. 5. 2018

 

Israel will neue Wohnungen im Westjordanland bauen  >>>

 

WATCH: New flotilla to Gaza sets sail
While Israeli snipers killed dozens in Gaza, as Israelis and Americans celebrated the opening of the U.S. Embassy in Jerusalem, and while Europe watched Netta Barzilai win the Eurovision, the latest flotilla to Gaza set sail from Scandinavia. The participants no longer expect to break Israel’s blockade but they believe they can make a difference nonetheless.  >>>

 

Palästina tritt Organisation für das Verbot chemischer Waffen bei    >>>

 

When it comes to Facebook ‘incitement,’ only Palestinians are arrested, not Jewish Israelis >>>

 

Falsely accusing Palestinians of anti-Semitism is malicious   >>>

 

  Gaza killings are rending the Jewish communitysa  >>>

 

224. 5. 2018

 

New Freedom Flotilla sets sail from Sweden to break Gaza siege  >>>  


 

Kontakt  |  Impressum  | Haftungsausschluss  |  Datenschutzerklärung   |   Arendt Art  |  Nach oben  |  facebook | Das Palästina Portal gibt es seit dem 10.4.2002